Verbessern oder verschlimmbessern. Kommt immer darauf an, an wen man gerĂ€t. Es mĂŒsste halt jemand sein, der sich sozusagen mit "alterndem Material" auskennt.
Dass der GL was können muss, sich mit verschiedenen Stimmen auskennt, nicht 0815 unterrichtet, dem SchĂŒler mit Empathie begegnet und mit der Zeit dessen Möglichkeiten aber auch dessen Grenzen (letzteres besonders bei Ă€lteren Stimmen) erkennt, etc., setze ich als SelbstverstĂ€ndlich fĂŒr guten GU voraus, egal ob der SchĂŒler 18 oder 74 ist!
Wenn jemand aber das Pech hat an einen schlechten GL zu geraten, weiss ich nicht was schlimmer ist: wenn eine alte Stimme mit Problemen beim Chorsingen noch restlos vermurkst wird oder eine junge Stimme mit Potential, wo sogar ein professioneller Werdegang daraus hÀtte entstehen können! (Konjunktiv!)
Im ersten Fall wird ein geliebtes ev. langjĂ€hriges Hobby nicht mehr ausgeĂŒbt werden können, was fĂŒr den betroffenen ChorsĂ€nger natĂŒrlich sehr traurig ist, wo er/sie sich aber gleichzeitig bewusst sein muss, dass das Ende des Chorsingens, auch mit adĂ€quatem GU, in absehbarer Zeit vermutlich ohnehin gekommen wĂ€re. Beim jungen GesangsschĂŒler kann durch den unfĂ€higen GL hingegen ein ganzer Lebenstraum zerplatzt sein oder, wenn der SchĂŒler es nicht professinell machen wollte, zumindest ein mögliches intensives, jahrzehntelanges und wunderbares Hobby bereits in seinen AnfĂ€ngen zerstört worden sein.
Auch glaube ich nicht, dass Àltere/alte Stimmen im GU gefÀhrdeter sind als junge! Viele ChorsÀnger die GU nehmen wollen, wenden sich damit vermutlich zuerst mal an den Stimmbildner des Chores. Und da in den Laienchören mit klassischer Ausrichtung oft sehr viel Àltere SÀnger sind und die Chorstimmbildner zudem nicht selten gleich mehrere Chöre betreuen, werden sie schon allein durch die Praxis mit Möglichkeiten und Problemen von Àlteren und alten Stimmen vertraut sein.
Zudem: beim Ă€lteren GesangsschĂŒler geht es sozusagen "um nichts". Er muss keine GesangsprĂŒfungen bestehen, bei keinen Vorsingen reĂŒssieren, kein Publikum und Kritiker von seinen solistischen FĂ€higkeiten ĂŒberzeugen. Er wird auch in kein Fach reingedrĂŒckt werden, wozu die Stimme (noch) nicht fĂ€hig ist, nur weil dort gerade ein Mangel an Stimmen herrscht und die Chance auf ein Engagement somit grad etwas besser wĂ€re, etc. etc.
Der GU mit Ă€lteren SchĂŒlern kann also locker und entspannt von statten gehen, man kann auch mit kleinen Fortschritten zufrieden sein und es gibt keinen Grund, irgendwie zu forcieren (diesen gibt es, wenn nur die gesunde Stimmentfaltung im Vordergrund stĂŒnde, selbstverstĂ€ndlich auch bei der jungen Stimme nicht!! in der Praxis sieht das aber leider manchmal anders aus!

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Es ist nicht schlechter und nicht besser als frĂŒher, nur anders.
Das prinzipiell mit höherem Alter ein gewisser ElastizitÀtsverlust im Gewebe eintritt, ist sicher unbestritten.
In weit der sich dann aber auch tatsĂ€chlich auf die Stimme auswirkt, wage ich nicht zu beurteilen. HĂ€ngt wohl von der individuellen Konstitution ab und davon, wie pfleglich die Stimme ein Leben lang behandelt wurde: langjĂ€hriger guter GU mit resultierender gesunder Technik, ein dauerndes Singen ohne lange UnterbrĂŒche aber auch ohne die Stimme durch zeitlich exzessives Singen zu ĂŒberfordern, eine jederzeit kluge Literaturauswahl, ein verschont bleiben von schweren Krankheiten, ein allgemein gesunder Lebenswandel, etc. tragen sicher dazu bei, dass auch im höheren Alter die Stimme noch gut mit tut!
und ich vermute: auch der Stimmtyp selber kann noch eine Rolle spielen. SelbstverstĂ€ndlich ohne hier verallgemeinern zu wollen: eine Koloraturstimme bleibt ev. lĂ€nger "frisch" als eine schwere Stimme, denn bewegte StĂŒcke mit vielen LĂ€ufen halten auch die Stimme beweglich! Koloraturstimmen wo das die heimatliche Literatur ist und wo sich die Stimme hauptsĂ€chlich darin aufhĂ€lt, profitieren automatisch davon, schwere Stimmen die dann im etwas fortgeschritteren Alter allenfalls im hochdramatisch Fach singen, werden dadurch noch schwerer, sie tĂ€ten deshalb vermutlich gut daran, als Ăbung und Ausgleich leichte bewegte Literatur zu singen, ob sie es aber auch effektiv machen, keine Ahnung.
Das alles, wie immer bei mir

, natĂŒrlich nur bzgl. klassischen Gesang! was davon auch in anderen Genres GĂŒltigkeit hat, kann ich nicht beurteilen!