Hilfe zu Analyse von "Nuages" von Django Reinhardt

von help, 03.11.08.

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  1. help

    help Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #1
    NUAGES von Django Reinhardt


    So ich habe angefangen mich mit Analyse zu beschäftigen, mache im Moment auch einen Theoriekurs ... leider bleiben wir auf eher niederem Level ...
    Mir ist das Lied "Nuages" von Django Reinhardt in die Hände gefallen und habe einmal begonnen, weiß nur leider nicht ob ich komplett auf dem Holzweg bin, oder der Ansatz schon einmal stimmt. Ich würde gerne mit eurer Hilfe versuchen diese Analyse zu schaffen; vor allem Akkordmäßig tue ich mir leider noch relativ schwer beim Analysieren, bei der Melodie tue ich mir denk ich mal etwas einfacher;
    aber habe beschlossen mal anzufangen die Akkorde "einzuteilen" und ja stecke natürlich und zwar ganz schön :p
    Deswegen bitte ich um Hilfe/Tipps wie ich einen Schritt weiterkommen kann.



    ANMERKUNG: leider sieht man weder das FETT gedruckte noch das KURSIVE, sorry war anders geplant :p

    Großes Danke schon einmal


    AKKORDE:

    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6 A-7 / B-7


    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6


    F#-7b5 / B7 / E-7


    A7 Ab7 / A7 / D7 A-7 / D7


    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6


    Eb-7 Ab7 / D-7b5 G7b9 / Cmaj7


    C-7 F7 / C-7 F7 / G6 A7 / B-7


    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6 C9 / G6



    1) Generalvorzeichen: 1 # --> in G-Dur

    2) Stufenakkorde von G-Dur:

    Gmaj7 A-7 B-7 Cmaj7 D7 E-7 F#vermindert7

    I. II. III. IV. V. VI. VII.


    wenn man das Lied nach diesen Stufenakkorden untersucht, ergibt sich Folgendes (fett gedruckt!!!!):


    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6 A-7 / B-7
    V./Ab II. III.


    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6
    V./Ab

    F#-7b5 / B7 / E-7
    V./E VI.


    A7 Ab7 / A7 / D7 A-7 / D7
    V./D V./Db V./D V. II. V.


    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6
    V./Ab


    Eb-7 Ab7 / D-7b5 G7b9 / Cmaj7
    V./Db IV.


    C-7 F7 / C-7 F7 / G6 A7 / B-7
    V./Bb V./Bb V./D III.



    Bb-7 Eb7 / A-7b5 D7b9 / G6 C9 / G6
    V./Ab II. mit b5 V.mit b9



    so, wenn ich nicht jetzt schon komplett auf dem Holzweg bin :p würde ich wie folgt weitermachen (alles weitere kursiv geschrieben):

    A7 kann nur eine V. Stufe sein (zumindest nach meinem bisherigen, sehr geringem Wissen^^), dh. ist A7 die V. Stufe von D-Dur; ich trage es unter V./D ein
    wenn ich mit dieser Methode weitermache komme ich zu folgendem Schluss:
    B7 ist die V. Stufe von E-Dur; dh: V./E
    F7 ist die V. Stufe von Bb-Dur ("normale" B-Dur müsste F# heißen); dh: V./Bb
    Eb7 ist die V. Stufe von Ab-Dur; dh: V./Ab
    Ab7 ist die V. Stufe von Db-Dur; dh. V./Db
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 03.11.08   #2
    Das Ziel der Analyse ist, daß du den harmonischen Zusammenhang verstehst. In welcher Beziehung stehen die Akkorde zur Tonart, welche Funktion haben sie? Daraus läßt sich wiederum das Improvisationmaterial ableiten.

    Der erste Schritt, die Stufenakkorde von G-Dur zu bestimmen, den hast du gemacht.

    Für die übrigen Akkorde willst du herausfinden, in welcher Beziehung sie zur Tonart stehen, und da gibt es einige:

    1. Sekundärdominanten (Zwischendominanten). Jeder stabilen Stufe von G-Dur kann eine Dominante vorangestellt werden, die sich im V-I-Verhältnis (Quintfall) eben in diese Stufe auflöst.
    z.B. die Dominante der Stufe V (Doppeldominante) in G-Dur ist die Domiante von D7, ist also A7.
    Diese Beziehungen können mit Stufensymbolen verdeutlicht werden: V7/V (sprich "fünf sieben von fünf"). Das V7 verdeutlicht das Quintverhältnis der Dominante, die Stufe nach dem Schrägstrich gibt die Stufe der Auflösung an.

    2. Substitutdominanten (Tritonusvertreter der Dominante und der Sekundärdominanten)
    Jeder Dominantseptakkord läßt sich durch einen anderen im Tritonusabstand ersetzten, da sie beide den gleichen Tritonus enthalten und damit das gleiche Auflösungsbestreben haben. Zum Beispiel Eb7 ersetzt A7 (Tritonus = g-db bzw. g-c#). Erwartetes Ziel beider Funktionen wäre D7.
    Beim Symbol schreibt man "Sub" für Substitut davor. A7 ist V7/V ==> Eb7 ist SubV7/V

    3. Relative II-V-Verbindungen. Jeder Dominante kann eine relative II-Stufe vorangestellt werden. Beispiel Bb-7 vor Eb7 steht in diesem II-V-Verhältnis.
    Für die Verbindung Bb-7 Eb7 wäre das Stufensymbol Sub(II-V)/V.

    4. Modal Interchange - Es werden Akkorde aus einem anderen gleichnamigen Modus verwendet. Zum Beispiel A-7b5 D7b9 ist die II-V-Verbindung in G-Moll, A-7b5 stammt aus äolisch.
    Als Stufensymbol würde man für A-7b5 einfach II-7b5 schreiben.

    Diese Akkorde kann man dann entsprechend einordnen:

    Bb-7 Eb7 => Sub(II-V)/V
    Eb7 vertritt A7, die Doppeldominante. Bb-7 ist eine dem Eb7 vorangestellte relative II-Stufe.

    A-7b5 D7b9 => II-7b5 V7
    Eine II-V-Verbindung. Allerdings sind diese Akkordtypen eher für Moll typisch. A-7b5 stammt aus G-moll (Modal Interchange).

    Die übrigen Akkorde sind dir bekannte diatonische Stufenakkorde von G-Dur:
    G6 => I6 (Tonika)
    A-7 => II-7
    B-7 => III-7

    Hier breche ich erst einmal ab. Ich denke, es wäre zweckmäßiger, wenn du dich langsam herantastest und erst einmal weniger komplexe Songs analysierst, oder alternativ die Analyse erst einmal auf dir bekannte Beziehungen beschränkst, auch wenn sie dann noch sehr löchrig ist.


    Gruß
     
  3. help

    help Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.08   #3
    danke auf jeden Fall einmal, werde mir das gleich einmal genauer anschauen :D

    das mit den weniger komplexen Liedern habe ich schon ausprobiert, aber irgendwann fängt das an etwas auf die Nerven zu gehen :p

    habe mir aba jetzt schon das Buch "Neue Jazz-Harmonielehre" bestellt, kommt hoffentlich bald :D
     
  4. metalworld

    metalworld Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.08   #4
    so hab mir das auch einmal angesehen :D

    soweit alles logisch, verstehe aber einen Akkord nicht ganz:

    Ab7 ....

    - Ab7 kann in dem Fall doch nur eine Dominante sein?; daher wäre nach meiner Überlegung die Dominante von Dbmaj7
    nur, dass sich in dem ganzen Stück kein Dbmaj7 befindet?? habe ich etwas übersehen?

    andere Überlegung war dan auch noch: Ab7 ist genau zwischen A7; dh. A7 / Ab7 / A7 .... könnte daher auch einfach nur zum sagen wir mal interessanter machen benutzt werden? (HT schritt runter einfach)
    dann passt aber irgendwie Ab7 weiter unten in dem Stück nicht mehr ... da ist nämlich: Eb-7 Ab7/ usw.

    wäre super wenn mir da jemand weiterhelfen könnte :D

    danke schon mal
     
  5. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 18.11.08   #5
    Ich würde das auch als chromatische Annäherung werten. Diese Halbtonbewegung aufwärts von Ab7 nach A7 hat eine gewisse Leittonwirkung. Nur daß sich hier nicht einzelne Töne einer Dominante nach oben bewegen, sonder gleich alle Töne des Akkordes.
    Eine ähnliche Wirkung würde auch erreicht, wenn wir A7 Ao7 A7 spielen würden.

    Vielleicht kennt jemand anders eine schlüssigere Erklärung.

    Anders sieht es hier aus:

    Eb-7 Ab7 / D-7b5 G7b9 / Cmaj7

    Ab7 löst sich - verzögert durch D-7b5 - nach G7b9 auf. Ab7 ist der Tritonusvertreter von D7.

    Vielleicht ist einfacher verständlich, wenn man es von hinten aufrollt:

    • Cmaj7 wird dominantisch durch G7 angesteuert, G7 dominantisch durch den Tritonusvertreter von D7.
    • Den beiden Dominanten Ab7 und G7b9 werden anschießend noch ihre relativen II Stufen vorangestellt. Aus den Dominanten (V) werden so II-V-Verbingungen.
      1. Vor Ab7 wird Eb-7 gestellt.
      2. Vor G7b9 wird hier anstatt eines D-7 der halbverminderte D-7b5 gestellt. Dadurch entsteht eine moll-typische II-V-Verbindung, die aber trotzdem nach Dur (Cmaj7) aufgelöst wird.

    Gruß
     
  6. metalworld

    metalworld Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.08   #6
    Ah super, danke für die schnelle Antwort. Ganz schön komplex das Ganze :D
     
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