Gitarren "richtig" doppeln, POD X3, cleane und High-gain-Spur?

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Moin zusammen!

Nach langer Zeit befass ich mich mal wieder mit dem Recorden.
Nachdem ich so unheimlich viele Meinungen gehört hab und einfach mal etwas völlig anderes als bisher machen möchte (nämlich besser!), bin ich verwirrt und brauche euren Rat.

Bei mir kommen die Drums und etwaige Keys aus ner MIDI-Datei. Ich mach die ganze Chose mit Cubase SE 3 (schäm.... aber das läuft immerhin flüssig ;) ).
Als Interface benutz ich den Line 6 POD X3 Live, den ich (diversen Foren sei Dank) es endlich hinbekommen habe, eine "processed" und eine "trockene" Spur gleichzeitig aufnehmen zu können.
Musikrichtung: Powermetal.

Bei meinen letzten Aufnahmen (siehe Signatur) bin ich von meinem Marshall MG30DFX direkt übers Line Out in die Soundkarte gegangen, hab je Seite eine Spur (verzerrt) eingespielt, die dann kopiert und nochmal mit einem gänzlich anderen EQ versehen
(also: l77 Ampsound, l 45 EQ-Sound, anderer Take r 77 Ampsound, r 45 EQ-Sound).

Das Ergebnis ist "ganz nett", aber sehr matschig.

Der POD bietet viele (mir schon fast zu viele) Möglichkeiten und mir fällt die Einstellung des "ultimativen Gitarrensounds" noch schwer, zumal die meisten Presets, die ich gefunden hab, im Liveeinsatz zwar geil klingen, für Aufnahmen aber wegen viel zu viel Zerre (und anderen Effekten) absolut untauglich sind.

Welche Vorgehensweise würdet ihr mir empfehlen?

Sollte ich eine Spur über meinen GearBox-Sound und eine trockene simultan aufnehmen (auch als Backup, falls der GearBox-Sound im Nachhinein doch nichts taugt)? Reamping ist mit dem X3 Live wohl nicht ganz so einfach wie es noch mit dem XT gewesen sein soll... Und die PODFarm läuft bei mir nicht als VSTPlugin (warum auch immer).


Ich habe hier in den meisten Threads gelesen, dass man einfach nur eine nicht zu stark angezerrte Klampfe doppeln sollte, eine Spur hart links und eine hart rechts. Da fehlt mir - gerade bei den "processed" Geschichten - aber noch der letzte "Kick". Der soll durch eine minimal angecrunchte Spur erreicht werden. Womit krieg ich die am besten hin (gratis VSTs; Voxengo Boogex hätt ich schon am Start; Reamping wär natürlich auch hier am tollsten...)?


Ihr seht, ich bin ein wenig verwirrt ob der vielen Informationen und hoffe, dass ihr mir ein wenig Klarheit verschaffen könnt,
- worauf ich bei der Soundeinstellung bei der GearBox achten muss
- ob die zweite, fast cleane Spur, "nötig" ist und wie sie eingestellt werden könnte und
- ob (und wenn ja, wie) ReAmping mit dem POD X3 Live funktioniert.

Wenn ihr irgendwo ein hammergeiles Recording-Preset für Melodic Metal haben solltet, das ihr gerne teilen mögt: Immer her damit! ;)
 
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Also so wie ich das verstanden habe spielst du eine Spur ein (Spur1a) und kopierst sie (Spur1b), welche du mit verschiedenem Eq bearbeitest. Das stellt leider Probleme dar. Das hat mit den Phasen der Spuren zu tun (wenn ich das genauer Erläutern soll sag bescheid). Den besten Sound bekommst du, wenn du zwei seperate Spuren einspielst und die hart links und rechts pannst. Was im Metal auch oft gemacht wird, sind Dopplung der Spuren (oder sogar jeweils Vier Spuren), d.h. jeweils 2 Spuren links und 2 Spuren rechts. Bei dieser Dopplung brauchst du für jede Spur weniger Distortion bzw. Verzerrung.
Für die Findung der richtigen Menge an Zerre mache ich immer Palm Mutes. Also einfach Palm Mute Leersaite anspielen und dabei die Verzerrung einstellen. Wenns sich gut anhört bleibe ich bei der Menge.

Ich hoffe ich konnte bei ein paar Problemen helfen. :)
 
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Sollte ich eine Spur über meinen GearBox-Sound und eine trockene simultan aufnehmen

Eine cleane Spur bietet - je nach Software - Vorteile für die Bearbeitung.

Beispiel bei mir in Logic:
Ich gruppiere die beiden Aufnahmespuren, aktiviere samplegenaue Bearbeitung und bearbeite das Timing der Cleanspur. Das ist aufgrund der deutlichen Transienten sehr komfortabel. Die Zerrspur "rutscht" (dank Logic's Gruppenfunktion) automatisch mit.
Andere Programme haben ähnliche Funktionen - die nennt man nur anders.

Zum Doppeln taugt die Cleanspur nur eingeschränkt - aber ausserdem bietet sie eine "Backup"-Möglichkeit. (Sound ändern, anderes Plugin, Reamping)

Das hammergeile Preset:
6 Gitarrenspuren (Mono) aufnehmen (= einzeln einspielen): 2x Clean, 2x Crunch, 2x Vollzerre. Keine Effekte wie Delay, Phaser, Chorus, Reverb.(Kommt alles später drauf)
Beim Pod die Kabinettsimulation abschalten - heisst glaube ich "Air" - und eine gute Software-Kabinett-Simulation besorgen, z.B. Impulsantworten.
Spuren sauber nachbearbeiten, EQ sollte nur "technisch" nötig sein (Bereinigen von Störfrequenzen) und Kompressor sollte hauptsächlich die Kabinettsimulation machen.
Dann nach Geschmack Volume und Pan - das wars - jetzt muss es schon krachen.
Wenn's nicht kracht, kontrollieren, ob wirklich sauber eingespielt wurde (ja, genau da liegt die klangliche Basis jedes guten Gitarrensounds!)
In der Regel ist man verblüfft, wie wenig Vollzerre man braucht.

Hinweis: Viele der Pod-Presets klingen geil, solange man auch nur eine Gitarre drüber spielt. Sobald es ans doppeln geht, ist Feierabend. Das liegt an "Breitmachern" wie Chorus, Flanger etc.

Clemens
 
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@drumcoverer:
Jein...
Bei meinen letzten Aufnahmen habe ich zwei (verzerrte) Gitarrenspuren eingespielt, hart rechts und links gepannt, diese aber jeweils nochmal kopiert und mit anderen EQ-Einstellungen auf die gleiche Seite (aber nicht so hart) gepannt.

Jetzt bin ich mir eben noch unschlüssig, was für mich am besten wäre. Bei einem bekannten, der sehr gute Sounds eingestellt hat und auch gute Aufnahmen macht, hab ich eine Spur mit relativ viel Zerre und eine leicht angecrunchte eingespielt (die wurden beide links gepannt) und er hat das gleiche mit ner anderen Klampfe gemacht. Gab einen gewissen "Old School"-Sound.

Die Idee, die Zerre mit Palm Mutes zu "optimieren" klingt sehr gut. Bisher hatte ich immer ein offeneres (nicht gemutetes) Riffing gespielt... :D


@Vill-Harmonix:
Genau das ist auch mein Gedanke dahinter. Ich möchte die Zerrspur haben, um auch der Band, mit der ich eventuell einen oder zwei von den Songs spielen werde, schonmal nen groben Anhaltspunkt, wie das ganze klingen kann, zu geben, möchte mir aber die Möglichkeit offenhalten, den Gitarrensound komplett ändern zu können.
Die Cleanspur soll keine richtige "Dopplung" sein, sondern mehr ein "Fettmachen" bzw. die Feinheiten (auch frequenztechnisch) "klarer" machen werden.

Samplegenaue Bearbeitung... in Cubase müsste das entweder über Quantisierung oder eben sehr genaues Cutten gehen, denke ich. Krieg ich hin :D

Ja, sauber einspielen... da hapert's bei mir teilweise ein wenig. Ich hatte nur probehalber 4 Zerrspuren übereinander aufgenommen, das hat nur gematscht. Daher auch die Idee, die Cleanspur einfach simultan zur Aufnahme der Zerrspur "mitlaufen" zu lassen (zumal ich darüber auch eine bessere Selbstkontrolle hab, was das saubere Spiel angeht, und mich weniger selbst beschummeln kann).

Ein Plugin für Impulsantworten hab ich da, das wollt ich ohnehin antesten. Aufnahmen mach ich sowieso ohne Chorus, Flanger etc., meist auch nur mit kleinstem Raumhall, damit es ein bisschen was vom "Mikro vor die Box stell"-Gefühl hat.

Als vielleicht dumme Frage:
Von den 6 Gitarrenspuren jeweils eine Clean, eine Crunch, eine Vollzerre links und das gleiche rechts, nehm ich an?

Werden die optimalerweise identisch gepannt (also alle 3 Zerrstufen hart links und hart rechts) oder abgestuft (High Gain hart links, Crunch 75, Clean 45 links)?
 
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Probier' das mit dem Panning aus. Das macht einfach jeweils einen anderen Eindruck und hängt von der Musik und vom Grundgitarrensound ab.

Alles ganz hart nach aussen - mache ich sehr selten - kann aber für Metal passen.

Viel Spass beim probieren,

Clemens
 
Renegade
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Besten Dank! Dann schau'n wir mal, was so Schönes draus wird ;)
 
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Vielen Dank für eure Antworten!

@drumcoverer:
Jein...
Bei meinen letzten Aufnahmen habe ich zwei (verzerrte) Gitarrenspuren eingespielt, hart rechts und links gepannt, diese aber jeweils nochmal kopiert und mit anderen EQ-Einstellungen auf die gleiche Seite (aber nicht so hart) gepannt. [...]

Wenn du andere EQ-Einstellungen machst, kann es zur teilweisen Phasenauslöschung kommen, was ne Art Flanger-Effekt nach sich ziehen kann. :p
 
Renegade
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Dann hab ich wohl Glück gehabt, schätze ich ;)

Mein "High-Gain"-Sound ist nach dem Tipp von Vill-Harmonix ein "moderater Gain-Sound" geworden und klingt für mein Dafürhalten hammergeil :D

Mit dem Mixing beschäftige ich mich nochmal intensivst, wenn ich mal nen fertigen Song habe (derzeit fehlt überall der Bass, weil der Basser noch keine Zeit hatte).

Für den Fall, dass mir der Gitarren- oder Basssound von der Aufnahme doch nicht mehr gefällt, hab ich jeweils noch gleichzeitig eine komplett trockene Spur aufgenommen (entweder zum "Anblasen" mit leichtem Crunch-Sound oder halt für komplettes Reamping bzw. komplett neuen Sound via VST). Bis ich das bei Cubase eingestellt hab, ist viel zu viel Zeit vergangen... ich hätte das Fenster mit den VST-Verbindungen einfach mal etwas größer machen müssen, um alle Ausgänge sehen zu können :D

Jetzt macht das Recorden aber auch wieder Spaß ;)
 
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Das hammergeile Preset:
6 Gitarrenspuren (Mono) aufnehmen (= einzeln einspielen): 2x Clean, 2x Crunch, 2x Vollzerre. Keine Effekte wie Delay, Phaser, Chorus, Reverb.(Kommt alles später drauf)

hallo alle zusammen,

heisst das, das wäre jetzt zb. meine Rhythmusspur und ich müsste für die lead gitarre auch nochmal 6 spuren aufnehmen?

lg christian
 
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Die Leadspur braucht meiner Erfahrung nach keine sechs Spuren, da diese nicht so fett sein soll, sonder eher klar und differenziert. Zwei Suren sollten auf jeden Fall reichen. Bei Soli ist meistens sogar nur eine Spur notwendig, da oft noch ein paar "Breitmacher" Effekte draufkommen.
 
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und wenn man so sachen wie im metalcore macht? heisst zweistimmige melodien?
 

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