Gitarrenkabel=Boxenkabel??

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Max B
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Hallo,

blöde Frage wird mancher denken, aber tatsächlich habe ich darüber nie nachgedacht.
Ich habe mir jetzt ein Topteil und ein 2x12er Cab besorgt (Kam heute mit DHL). Kann ich die provisorisch mit einem normalen Gitarrenkabel verbinden wenn ich heute Abend nach Hause komme oder müssen das spezielle Boxenkabel sein, was einen Umweg über den Musikladen bedeuten würde?

Schöne Grüße,

Max
 
Eigenschaft
 
Ganz simpel: Gitarrenkabel nein.. Boxenkabel sind dicker und haben n anderen Durchschnitt, weil da mehr Power durchmuss... im günstigsten Fall klingts einfach nur abartig, wenn Du Pech hast, schrottest Du Deinen Amp.
 
Da muss ich widersprechen:

Ja, provisorisch, bei gemässigten Lautstärken geht das. Das stellt erst ein Problem dar, wenn das Kabel allzudünn ist und du vorhast, längere Zeit die volle Leistung drüberzubraten. Dann gehst Du das Risiko ein, dass das Kabel versagt und Dir einen Kurzschluss verursacht. Aber auch das kann sehr lange gutgehen.

Die klanglichen Nachteile kann man bei Zimmerlautstärke und für einen Funktionscheck vernachlässigen.

Wenn du einigermassen löten kannst: aus normalen HiFi-Lautsprecherkabel (1,5 mm sind schon fast zuviel, mehr als einen Meter brauchst du auch nicht) und zwei Klinkensteckern kann man auch ein ordentliches Boxenkabel bauen. Vielleicht ist ja ein Hi-Fi -Laden auf dem Heimweg?
 
Ganz simpel: Gitarrenkabel nein.. Boxenkabel sind dicker und haben n anderen Durchschnitt, weil da mehr Power durchmuss... im günstigsten Fall klingts einfach nur abartig, wenn Du Pech hast, schrottest Du Deinen Amp.

Soundtechnisch ist da mit viel Glück n messbarer Unterschied, hören tust du das unter Garantie nicht.

LostLover beschreibts aber sehr gut.
 
im günstigsten Fall klingts einfach nur abartig
nö. so lange das kabel hält klingts auch nicht anders als ein boxenkabel. wenns nicht hält kann der amp (bzw. dessen endstufe) allerdings tatsächlich das zeitliche segnen. für solche zwecke muss es ein "spezielles" boxenkabel sein. ist im endeffekt nichts anderes als ein 2 adriges kabel mit 2 klinkensteckern.

edit: och menno ich bin langsam heute :(

edit:
aus normalen HiFi-Lautsprecherkabel
da tuts auch die zuleitung von ner alten verteilerdose oder ein beliebiges anderes stromkabel das gerade rumliegt.
 
Vielen Dank für die prompten Antworten.
Da ich heute Abend sicher nur noch zuhause und das gemäßigt (schlafende Kinder, hoffentlich) spielen werde, kann ich ja mal ein normales Gitarrenkabel verwenden. Sobald Zeit ist besorg ich mir dann ein richtiges Boxenkabel.

Merci,

Max
 
also, ich und alle anwesenden haben durchaus unterschiede vernommen, als sich unlängst jemand mit den kabeln vertan hat...
das klang kacke!

ich rate dir davon ab, aber ein jeder ist seines glückes schmied..:rolleyes:
 
also, ich und alle anwesenden haben durchaus unterschiede vernommen, als sich unlängst jemand mit den kabeln vertan hat...
das klang kacke!

ich rate dir davon ab, aber ein jeder ist seines glückes schmied..:rolleyes:

Ich würde im Normalbetrieb auch nie ein Gitarrenkabel verwenden. Ich höre den Unterschied auch. Und ich weiss auch, dass, wenn so ein Kabel mal durchbrennt, der Amp einen Kurzschluss bekommt.

Aber die Situation ist eine andere: Ein neuer Amp UND eine neue Box werden zum ersten Mal und vermutlich bei Zimmerlautstärke ausprobiert.

In dem Zusammenhang gibt es die Risiken Klangverlust oder Beschädigung nicht.

Erstens, weil die Leistung nicht ausreicht, um das Kabel durchzubraten. Zweitens, weil Zimmerlautstärke eh nicht klingt und drittens weil die Box neu ist und erst eingespielt werden muss. Das Kabel ist da das kleinste Problem.

Ich habe bei einem Bandwettbewerb mal einen Gitarristen gesehen, der ein 100-Watt Marshalltop (plus 3 HE Effekte-Rack) mit einem Patchcord (!!) an die Box angeschlossen hatte. Ich habe eins meiner Boxenkabel angeboten. Wollte er nicht, er sagte, das macht er immer so. Er klang scheisse, aber das hat vermutlich nicht allein am Kabel gelegen. Es hat tatsächlich gehalten. :eek:

Wie gesagt, jeder ist seines Glückes Schmied.
 
Also aus meinen Erfahrungen kann ich sagen das bei normalen Gitarrenkabeln bis jetzt noch nichts passiert ist, klanglich habe ich auch keinen Unterschied wahrgenommen.

Nur bei ganz dünnen Strippen die man nicht einmal Kabel nennen kann waren der Sound für den (böses Wort).

Allerdings vertraue ich auch lieber Boxenkabeln. :)
 
...Zweitens, weil Zimmerlautstärke eh nicht klingt...

OT: ich hab gestern Soundsamples mit meinem Dual Rectifier aufgenommen in 3 verschiedenen Lautstärken mit Hilfe von Re-Amping. Zimmerlautstärke (wie ein Fernseher im Wohnzimmer), Proberaumlautstärke und sehr laut.
Das Resultat werdet ihr nicht glauben :rolleyes:
Ich stelle die Samples morgen rein, ich freu mich drauf :D Dann können wir das Thema Zimmerlautstärke noch mal diskutuieren.

Ende OT
 
Hat jetz zwar nicht direkt mit dem thread thema zu tun, jedoch will ich deshalb nix neues erstellen.
meine frage:
Wielang kann ein lautsprecherkabel von amp zu box sein? und wie wirkt sich das aus. Würde nämlich gerne eine 6-10 meter lautsprecherkabel verwenden (natürlich selber zusammenlöten weil fertiger gibts das ja nicht) um eine 2te box auch weit weg von meinem rack plazieren zu können.
 
Das hängt im wesentlichen vom Leiterquerschnitt (und von anderen Faktoren) ab. Bei 10 m, Standard, Kupfer, sollten es sicherheitshalber schon je 2,5 mm² sein, und die 1/4"-Klinkenstecker nicht gerade die billigsten.

Wenn Du Sicherheitsfetischist bist, dann nimmst Du 4,0 mm² und rüstest auf Speakon um. ;)
 
Wir haben im Studio ca. 20m Leitung verbaut, normale 2,5mm² Lautsprecherleitung. Und man hört gegenüber einem 1m 2,5mm² genau gar keinen Unterschied.

MfG Stephan
 
danke für die klärenden antworten! auf speakon will ich ungern umsteigen, da die möglichkeit bestehn soll, auch "fremde" boxen anzuschließen. Finanziell hab ich da mal kein limit, so um die 50€ mit klinkenstecker kanns schon ausmachen. will ja wenn dann schon was anständiges!
ich mach hier mal nen vorschlag:
https://www.thomann.de/de/cordial_cls260.htm (hab leider keine meterware bei ms gefunden)
+
http://www.musik-service.de/neutrik-klinkenstecker-mono-prx13433de.aspx
oder gibts da besseres? (sollte natürlich roadtauglich sein und nicht zur fix-installation!)
 
Hi,
das geht absolut in Ordunung. Ich nutze seit Jahren die Neutriks und die halten wirklich richtig was aus. 6mm² ist schon wirklich ein Trümmer, ob ich damit gerne on-the-road verkabeln würde... Es ist für deine Zwecke auf jeden Fall völlig ausreichend.
Viel Spaß damit :great:

Gruß,
Julian

PS: Muss Stephan hier aus Erfahrung beipflichten - selbst mit einem dünnen Kabel habe ich bisher echt keinen Unterschied bei humanen Kabellängen (<20m) feststellen können.
 
PS: Muss Stephan hier aus Erfahrung beipflichten - selbst mit einem dünnen Kabel habe ich bisher echt keinen Unterschied bei humanen Kabellängen (<20m) feststellen können.
Richtig, bei Leiterquerschnitten wird da gerne mal übertrieben. Es ist immer ganz heilsam mal anzuschauen über welche dünne Leiterbahnen das im Amp an die Klemmen geht und wie dünn die Zuleitung zur Schwingspule bei so richtig fiesen Basschassis ist. ;)

Gerade bei der Gitarre geht selbst bei extrem lauten Spiel gemittelt erstaunlich geringe Leistungen über das Kabel.
 
ok, das mit den neutriks war sowiso klar, die hab ich bei allen kabeln dran (natürlich selbstgelötet)
nochmal für mich zum merken: bei lautsprecherkabel zählt fast ausschließlich die aderdicke? Man wird also kaum unterschied zwischem nen vovox oder mittelpreis kabel hören? Cordiall hat ist ja sonst nicht so im höheren preissegment present und ich will ja wirklich was anständiges ;)
 
Hallo,

ausgehend von einer 4 Ohm-Box und einem Amp mit 4x EL34 möchte ich in Anlehnung an eine Darstellung, die ich mal gesehen hatte, einmal die Leitungsverluste darstellen.
Ein solcher Amp bringt voll ausgefahren ca. 180 Watt, der Einfachheit halber aber habe ich hier mal mit 100Watt gerechnet.
Der spezifische Widerstand von Kupfer liegt bei 0,0178 Ohm * mm² / m, das Boxenkabel soll 1m lang sein.
Basierend auf einer 0,75mm² Litze ergibt sich somit:
Rk = 0,0178 Ohm * mm² / m * 2m / 0,75 mm² = 0,0356 Ohm => 2m deshalb, da es eine Hin- und eine Rückleitung gibt
Für mehrere Querschnitte sind die Widerstände wie folgt:
0,1mm² 0,356 R
0,75mm² 0,047 R
1,0mm² 0,036 R
2,0mm² 0,018 R
4,0mm² 0,009 R
6,0mm² 0,006 R

Der Kabelwiderstand ist dem Lautsprecherwiderstand in Reihe geschaltet. Somit ist im Beispiel mit 0,75mm² der Gesamtwiderstand:
Rges = Rk + Rl = 0,047 R + 4 R = 4,047 R
Die Leistung verteilt sich zwischen Kabel und Lautsprecher wie folgt, da I konstant ist:
Pges = Pk + Pl = Rk * I² + Rl * I² = I² (Rk+Rl)
oder
Pk = Rk * I²
Pl = Rl * I²
Pl/Pk = Rl/Rk
Pl = (Rl/Rk)*Pk
Pl = (Rl/Rk)*(Rk*I²)

oder
Pl = (Rl/Rk)*(Rk*Pges/(Rk+Rl))

bzw
Pl = Rl * Pges / (Rk+Rl)

Die Leistung die daher am Speaker ankommt ist:
0,1mm² 91,8 W
0,75mm² 98,8 W
1,0mm² 99,1 W
2,0mm² 99,5 W
4,0mm² 99,7 W
6,0mm² 99,8 W

Nimmt man die oben angesprochen 20m und 2,5mm² ergibt sich eine Restleistung von 93 Watt, die am Lautsprecher ankommt.

Ein Gitarrenkabel ist als Lautsprecherkabel also denkbar ungeeignet. Es müssen nicht gleich 6mm² sein (obwohl ich die selbst so einsetze) aber abhängig von der Länge kann man sich das so ganz gut herleiten. Bei einem handelsüblichen 1m Kabel würde ich 2,0 mm² aufwärts einsetzen.
Ein Unterschied zwischen den verschiedenen Kabeldicken ist durchaus hörbar, auch bei 1m Länge. Generell kann man sagen, dass bei größerem Querschnitt die Basswiedergabe etwas dicker wird. Nur: die Unterschiede sind recht gering (im Vergleich zu einem guten 2,5mm² Kabel) und lange nicht so deutlich wie beim Gitarrenkabel vor dem Amp.

Was natürlich auch viel bringt ist eine 16 Ohm Box zu verwenden, da die Stromstärke dann deutlich zurückgeht und der Anteil des Kabels am Gesamtwiderstand sinkt.

Viele Grüße,
Marc
 

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