Hals nachstellen bei Downtuning

Die Schwingungsfrequenz einer Saite wird durch 2 Faktoren definiert, nämlich deren Spannung und Masse. Daneben gibt es aber auch die Elastizität. die beschreibt, wie stark die Spannung bei einer definierten Dehnung steigt. Ist eine Saite elastischer, dann wird sie bei gleicher Masse und Spannung vermutlich weiter Schwingen. Die sehr elastischen Nylonsaiten benötigen entsprechend eine höhere Saitenlage ...

Was genau ist es, das an der Saite die Schwingunsmaplitude verändert? Unterschiedliche Materialien des inneren Drahtes?

Genau, denn der Kerndraht bestimmt die Elastizität einer Saite.

Okay. Das bestätigt wieder mein Vorurteil gegen Martin-Saiten und meine hohe Meinung von Cleartone.

Elastischere Saiten lassen sich komfortabler spielen, das muss kein Nachteil sein. Und einige Saiten verlieren mit der Zeit an Elastizität, was erklärt, warum das scheppern aufhört. Das ist besonders bei Saiten aus China der Fall, die ich getestet habe.
 
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Ich kann nochmal neue Erfahrungen zum Besten geben. Eine Taylor 214ce (massive Decke, Zarge und Boden aus Koa-Laminat) mit D'Addario-Saiten 12-53 von E-Standard runtergestimmt auf D#-Standard.

Und siehe da - hier muss ich gar nichts am Hals nachstellen. Nichts rasselt oder scheppert. Das freut mich natürlich. :)

Aber woran liegt das? Ist der Hals bei Taylor härter und weniger nachgiebig auf den Saitenzug?

Und ich habe bei dieser Gitarre auch zum ersten Mal das Gefühl, dass selbst die D#-Saite noch knackig klingt. Bei der Eastman und der Fender ließ irgendwie die Tonqaulität nach (nur bei der tiefsten Saite). So als ob der Resonanzkörper auf die tiefere Frequenz nicht mehr richtig anspricht.
 
Ich stimme meine A-Gitarren seit Jahren auf irgendwas zwischen C# und E-Standard, je nachdem ob ich ein Stimmgerät zur Hand habe oder nur so "durchstimme" rutscht ein auf D-Standard gestimmtes Instrument halt mal nen Halbton runter im Laufe der Zeit. Ich gestehe, mir deswegen noch nie einen Kopf über Anpassung des Truss Rods gemacht zu haben. Nun bin ich aber auch nie mit extrem niedriger Action unterwegs.

Zur Frage "woran liegt das" - da ist viel Konstruktion und Material. Bedenke, dass die viele frühe Steel Strings und auch diverse E-Gitarren ohne Truss Rod ausgekommen sind, zumindest für ein paar Jahre/Jahrzehnte. Da wird dann, wenn erforderlich und Instrument erhaltenswert, der Hals mit Hitze und Druck wieder geradegebogen, und per Neck Reset der Winkel korrigiert. Das komfortable Einstellen jeder noch so kleinen Abweichung war also nicht immer Standard. Und auch da gibt's Gitarren mit einem "bombenfesten" Hals, z.B. gerne aus hartem Ahornholz in Baseballschläger-Dicke, die "immer schon" so funktionieren.

Ansonsten sind's die Feinheiten bei Bridge und Nut, also Saitenlage an sich, und der Zustand der Bünde, sogar die verwendeten Saiten... alles Faktoren, die sowas beeinflussen. Kann man also nicht pauschal sagen.

Etwas konkreter - aus meiner Erinnerung haben die Fender-A-Gitarren gerne einen schlanken und eher an E-Gitarren erinnernden Hals, während die Taylors eben "richtige" A-Gitarren sind. Kenne aber beide Modelle jetzt nicht, also dies bitte als Vermutung werten.
 

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