günstige Gebrauchte ohne Anspielen oder teuerere Neue mit Anspielen?

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Fridolin K.
Fridolin K.
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Einige werden das sicherlich schon erlebt haben. Da findet sich eine wahnsinns tolle gebrauchte Gitarre mit einem annehmbaren Preis (z.B. auf ebay), nur leider ist sie irgendwo am anderen Ende der Republik. Aber der Verkäufer beteuert natürlich dass das Teil wirklich superdupper ist und man gerne zum Anspielen vorbei kommen könnte. Nur dass eben die Kleinigkeit von mehreren 100Kilometern dazwischen liegen. Als alternatives Gegenstück findet sich eine wirklich gute neue Gitarre im Laden (fast) um die Ecke, nur dass das Teil eine etwas nicht unbedingt ganz so begeisternde Farbe hat und zu dem einen Preis der mehr als nur eine Kleinigkeit höher liegt wie das andere Angebot.

Da ist also die gebrauchte Gitarre mit nicht nachweißbarer Qualität die einen herrlichen optischen Eindruck hinterlässt der Dich schon vor dem Monitor auf die Kniee sinken lässt und das sogar bei einem verlockenden Preis. Und auf der anderen Seite ist da die klanglich und optisch annehmbare neue Gitarre von deren Qualitäten Du Dich persönlich überzeugen kannst, die aber einen gewissen Aufpreis hat.

:DSo und jetzt liebe/r Gitarrist/in entscheide Dich wer Dein Herzblatt sein soll:gruebel:
 
Eigenschaft
 
Hallo!

Grundsätzlich klingt eine alte, perfekt eingestellte besser als eine Neue.
Bei einer atmungsaktiven Lackierung ist das Holz zudem weiterhin im Ablagerungsprozess gewesen.
Man weiß aber nicht, wie die Vorbesitzer damit umgegangen sind - ob vieleicht hier und da Haarrisse durch Stürze verursacht wurden, die sich im Laufe der Zeit ausweiten können.

Gruß,
Joachim
 
Also, wenn es nur um das anspielen geht mach ich es gerne mal so, dass ich in einen örtlichen Musikladen gehe, die Klampfe anspiele und dann ggf. gebraucht kaufe.

Ein paar Tipps zum Gitarrenkauf bei Ebay:
Wie schon gesagt wurde, weiss man nie, wie der Vorgänger das gute Stück behandelt hat. Hier am Besten immer nach zusätzlichen Bildern - insbesondere auch von möglichen Mängeln fragen. Hier zeigt sich schnell, wie kooperationsbereit der Verkäufer ist.
Außerdem sieht man hier vllt. Kleinigkeiten der Umgebung die auf gepflegt/ungepflegt schliessen lassen..

Und dann einfach noch ein paar Smalltalk-Fragen a la "Wird auch ein Koffer angeboten?" z.B..

Natürlich sind das alles nur objektive Eindrücke, die man dabei gewinnt und evtl. geht einem aufgrund eines Bildes mit zugemülltem Hintergrund die Gitarre seines Lebens durch die Finger, aber ich denke es ist kein schlechter Ansatz. :gruebel:


Gruß
Marcel
 
Also wenn ich weiss wie mir das Modell liegt und der Verkäufer vertrauenswürdig wirkt (zB auf Wunsch bestimmte Detailfotos nachliefert), hab ich mit Distanzkauf kein Problem. Ich wurde immer eher positiv überrascht. Und wenn der Preis gut ist, werd ich sie dafür ungefähr auch wieder los, wenn es doch ein Griff knapp daneben ist. Ist doch eine super Option. Früher gab es das nicht, da gab es nur den Händler um die Ecke ... dessen Preise man nicht mal mit dem aus der übernächsten Stadt vergleichen konnte ... (ok, in West-Berlin hatten wir auch keine ... übernächste Stadt ;) )
 
Der Kauf auf einem Instrumenten-Flohmarkt wäre da noch die Alternative dazwischen. Aber besonders viele gibt es ja auch nicht wirklich.
 
Man gibt meistens das her, was man nicht braucht. Und das sind Gitarren, die nicht unbedingt nen guten Ton haben.
Aber es gibt eben auch Leute, die sich von allem trennen, und da auch was dabei sein.
Ohne Antesten geht bei Gebrauchten eigentlich nichts - das ist reine Glücksache.
 
Fernkauf ist imho kein Problem (würde ich so machen) ...

Wennd er Verkäufer vertrauenswürdig erscheint, kann mans riskieren..

Ein Risiko hat man halt dennoch immer. :redface:
 
Ich habe das vor zwei Wochen gemacht und bin damit nicht wirklich gut gefahren und werde es auch nicht wieder tun. Über den Flohmarkt habe ich ne PRS SE Tremonti gefunden zu nem wirklich annehmbaren Preis. Da ich schon immer mal eine haben wollte, ich die auch im Laden schon anspielen konnte, habe ich mich für das Glückslos entschieden.

Der User "KingJames" kommt aus Dresden, ich aus Kiel, also war das Anspielen unmöglich. Der Kontakt war auch sehr freundlich und seinen Angaben nach war die Gitarre in einem super Zustand. Eine Woche nach der Überweisung kam die Gitarre dann auch endlich an und was fällt als erstes auf? Ein Poti ist nicht richtig im Body verankert und schaut 4cm heraus. Auf nachfrage meinte er dann, dass er das mal wechseln musste. Punkt 1: sieht schonmal scheiße aus! Punkt 2: Der Volumenpoti war überdreht, also Lautstärkeregelung nicht möglich. Punkt 3: Der Toggle Switch ist auch defekt und es kommt bei 2 Stellungen gar kein Ton aus der Klampfe. Melden tut sich der Verkäufer inzwischen auch nicht mehr, obwohl er zwischenzeitlich online war...also ganz tolle Geschichte.

Beim Gitarrenladen um die Ecke haben die mir alles repariert für 30€ (ungefähr den Preisnachlass, den ich beim Verkäufer ausgehandelt habe :D). ISt jetzt nicht wirklich viel, aber Blindkauf....nie wieder.
einen schönen Gruß an KingJames.
 
Ich hatte bis jetzt immer Glück mit Gebrauchtkauf, n Kumpel von mir hat vor kurzem sauber ins Klo gegriffen - und das Ding steht jetzt bei mir - super... ;)

Die Ansätze über Kontaktaufnahme, Bilder schicken lassen etc. sind schon mal sehr sinnvoll. Da merkt man meist recht schnell, wie der Verkäufer drauf ist. Auf alle Fälle bzgl. Bilder: alle möglichen Winkel der Gitarre fotografieren lassen, und die Dellen und nicht aus 3 m Entfernung, sondern aus der Nähe und scharfe Bilder müssen es unbedingt sein.
Vor allem die besonderen Stellen wie Korpus-Übergang, Hals-Übergang, Kanten, Kopfplatte etc. wären mir da sehr wichtig zu sehen.

Ich kaufe meist gebraucht auch wirklich nur Modelle, wo ich weiß, dass die von Haus aus gut sind, also keine Epiphones oder solches Zeug. Bin sowieso mehr im Hochpreissortiment unterwegs und da findest dann schon auf die Dauer heraus, was du kaufen kannst und was du eher neu kaufen solltest und eben bissl mehr Geld hinlegen solltest.
 
Ich habe das vor zwei Wochen gemacht und bin damit nicht wirklich gut gefahren und werde es auch nicht wieder tun. Über den Flohmarkt habe ich ne PRS SE Tremonti gefunden zu nem wirklich annehmbaren Preis. Da ich schon immer mal eine haben wollte, ich die auch im Laden schon anspielen konnte, habe ich mich für das Glückslos entschieden.

Der User "KingJames" kommt aus Dresden, ich aus Kiel, also war das Anspielen unmöglich. Der Kontakt war auch sehr freundlich und seinen Angaben nach war die Gitarre in einem super Zustand. Eine Woche nach der Überweisung kam die Gitarre dann auch endlich an und was fällt als erstes auf? Ein Poti ist nicht richtig im Body verankert und schaut 4cm heraus. Auf nachfrage meinte er dann, dass er das mal wechseln musste. Punkt 1: sieht schonmal scheiße aus! Punkt 2: Der Volumenpoti war überdreht, also Lautstärkeregelung nicht möglich. Punkt 3: Der Toggle Switch ist auch defekt und es kommt bei 2 Stellungen gar kein Ton aus der Klampfe. Melden tut sich der Verkäufer inzwischen auch nicht mehr, obwohl er zwischenzeitlich online war...also ganz tolle Geschichte.

Beim Gitarrenladen um die Ecke haben die mir alles repariert für 30€ (ungefähr den Preisnachlass, den ich beim Verkäufer ausgehandelt habe :D). ISt jetzt nicht wirklich viel, aber Blindkauf....nie wieder.
einen schönen Gruß an KingJames.

Das sind ja fast schon Keinigkeiten, wenn man selbst reparieren kann.
Wenn die Gitarre einen guten Sound hat, wäre mir so was egal. Aber es ist nicht ok, wenn diese Dinge verschwiegen werden vom Verkäufer.
Man ist gerne bereit, mehr zu zahlen für gute Gitarre, auch wenn sie ein paar Macken hat, die nur optisch ins Gewicht fallen.

Das größte Problem ist die Qualitätsstreuung eines Modells in Bezug auf Hölzer, somit auf den Sound. Und das ist es ja, was man sucht - eine Gitarre, die einen klangmäßig überzeugt und die man bis zum Lebensende derwegen behalten möchte.
Anspielen ist immer ratsam.
Es gibt so viele Gurken von namhaften Herstellern.

Gruß,
Joachim
 
Hmm, glaube das gibt es solche und solche. Ich persönlich kaufe regelmäßig Gitarren/Amps und das zu 99% gebraucht, weil es eben deutlich günstiger ist. Dabei rechne ich aber eigentlich immer damit, dass ich bei Amps im schlimmsten Fall die Röhren tauschen muß und bei einer Gitarre rechne ich auch immer den Besuch zum Einstellen bei meinem Gitarrenbauer mit ein.

Bisher bin ich damit sehr gut gefahren, hatte nie größere Probleme wo etwas völlig anders war als beschrieben und wenn Du etwas gebraucht günstig bekommst, wirst du es bei Nichtgefallen früher oder später vermutlich zum gleichen Preis wieder los, ausser du setzt es in der Bucht ab 1,-€ rein, das kann böse enden ;)

Jedenfalls gibt es natürlich auch vom gleichen Instrument gute und schlechte Ausführungen, das Risiko muß man dann natürlich eingehen.

Ich liebe es jedenfalls viel Equipment auszuprobieren, neue Erkenntnisse für "meinen" Sound zu gewinnen und dann mit jeder Neuerwerbung neue Inspiration für Songs etc. zu finden. Das ist mir den Spaß wert und das könnte ich mir nicht leisten, wenn ich nur neue Instrumente kaufen würde und jedesmal mehrere Hunder Euro verliere, falls ich sie verkaufe.

Bist Du jedoch jemand, der "eine Gitarre fürs Leben", oder zumindest für die nächsten 10Jahre sucht, solltest Du definitiv vorher exakt diese Gitarre anspielen
 
Ich würde den Verkäufer nach seiner Erfahrung mit Gitarren fragen. Wenn dieser Ahnung hat, hat sicherlich kein Montagsmodell gekauft (ich nehme an, dass er sie neu gekauft hat).
 

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