[Gitarre] Squier Paranormal Offset Telecaster

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Einleitung/Motivation​

Ich möchte euch im Folgenden an dem Weg teilhaben lassen, der mich zu meiner (erst) dritten E-Gitarre geführt hat, der Squier Paranomal Offset Telecaster in Surf Green und anschließend ein paar Eindrücke zu diesem Instrument vermitteln. Erstanden habe ich sie im Februar diesen Jahres im Soundland in Fellbach.

Nach meiner Einstiegsgitarre (Ibanez GRG170DX) legte ich mir 2007 meine Yamaha Pacifica 812 zu. Diese ist bis heute meine Hauptgitarre und wird dies auf absehbare Zeit auch bleiben. Zu ihr habe ich damals dieses Review hier verfasst:
https://www.musiker-board.de/threads/gitarre-yamaha-pacifica-812-v.224109/#post-2415786
Wie ihr darin lesen könnt, wäre es schon damals fast eine Tele statt der Pacifica geworden.

Wenn es einen positiven Aspekt der letzten 12 Monate gab, dann der, dass ich wieder mehr Gitarre gespielt habe. Im Zuge dessen reifte um den Jahreswechsel so langsam der Gedanke, dass es nach 14 Jahren doch an der Zeit wäre, den Fuhrpark etwas zu erweitern. Die neue Gitarre sollte anders sein, gesetzt war für mich ein Ahorngriffbrett und eine andere Tonabnehmer-Bestückung, als SSH. Irgendwie lag eine Tele für mich auf der Hand, als logisches, aber nicht zu weit entferntes Gegenstück zu meiner Fat-Strat.
Jedoch welche aus dem unendlichen Tele-Universum?
Was günstiges, um im Zweifel wenig Geld in den Sand zu setzen? Anspielen war zu der Zeit bekanntlich nicht möglich.
Oder doch mehr Geld in Hand nehmen, weil ich einen gewissen Qualitätsstandard gewohnt bin?
Oder nichts von der Stange nehmen, sondern eine Partscaster bauen?
Und komme ich mit der klassischen Tele überhaupt zurecht?

Die letzte Frage galt es für mich zuerst zu klären. Ich bin an die Ergonomie meiner Pacifica bzw. einer Strat im Allgemeinen gewohnt, spricht Abschrägung für die Schlaghand/Arm, Ausfräsung am Bauch, Gurtpin in Höhe des 12. Bundes. Das bietet eine klassische Tele nicht, sie hängt also anders am Körper bzw. sitzt anders auf dem Knie. Da ich selbst quasi keine körpereigene Polsterung aufweise, weiß ich, dass so ein "Klotz" schnell unangenehm für mich wird.

Also habe ich mich umgeschaut, welche Optionen einer ergonomischeren Tele es gibt. Die Ausfräsungen sind weniger ein Problem, als die Gurtpin-Position. Irgendwann bin ich dann auf die Telemaster bzw. Jazzcaster gestoßen, also eine Gitarre mit Jazzmaster-Korpus und Tonabnehmerbestückung und Hals einer Telecaster. Der Jazzmaster-Form hatte ich bisher wenig Beachtung geschenkt, aber das änderte sich nun. Diese Kombination schien mir sehr verlockend, da sie den Sound einer Telecaster in einer für mich wesentlich ergonomischeren Form zu bieten schien.

Neben der Form habe ich den Tonabnehmer-Ausstattung einige Gedanken gewidmet. Um einen kompletten Gegensatz zu meiner SSH-Pacifica zu haben, gingen diese zuerst in Richtung Humbucker am Hals. Nach etwas Recherche bin ich dann auf einen Mini-Humbucker am Hals gekommen. Und wie passend hat zu der Zeit Ibanez die neue AZS-Serie vorgestellt. Die passte fast genau in mein Anforderungsprofil, wenngleich der Korpus recht nahe am Original ist und daher das "Problem" mit der Gurtpin-Position hat. Letztendlich war das Ausschlusskriterium aber die Lieferbarkeit, die Gitarren sind heute noch nicht verfügbar.

Dann habe ich mich wieder dem Thema Partscaster zugewandt. Die günstigen Komplettbausätze waren für mich raus, zu durchwachsen sind die Berichte zur Qualität und ich kann und will mich nicht mit Dingen wie Bünde abrichten und Sattel feilen auseinander setzen. In Deutschland bleibt damit nur Rockinger als Anbieter, jedoch war dessen Angebot zu dieser Zeit sehr zusammengeschrumpft. Für eine Jazzmaster hätte ich den Weg über Warmoth gehen müssen. Dort ist das Angebot sehr umfangreich, aber auch dementsprechend preisintensiv. Dazu kommen noch die Unwägbarkeiten des Imports. Eine kurze Kalkulation summierte sich schnell auf einen Gesamtpreis jenseits der 800 €, was mir für das Experiment Partscaster zu viel war.

Also zurück zum existierenden Angebot an Gitarren. Squier ist die klassische Anlaufstelle für preiswerte Gitarren aus dem Fender-Universum. Und es gibt immer wieder Serien jenseits der klassischen Konfiguration, so auch in der Paranormal-Reihe, aus der die Offset Tele stammt.
So landete ich schließlich bei der Gitarre, um die sich dieses Review dreht. Es gibt einiges an Videos dazu, diese hätten mich vom Sound alleine nicht komplett überzeugt. Aber mein Ansatz war zu der Zeit, mir eine Gitarre zuzulegen, die von der Verarbeitung her ordentlich ist und im Zweifel als Basis für Modifikationen dient.
Die Entscheidung für die Farbe fiel kurzfristig und recht spontan. Surf Green entsprach nicht unbedingt meinem Beuteschema und auf den Bildern sah die Gitarre immer eher blass aus. Aber auch hier hatte die eine mögliche Modifikation mit einem andersfarbigen Schlagbrett im Kopf. Und so bestellte ich schließlich zum ersten Mal ein Instrument, ohne es vorher in der Hand gehabt zu haben.

Um dem Ergebnis etwas vorzugreifen, das Risiko hat sich gelohnt.

Features/Bilder/Umbau Brücke​

Die Gitarre kam ordentlich verpackt im üblichen Pappkarton an. An Zubehör ist außer den Inbusschlüsseln für Halsspannstab und Saitenreiter nichts weiter dabei.
Schauen wir uns das Gesamtkunstwerk einmal an. Wie erwähnt haben wir die Korpusform einer Jazzmaster vor uns, alle anderen Teile (Hals, Tonabnehmer, Brücke, Schalter/Potis/Kontrollplatte) entstammen einer Telecaster.

org.png


Der Korpus besteht aus Pappel oder Okoume, da sind die Quelle sich nicht einig. Vielleicht wird auch je nach Verfügbarkeit mal das eine und mal das andere verbaut. Leider ist es grundsätzlich bei Instrumenten aus Industrieproduktion fast nirgends möglich, einen eindeutigen Nachweis über die Herkunft des verwendeten Holzes zu bekommen. Das wäre mir viel wichtiger, als irgendwelches Tonholzgeschwurbel.
Der Hals ist komplett aus Ahorn und klar lackiert. Das Griffbrett ist aufgeleimt und besitzt 22 Bünde. Diese sind ordentlich abgerichtet und an den Kanten verrundet. Bei Bendings oberhalb des 12. Bundes ist eine gewisse Rauigkeit zu spüren, richtig poliert sind sie also nicht. Die Mensur beträgt 648 mm oder 25,5". Man findet teils auch die falsche Angabe von 24,5".
frets.png

Auf der Kopfplatte finden wir einen Saitenniederhalter für die b und e-Saite, sowie klassisch anmutende Mechaniken. Diese funktionieren ordentlich. Das Verfahren, die Saite senkrecht zur Kopfplatte einzuführen und dann aufzuwickeln gefällt mir besser, als bei anderen non-locking Mechaniken, bei denen die Saite parallel zur Kopfplatte durchgeführt wird. Ebenso haben wir auf der Kopfplatte den Zugang zum Halsspannstab. Ich begrüße die Abweichung zum traditionelle Zugang auf der Korpusseite ausdrücklich. Praktikabilität geht bei mir immer vor Originaltreue.
headstock.png

Werfen wir noch einen genaueren Blick auf den Kunststoffsattel. Dieser ist funktional ok, die Bilder zeigen jedoch, dass bei der Verarbeitung im Detail noch Luft nach oben ist.
nut1.png nut2.png

Dies setzt sich auf der anderen Seite des Halses fort, der Übergang zum Korpus geht sauberer bzw. nahtloser.
neck2.png neck.png

Die Brücke verdient eine gesonderte Betrachtung. Es handelt sich um die traditionelle Konstruktion mit doppelten Saitenreitern.
bridge_org.png
Ich hatte im Vorfeld Bedenken, ob ich mit den damit einhergehenden Einschränkungen in der Intonation zurecht komme und diese Bedenken waren berechtigt. Für mich ist der Kompromiss in der Oktavreinheit zwischen d und g-Saite zu groß und erfordet eine Änderung. Es gibt ein paar wenige Anbieter von kompensierten Tele-Brücken, die das klassische Aussehen mit den doppelten Saitenreitern erhalten. Ich wollte Saitenreiter mit Führungsrille. Entschieden habe ich mich schlussendlich für ein Produkt von t-tune:
https://www.t-tune.org/produkt/t-tune-b-type-harmonic-bridge-saddles-komplettset-usa-gewinde/

t-tune.png

Der Umbau war eine gute Gelegenheit, die Gitarre weiter auseinander zu nehmen. Also erst mal runter mit dem dreilagigen Schlagbrett. Darunter kommt weit mehr zum Vorschein, als für den Hals-Singlecoil notwendig wäre: Fräsungen für einen Humbucker am Hals und einen Singlecoil in der Mitte. Damit ist diese Gitarre quasi am Werk für eine Vielzahl an Modifikationen vorbereitet.
cav.png

Entfernen wir nun die Brücke und schauen uns die gesamten Fräsungen und die Tonabnehmer von unten an. Wirklich Aufsehen erregendes gibt es hier nicht zu sehen, sieht alles recht ordentlich aus. Die Tonabnehmer haben keinerlei Beschriftung zur Identifikation, es wird sich um Standard-Squier-Varianten handeln.
pickups.png

Der Vollständigkeit halber schauen wir uns noch die Elektronik an. Die Kabel sind lang, alles ist sauber verlötet, viel mehr gibt es hier nicht zu sagen oder zu kritisieren. Ein Blick in die Fräsung für die Elektronik bringt zwei eher unschöne Löcher zu Tage. Diese sind wohl entstanden, als die Kanäle für das Kabel von der Brücke und dem Stegtonabnehmer gebohrt wurden. Funktional ist das keine Einschränkung, spricht aber für bzw. gegen das Produktionsverfahren.
electronics.png ups.png

Damit haben wir auch schon das Fazit zur Verarbeitung erreicht, es gibt keine großen negativen Ausreißer und nichts, was die Bespielbarkeit deutlich einschränkt, aber in allen Aspekten ist noch deutlich Luft nach oben. Natürlich haben wir hier eine Gitarre aus dem unteren Preissegment vor uns. Wenn ich jedoch meine Pacifica zum Vergleich heranziehe, die sich preislich nicht in anderen Welten bewegt (420 € gegen 650 €), so ist die Verarbeitung der Yamaha für mich ganz klar mindestens ein Level besser.

Doch kommen wir zurück zum Brücken-Umbau. In meiner Naivität hatte ich nur die Saitenreiter gekauft, keine komplette Brücke. Warum das keine gute Idee war, wird bei einem Blick auf die Schrauben deutlich (oben neu, unten original). Die Schrauben der T-Tune-Brücke passen so nicht durch die Original-Brücke! Und natürlich passen die Original-Schrauben nicht in die neuen Saitenreiter, da anderer Durchmesser und anderes Gewinde.
Ein paar nicht zitierungsfähige Kraftausdrücke später entschied ich mich für die grobe Lösung und ging mit dem Stufenbohrer auf die Brücke los. Im Zweifel wäre die Original-Brücke eben Schrott gewesen. Die Löcher ließen sich zum Glück recht einfach auf 4 mm aufbohren, was für die neuen Schrauben ausreicht.
ups2.png gebohrt.png

Und dann ist der Einbau auch schon fast abgeschlossen. In dem Zug habe ich gleich neue Saiten aufgezogen, Elixier Nanoweb in 10-46.
eingebaut.png

Das Ergebnis sieht dann so aus. Ich finde es faszinierend, wie sehr der kleine Farbtupfer der Messing-Saitenreiter das Gesamtbild der Gitarre verändert und zwar aus meiner Sicht zum Positiven.

eingebaut2.png


Ergonomie/Bespielbarkeit​

Als erstes fällt das geringe Gewicht der Gitarre auf. Obwohl sie durch die Korpusform recht ausladend ist, wiegt sie nur ca. 3,3 kg. Sie hängt sehr ausgewogen am Gurt und liegt ebenso auf dem Knie. Meine Hände sind intuitiv an den richtigen Positionen, nichts drückt oder wirkt ungewohnt. Damit ist das Experiment Jazzmaster-Korpus für mich direkt ein Erfolg. Die erhoffte bessere Ergonomie gegenüber der klassischen Tele kann ich so bestätigen.
Ab dem 18. Bund schränkt der klassisch kantige Halsfuß die Bespielbarkeit etwas ein. Aber dort bewege ich mich so gut wie nie.

Das initiale Setup war ok im Sinne von spielbar, für mich aber nicht unbedingt optimal. Also schnell das Werkzeug gezückt und die Saitenlage etwas optimiert. Ab Werk sind wie leider meist üblich 9er-Saiten verbaut, ich bevorzuge 10er. Demzufolge war das Spielgefühl zunächst etwas ungewohnt. Das liegt auch am klar lackierten Hals. Gegenüber dem mattierten meiner Pacifica, der sich wie unlackiert anfühlt, war ich besonders gespannt, wie sich das auf das Spielgefühl auswirkt. Mittlerweile kann ich sagen, ja, es ist ein Unterschied, der sich jedoch weit weniger stark auswirkt, als befürchtet. Der Hals ist mit 42 mm am Sattel und etwas mehr als 51 mm am 12. Bund ca. 1 mm breiter, als der der Yamaha. Das klingt nicht nach viel, fühlt sich aber anders an. Ich habe recht schlanke Hände und Finger und komme daher mit dem schmalen Hals der Yamaha gut zurecht. Die Squier ist ebenfalls gut bespielbar, wenngleich ich mich (noch) nicht ganz so zu Hause fühle.
Maße für die Dicke habe ich aktuell nicht zur Hand. Am Satttel sind die Gitarren vergleichbar, der Hals der Yamaha nimmt Richtung Korpus etwas mehr an Dicke hinzu. Die Halsform ist ein C mit leichter Tendenz zum V. Für mich ergeben sich dadurch keinerlei Einschränkungen, der Hals ist gut bespielbar.

Die klassische Tele-Kontrollplatte passt optisch ausgezeichnet, die Position des Volume-Reglers ist dadurch aber nicht ideal. In Spielhaltung ist er nicht dort, wo ihn meine Schlaghand bzw. deren kleiner Finger es erwartet. Die Potis haben einen brauchbaren Widerstand beim Drehen. Am Schalter gibt es nichts zu kritisieren, er rastet sauber und ist genau richtig schwergängig. Die Distanz zum Volume-Poti ist recht gering, es kommt hin und wieder vor, dass ich es beim Umschalten unabsichtlich verstelle. Gibt es eigentlich Potis, die in voll-auf-Stellung einrasten?

Eine Besonderheit der Korpus-Forum muss an dieser Stelle noch erwähnt werden. Sie ist hinter der Brücke recht ausladend. Dadurch ist die gesamte Gitarre länger, als bei anderen Korpusformen. Der Versuch, sie in einem Standard-Case unterzubringen, endet dann so. Es ist also ein passender Koffer oder Gigbag notwendig.
case.png

Sounds​

Jetzt wissen wir also, wie die Gitarre aufgebaut und verarbeitet ist und wie sie sich spielen lässt. Damit bleibt noch die Frage offen, wie sie denn nun klingt.
Klang zu beschreiben ist schwierig bis aussichtlos. Er wird sehr subjektiv empfunden und der Versuch, dieses Empfinden in Worte zu fassen, die von anderen identisch interpretiert werden, ist im Grunde von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Dennoch werde ich ein paar dieser Worte finden, sie jedoch mit Soundbeispielen untermauern, sodass ihr euch selbst ein Bild machen könnt.

Alle Beschreibungen und Beispiele beziehen sich auf die Gitarre nach dem Umbau auf die T-Tune-Brücke und die 10er Elixier-Saiten. Da ich hier zwei Parameter gleichzeitig geändert habe, ist es unmöglich die Veränderungen nur durch die Brücke herauszuarbeiten. Ich kann so viel sagen, dass ich vor dem Umbau Probleme mit der Ausgewogenheit zwischen den Tonabnehmern hatte und der Klang allgemein etwas dünn und substanzlos war. Dies hat sich nach dem Umbau deutlich verbessert. Allerdings sind das Veränderungen, die sicher auch mit dem Wechsel der Saiten zu tun haben.
Grundsätzlich habe ich etwas gebraucht, bis ich mit den Sounds dieser Gitarre wirklich zufrieden war. Die Gitarre klingt insgesamt ziemlich straff und aggressiv. Das erste Ziel, eine Alternative bzw. Erweiterung zum bestehenden Material zu bekommen, ist damit auf jeden Fall erreicht. Der Schlüssel war am Ende die Auswahl eines passenden Setups im OX.

Alle Soundbespiele sind mit meinem Setup bestehend aus Effektboard, Peavey Classic 30 Amp und UA OX über ein UR22 in Reaper aufgenommen. Die Spuren sind einzeln normalisiert.
Für clean bis leicht angezerrt nutze ich diese Einstellungen. An Effekten sind etwas Hall und dezente Kompression aktiv.
Ox_Black8H.png

Clean​

Fangen wir mit ein paar unverzerrten Beispielen an. Die Reihenfolge ist immer Stegtonabnehmer, beide Tonabnehmer, Halstonabnehmer und dann eine kurze Sequenz in gleicher Reihenfolge.










Der Steg klingt für mich knochig trocken, mit weniger Höhen und dafür mehr Hochmitten. Die Mittelstellung hat durch die Auslöschungen einen zurückhaltenden Sound. Der Halstonabnehmer klingt warm, ohne große Brillianz. Jazz auf einer Tele? Geht durchaus mit diesem Instrument.

BD2​

Im nächsten Schritt fügen wir etwas Dreck in Form eines Boss Bluesdrivers BD2 hinzu.





Besonders der Stegtonabnehmer freut sich darüber und antwortet mit einem sehr direkten Sound. Aber auch die anderen Kombinationen sind mehr als brauchbar.

Für die weiteren Beispiele habe ich dieses Setup im OX genutzt. Der Hall ist weiterhin aktiv, ist aber etwas kürzer, als im anderen Setup.
Ox_CA30.png

Big Muff​

Eine große Überraschung war für mich, wie die Gitarre mit meinem Big Muff Triangle (DIY) klingt.










Während es damit sonst schnell ziemlich dumpf und basslastig wird, ist mit der Offset Tele selbst mit dem Halstonabnehmer noch Definition vorhanden.

Kraken​

Eine andere Zerrstruktur bietet mein Victory V4 Kraken im ersten Kanal.





Durchsetzungsfähig ist das erste Attribut, das mir einfällt. Hier muss man mit den Hochmitten/Höhen etwas aufpassen, damit es nicht zu viel wird.

But does it Djent?
Ich bin nicht der richtige Gitarrist, um das zu demonstrieren, aber schalten wir einfach mal in den zweiten Kanal des Kraken und hören was passiert. Was anderes als der Stegtonabnehmer macht hier keinen Sinn.

Mit Effekten​

Um uns davon wieder zu erholen, gehen wir wieder zum ersten Kanal und schalten das TC FB2 dazu und benutzen die Mittelstellung.


Jetzt geht es wieder zurück zum BD2, diesmal in Kombination mit dem Marshall VT-1 und dem Halstonabnehmer.


Und zum Schluss sind wir wieder clean, mit dem Ausgangssetup des OX, etwas Chorus aus dem FB2 und der Mittelstellung.


Insgesamt verträgt die Gitarre meiner Meinung nach einiges an Effekten, weil durch den grundlegenden Soundcharakter der Sound immer straff und durchhörbar bleibt.

Fazit​

Die Squier Paranormal Offset Telecaster ist weder ein gewöhnliches, noch ein untadeliges Instrument. In Sachen Verarbeitung und verbauter Komponenten ist noch Luft nach oben. Es wäre aber auch vermessen, in diesem Preisbereich etwas grundlegend anderes zu erwarten.

Mir bietet die Gitarre nach etwas Optimierung der Einstellungen eine gute, fast gewohnte Bespielbarkeit und eine Erweiterung meiner Soundpalette. Sie kann meine Hauptgitarre nicht von ihrem Platz stoßen, sie aber sinnvoll ergänzen. Der Weg mit ihr war nicht ganz einfach, aber mittlerweile bin ich sehr zufrieden mit ihr.

Unter diesem Aspekt bin ich momentan nicht sicher, ob ich den ursprünglichen Gedanken, die Gitarre als Basis für Modifikationen zu verwenden, in absehbarer Zeit umsetzen werde. Das ist vermutlich das aussagekräftigste Urteil, dass ich über sie fällen kann.
Der Tausch der Saitenreiter war für mich notwendig, aber weitere Änderungen sind es für mich aktuell nicht.
Der Sattel könnte sicher durch einen besseren getauscht werden, die Bünde könnte man auch optimieren (polieren). Andere Tonabnehmer sind Stand heute nicht geplant, da die vorhandenen gut nutzbare Sounds liefern.
Aber wer weiß, was die Zeit bringt, wenn mich irgendwann doch die Lust aufs Basteln packt, ist diese Gitarre in jedenfalls darauf gut vorbereitet.
Ich gehe in jedem Fall davon aus, dass die Gitarre mich noch lange begleiten wird.
 
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Über die Jazztele bin ich noch far nicht gestolpert, hat aber was:great:. Mal schaun, ob ich das Design evtl. für mein
Bass Projekt nehmen kann, hab allerdings die PU Fräsung schon gemacht... :gruebel:

Und noch ne Frage, wenns erlaubt ist. Ist das Surfgreen in echt so blass? Meine Vorstellung wäre so in etwa:
1622300675303.png
 
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Klar sind Fragen erlaubt! Und ja, das Surf Green bei dieser Gitarre ist tatsächlich eher blass und weniger grünlich, als auf deinem Bass-Bild.
 
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Alles richtig gemacht und schönes Review(y)
 

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