[Gitarre] Tipps und Tricks für einen besseren Klang

Turtle
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Hallo zusammen,

für meine ersten Gehversuche beim Recorden/Mixen habe ich die Eigenkompostion eines Freundes aufgenommen. Es ist ein Solostück auf der Gitarre. Ich dachte zu Beginn ist es erst einmal einfacher, wenn man nur ein Instrument "mischen" muss ;-).
Aufgenommen habe ich mit einem Rode NT2A (Niere) etwas hinterm Steg und einem Rode NT5 am Hals-Korpus-Übergang (~12. Bund). Der Abstand zur Gitarre ist beidemale ungefähr 30cm.
Die beiden Spuren habe ich komprimiert und gepanned (NT5 rechts, NT2 links). Dann noch einen LowCut auf beide Spuren und ein leichtes Wummern mittels EQ entfernt. Zum Schluss noch nen Reverb auf die NT2-Spur.

http://soundcloud.com/turtle2710/ludovicio-4-3rev

Es klingt jetzt etwas besser als die Rohaufnahmen. Mehr aber auch nicht.....:(
Würde mich wahnsinnig über Anregungen und Tipps freuen, an welchen Knöpfchen ich noch drehen kann. Das muss doch noch besser gehen......:gruebel:

Grüße
Turtle


PS: Falls ihr wollt, könnt ihr auch noch zwei Worte zum Lied an sich sagen. Würden den Komponist sicher freuen :).
 
Eigenschaft
 
Also die Komposition gefällt mir sehr gut! Ich mag solche Stücke und bin ein Fan vom Klang der Nylon Saiten.

zum Mix: Die Performance könnten an einigen Stellen noch etwas besser sein, da doch hin und wieder eine Saite schnarrt. Also Irgendwo wummert es meiner Meinung nach noch etwas, also da vielleicht noch mal auf die Suche nach überbetonten Frequenzen im Bereich der unteren Mitten gehen und diese absenken. Man könnte das ganze auch noch etwas aufhellen, hier würde ich vorsichtig zwischen 1kHz udn 3kHz etwas experimenieren und sachte breitbandig etwas anheben. Da die Saitengeräusche recht gut wahrnehmbar sind, kann das aber auch dazu führen, dass diese dann ungewollt überbetont werden, Also ausprobieren und nicht übertreiben. Es klingt für michh erst mal nicht verkehrt so wie es jetzt ist (Saitenschnarren und Drahtgeräusche sind vllt. etwas präsent).

Gruß
 
Ich finde es soundmäßig eigentlich wirklich gut!
vielleicht eine Prise Sättigung? Tape oder Röhre? Hast Du die beiden Signale getrennt oder zusammen komprimiert? ich würde letzteres machen. Aber habe mich selbst erst vor kurzem das erste Mal wirklich intensiv mit Acoustic Gitarrenaufnahmen und Mixing beschäftigen müssen.
 
Auf meinen Monitoren dröhnt es etwas. Das würde ich noch wegfiltern, da es doch ermüdend wird nach längerem Hören. Ansonsten wäre die Frage, was du mit dem Kompressor noch am Sound ändern kannst/willst. Mir gefällts recht gut so, aber man kann natürlich auch die Attackzeit auf ein paar ms setzen und damit etwas von den überbetonten Anschlägen wegnehmen, falls du das nicht ohnehin gemacht hast. Andersrum kannst du natürlich auch längere Attackzeit lassen und eher im EQ die Präsenzen zügeln. Ein Desser kann manchmal auch so eingestellt werden, dass er nur die ungewollten Saitenfrequenzen filtert, wenn diese zu laut werden. Dann hast du in den leiseren Passagen immer noch genug Präsenz.
 
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das mit dem Dröhnen stimmt - jetzt wo Hephaistos das geschrieben hat, fällt es mir auch auf. Vielleicht den Low Cut etwas weiter in Richtung höherer Frequenzen verrücken und dafür den Filter weniger steil einstellen. Es scheint ja nur die tiefste 2-3 Töne zu betreffen.

kennst Du Days Of The New? vielleicht solltest Du da mal Vergleichshören betreiben. Da klingen die Gitarren einen Tick wärmer und snappiger.
 
Attackzeit auf ein paar ms setzen und damit etwas von den überbetonten Anschlägen wegnehmen, falls du das nicht ohnehin gemacht hast

Kleiner Einwurf vonmeiner Seite - "Anschlag wegbekommen" tust du besser mit einem Tool namens "DeClicker" oder einem Transientdesigner. Das Problem bei Kompressoren ist immer, dass der sound schnell leblos/undefiniert/dröhnig wird. Vorallem bei akustischen Instrumenten.

Gruß
 
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Vielen Danke für das Feedback. Ich habe jetzt noch ein wenig weiter an den Knöpfen gedreht...mehr oder weniger Erfolgreich :gruebel:
Da ich weder ein Sättigungs noch ein DeClicker Plugin besitze, fallen diese beiden Vorschläge leider flach :( (Oder bin ich nur zu blind die bei Cubase 6 zu finden?!?)

Das die Performance nicht ganz perfekt ist, ist mir bewusst. Weswegen Aufhellen bei >1,5kHz schwer ist, da die sowieso schon presenten Saitenrutscher etc. nur noch deutlicher betont werden.

Leider habe ich das Dröhnen noch immer nicht in den Griff bekommen (das war schon von Anfang an ein Problem). Am schlimmsten ist die A-Saite (welche auf Grund des Droptunings einem G entspricht!). Die Attackzeit des Kompressors zu reduzieren hat etwas geholfen. Ein schmaler Peak-EQ hilft zusätzlich, aber ich muss den extrem runterdrehen, auf etwas -15db. Dadurch verliert der Sound aber insgesamt ziemlich an Volumen. Vielleicht muss ich die unteren Mitten dann wieder etwas mehr anheben. Werde ich morgen in aller Ruhe testen und das Ergebnis hochladen.

So weit so gut :)
Grüße

PS: Falls jemand noch einen guten Tipp hat, wie ich das Dröhnen wegbekommen, wäre das super :great:
 
du hast doch 2 mics verwendet? bei welchem der beiden dröhnt es? da solltest du eingreifen. evtl. kannst Du diesen Bereich dann beim anderen Mic betonen. wer weiss...

Super Transienten Designer (free): http://www.fluxhome.com/products/freewares/bittersweet2
Super Sättigungsplugins: Tessla Pro, BootEQ mkII, die Nasty Reihe (wegen tiefen Mitten: Nasty TableTop) und vorallem Ferric TDS (alles free): http://varietyofsound.wordpress.com/downloads/

Du kannst vielleicht versuchen die Saitenrutscher durch preeffects-Lautstärkeautomation oder Deesser/Multiband-Kompression zu zügeln.
 
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@ProgPhil: Danke für die Links. Werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren. Mit dem Transienten Designer aus Cubase bin ich noch nicht wirklich klar gekommen. Aber habe es auch nur kurz probiert.

Ich habe aber einen neuen Mix, den ich euch zeigen möchte. Das Dröhnen ist deutlich reduziert. ~190Hz war der Bösewicht und zwar bei beiden Mics (beim NT2 etwas mehr). Also die Resonanzfrequenz des tiefen G. Mir gefällt es jetzt auf jeden Fall besser. Was meint ihr im Vergleich zur ersten Aufnahme?

Eine bessere Performance wäre sicher wünschenswert, wie auch ein optimalere Mikrofonpositionierung. Da sich das nächträglich nicht mehr ändern lässt, werde ich es mit dem Transienten Designer noch etwas weiter probieren und auch das Saitenrutschen mit Lautstärke-Automation zu reduzieren.

http://soundcloud.com/turtle2710/ludovicio-4-6

Grüße
Turtle
 
naja, das mit der Position macht "jeder anderes". habe mal von einem gelesen der bei einem wohl für den Acoustic Gitarren-Sound bekannten Album mit einem zugehaltenen Ohr durch den Raum gelaufen ist während der Gitarrist gespielt hat und dann die Mikros an den für ihn am besten passenden Orten im Raum aufgestellt hat. Ich bin mir sicher ohne Delays und Phasen-drehen kommt man dabei nicht aus aber... wenn es gut klingt? vielleicht kannst Du ja zusätzlich noch das Signal des evtl. vorhandenen Aktivtonabnehmers mit aufnehmen und dazu mischen? Das scheint aber etwas verpönt zu sein ^^

klingt übrigens jetzt schon wesentlich angenehmer. was so eine kleine Veränderung alles bewirkt...
 
Hallo zusammen,

nun habe ich zwei neue Mix'. Beide mit ganz unterschiedlicher Rangehensweisen.

4.7: Im Vergleich zu den vorhergehenden Versionen ist der Kompressor nicht mehr auf jeder Spur einzeln sondern auf der Summe. Zusätzlich habe ich noch ein Band-Plugin verwendet.
http://soundcloud.com/turtle2710/ludovicio-4-7

4.8: Die Version läuft komplett ohne Kompressor. Diesesmal habe ich mit der DePop-Funktion des DeCklickers und dem Bitter-Sweet Transienten Designer gearbeitet. Und zum Schluss wieder das Band-Plugin.
http://soundcloud.com/turtle2710/ludovicio-4-8

Je nach Wiedergabequelle gefällt mir mal die eine Version, mal die andere besser :D.

Was meint ihr? Welchen Mix findet ihr gelungener?

Ich bin natürlich immer noch für konstruktiver Kritik offen und möchte euch noch einmal allen für die Hilfe danken!!!

Grüße
Turtle
 
Zuletzt bearbeitet:
Grundsätzlich gefällt mir persönlich die zweite Version besser. Ist halt mehr Spieldynamik und nicht dieses 'gepresste Klangbild' vorhanden.
Allerdings dürfte es mit einer leichten Entzerrung zwischen 1k und 1,5k noch etwas besser klingen, da dröhnt das bisschen. So lange's wirklich in dem Bereich liegt, hört sich für mich so an.

Aber gefällt mir sonst gut :great:
 
finde davon die 2. Version natürlicher. sprciht mich wesentlich mehr an. Wie viel hast Du denn bei der ersten der beiden Versionen komprimiert? hört man ja schon richtig.
 
Hab doch noch einmal was gemacht. Version 4.8 ist aktualisiert. Habe bei 1k und 1,5k etwas reduziert. Zumindest bilde ich mir noch eine kleine Verbesserung ein. Kann aber auch sein, dass meine Ohren mich täuschen.
Bei 4.7 habe ich folgende Kompressor einstellungen: Threshold: -30db; Ratio 2,3:1; Attack 9ms; Release 300ms. Ich vermute mal die Attackzeit ist etwas krass. Aber das Dröhnen "verlangt" es^^.

Ich muss aber sagen, dass der Song unter Cubase doch nochmal anders klingt als bei Soundcloud. Liegt auch sicher am MP3-Format....
 
das Hauptproblem in meinen Ohren ist die Stereo-Aufnahme
Laufzeitdifferenzen und unterschiedlicher Klangcharakter der Abnahmepositionen verwaschen das Ganze.
Ich würde die beiden (Original) Spuren nach Geschmack mono zusammenmischen und den Raum per Plugin erzeugen.
Einen nicht allzu grossen... das hier wäre ein ideales Werkzeug, falls du kein 'gutes' Hall/Raum Plugin hast
(die Demo blendet alle 45 Sekunden den Effekt kurz aus, ansonsten voll einsatzfähig)
Keine Sorge, das wird schon lebendig genug klingen... ;)

cheers, Tom
 
Hm bei den Spuren würde ich nicht mit Hall arbeiten. Dafür ist die Aufnahme nicht luftig genug. Den einizgen Effekt den er haben wird ist, dass die Gitarre sich immer weiter vom Zuhörer entfernt. Da das ein Solostück ist sollte ja genau das Gegenteil Ziel sein.
Eine andere Möglichkeit ist (wenn du anfangen willst zu spielen) nur eine Spur verwenden, Stereodelay links 0% Mix, rechts 100% und dort 15.3ms verzögert. Und natürlich 0 delays. Das wäre so das basic widening tool für Monosignale. Brauchst allerdings auch einen Stereokanal dafür.
--

Jepp, das klingt jetzt nochmal angenehmer mit dem Filter drauf!

Grüße
 
Hm bei den Spuren würde ich nicht mit Hall arbeiten.
ich auch nicht - habe nur die gängigere Bezeichnung übernommen, gemeint war lediglich etwas Raum Atmosphäre.
Das verlinkte Plugin kann wirklich schöne kleine Räume für wenig Geld und ist recht transparent.

cheers, Tom
 
naja, hatte ja schon kurz was zu Phasen anpassung geschrieben/erwähnt. Das sollte wirklich sein. zoome erstmal einfach rein und rücke die Signale synchron, wenn die phase bei einem gedreht ist, dann einfach den invertierungsbutton drück ;-)
BTW.: Viel mehr als der Threshold-Wert interessiert die GainReduction. Aber der Threshold scheint mir schon recht niedrig, vielleicht ist das signal auch so low.
 
das Hauptproblem in meinen Ohren ist die Stereo-Aufnahme
Laufzeitdifferenzen und unterschiedlicher Klangcharakter der Abnahmepositionen verwaschen das Ganze.
Ich würde die beiden (Original) Spuren nach Geschmack mono zusammenmischen und den Raum per Plugin erzeugen.

Da beide Mics 30cm +-2cm von der Gitarre weg waren, sollte der Einfluss der Laufzeitdifferenz (~116µs) doch nicht so ausgeprägt sein?
Ich habe in Cubase das REverence Faltungshall. Das sollte ja ganz gut sein. Wobei ich bei der Aufnahme erst einmal das Roomworks SE verwendet habe, weil am Anfang einfach zu bedienen ist. Ist abe rnur mit 17% im Mix.
Aber zukünfitg lässt sich das mit dem "Mono abmischen" überlegen. Ausprobieren werde ichs auf

BTW.: Viel mehr als der Threshold-Wert interessiert die GainReduction. Aber der Threshold scheint mir schon recht niedrig, vielleicht ist das signal auch so low.
Das Signal hat am Input des Kompressors ca. -7db. Gain Reduction liegt zwischen -7db und -9db. Was ist denn ein sinnvoller Wert^^?
 
30 cm entsprechen etwa 1 Millisekunde oder 44 Samples, die Distanz der Mics zueinder etwa dem doppelten Wert.
Die Mikros nehmen keine punktförmig abgestrahlten Impulse auf, sondern komplexe Schallfelder
(winkelabhängige Frequenzempfindlichkeit etc)
In so einem Setup herrscht (physikalisch) immer eine fast unüberschaubare Situation, die sich am besten durch Erfahrung lösen lässt.
Die Differenzen betreffen auf jedenfall auch Frequenzen, die für den 'deutlichen' Eindruck des Instruments eine Rolle spielen.

Ich finde übrigens die stark komprimierte, wie auch die 'offenere' Version gleichberechtigt - je nach Kontext.
Solo würde mir allerdings ebenfalls letztere besser gefallen.

cheers, Tom
 

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