Gitarre mit Stereo-Abnahme an PA-Anlage

von Ray, 18.01.06.

  1. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.01.06   #1
    Hätte da mal ne Frage zur Verteilung von Stereo-Gitarrensignalen im Stereoblid der PA-Anlage. Mit Stereo-Gitarrensetups für Stereoeffekte hab ich kaum Erfahrung, ausser mal bissel an der Hifi-Anlage oder per Kopfhörer am Multi-FX.

    Ein 08/15-Standard an der PA wär da ja, dass man z.B. Snare und Bassdrum in der Mitte hat, Toms schön von links nach rechts, linken Gitarrist links, rechten rechts usw. Eben schön im Stereobild verteilt.

    Wenn nun aber z.B. beide Gitarren ein Stereo-Setup für Gitarren-Stereo-Effekte fahren, z.B. für Ping-Pong-Delay, dann muss man da ja doch je einen Kanal links und einen rechts verteilen, sonst is ja nix mit Ping links und Pong rechts aus den PA-Boxen.

    Das bedeutet dann aber doch auch, dass ich die Gitarren nicht mehr wirklich im PA-Stereobild verteilen kann, oder? D.h. aus beiden PA-Boxen kommt das gleiche raus, eine räumliche Verteilung (linker Gitarrist links, rechter rechts) ist dann nicht mehr möglich.


    Oder is dat ein Denkfehler?
     
  2. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.01.06   #2
    Nein da ist kein Denkfehler. Nur ist das mit dem Stereo-Bild live nicht unproblematisch. Schließlich wollen Leute die weiter links stehen auch was vom rechten Gitarristen hören.

    Was die Sache mit den Effekten angeht. Viele Gitarrist fahren hier ein 3-Wege Setup. Das trockene Signal Mono, und dann noch Effekt L&R.
     
  3. 00Schneider

    00Schneider HCA PA-Praxis und Drum-History HCA

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    Erstellt: 18.01.06   #3
    Das erste Problem ist schon, dass der PAN-Regler nur die Lautstärke ändert. Richtungsortung durch die Intensität (grob ab 1 kHz) ist aber nur eine Art der Wahrnehmung, die Laufzeit die andere (unter 1 kHz). Eine Laufzeitanpassung ist die bessere Lösung, geht aber nur mit Digitalpulten einfach oder man müsste ein Delay einschleifen. Ich weiß aber nicht ob das überhaupt jemand so macht. Außerdem wie Boerx schon sagte, man kann ja nicht jeden im Publikum gleich gut beschallen, es würde einen Punkt geben alles passt, eine Zone wo's noch ungefähr hinhaut und dann eben eine große Zone wo gar nix mehr stimmt. Deshalb deshalb wird auch seltenst extrem gepannt.

    Wenn man ne etwas größere PA mit Infills hat, kann man auf diese das andere Signal schicken, also linkes Infill den rechten Kanal und rechts den linken. So bekommt jeder n bisschen Stereo-Effekt ab.
     
  4. Ray

    Ray Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.01.06   #4
    Schon klar, man muss die beiden Gitarristen ja jetzt nicht völlig auf eine Seite legen und auf die andere gar nicht. Aber bislang wars (bei meiner im PA-Bereich recht bescheidenen Erfahrung) so, dass die Mischer (also die Leute, nicht die Geräte ;)), denen ich über die Schulter guckte, zumindest ansatzweise die Gitarren auch der Optik folgend einblendeten. Also Gitarrist links eben mit Tendenz nach links etc.

    Ansonsten würde ne Stereo-PA doch wohl auch gar keinen Sinn machen, wenn alle Instrumente auf der Bühne auf beiden PA-Kanälen identisch rauskämen. Abgesehn von Panning-Effekten, die dann natürlich immer noch funktionieren würden, wenn die einzelnen Instrumente selber stereo abgenommen werden. Aber wenn da 5 Musiker mit Mono daherkommen, ist der einzige Stereo-Effekt für die Zuschauer doch nur mit entsprechenden Pan-Pot-Einstellungen übers Mischpult realisierbar.

    Und DAS würde dann ja, bei dem von mir o.g. Beispiel mit den Stereogaitarren, nicht mehr gehen.

    DAS wiederum erklärts...

    THX.

    Was für ein Aufwand...üffz...drei Kanalzüge für eine Gitarre. Ich glaub, ich bleibe bei meinem unplugged-Geschrummel. Zwei Gitarren, ein Akustikbass, 3 Kanalzüge, Mucke feddich. ;)
     
  5. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.01.06   #5
    Wie schon gesagt, nicht unproblematisch. Besser alles weitgehend in die Mitte. Einen "Stereo-Effekt" für die Zuschauer, die günstig stehen, schafft man trotzdem: einfach alles, was stereo abnehmbar ist, aber auf beiden Seiten i.w. dieselbe Lautstärke hat oder ohnehin nur für Effekte da ist, pannen.
    Also: Overheads (leicht) pannen, falls es nicht gerade ein XY oder ein weites, aber nahes AB ist. Synthsounds stereo, aber mit Schwerpunkt im Center. Effekte Stereo (Hall, Chorus...). Das macht schon eine Menge aus. Inwieweit man Toms pannt, hängt von der Spielweise des Drummers ab: Bedient der i.d.R. alle Toms gleichmäßig, kann man die für den Effekt pannen. Hat er eine "Lieblings-Tom" (wie z.B. eine oft gespielte Standtom), dann sollte man das nicht übertreiben.

    Doch, auch das geht: für den linken dann z.B. einen Kanal voll links, den anderen 3/4 rechts, für den anderen umgekehrt. Dann steht akustisch der eine leicht links von der Mitte und der andere leicht rechts, aber der Ping-Pong ist dennoch schön breit.

    Jens
     
  6. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.01.06   #6
    Schön wär's... Zumindest habe ich das in der Liga bis einschließlich Stadtfest-Top40 noch nicht gesehen.
    Ist auch vom Aufwand her IMHO etwas übertrieben. Pro Gitarre zwei Kanalzüge ist schon fast Luxus. Das lohnt wirklich nur bei häufigem Einsatz von Stereo-effekten...

    Jens
     
  7. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.01.06   #7
    Hallo Kollegen
    tolles Thema find ich interessant und ist IMHO oft etwas unterschätzt.
    Ich denke das meiste wurde ja eigentlich schon gesagt doch auch ich will natürlich noch etwas plaudern :p

    Zum Thema panning allgemein:
    Mein Ziel beim pannen ist es eigentlich nie, einen echten Stereocharakter entstehen zu lassen, denn wie ja schon erwähnt wurde wäre der ja eh an jeder Stelle des venues anders. Ich denke, den Mix etwas luftiger machen, mehr Räume schaffen trifft es eher (klar das entsteht durch das schwache Sterosetzen).
    Ich gehe da meist sparsam vor und arbeite mich quasi vom Center nach aussen, eben je nach akustik (venue+pa). Es kommt auch schon mal vor das ich im Soundcheck nix gepannt habe und erst bei Showtime während des ersten Liedes anfange "nach aussen zu schieben". Bestimmte Standartstellungen gibt es bei mir eigentlich nicht, wenns gut klingt ists halt richtig. Grundsätzlich immer gepannt werden bei mir natürlich die Stereo Returns von FX, Einspieler &Co. Kanäle die meistens gepannt sind sind eben OHs,, Klavier, Backing Vox, alles was schon irgendwie Stereo von der bühne kommt (keys, sampler etc). Dann im klassichen Bereich bei Orchestern, Musicals etc die einzelnen instrumentengruppen in sich (streicher bläser etc) und die Gruppen dann letztendlich im Verhältniss zueinander. Auch hier arbeite ich immer von der Mitte nach aussen.
    Was das venue dann eben zulässt.

    Zur Stereo Gitarre:
    auch hier wurde ja schon die lösung gegeben.. der linke Kanal der KLampfe wird etwas weiter nach links gepannt als der rechte nach rechts ( klingt komisch ich weiss :rolleyes: ) und damit hat man einen Stereoraum für die FX der sich aber im gesamten leicht nach links orientiert...

    Zum orten nach laufzeiten:
    habe auch ich noch nie probiert, und wenn ich ehrlich bin auch nie darüber nachgedacht., ich arbeite zwar viel mit digitischen, die möglichkeiten wären da aber so aus dem bauch raus glaub ich einfach das der aufwand den rahmen sprengen würde..rein zeitlich gesehen,, aber würd mich sehr interessieren ob da jemand hier schon erfahrungen damit gesammelt hat

    zum thema allgemein:
    ich find das spanning zwar ein wichtiges bestandteil des foh mixes jedoch ist es IMHO auch recht leicht in den Griff zu bekommen, im schlimmsten fall mit trial&error ( ja sollte nicht so sein ich weiß). viel schlimmer kann sich das ganze IMHO beim Monitoring auswirken, denn ein schlechtes panning kann einen von den verhältnissen her völlig korrekten mix für z.b. Stereo IEM oder Sidefills einfach zerstören und hier ist der Bereich in dem sich das ganze toll anhört doch deutlich kleiner als auf der PA. das ist auch einer der Gründe warum ich bei reinen Monitorjobs gerne mit Digitalconsolen arbeite: ich habe hier die Möglichkeit für jeden Steromix ein völlig eigenes Panning zu setzten, ohne wie verrückt Signale splitten zu müssen.

    Locker bleiben:great:
    Tobse
     
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