[Gitarre] QRich "313" Custom SC Baritone

von Leader, 03.03.16.

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  1. Leader

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    Erstellt: 03.03.16   #1
    Hallo zusammen !


    Vorgeschichte:

    Ich spiele ja schon ein paar Jahre Gitarre. Von Ibanez RG´s (viele verschiedene), diversen 7 Saitern, Baritones, zuletzt vermehrt PRS SE´s habe ich unfassbar viele Gitarren besessen und gespielt. Meine musikalischen Bedürfnisse und Fähigkeiten haben sich in einigen Jahren oft geändert. Mit den Jahren wurde das Gottseidank ruhiger, irgendwann weiß man eher was man will, was man kann. Wenn ich ehrlich bin , dann bin ich eins : Nen Riffschrubber, reiner Rhythmusknecht. Ein Shreddergott werde ich wohl nie. Das wollte ich früher mal, aber dafür fehlt mir Passion und Leidenschaft und der unbändige Wille. Dazu : Ich höre bei Songs zu 90% nur noch auf Riffs und Groove, das macht für mich den Song aus. 4 Millionen Noten pro Minute beeindrucken mich heutzutage nicht mehr, sie nerven mich ehrlich gesagt eher.

    Nichts gegen ein gutes Solo, das kann einem Song nochmal die Sahne aufs Törtchen drücken, aber braucht ein guter Song das ? Nicht unbedingt, ich kenne etliche Beispiele die ohne auskommen (ich möchte hier keine Pro und Contra Diskussion auslösen, just my 2 Cents warum diese Gitarre).

    Also stand irgendwann fest : Von der Stange gibt’s meinen Wunsch nicht. Custom beim bekannten Gitarrenbauer? Als Alleinverdiener mit 2 Kindern? Nicht Leistbar, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Durchs Board bin ich auf Qrich aufmerksam geworden. Viel gelesen, und dann einfach mal Kontakt mit Aner aus dem Board aufgenommen. Ab da gings los, wir haben bis zum Ende des Projekts gefühlt Millionen Mails und Nachrichten aller Art ausgetauscht. Danke schonmal dafür, das ist toll das du dich so um diese Geschichte kümmerst.


    Was wollte ich eigentlich:


    Ich hatte mir also vorgestellt das ich eine Gitarre erhalte die sexy aussieht aber auch eine Rockgitarre ist. Und zwar eine aufs nötigste reduzierte, meinen Ansprüchen angepasst. Ähnlich wie ich bei meinem Amp nur noch einen Sound fahre und alles andere über Anschlag und Volume Poti regel. Also stand schnell fest : Ich möchte nur einen Humbucker (ich stehe auf 1 Humbucker Gitarren) , ein Volume Poti (das allerdings als Push Push ausgelegt , bisserl Möglichkeit zum splitten behalte ich mir vor) und sonst nix. Kein Schalter, kein Tone Poti (nie genutzt). Dazu eine längere Mensur ,ich stimme zwar nur 1-2 Töne runter, lege aber Wert auf ein gutes Spielgefühl und Intonation.

    Bei der Hardware entschied ich mich für eine Brücke von ABM (natürlich einzeln verstellbare Reiter) und Kluson Back Lock Mechaniken. Viel mehr brauchte ich ja nicht. Der Humbucker ist ein PRS SC 250. Ob dieser auf Dauer bleibt wird sich zeigen , er hat etwas zuviel Dampf. Aktuell ist er weit weit runtergedreht, so komme ich gut klar. Ich spiele prinzipiell eher mit Tonabnehmern die weniger Dampf haben, Zerre hat doch jeder Verstärker genug. Die Sachen hab ich besorgt, zusammen mit dem Kleinkram, Rahmen, Buchse, Poti usw. und das Ganze wurd dann zu Nihad nach Bosnien geschickt, Hardware ist dort schwierig und teuer zu besorgen.


    Der Ablauf:


    Der Ablauf ist etwas unorthodox, die Hardware wird besorgt, nimmt seinen Weg teils via Bus nach Bosnien. Die Gitarre nimmt ebenjenen Weg zurück , teils mit Zwischenstationen. Mittlerweile haben etliche Leute hier eine Gitarre, der Weg funktioniert, man muss sich halt drauf einlassen.
    Ansonsten gabs alle paar Wochen Bilder die sehnlichst erwartet wurden mit Statusupdates, irgendwann die Meldung : jetzt ist die Gitarre fertig . Der Rest wurde bezahlt und auf ging die Reise.

    Ansich sollte die Gitarre eine Singlecut werden, irgendwo zwischen PRS und Gibson. Den Hals hab ich an den der Ibanez MMM1 angelehnt die ich sehr schätze.

    Lackierung war nicht gewünscht, ich mag keine lackierten Hälse, Hochglanzgitarren sind im Regelfall auch nicht mehr so meins. Die Gitarre ist aus Holz,das wollte ich sehen, das wollte ich spüren. Und das ist es auch geworden.


    Die Kommunikation:


    Die Kommunikation lief nur über den Dolmetscher, hier das geschätzte Mitglied Aner. Im Zuge der Millionen von Mails hat sich die Optik und andere Dinge schon verändert, Nihad kam mit eignen Vorschlägen die teils aufgegriffen wurden, manche Sachen hat er da einfach einen besseren Blick oder hat manche Sachen schonmal umgesetzt, manche nicht. Eigentlich wollte ich den Cutaway ähnlich der PRS ausgeschnitten haben, Nihad empfahl mit Gibsonlike das Binding nicht zu unterbrechen, im Nachhinein eine gute Wahl (als Beispiel). Natürlich fehlt hier der persönliche Kontakt, das stimmt und ist natürlich ein Plus von Gitarrenbauern aus der Umgebung die man persönlich besucht oder stundenlang am Telefon nerven kann. Aber das gehört halt dazu, dafür ist das Preis-Leistungs Verhältnis unschlagbar.

    Das Ergebnis:

    Ich habe vom ersten Gespräch an ungefähr nach 4 Monaten die Gitarre in der Hand gehabt, ein toller Moment. Die Gitarre sah toll aus, hatte die Features die ich wollte (zugegeben, viele wollte ich ja nicht was Ausstattung angeht :D) , Bespielbarkeit und Sound top (das mir der Humbucker nicht 100% passt ist ja meine eigene Schuld). Der Hals liegt gut in der Hand, im Nachhinein hätte ich das Profil etwas stärker gewählt, ich hatte damals versucht eine Mischung aus einem PRS Profil und dem der MMM1 zu wählen. Nichtsdestotrotz ist die Gitarre mittlerweile quasi meine Hauptgitarre, ich hab mich gut dran gewöhnt.

    Ist die Verarbeitung perfekt? Nein. Muss man ehrlich sagen. Sound und Handling spielen in der Oberliga, keine Frage. Optisch gabs hier und da doch ein paar Stellen die nicht perfekt sind, ich habe zwischenzeitlich die Gitarre bei Unicut gehabt, hier wurde der Sattel nochmal bearbeitet, etwas Schleifarbeit verrichtet und auch Locking Studs installiert, dass es diese gibt habe ich erst nach dem Auftrag erfahren, tolle Sache. Mehr Sustain und vor allem fliegt die Brücke beim Saitenwechsel nicht weg.

    Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken ich bin unzufrieden, fairerweise wollte ich dies aber erwähnen. Man muss natürlich bedenken das man für den absoluten Knallerpreis bei Qrich keine 3000€ Customshopgitarre aus Deutschland erwarten darf. Zumindest auf dieser Ebene, wie erwähnt spürt man bei der Gitarre an jeder Ecke einen Gitarrenbauer der sein Herzblut reingesteckt hat und sich viel viel Mühe gegeben hat. Hätte diesen Weg jederzeit wiedergewählt, preiswerter komme ich nie an so ein tolles Instrument.

    Durch den unlackierten Hals fühlt sich das Instrument an als würde ich schon Jahre drauf spielen und dazu sieht die Gitarre sexy aus (ja die Optik ist mir wichtig, das Auge spielt mit). Sustain ist in Massen vorhanden, die Hölzer fühlen sich top an und sehen wirklich Edel aus. Allein was das Top hier in Deutschland kosten mag...

    Für das bevorzugte Einsatzgebiet, fette Riffs, ist die Gitarre wie gemacht. Die Wand steht, am Amp wie auch auf Aufnahmen. Es rummst, es wummst und es fühlt sich gut an und : jeder spricht mich auf das Teil an. Ich hab gern was besondres, eignes, und hier hab ich es.

    Fazit:

    Ich liebe die Gitarre, es rockt und sie passt genau zu meiner Art des spielens, genau das war das Ziel. Danken möchte ich nochmals Aner (und natürlich Nihad) fürs nerven lassen. Der Ablauf ist etwas anders aber es lohnt sich wenn man nicht über ein riesen Budget verfügt und man wird gut unterstützt. Ich möchte mir definitiv nochmal eine Qrich bauen lassen , sodenn ich mir genau klar bin in welche Richtung (diese aktuelle Gitarre geisterte mir schon länger im Kopf rum) sie gehen soll und natürlich auch hier die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sind. Momentan spiele ich nur noch meine Qrich, der Rest ist Wanddeko :D Soundbeispiele spare ich mir, das nützt nix, da stecken soviel andere Faktoren mit die den Charakter einer Gitarre verändern. Jemand aus der Nähe kann auch gern mal rumkommen, das wäre viel angenehmer. Anbei ein paar Bilder, bin leider ein mäßiger Fotograf, irgendwie dreht das Board die Bilder auch nicht so wie gewünscht. Aber man erkennt worums geht :)


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  2. exoslime

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    Erstellt: 04.03.16   #2
    ein schönes und ehrliches Review, das sich auch mit meiner Erfahrung mit Nihads Gitarren zu 100% deckt!

    Ich wünsch dir noch viel und lange Freude mit deiner tollen Gitarre
    lg
    Chris
     
  3. Garcia

    Garcia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.03.16   #3
    Sehr gutes Review.
    Zur Verarbeitung möchte ich sagen, dass man ein Handgefertigtes Instrument bekommt mit Super Hölzern, welche Teilweise Masserung haben, welche Optisch in der Oberliga von Guitarporn spielen.
    Da ist aber keine CNC Fräse im Spiel und keine Lackiermaschiene.
    Allerhöchstens eine Oberfräse aus dem Baumarkt.
    Der Rest Handarbeit und da darf es auch mal klitzekleine Fehler dabei haben.

    Bei meiner Tele hatte ich Verarbeitunsmässig nur den Sattel zu Bemängeln.
    Zu wenig tief gekerbt und die E Saite sprang immer raus.

    Aber Easy.
     
  4. Anner

    Anner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.16   #4
    Hallo Simon!
    Freut mich das sie den Platz eingenommen hat den sie auch verdient....
    War ein ziemlich großes Brocken mit sehr vielen Extras die der Nihad doch noch alle gut umsetzen könnte...

    Wünsche dir noch viel Freude mit deiner Q Rich!
    LG
     
  5. Leader

    Leader Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.16   #5
    Gestern erst wieder gespielt :)
     
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