jemand rufe, der 100m entfernt steht
Aha. Und wenn er / sie 90cm vor dir steht ist es Kopfstimme?
Spaß beiseite, für dich spielt es ja eigentlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du und dein GL eine gemeinsame Sprache haben. Bruststimme ist genauso wie Kopfstimme nur vage umrissen und Interprätationssache, aber warum reite ich dann so auf der Bruststimmendefinition herum?
Hier im Forum verzweifeln immer wieder Anfänger - so wie der Thread Owner - dass sie nicht in die Höhe kommen. Sie scheitern meist deswegen, weil sie glauben mit ein und derselben (Detail-) Einstellung über ihren gesammten Bereich singen können zu müssen. Wenn sie jetzt hier noch lesen "als Bariton sollte man wenigsten bis G#5 in der Bruststimme bleiben" ist der Ofen aus.
Ich habe das Video, was du von deinem Gesangslehrer gepostet hast gesehen / gehört. Der Mann singt wie ein Gott, aber auch er singt
nicht mit ein und demselben Ansatz von tief bis hoch. Damit meine ich nicht, dass irgendwelche "Brüche" zu hören wären.
"Bruststimme" und "Kopfstimme" sind halt nur Oberbegriffe oder meinetwegen Zusammenfassungen für eine Reihe
verwandter Arten der Klangerzeugung.
Beispiel: Die Art wie die Töne forme und wo ich die Resonanz herhole hängt schon sehr stark vom Bereich ab (nur ungefähre Angaben): von B1 bis etwa F2, darüber bis B2 , darüber bis D4, darüber bis G#4 , darüber bis B4 , darüber bis E5 , darüber bis Ende wird alles nicht mit ein und derselben Einstellung gesungen.
Das was sich bei mir bis G#4 abspielt, würde ich noch am ehesten als meine "Bruststimme" bezeichnen, da vorrangig die Modalstimme aktive ist. Darüber versteife ich (gefühlt) den Vokalismuskel und es schwingen (vermutlich, habe nicht nachgesehen) nur die Ränder. Aber im Detail wechsle ich über meine ganze Range etwa 5 mal die Klangerzeugung und nichts davon ist Falsett ("Kopfstimme"). Parallel dazu könnte ich nämlich ab etwa C4 auch im Falsett singen, aber das klingt natürlich noch mal ganz anders.
Gruß,
Robert