Handmikros im Chor

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Joerki
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Guten Morgen,

ich weiß, dass ähnliche Themen schon oft diskutiert wurden, aber eben nur ähnliche.;)

Unser Chor ( 20 Frauens ) singt Gospel und Pop und wird von einer Band begleitet. Bisher haben wir mit 3 Kleinmenbranmikros abgenommen und nach etlichen Versuchen und Ratschlägen von hier auch ein recht gutes Ergebnis erzielt, wenn die Location einen vernünftigen Aufbau der PA zuließ. Ich wünschte mir aber, dass wir den Chor noch etwas lauter bekämen, mehr Druck.
Dazu hab ich dann versucht, Infos zu bekommen, und das Fazit war meistens, dass die Chormitglieder über Handmiks singen. Jeder eines wäre schon extrem, aber man liest ja auch, dass jeweils 2 in ein Mikro singen können.
Ich hab gestern mal probiert ( SM 58 ) , ein Mic per Ständer so aufzustellen und hineinzusingen, dass neben mir auch noch jemand stehen und es gleich tun könnte. Die Entfernung zum Mik ist dann schon etwas größer, und es wird ja auch nicht direkt hineingesungen. Ich hatte den Eindruck, dass ich hier nur ein Bruchteil von dem einfange, als wenn ich alleine direkt ins Mikro singe.

Also, ist so etwas überhaupt möglich ? Ist es das falsche Mikro oder was könnte man tun ?

Es wäre ja wirklich nicht sooo toll, wenn 2 die Köpfe so nah aneinander stecken müssten, um direkt das Mikro zu besingen. Im Chor kein schönes Bild.

Oder wären eventuell einige Großmembraner mit Kugelcharakter bzw. Ähnliches möglich ?

Grüße

Jörg
 
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Hallo Jörg,

ja - das Mikrofon ist "falsch". Ein SM58 funktioniert eigentlich nur bei Lippenkontakt richtig. Das gilt im Prinzip für die meisten Handmikros, das ist nix spezifisches beim SM58.

Ich kann dir nur nahelegen, dazu Live-Kondensatormikrofone wie z.B. das Shure Beta87 oder das AKG C535 zu benutzen.
https://www.thomann.de/de/akg_c535eb.htm
http://www.musik-service.de/shure-beta-87-c-prx395727772de.aspx
http://www.musik-service.de/beyerdynamic-tg-v96c-prx395776079de.aspx

Es sollte auch ein Mikrofon mit Hypernierencharaktistik wie z.B. das Beyerdynamic TGX-60 bzw. das neue TG V70 funktionieren.
http://www.musik-service.de/beyerdynamic-tg-v70d-s-prx395776033de.aspx

Großmembraner wäre eine Alternative. Allerdings brauchst du dann ein entsprechendes Bühnenumfeld (große Bühne, keinerlei Einstreuung vom Frontholz) und einen Profi am Mischpult.
Dasselbe gilt für Mikrofone mit Kugelcharakteristik (geht für Live-Abnahme eigentlich gar nicht, ausser bei Headsets)
 
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Hi Harry,

danke für die Info. Kondensatoren gehen also besser, ja, muss ich testen. Wir haben ja eines als Solomikro.

Grüße

Jörg
 
Wenn es preiswerter sein muss, geht es auch mit SM 86 oder ATM 710. Letzteres ist das Amy-Winehouse-Mikro.
 
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Ich war mal technisch (nicht Ton) mit einem Musical-Projekt unterwegs, da haben die Chorsänger je zu zweit ein AKG C-1000 (ich glaub das waren die MK I) gehabt - hat je einer der Sänger/innen in der Hand gehalten. Fand ich persönlich jetzt nicht so prall... aber ich bin generell kein Freund vom C-1000. Dazu kam, dass die meisten nur so Pi mal Daumen wussten wie man das Mikro richtig hält - und erst recht bei 2 Leuten für ein Mikro, wie macht man's richtig?? Kommt hinzu dass da auch noch Choreografien mit im Spiel waren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das eine 2-Sänger-Abnahme war - eher in die Richtung näheres Overhead ohne Stative. Aber da dürfte alles mögliche andere mit auf den Mikros gewesen sein außer nur die je 2 Stimmen.

Der Oslo Gospel Choir (die darf man durchaus zur "besseren Liga" zählen) singt mit Einzelabnahme, zum Beispiel hier und hier. Beachte aber: Fast alle haben eine richtige Mikro-Haltung! Egal ob jetzt 1 oder 2 Sänger pro Mikro - du musst ihnen was über die Richtcharakteristik erzählen. Und am besten auch was über Kabel --> vermeiden von Kabelknäuln, Vorbereitung für sauberes Abwickeln beim weglaufen. Sonst holst du dir mit vielen kabelgebundenen Mikros auf der Bühne das Chaos mit hinzu.

Selbst gemischt habe ich noch keinen Chor mit Einzel- oder 2er-Abnahme, aber da muss der Tontechniker auch recht fit sein und das Pult sollte nebst genügend Kanälen auch noch einige Subgruppen mitbringen.

MfG, livebox
 
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Guten Morgen,

ja, Oslo Gospel sind Profis. Die machen das klasse, aber da steckt auch sehr viel hinter.
Das Mikro von Audio Technica haben wir, also kann ich das ja mal testen.

Mit dem Halten ist das so eine Sache. Da stelle ich mir eher je einen Ständer mit Rundsockel vor für das Mikro. Dann bleiben auch die Hände frei.
Das mit der Technik ansich bekommen wir schon hin, Kanäle sind genug da. Das MG 166 CX und noch nen anderen Mixer mit 16 Monokanälen.
Gut, es sei zu testen. Und dann muss man eben investieren.

Grüße

Jörg
 
Moin.

"Es sollte auch ein Mikrofon mit Hypernierencharaktistik wie z.B. das Beyerdynamic TGX-60 bzw. das neue TG V70 funktionieren."

....das erschließt sich mir jetz nicht so ganz, warum das besser gehen soll als eine Niere. Wenn ich mir das Pol-Diagramm anschaue, dann fängt einen deutlich breiteren Bereich ab als die Hyperniere.

"ja - das Mikrofon ist "falsch". Ein SM58 funktioniert eigentlich nur bei Lippenkontakt richtig."

Erschient mir logisch.... aber: bei "Music for Montserat" singt der Chor je zu zweit in ein SM 58..... was machen die anders / besser?

Bitte nicht falsch verstehen... will nicht provozieren oder so! mich machen die Beobachtungen aber i-wie unsicher....

Grüße,

Johannes
 
Meine Erfahrungen mit Hypernieren-Mikrofonen sind die, dass die in einem weiteren Bereich nach vorne aufnehmen. So z.B. beim TGX-60 oder auch beim AKG C5900 - d.h. die nehmen die Stimme auch noch ganz gut mit wenn das Mikrofon etwas weiter entfernt steht. Deshalb sollten die dann auch etwas mehr die Köpfe zusammenstecken, weil der Winkel bei Hypernieren auch etwas enger ist (zumindest beim C5900).

Montserat etc. sind Profisänger mit einem unglaublichen Stimmvolumen, so wie es bei Laien in seltensten Fällen anzutreffen ist. Die müssen sowieso weiter vom Mikrofonkorb weg.
Desweiteren muss man berücksichtigen dass diese Leute auf derart großen Bühnen auftreten, dass eine Einstreuung vom Frontholz eigentlich kaum auftritt. Ausserdem müssen wir davon ausgehen, dass der Toni ein Mischpult besitzt welches eine mehrfach parametrische Klangregelung besitzt, um auch die leisesten Feedbacks sauber rauszufiltern. Somit kann der Gain dieses Mikros aufgedreht werden (fast) bis zum Anschlag. Das geht auf unseren Laien-Minibühnen mit unserem üblichen, bescheidenen Equipment leider nicht.
 
Hallo Johannes!

"Es sollte auch ein Mikrofon mit Hypernierencharaktistik wie z.B. das Beyerdynamic TGX-60 bzw. das neue TG V70 funktionieren."

....das erschließt sich mir jetz nicht so ganz, warum das besser gehen soll als eine Niere. Wenn ich mir das Pol-Diagramm anschaue, dann fängt einen deutlich breiteren Bereich ab als die Hyperniere.

Wo steht was von besser? Harry schrieb lediglich:
Es sollte auch ein Mikrofon mit Hypernierencharaktistik wie z.B. ...

€: zu lange am Tippen gewesen... Harry war schneller ;)


aber: bei "Music for Montserat" singt der Chor je zu zweit in ein SM 58..... was machen die anders / besser?

Du kannst einen Laien- oder Amateur-Chor nicht mit Montserrat vergleichen! Ganz grundsätzlich besteht erst mal ein musikalischer Unterschied: Dort singt der Chor nämlich nur im Hintergrund singt und Lead-Sänger / Band stehen im Vordergrund. Der Chor ist nur eine Art "Lückenfüller" für bestimmte Frequenzen, aber keinesfalls wird ein originaler Chor-Sound erwartet.

Desweiteren hast du da mal locker >15m Abstand zwischen Mikros und Lautsprecher - da kannst du das Mikro noch so weit aufreisen und da koppelt nix. Auch ist die Reflexion von der Rückwand hinter dem Chor deutlich geringer als auf Bühnen auf denen man mit selbst semi-professionellen Chören üblicherweise auftritt. Da fängst du dir nicht so viel Dreck ein wenn du das Mikro aufziehst.

Ich musste mal mit einem SM-58 arbeiten, um die wenigen Männer in einem Chor zu stützen. Selbiges diente gleichzeitig noch als Solo-Mikros für bestimmte Parts. Eine Lösung mit weitere(m/n) SM-58 für die Solisten wurde vom Dirigent nicht toleriert - zu viel Technik auf der Bühne, Optik, Kabelwirrwar auf dem Boden,... Wir brauchen definitiv ein Sensemann-Smiley fürs Board! Der vom Dirigent den Sängern befohlene Abstand von 0,5m war im Endeffekt zwischen 20 und 120 cm...
Tja, was soll ich sagen... klang besch*** (fehlender Nachbesprechungseffekt, viel Dreck im Signal) und war ständig an der Koppelgrenze.

Bitte nicht falsch verstehen... will nicht provozieren oder so! mich machen die Beobachtungen aber i-wie unsicher....

Kein Ding - ist ja keine Lehrveranstaltung mit Besserwissern und Losern hier sondern eine Community :)


Kanäle sind genug da. Das MG 166 CX und noch nen anderen Mixer mit 16 Monokanälen.
Wenn ihr klassisch in Sopran / Alt / Tenor / Bass aufgeteilt seid, einfach alle Sänger-Mikros in einen Mixer und auf 4 verschiedene Ausgänge (je nach Stimme eben) vormischen. Subgruppen und evtl. den Main Bus dazu bieten sich an. Klassische Probleme von Pult-Kaskadierungen sind hier weniger stark ausgeprägt: Routen von einzelnen Signalen der Submischers auf Monitoren sollte hier nicht zu erwarten sein; auch weitere Effekt- oder Dynamik-Bearbeitungen wie z.B. Komprimierung können in diesen Fällen mit dem vorgemischten Signal gemacht werden. (Gilt natürlich nicht für Solo-Mikros!)

Gut, es sei zu testen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

MfG, livebox
 

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