Handy oder Mikrophon

von jan0589, 22.07.16.

  1. jan0589

    jan0589 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.07.16   #1
    Hallo,
    da ich mich mit Mikrophonen fast garnicht auskenne wollte ich mal die naive Frage stellen, was denn genau der Unterschied zwischen einem richtigen Mikrophon und einem Mikrophon im Handy oder Tablet oder der Webcam ist. Gibt es da auch schon bei günstigen Mikrophonen Unterschiede? Oder nehmen sich Mikrophone unter beispielsweise 100 Euro und das Mikrophon im Handy nicht viel? Ab welcher Preisklasse ist den ein hörbarer Unterschied zu hören? Ist das Hintergrundrauschen bei einem Mikrophon niedriger als beim Handy? Oder ist das Klangbild höher oder die feinen Klänge besser hörbar?
    Ich weiß die Frage ist vieleicht für jemanden der sich da auskennt wahrscheinlich klar, habe mir darüber aber schon oft Gedanken gemacht.

    Gruß
    Jan
     
  2. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.07.16   #2
    gemessen an ihren Möglichkeiten und der sehr ungünstigen Einbausituation sind (manche) Mikrofone von Mobilgeräten tatsächlich erstaunlich leistungsfähig
    allerdings hat die obligatorische Vorverstärkung in dieser störanfälligen Umgebung einen schweren Stand
    ein professionelles headset Mikro ist im Grunde ähnlich strukturiert, wird dann aber hochwertig verstärkt

    auch wenn es sich anders liest, will man bei musikalischen Aufnahmen gar keine echte Neutralität, sondern eher den Charakter einer Stimme oder eines Instruments festhalten
    da kommen dann die spezifischen Eigenschaften von teuren Mikrofonen/Vorverstärkern zum Tragen
    die sind nicht 'teuer' weil sie so schwierig zu bauen sind, sondern schlicht wegen dem geringen Marktvolumen

    mit einem 'richtigen' Mikrofon hast du alle Möglichkeiten optimaler Platzierung und Ansprache
    die akustische Umgebung ist geradezu essentiell - das betrifft den normalen Raum genauso wie die direkte Umgebung der Mikrofonkapsel
    die Leistungsfähigkeit vieler 'Billig-Mikrofone' (in Relation zu dem, was vor zB 20 Jahren dafür fällig war) ist schon erstaunlich - in erster Linie durch optimierte Fertigung

    cheers, Tom
     
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  3. jan0589

    jan0589 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.16   #3
    Hallo Tom, erstmal vielen dank für deine Antwort. Das heist also auch wenn das Handymikrophon nicht schlecht sein muss so kann die Verstärkung das Problem sein. Muss ein Handy stärker verstärkt werden, da das Mikro so klein ist? Oder werden alle Mikrophone generell verstärkt? Wie macht sich den eine schlechte Verstärkung bemerkbar?

    Gruß Jan
     
  4. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

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    Erstellt: 24.07.16   #4
    Hallo, Jan,

    ...ja, ALLE Mikrofone benötigen Verstärkung, unabhängig von ihrer Bauart. Und zwar kräftig, denn das Signal, das aus dem Mic selbst kommt, ist sehr klein. Wenn Du z. B. an einem beliebigen Interface die Konbibuchsen für Mic-/line-in betrachtest, dann sitzt hinter dem XLR-Teil (da, wo das Mikrofonkabel hineingehört) noch eine eigene Mikrofonvorstufe. Hängst Du das Mic per XLR-Klinke-Kabel dagegen an den Klinkeneingang, hörst Du nichst (oder nur äußerst wenig).
    Ergo müssen natürlich Mikrofone mit kleinen Membranen üblicherweise mehr verstärkt werden als die Großmembraner - die haben ja mehr Membranfläche und können mehr aus der einfallenden Schallenergie herausholen. Das ist jetzt ein wenig vereinfachend formuliert, Tatsache ist, wie von Tom bereits angesprochen, daß bei starker Verstärkung auch alles, was irgendwelche Störgeräusche wie Rauschen von sich geben kann, entsprechend mehr mitverstärkt wird. Gute Meßmikrofone etwa, die gleichfalls winzige Kapseln haben (das hat bei denen mit der benötigten Linearität im Frequenzgang zu tun), sind richtig teuer, da hier sehr hochwertig gefertigt werden muß...
    Vielleicht, um der Frage vorzubeugen ;): JEDES Mikrofon rauscht, das geht nicht anders. Die Frage ist nur, wieviel... Im fertigen Ergebnis wird ein geringes Rauschen vom Nutzsignal überdeckt. Nimmst Du aber ein leises akustisches Instrument mit einem stark rauschenden Mikrofon (...gilt genauso auch für den Verstärker!) auf, wirst Du das Rauschen nicht mehr überhören können.

    Um den Bogen zu einer Deiner Eingangsfragen zurückzuschlagen: Es ist natürlich ein Vergleich Äpfel gegen Birnen, wenn es um das eingebaute Mic im Smartphone kontra "reguläres" Mikrofon geht. Den Unterschied wirst Du aber sicherlich hören... wobei tatsächlich mittlerweile, man hört es ja an der Sprachqualität beim Telefonieren, die Minimikrofone in den Telefonen erstaunlich gut geworden sind (natürlich auch mit der dahinterhergeschalteten Technik). Aber immer im Kopf behalten, daß der Hauptzweck ja die Sprachübertragung ist - und nicht notwendigerweise eine Audio- oder Videoaufnahme. Das ist dann eher ein Zusatznutzen zum schnellen Dokumentieren, für gute Ergebnisse auf diesen Gebieten sollte man entsprechendes Matrial nutzen.

    Viele Grüße
    Klaus
     
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  5. jan0589

    jan0589 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.16   #5
    Hallo, vielen Dank euch beiden. Glaube ich habs jetzt verstanden:)

    Gruß Jan
     
  6. hack_meck

    hack_meck MB Lounge & Co. Moderator HFU

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    Erstellt: 24.07.16   #6
    Wobei du auch am Handy nicht unbedingt auf die "Mikrofon" Aufnahme und den PreAmp verzichten musst.

    Hier ein "mobiler" PreAmp, der mir schon auf einigen Messen sehr gute Dienste geleistet hat.

    [​IMG]

    Und mit dem richtigen Mikro hinten dran, kann man da auch sehr guten Sound rausbekommen ...

    Das hier ist z.B. mit einem Großmembran durch das iRig direkt in die Kamera aufgenommen.



    Gruß
    Martin
     
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  7. the flix

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    Erstellt: 31.07.16   #7
    In mobilen Geräten sind meistens sogenannte MEMS-Mikrofone eingebaut, die grundsätzlich etwas anders aufgebaut sind, als "normale" Mikrofone. Die Zielsetzung in der Entwicklung ist auch ein andere (minimale Größe, eingeschränkter Frequenzbereich etc.). Die Mikrofone sind in letzter Zeit deutlich besser geworden, für Aufnahmen, die mehr als nur Informationen enthalten gibt es aber passendere Werkzeuge.
    In einem Punkt sind sie technisch allerdings den meisten anderen Mikrofonen voraus: Die A/D-Wandlung ist direkt hinter der Kapsel angeordnet, das ist für eine optimale Signalqualität das beste.
     
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  8. Telefunky

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    Erstellt: 31.07.16   #8
    danke für den Hinweis
    man kann's kaum erkennen, aufgrund der runden Form eher konventionell (?) - Bild vom Mini-2
    die beiden 90 Grad versetzten Chips sind Bewegungssensoren

    cheers, Tom
     
  9. GuywithBass

    GuywithBass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #9
    Hallo Pascal diese Empfehlingen von Kunden oder dem Einzelhandel sind mit Vorsicht zu geniesen. Die Kunden, die ein NT-1A kaufen sind in der Regel unerfahren (war ich damals auch) und alleine klingt das Mic auch sehr brillinat wegen der Höhen anhebeung. das der einzelhandel das gerne Verkauft, liegt u.a. auch an den mengen, die er werden muss. Sie u.a auch hier
     
  10. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #10
    so pauschal ist das ziehmlicher Humbug...
    in besseren Mobilgeräten können durchaus hochwertige digitale Aufnahmesysteme sitzen, die das Signal per Software optimieren.
     
  11. LoboMix

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    Erstellt: 25.11.16   #11
    Wenn es um die klangliche Qualität einer Aufnahme geht, spielt üblicherweise auch die Positionierung der Mikrofone eine entscheidende Rolle. Wenn man in einer halligen Kirche z.B. ein Chor-Konzert aus der Reihe 15 über 20 Meter entfernt vom Ensemble aufnimmt kommt normalerweise nur ein mehr oder weniger undefinierter Klangbrei heraus. Selbst mit guten Mikrofonen und Top-Equipment.
    Darin sehe ich einen der größten Nachteile fest eingebauter Mikrofone (nicht nur bei Handys): Man kann sie praktisch nie optimal positionieren im Sinne einer guten Stereo-Hauptmikrofon-Position. Dazu müsste man das Handy beispielsweise auf einem hohen Stativ anbringen und dann auch noch am besten fern bedienen können.

    Das geht mit "richtigen" Mikrofonen einfach besser.
    Hinzu kommt noch, dass aufgrund der extremen Nähe der Mikrofonkapseln eigentlich nur XY-Sterefonie (oder M/S) möglich ist, der es meistens an Räumlichkeit fehlt (wenn nicht ohnehin nur Mono möglich ist). Der oft verblüffend (scheinbare) räumliche Stereo-Eindruck wird nur durch Phasenverschiebungen im Post-Processing erreicht - die ich aber gerne als "Phasenschweinereien" bezeichne, da (für mich) diese Art Räumlichkeit fast immer sehr unnatürlich und verwaschen klingt.

    Das schränkt für mich die Nutzbarkeit eines Handys ziemlich stark ein (aber auch anderer Hand-Recorder, die keinen Anschluss externer Mikrofone erlauben), bei allem Respekt vor der heutzutage erreichbaren technischen Qualität an sich.
     
  12. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #12
    absolut korrekt beobachtet: die Nutzung des internen iPad Mikrofons ist eine ergonomische Qual.
    Bereits der Versuch einer Positionierung zwischen 'guter Sound' und 'noch bedienbar' gleicht der Quadratur des Kreises. :D
     
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