[Gitarre] - MARLIN Flying V (Jackson King V Kopie)

von metalandertaler, 04.08.07.

  1. metalandertaler

    metalandertaler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.07   #1
    Hallo zusammen.

    Ich habe mir als Spare für die vergangene Tour eine günstige Flying V erstanden. Es ist eine Gitarre von MARLIN (zumindest steht das auf dem Headstock) und Stark der King V von Jackson nachempfunden. Bezahlt habe ich für die Axt 160 Euro.

    .:: Der Hersteller ::..

    Es steht MARLIN auf dem Headstock. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Auch wenn man googelt findet man keine Herstellerseite. Ebenfalls über google habe ich einige Forenbeiträge gefunden, wo Marlin als Walisische Gitarrenschmiede beschrieben wurde, die in den 70gern wohl Gibsonkopien gefertigt hat. Meine Flying V ist auf jeden Fall jünger und wurde wahrscheinlich in China gebaut. Wer zu dem Hersteller mehr Infos hat, es würde mich interessieren bzw. diesen Bericht ergänzen.

    ..:: Die Gitarre ::..
    Die Gitarre ist eine V nach Jackson-Art. Gerade der Headstock erinnert stark an den von Jackson. Sie hat einen 24 Bündigen Hals mit Griffbrett aus Palisander. Genau kann ich es nicht sagen, aber der Hals scheint aus Ahorn zu bestehen. Das Holz des Korpusses kann ich so ohne weiteres nicht bestimmen, es ist allerdings ein ziemlich leichtes Holz, eventuell ebenfalls eine der leichteren Ahornsorten.

    Sie ist mit normalen Mechaniken ausgestattet und hat eine Tuneomatic Brücke mit Tailpiece. Ein Humbucker am Hals und einer an der Brücke werden über einen 3 Wege Schalter ausgewählt und mit Mastervolume und -tone gesteuert. Die Buchse sitzt am unteren V-Arm und die Positionen der Gurtpinns sind wie bei Vs üblich angebracht.

    Der Hals scheint ein fenderartiges Profil zu haben und ist mit einem Dual Trussrod bestückt. Das Griffbrett ist mit Medium Frets ausgestattet.

    ..:: Die Verarbeitung ::..
    Die Gitarre ist für eine günstige Gitarre relativ gut verarbeitet, die Bundstäbchen sitzen gratfrei auf dem Griffbrett, sind allerdings leider nicht exakt genug positioniert, so daß die Gitarre nicht zu 100% Bundrein ist. Ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen.

    ..:: Der Sound ::..
    Trocken angespielt klingt die Gitarre offen und transparent. Schließt man sie jedoch an einen Verstärker an, so merkt man, daß die Tonabnehmer von geringer Qualität sind. Dennoch für den Preis der Gitarre verhältnismäßig gut.

    Im Cleankanal gibt sich ein deutlichen Unterschied zwischen beiden Tonabnehmern. Der Halshumbucker klingt im Vergleich zu seinem Kollegen an der Brücke etwas sanfter und mit weniger Höhen. Diese sind bei dem Humbucker an der Brücke stark ausgeprägt und dominieren den Gitarrensound. Gibt man etwas mehr Verzerrung dazu, werden beide Tonabnehmer etwas aggressiver und ähnlicher im Klang, bis man bei Highgain Sounds nur einen marginalen Unterschied merkt. Lediglich die Durchsetzungskraft des Brückenhumbuckers ist etwas höher als beim Halstonabnehmer.

    Die Klangregelung greift für meinen Geschmack viel zu harsch. Beide Potis scheinen vom Gefühl her linear zu sein, was man durchaus bei Betätigung merkt. Eine Steuerung der Verzerrung mit dem Volumepoti braucht zu viel Fingerspitzengefühl, um auf der Bühne praktikabel durchgeführt zu werden. Auch, wenn man mit dem Tonepoti die Höhen und oberen Mitten rausfiltert, greift das Poti zu schnell zu kräftig ein und der Ton wird schnell dumpf.

    Getestet habe ich die Gitarre mit einem Hughes & Kettner Attax 50, Marshall Valvestate II 100W Kopf und Marshall DSL 100.

    ..:: die Bespielbarkeit ::..
    Daß man V-förmige Gitarren nicht im sitzen spielen kann - oder nur begrenzt - ist nichts neues. Leider ist die Gitarre aber, spielt man sie im stehen, kopflastig, wodurch man dann doch recht viel stützen muß. Dies läßt sich durch Variation der Gurtpinposition regeln. Damit erkauft man sich allerdings die Neigung der Gitarre, nach vorne zu kippen, was in meinen Augen aber nicht so schwer wiegt wie die Kopflastigkeit.

    Mit ein paar Handgriffen kann man die Saitenlage auf ein schönes tiefes Niveau runterschrauben, ohne daß die Gitarre anfängt wie wild zu schnarren. Lediglich der Sattel ist für meinen Geschmack etwas zu hoch, was sich aber mit Feilen wieder richten lässt. Die Einstellung des Halses geht recht unproblematisch, jedoch müssen dazu die Saiten gelockert werden, wodurch die richtige Einstellung der Gitarre zeitraubend ist.

    ..:: Fazit ::..
    Ich habe die Marlin nun seit der Tour immer im Gepäck. Die Gitarre ist zuverlässig und die kleinen Mankos sind bei einer Backupgitarre nicht weiter tragisch. Mit einem Austausch der Elektronik und etwas Spielerei mit den Gurtpins hat man für wenig Geld eine schöne Gitarre, die absolut lifetauglich ist. Das einzige, was mich davon abhält, mit der Gitarre auch einen kompletten Gig zu spielen ist das Halsprofil, das für mein Empfinden viel zu dick ist. Aber das haben alle fenderartigen Hälse...

    Wer noch genaue Daten (Abweichungen bei der Bundreinheit; Mensur etc.) haben will, bitte melden, ich messe das gerne mal aus.

    Gruzs,
     

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  2. Hind

    Hind Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.07   #2
    Danke für das Review, die Marke kannte ich vorher gar nicht. Hast du noch ein paar besse Aufnahmend er Gitarre unbd eventuell Soundsamples? Das wäre noch fein! Ansonsten: Großes Lob und weiterhin viel Spaß mit der Gitarre.
     
  3. metalandertaler

    metalandertaler Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.07   #3
    Ja, weitere Fotos folgen... habe zur Zeit nur meine Kamera nicht zur Hand.

    Soundbeispiele kommen auch beizeiten...

    Danke... ich kannte die Marke vorher auch nicht...

    Grusz,
     
  4. metalandertaler

    metalandertaler Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.12.07   #4
    ..::Nachtrag zur Einstellbarkeit::..
    Die Tune-O-Matic Bridge lässt ja an sich schon einige Einstellmöglichkeiten bei der Marlin Flying V zu. Anpressdruck der Saiten, Oktavreinheit, Saitenlage... Aber als ich gestern Abend den Hals eine Idee gerader einstellen wollte, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Abdeckund des Trussrod auf der Kopfplatte abzuschrauben war ja einfach, aber darunter befanden sich (neben einer Menge Schleifstaub) nur ein absolut runder Trussod, ohne die Möglichkeit dort einen Innensechskant oder Schraubendreher oder sonstwas anzusetzen. Nin war mein erster Gedanke "Was für ein Scheiß, der lässt sich sicher nur vom Korpus aus einstellen" - woraufhin ich den Hals abgeschraubt habe. Aber dort habe ich garnichts gefunden, bis auf eine weitere Ladung schleifstaub im Halsschuh. Demnach lässt sich die Halskrümmung gelinde gesagt garnicht einstellen. Ich weiß nun nicht, ob das bei billigeren Gitarren normal ist, aber schön ist das nicht.

    Was jedoch zum Positiven zu bemerken ist, ist daß der Hals schön stramm im Schuh sitzt, da gibt es kein Wackeln und kein Spiel.

    ..:: Nachtrag zur Elektronik::..

    Nach dem Umlöten der Potis reagiert die Gitarre schön und präzise auf Veränderungen am Volume- und Tonepoti. Der Tone ist hier durch die durchsetzungsstarken Höhen durchaus wichtig, vor allem beim cleanerem Spiel. Die Verkabelung ist ziemlich sauber und ohne kalte Lötstellen.

    Den Einbau neuer Tonabnehmer habe ich mir gespart, bzw. habe mich dagegen entschieden. Bei einem Set EMG81 würeden die Pickups mehr kosten als die ganze Gitarre, das kann ich dann besser in eine wirkliche Traumgitarre (Steinberger USA GLB-2S) investieren, da habe ich dann langfristig mehr von.

    Und für alle, die auf neue Bilder warten... meine Digicam hat leider vollends den Geist aufgegeben, aber ich hab mir über di eFeiertage eine geliehen, also zwischen den Christlichen Hochfeiertagen und dem neuen Jahr ist mit Detailfotos zu rechnen.

    Grusz,
     
  5. AWESOM-O

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    Erstellt: 25.12.07   #5
    Gutes Review, freu mich auf mehr Bilder und Soundbeispiele :great:
     
  6. pat.lane

    pat.lane Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 17.08.09   #6
    auch wenn der Thread schon älter ist, kann ich vielleicht auch noch was zur Gitarre beisteuern

    Die Marke Marlin ist keine Walisische Axtschmiede, sondern ein Ableger des allseits bekannten Hohner-Imperiums. Unter dem Label Marlin by Hohner wurden ab den frühen 80ern einige LowBudget Gitarren verkauft, die aber keinesfalls von schlechter qualität waren (wie man ja an dem review erkennen kann).
     
  7. Vishnu-Phil

    Vishnu-Phil Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.09   #7
    mich würde das spielgefühl extrem interessieren ^^ super review , ich karmare dich dafür ;)
     
  8. metalandertaler

    metalandertaler Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.09   #8
    Warum kommst Du nicht mal vorbei und spielst sie an?
     
  9. Paddycore

    Paddycore Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.09   #9
    WIN!

    berechtigte Frage^^

    Danke fürs Review. Kannte die Marke vorher nicht. Hatte nur den Namen in Verbindung mit Gitarren gehört, aber nie was davon gesehen oder gelesen.
     
  10. Vishnu-Phil

    Vishnu-Phil Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.09   #10
    weil ich ein schüchterner mensch bin und niemals auf die idee kommen würde zu fragen :D

    und weil ich weiss dass ich niemals das geld momentan dafür auftreiben kann

    ich spare gerade an eine ibanez destroyer ran ;)

    aber wenn du die irgendwann dabei hast im proberaum und ich sie auch so kurz in die hand nehmen darf, mach ich das gerne ;)
     
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