[Gitarre] Q.Rich - Model "Suhr"

von TomsRockHouse, 03.12.16.

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  1. TomsRockHouse

    TomsRockHouse Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.12.16   #1
    Wer ggfs. noch in anderen Foren unterwegs ist, wird einen identischen Text lesen können. Nach Stunden der Dudelei, Sound und Videobearbeitung wollte ich keinen großen Aufwand mehr betreiben, als mich Anner, mein Kontakt zum MusikerBoard und QRich bat, meinen Testbericht auch hier zu präsentieren... Hier also mein erster Bericht im MB:

    Ha! Ich freue mich, wieder mal eine Galerie beisteuern zu können. (Vielleicht sollte ich mehr kaufen? Muss mal meine Frau fragen.) Vor allem für dieses aussergewöhnliche Modell, an das ich durch Zufall gekommen bin. Genau weiß ich es gar nicht mehr, wie ich auf die Marke QRich gestoßen bin, denn viel gibt es im Netz nicht zu finden. Der Start war definitiv über das MusikerBoard und höchstwahrscheinlich bin ich auf Grund eines Bildes aufmerksam geworden.
    Die QRich's sind grundsätzlich Custom Shop Instrumente. Du sendest dem Gitarrenbauer Deine Spezifikation und dann wird geschraubt und geschliffen etc. Das war dann mein Hinderungsgrund, Kontakt aufzunehmen. Ich spiele die Dinger, aber ich habe mich bis dato immer noch nicht mit Details auseinander gesetzt. "Soll aussehen wie..." "Muss klingen wie..." können als Angabe nicht ausreichen.
    Meine Traumgitarre hatte ich mir quasi im Photoshop mal aus diversen Suhr-Modellen zusammengestellt. Das ging eigentlich in Richtung Tele. Wiederholt musste ich feststellen, dass ich mit meinen MusicMan (nicht die Augen verdrehen! Ich weiß, dass ich die oft erwähne) einfach super aufgestellt bin, gerade mit der Luke 3. Aber es sollte noch ein Schmuckstück sein mit schöner Decke. Einmal quergevögeltes Riegelahorn an der Wand hängen haben! Und man wühlt sich durch Foren, eBay-Angebote und kriegt einen Herz-Kasper, wenn man mit den Preisen konfrontiert wird. Sogar eine Warmoth wollte ich mir in den Staaten zusammenschrauben lassen, oder aber eine Thanakorn aus Thailand! Aber dann kam der hinterlistige Zufall um die Ecke. Ein Bild dieses Suhr-Nachbaus wurde im Forum veröffentlicht, der mir absolut gefiel. Specs, Farbe, super. Noch viel besser die Info des angehenden Besitzers, der sich das Inschtrumentle hat zuammenschrauben lassen. Vom Sinn her stand da, dass er sich zwar drauf freut, aber gar nicht weiß, ob er sie behält, weil er kein Strat-Typ ist. Tja, und da war ich frech genug, sofort zu retournieren, dass er sich sehr gerne an mich wenden solle, wenn er keinen Draht zum Instrument aufbauen kann. So entstand eine Brief (eMail) Freundschaft, die bereits unzählige Zeilen hinter sich gelassen hat. Die Gitarre kam zu ihm, und er war leider euphorisch. Mist! Dann gab's es Nachbesserungsbedarf in Sachen Hals. Der verbaute Trussrod war nicht wie vereinbart. Also gingen zwei Hälse zurück (der Kollege hat sich eine Tele und eine Strat bauen lassen), wurden nachgebessert und dann kamen wieder bange Stunden das Wartens für mich. Ein Wochenende wollte sich Chris Zeit lassen, um zu prüfen, ob die Gitarre passt, oder nicht.
    Schlussendlich kam die Entscheidung für den Verkauf. Über Thomann wurde ein Koffer geordert, der zu ihm nach Österreich ging. Dann kam endlich nach Pfingsten die Versandmeldung. Viertelstündlich habe ich die Versandroute aktualisiert, um dann am Vortag des Eintreffens festzustellen, dass ich Stoffel die eigene Postleitzahl falsch angegeben hatte! Gut, die Abweichung war marginal, aber bei einem oberkorrekten Zusteller hätte das Rücksendung bedeuten können? Habe sogar im Versandhaus in Österreich angerufen, um den Fehler korrigieren zu lassen. Alles ging gut, sie kam Freitag mittag, ich habe sie persönlich in Empfang genommen und knappe zwei Stunden später Feierabend gemacht, um die ersten Akkorde geniessen zu können.
    Ein schöner, runder, voller Ton beim ersten, trockenen Anspielen. Toll! Obwohl die Saitenlage bei weitem nicht so geschmeidig war, wie bei den Lukes, funxionierte es. Trotz der Saitenlage plus den 10er Saiten (wg. Problemen in den Daumengelenken spiele ich nur noch 09er) gelang das erste Arpeggio problemlos. Das Eis war gebrochen. Am Wochenende habe ich sie dann durch meine Amps-Simus gejagt, als Ton-Gegner die Luke 3, die immer die Nase ein wenig vorne hatte, immer ein Stück mehr Vielseitigkeit bot. Am Sonntag habe ich mich dann mit der Einstellung G-Saite der QRich befasst, die ein wenig aus der Spur lief. Überhaupt verlief der Sonntag mit einem "Stimmungstief". Und das meine ich sowohl als auch. Gestimmt, gespielt, gestimmt, gespielt, gestimmt, gestimmt, gespielt. Es nahm irgendwie kein Ende und ich war schon ein wenig unzufrieden. Keine Ahnung, ob die Lütte noch Aklimatisierungs-Probleme hatte. Ist ja auch nicht einfach für so ein "junges Huhn". Kurz nach der "Geburt" aus Bosnien nach Österreich. Dann eine Woche kopflos, wg. der Nachbesserung. Dann fast eine Woche unterwegs nach Deutschland.
    Montag hatte ich dann einen Termin im Proberaum. Eingestellt habe ich den Tubemeister 18 mit der Luke3, weil ich da wusste, wohin es gehen soll. (Einstellen deswegen, weil ich sonst ja nur über meine selbst gebaute "TomBox" (Recording-Box) im Keller dudel'.) Die Umgebungsbedingungen in einem Raum, mit einer 2 * 12er Harley Benton Vintage Box, sind dann doch anders. Als der zufriedenstellende Ton "on" war, wurde die QRich angestöpselt. Ja, Holla! Da ging aber mal die Post ab. Die beiden DiMarzio sind nicht von schlechten Eltern. Glücklicherweise ist's eine 5-Fach-Schaltung. Bei den Bildern dachte ich schon, dass es wegen des Single Coil am Hals auf 3-Wege limitiert sei. Aber es handelt sich hier um einen "Chopper", also einen Humbucker im Miniformat. Der liefert mir schöne stratige Sounds in Position 1 + 2. Alles gut.

    Spielgefühl - Haptik im Allgemeinen
    JETZT geht's los. Wie vermittelt man das? Der Hals hat meiner Meinung nach ein C-Profil, ist eigentlich ein Stück zu breit für meinen Geschmack, glücklicherweise bin ich da aber nicht zimperlich. Es wird gespielt, was da ist! ;) Sehr angenehm ist natürlich für mich, dass das Hals nicht lackiert, sondern gewachst / geölt ist. Da hat man echtes Holz in der Hand! Mit ca. Dreikommaetwas Kilo ist das Ding angenehm im Nacken und glücklicherweise nicht kopflastig. Aus Geiz habe ich immer noch die 10er Elixier drauf, die Chris spendiert hat. Ich werde aber in Kürze auf die 09er umsteigen und dann mal schauen, ob ich die Saitenlage noch nachjustieren muss. (Ein wenig flacher könnt's schon sein!)
    Trocken gespielt hat die QRich schon schön Volumen, ist voll und rund da. Dagegen klingt sogar die MusicMan ein wenig "pappig". Am Amp habe ich alle Nuancen von Strat-Glockig bis Power-Rockig, je nach PickUp-Wahl. Weil ja der DP184 ein Humbucker ist, sind die Nebengeräusche minimiert. Ideal!
    Die hängt gut am Gurt, ist aber auch geschmeidig auf dem Knie. Der Belly-Cut ist vorhanden, sowie der Arm-Cut. Das Schaping ist gut. Sehr schön finde ich auch das Binding, das einen tollen Kontrast setzt. Sehr ungewohnt für mich, dass kein Tremolo verbaut wurde. Ich war mir bei meiner eigenen Planung nicht sicher, ob ich das wirklich will, aber mit der Vorgabe durch Chris war ich darauf festgenagelt und ja, es ergibt einen Sinn. So kann ich a) auch mal zwischendurch umstimmen, ohne, dass die restliche Stimmung für'n Arsch ist, oder aber b) die beliebten Bendings über 2 Töne veranstalten, ohne das der Rest der Saiten einen viertel bis halben Ton 'runtergeht. Ja, man kann Trems entsprechend einstellen, oder aber eine Klemme verwenden. So gibt es jetzt diverse Gitarren für diverse Zwecke. Basta!

    Mankos:
    Man kann den Schriftzug so gut wie nicht lesen. Der Gitarrenbauer hat einen hellen gewählt, ich hätte mir schwarz gewünscht, zumindest etwas, was sich vom Grundton abhebt. Freundlicherweise habe ich zwei Decals bekommen, die ich dann evtl. anbringe. Der andere Plan ist, das Logo mit der Fräse einzugravieren. (Wie bei meiner Rockinger, bzw. OLP) Mittlerweile bietet Nihad das auch an. (Die Überlegung, ihm den Hals zu senden, habe ich schnell wieder verworfen!)

    Die Lautstärke-Unterschiede zwischen den einzelnen PickUp-Stellungen.
    Ob man das so messen kann, ist eine andere Geschichte, aber ich habe die QRich mal über die DI-Box in's Cubase gejagt und einen Akkord angeschlagen (dabei habe ich selbstverständlich versucht, einigermaßen gleichmäßig kräftig zu spielen).
    Dieses Manko scheint ausgemerzt, weil die Elektronik neu gemacht wurde. (untere Kurve) Da die QRich beim Leisedrehen recht schrill wurde und der Sprung zwischen 8 und 10 "knackig", suchte ich einen Kumpel auf, der sich mit so etwas auskennt. Beim Öffnen des E-Faches hörte ich nur noch ein "Auha" und sah ein Kopfschütteln. Auch im muss sagen, überrascht gewesen zu sein, als ich ein zweiadriges Lautsprecher-Kabel sah, das von der Buchse zum Poti führte. Dazu noch die klumpigen Lötstellen, die eher nach Braten, als nach Löten aussahen. Zur Ehrenrettung von Nihad kann eingeräumt werden, dass hier ggfs. bleifreies Lötzinn Verwendung fand, aber die Menge an Löt-Material war schon beachtlich. Tonbeispiele schenke ich mir, dafür gibt es den Screenshot aus dem Cubase, wo beide Kurven visualisiert sind.

    Da ich ja ein Freund von audio-visueller Unterstützung bin, habe ich mich nicht lumpen lassen und ein Test-Video erstellt. Dazu kommt noch die erste kreative Idee mit der QRich, die ich als Song verewigt habe. Viel Spaß beim Ansehen und bis zum nächsten Mal!

    (Review)
    (Song "the search is over")

    Cheers,
    Tom

    Specs:
    Body: Alder (Erle)
    Top: Flamed Maple (Ahorn)
    Neck: Flamed Maple (Ahorn)
    Fretboard: Cordia (Ziricote)
    Colour: Trans Charcoal Burst
    DiMarzio Chopper DP184 am Hals
    DiMarzio PAF Pro DP151 am Steg
    Eine Gotoh Brücke, sowie Schaller M6 Locking Tuner sind am Start.
    22 Bünde
    Sattel 42 mm

    Fertig gestellt am 19.03.2016

    Erhalten am 13.05.2016 (Freitag, der 13te!)

    QRich ist Nihad Kuric, der in Bosnien seine Werkstatt hat. Nihad erhält die Hardware und die Spezifikationen und geht dann an's Werk. Von den Zwischenstadien gibt es Bilder. Vermittelt wird über einen Dolmetscher, da Nihad ausser der eigenen Landessprache nix anderes spricht. Es gibt auch keine Internet-Präsenz, um evtl. auszusuchen und entsprechend zu bestellen, wobei ich mir vorstelle, dass sich das mittlerweile lohnen könnte. Wer gerne mehr Infos über Q.Rich haben mag, schaut sich bei Facebook um: https://www.facebook.com/qrich.guitars
    Fertige Modelle ansehen und staunen...

    Lebensqualität
    WP_20160513_13_03_45_Pro_2.jpg
    Q.Rich im Rasen
     

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  2. peter55

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    Erstellt: 03.12.16   #2
    Hi!

    Sehr schön...... ;)
     
  3. Don Joe

    Don Joe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.12.16   #3
    @TomsRockHouse was Peter gesagt hat, und ich würde ein wenig Format (einfach bisschen was Fett, was unterstrichen, mehr Absätze) reinbringen, ich wurde komplett erschlagen von dem Text :D (Bisschen off-topic hier sorry, aber wollte es nur sagen - die Leute sollen das Review, in dem sicherlich einige Arbeit steckt, ja lesen! :) )
     
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  4. Anner

    Anner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.12.16   #4
    Hallo Tom!
    Ich finde das Review ganz toll und die Videos auch sehr gelungen und Super gespielt,mir haben es die Clean sounds besonders angetan,wüsste nicht was man jetzt noch da groß darüber schreiben sollte könnte mir vorstellen das jemand die Zeilen auch mit feuchten Augen ließt (grüße@exoslime)
     
  5. exoslime

    exoslime Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.12.16   #5
    Hi Tom

    ein richtig klasse Review und danke für die Nennung, hehe ;) auch sehr schöne Fotos und Videobeispiele. ich glaub auch das hier via Copy&Paste einiges an den Absätzen und den Textstilen verloren gegangen ist, ich kenne ja dein Vorlage.. ich hab damit leider auch bei jedem Review zu kämpfen das meine Formatierungen in der Vorlage nicht in den M-B Texteditor übernommen werden und ich mühsam alle Stile und Absätze nachbessern muß

    liebe Grüsse
    exoslime
     
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