Höhenverlust nach längerer Pause

von drowo, 24.01.17.

  1. drowo

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    Erstellt: 24.01.17   #1
    Hallo Zusammen, ich würde gerne mal eure Meinung zu folgendem Phänomen (kein "Problem") hören.

    Die Vorgeschichte: Ich habe in meinem Sängerleben mal einige Jahre Pause gemacht und in dieser Zeit nicht ernsthaft trainiert. Ich habe mir erst als Autodidakt dann mit ein paar Monaten Gesangsunterricht die oberen Lagen bis zum Bb5 erschlossen und einige Jahre angewendet. So weit, so gut.

    Das Phänomen: die Pause ist nun schon fast wieder 10 Jahre her, ich habe die Übungen von damals auch nicht vergessen, aber ich bin nie wieder über F#5 hinausgekommen. Leider bin ich mir nicht direkt bewußt was ich damals anders gemacht habe. Meine Vermutung ist dass ich mir damals im GU die Kontrolle sowohl über die Randstimme als auch das Verschlanken / Verdicken im Stimmlippenschluß erschlossen habe, nur war ich mir nicht bewußt, dass es zwei getrennte Dinge sind. Ich vermute lediglich, dass mir die Kontrolle über die mediale Kompression verloren gegangen ist, die Randstimme bleibt immer "dick" egal was ich mache.

    Auch wenn ich es bedauere nie wieder die Highnotes in "Gethsemane" oder "I got Life" zu singen ist das natürlich alles keine Katastrophe :-) Lustigerweise hat sich mein Stimmumfang nicht verändert, was ich oben verloren habe ist unten dazugekommen. Habt ihr von solchen Fällen schon gehört, oder ist das sogar normal im Alter (50)?
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 24.01.17   #2
    Keine Ahnung. Bei mir schon. Aber ich weiß nicht, wie ich singen würde, wenn ich keine Pause gemacht hätte.
     
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  3. drowo

    drowo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.01.17   #3
    Ah ... das heißt du bist auch "abgerutscht"?
     
  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 24.01.17   #4
    Ich habe meine Range ehrlich gesagt nie gemessen, hatte allerdings auch nie brillante Höhen. Aber "gefühlt" bin ich abgerutscht.

    Die Stimme soll bei Männern aber ja angeblich im Alter wieder höher werden - vielleicht wirds ja noch mit dem Heldentenor :)
     
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  5. drowo

    drowo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.01.17   #5
    Ich geb' die Hoffnung niemals auf :D
     
  6. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 24.01.17   #6
    Stimmen können mit zunehmendem Alter etwas an Höhe verlieren bzw. dunkler oder tiefer werden. Ist bei mir auch passiert, man muss dann gegebenenfalls das Repertoire anpassen oder transponieren und alles ist wieder gut, denn zum schlechteren Sänger wird man dadurch nicht, eher ist das Gegenteil der Fall.
    Bei den Klassikern ist es natürlich was anderes, die wechseln mitunter das Fach.
     
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  7. Matthaei

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    Erstellt: 24.01.17   #7
    Im 80er Hard Rock Bereich stelle ich das machmal fest, dass die "großen" Sänger Live oder bei re-recordings oft 2 (manchmal sogar 4) HT tiefer singen.
    Bin mir dort aber nicht sicher, ob das nicht auch daran liegt, dass viele über Jahrzehnte falsch gesungen haben, oder am Drogenkosum ;-)

    Gruß
     
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  8. drowo

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    Erstellt: 24.01.17   #8
    Danke! Dann scheint das tatsächlich ein normaler Alterungs-Prozess zu sein. Hätte ich keine Pause gemacht hätte ich wahrscheinlich ein schleichendes Abrutschen im Schnitt um einen Halbton alle 3 Jahre bemerkt. Ich stimme dir zu dass man deswegen nicht schlechter wird. Ich kann jetzt bespielsweise endlich tiefe Sachen singen die bei mir früher nicht geklungen hätten:-)
    --- Beiträge zusammengefasst, 24.01.17 ---
    Live ist verständlich, man will ja die Show durchhalten. Aber wenn das bei Re-Recording auch gang und gäbe ist spricht das ebenfalls für den Alterungseffkt.
     
  9. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 24.01.17   #9
    Nicht nur das ! Ein Musiker gewinnt doch mit den Jahren auch an Ausdrucksvermögen und musikalischer Reife. Ich würde behaupten, dass ich noch nie so souverän und sicher gesungen habe wie jetzt - dass da nun oben ein paar Halbtönchen fehlen, so what ? Es hat sich noch nie jemand darüber beschwert.
    Und dass der Alterungsprozess nun ausgerechnet den Stimmapparat verschonen soll, der ja lebenslang täglich im Einsatz ist, das wäre paradox.
     
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  10. drowo

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    Erstellt: 24.01.17   #10
    Da stimme ich dir zu. Meine jetzige beschränkte Höhe ist wesentlich zuverlässiger als der weggefallene Bereich jemals war. Und was den Ausdruck betrifft habe ich erst vor 10 Jahren wirklich angefangen zu singen & klingen wie ich selbst .... und nicht wie die Kopie von einem meiner Vorbilder ;-)
     
  11. Matthaei

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    Erstellt: 25.01.17   #11
    Hör dir z.B. mal "unchain the night" von dokken an... Wahnsinn...
     
  12. drowo

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    Erstellt: 25.01.17   #12
    Hab ich gerade gemacht ... oops. Das Orginal aus den 80ern ist auf Emoll, viele langgezogenen Noten auf B4 mit kurzen (1/8 Noten) Ausflügen auf D5. Die 2016er Version ist auf Eb-moll, eine komplett andere Line und geht maximal auf F#4, wobei er das nicht wirklich packt. Der Arme hat echt Schwierigkeiten höher als F4 zu kommen und pfeift auf bzw. aus dem letzten Loch. Ich glaube aber nicht, dass das seine heutige Normalperformance ist, sondern extrem schlechte Tagesform.
     
  13. Matthaei

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    Erstellt: 26.01.17   #13
    Soweit ich weiß, ist auf dem re-record so einiges tiefer als noch in den 80ern und das sicher nicht, weil es jetzt so cooler klingt. :-)
    Wobei, wie gesagt, vermutlich ist da auch eine gehörige Portion "Livestyle" dabei, dass er jetzt nicht mehr so hoch kommt.

    Ein weiteres Beispiel: "Breaking the Chains".
     
  14. Matthaei

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    Erstellt: 28.01.17   #14
    Ich hab mal ein wenig recherchiert, der gute Don hat sich seine Stimme tatsächlich ruiniert.
    Also ist nicht nur altersbedingt:

    Oh, yeah. Just listen to my voice now; it's a lot more husky since the surgery. I damaged my vocal cords about four years ago in Germany. I remember I had this funny taste in my mouth every night, it tasted like iron and then I started spitting up blood and I was like, "What the hell?" Then I came to find out I had really damaged my voice and I should have stopped right then and cancelled the whole tour and come home, but I didn't. We had ten shows to go and I kept going and really did some damage. The surgery is pretty straightforward; they just take the cord and stretch it a little bit and cauterize it, but it does take a long time in healing.

    Wie kann man nur so mit seiner Stimme umgehen, unverantwortlich! :bad:
     
  15. antipasti

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    Erstellt: 30.01.17   #15
    ... bitte aber nicht vergessen, dass Dokken einer Generation angehört, bei der Rockmusik noch das Gegenteil eines "gesundheitsbewussten, verantwortlichen Lebenswandels" bedeutete. Und eine Tour abzubrechen, ist auch finanziell keine Entscheidung, die eine einzelne Person einfach so für sich treffen kann.
     
  16. Matthaei

    Matthaei Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.17   #16
    Ja, das mag sicherlich sein. Aber auch einem Rocker sollte doch klar sein, dass wenn man täglich morgens aus dem Hals blutet, vielleicht was ernsteres dahinter steckt. Vor allem als Sänger ist man sich dessen doch auch bewusst.

    Was die Tour angeht,... ich gebe dir recht, dass man das sicher nciht so einfach abwickeln kann.
    War für ACDC sicher auch nicht einfach.

    Aber na gut, sein Leben.
    Er ist dennoch kein gutes Vorbild für die Jugend ;-)
     
  17. antipasti

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    Erstellt: 31.01.17   #17
    Er ist ja auch Rockmusiker, kein Lehrer oder Gemeindepfarrer. ;).
     
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  18. drowo

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    Erstellt: 31.01.17   #18
    In Italien wird die Anrede "Don" zwar für Geistliche (auch für gewöhnliche Priester) gebraucht, aber Don Dokken steht definitiv nicht für "Pater Dokken" ;-)
     
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  19. Bell

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    Erstellt: 31.01.17   #19
    Exzessive Gesangsstile sind immer ein Risiko, und bei dieser Gratwanderung muss man sich halt entscheiden, ob und wieviel Stimmgesundheit man um seiner Musik willen riskieren will. Ich habe vollstes Verständnis für jemanden, der sagt: ich gebe Vollgas, solange es eben geht, ich muss und will das jetzt gesanglich so ausleben. Wobei es meistens nicht nur um den Gesang geht; Leute, die ungesund singen, leben meist auch ungesund und scheren sich nicht darum. Mein Weg wärs nicht, aber wie gesagt, ich verstehe es.
    Beim heutigen Popakademien-, Optimierungs-, Kontroll- und Gesundheitswahn ist es allerdings unwahrscheinlich, dass es noch allzuviele viele junge Nachahmer gibt. Und manche rocken vielleicht ein paar Jahre in einer Metalband, sobald es aber ans Häuslebauen und die Familiengründung geht, ist es vorbei mit dem Musikmachen. Ich hab das jedenfalls schon sehr oft erlebt. Insofern sind die Gefahren für die Jugend durch ungesunde Singweisen heutzutage wohl vernachlässigbar ;)
     
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  20. pullepups

    pullepups Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.17   #20
    Hallo drowo

    1. Nach einer soooo langen Pause fängst du wieder ganz weit unten an. Das ist aber normal.
    Ist wie Radfahren - verlernen tut man es nicht aber es "wackelt" am Anfang ordentlich und man ist unsicher.
    2. Nach 10 Jahren verändert sich Stimme NATÜRLICH!
    Du kannst nicht davon ausgehen, dass alles so wird wie früher. Du gibst etwas ab und bekommst etwas dazu.
    Auch das ist normal und ich würde nicht auf Biegen und Brechen versuchen, das wie vor 10 Jahren haben zu wollen.
    Hör dir einmal die Stimme z. B. von Etta James in jungen Jahren und spätere Aufnahmen an - die haben miteinader fast nichts mehr zu tun.
    Und die späteren Aufnahmen finde ich super, weil sie wirklich "erwachsen" klingt.
     
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