Hoher Club II B Victoria: Unbekannte Tonleiter

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GenosseLukas
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Hallo, ich bin ein absoluter Anfänger und habe mir ein altes Hoher Club 2B Victoria gekauft. Dabei handelt es sich um ein Knopfakkordeon und ich gehe davon aus, dass es chromatisch ist (wie gesagt, Anfänger). Ich will mir das spielen gewisser Lieder über YouTube selber beibringen, jedoch ist die Anordung meiner Melodietasten ungewöhlich. In so ziemlich jedem Tutorial gibt es drei Reihen, wobei die mittlere Reihe die mit den meisten Tasten ist. Bei mir sind es weniger Knöpfe und die erste Reihe hat am meisten und die dritte Reihe am wenigsten Tasten. Habe im Internet nichts zu dieser Anordung gefunden und jetzt weiß ich nicht, welche Tasten ich beim Nachspielen drücken soll, bzw. ob die Tonabstände gleich sind. Ich bitte dringend um hilfe, ob mir jemand mehr zu dieser Anordnung sagen kann.

Ich bedanke mich von ganzem Herzen an euch alle!

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Hallo Genosse,

Dabei handelt es sich um ein Knopfakkordeon und ich gehe davon aus, dass es chromatisch ist (wie gesagt, Anfänger).

Und genau das ist nicht der Fall!

Bei den Hohner Club-Instrumenten handelt es sich um wechseltönige diatonische Handharmonikas.
Die sind nicht chromatisch.
Die erste und zweite Reihe ist mehr oder weniger Standard, bis auf den geriffelt markierten Gleichton in der zweiten Reihe (da kommt auf Zug und Druck der gleiche Ton).
Bei der dritten Reihe handelt es sich um chromatische Hilfstöne, um ein bisschen die Lücken im diatonischen System füllen zu können.

Also: völlig andere Baustelle, das hat nichts mit einem chromatischen Akkordeon zu tun.
Suche doch mal nach "Club-Harmonika", da wirst Du einige finden.

Viele Grüße
Torsten

PS: Willkommen im Forum!
 
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Die sind nicht chromatisch.
Be-3 hat natürlich recht, eine Club zählt nicht zu den "chromatischen", sondern zu den "diatonischen" Ziehharmonikas. Allerdings muss man diese Bezeichnungen cum grano salis nehmen. Denn eine Clubharmonika hat auf der Diskantseite (der rechten Seite) durchaus alle chromatischen Töne. Etwas treffender wären die Bezeichnungen "gleichtönig" und "wecheltönig". Aber chromatisch/diatonisch hat sich nunmal eingebürgert.

Weißt du schon, welche Musik du drauf spielen willst?
 
Hallo GenosseLukas,

hier findest du die passende Knopfanordnung:
https://ziach.de/tastenbelegung/index_diskant_333_club.htm
Bei der Stimmung würde ich C-F vermuten.
Das solltest du aber überprüfen (mit Stimmgerät oder Smartphone-App).

P.S. Falls du ein chromatisches Knopfakkordeon suchst: Es gibt keine Akkordeone mit so wenigen Bassknöpfen.
 
Recht hast du. Das kannte ich nicht. Man lernt nicht aus.
Mit Knöpfen gibt es aber wirklich keines?

Da sich Knopfakkordeons und Harmonikas optisch wirklich ähneln ist der Blick auf die Basseite trotzdem das Erste, was man tun kann.
Das Gros der diatonischen Harmonikas hat 4-12 Bässe.
(Bei Ausnahmen wie den Bandoneons und Concertinas sehe ich die Bassseite wegen den Einzeltönen eher als zweite Melodieseite.)
Bei den Akkordeonen hat sogar das Hohner XS schon 15 Bässe und das läuft bei mir genauso wenig unter Lerninstrument für Erwachsene wie die ganzen Kleinkinderinstrumente aus der Nachkriegszeit und sogar die Sparinstrumente aus der Vorkriegszeit, die ursprünglich dafür gedacht waren.
Sogar für kleine Kinder geht es doch kaum unter 48 bzw. 40 Bässen los.

Der Lukas schreibt ja nicht, was sein Fernziel ist (und muss es auch nicht.)
Natürlich kann man mit jedem Instrument alles in einem dafür bestimmten Tutorial nachspielen.
Aber mehr als das nachzuspielen, stößt halt bei Instrumenten mit so wenig Bässen an Grenzen wegen der wenigen spielbaren Tonarten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist kein Akkordeon, sondern ein Spielzeug... *SCNR* :evil:

Ernsthaft: Ein Kollege von meinereiner hat auch so eine Victoria Club IIB, ich selber spiele seit >20 Jahren diatonisch, bevor ich vor dem C-Lockdown chromatisch für mich entdeckt habe.

https://www.ziach.de/Tastenbelegung/index.htm Hier findest du die Knopfbelegungen von diatonischen, bzw. wechseltönigen Instrumenten. Deine ist eine Club - kannst Du links in der Navigation einstellen. Ob sie C-F (AFAIK die am weitesten verbreitete Stimmung, kannst Du oben im Link einstellen) oder anders gestimmt ist, spielt erst eine Rolle, wenn Du mit anderen Leutz spielst.

Die Knopfbelegung ist so gemacht, dass sowohl die äussere Melodiereihe wie auch die innere mit einem der äusseren Bass-Knopfpaare (Grundton und Akkord) zusammenpasst und zwar sowohl im Zug wie im Druck. Wenn Du Dich also auf eine Melodiereihe beschränkst, hast Du ein Bass-Knopfpaar, welches immer geht - stundenlang, egal, was Du drückst, es passt immer, gezogen wie gestossen :D Viele Volks- und Kinderlieder kannst Du schon anspielen damit, bis dann je nach Lied noch eine Erweiterung dazu kommt. Natürlich kannst Du dann kombinieren, dann wird's etwas vielfältiger. Oben innen auf Zug auf dem Bass ist das einzige "native" Moll-Knopfpaar, alles andere musst "Schummeln" (z. B. A-Grundton + C-Dur-Akkord => A-Moll, etc.)

Am besten kaufst Du Dir ein Anfängerheft wie das da für ein paar Euronen, am besten mit Griffschrift (dann spielt es auch keine Rolle, welche Stimmung das Instrument hat, Hauptsache, es hat eine...:engel: ), und versuchst mal. Auf jeden Fall kommst Du als Anfänger mit einer Diatonischen wie Deiner Club-Hohner viel schneller zu einem Erfolgserlebnis als mit allen anderen, mir bekannten polyphonen Instrumenten.

Viel Gruss & Spass!
 
Ich würde in so ziemlich allem einen anderen Rat gebe, aber das habe ich hier ja eh schon oft ausgeführt. Viel interessanter scheint mir erst mal:

Hauptsache, es hat eine...:engel:
Das dürfte, so wie die Kiste aussieht, erstmal das Hauptproblem sein. Ach ja, und die Dichtigkeit. Müsste wahrscheinlich erst mal zum Akkordeonfritzen zur Überholung., bevor's Spaß macht.
 
zum Akkordeonfritzen zur Überholung
Ich habe auf einem asthmatischen Staubsauger meine ersten, durchaus spasserfüllten diatonischen Lärmversuche gemacht und erst nach rund einem Jahr ein anderes Teil in die Hand gekriegt, so dass ich erst von da an geschnallt habe, was überhaupt "Dichtigkeit" bedeutet und ich als Konsequenz nach einem anderen Ding Ausschau gehalten habe. Vorher war's halt wie's war, ich kannte es nicht anders als asthmatisch - hat mir nicht geschadet.

Ich will aber mich und meine damaligen Erfahrungen in keinster Weise zum Mass aller Dinge machen - chacun son plaisir.
 
Das dürfte, so wie die Kiste aussieht, erstmal das Hauptproblem sein.
Normalerweise ist das auch mein erster Gedanke bei so alten Instrumenten.
Dieses sieht aber in Anbetracht des Alters wirklich gut aus:
Zelluloid vollständig, Balgnägel nicht rostig, Knöpfe auf gleicher Höhe - ungewöhnlich.
Auch wenn ich die Meinung der meisten teile, dass kein Mensch mehr Clubharmonikas spielen will, sind mir trotzdem schon zwei überholte(!) Clubharmonikas in die Finger gekommen (preislich 400-600€), beides Nachkriegsmodelle. "Schau mal, jetzt habe ich auch ein Knopfakkordeon wie du."
Meine Vermutung: Leute wie der TE sind nicht so selten. Die Instrumente werden von Laien öfter für Knopfakkordeone (oder Bajane/Garmons) zum Schnäppchenpreis gehalten.
Da rentiert es sich für Händler, hin und wieder eines herzurichten, damit man immer eines im Laden hat. Wenn die Basis passt, wie hier, ist im Vergleich zu einem Akkordeon wenig zu tun.
Wenn es der Käufer zurückbringt, hat man 200€ Gewinn gemacht - komplett steuerfrei wenn es im selben Monat passiert - oder ein teureres Akkordeon ohne Preisverhandlung verkauft.
Jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, dass solche Instrumente instandgesetzt werden.
Es kommen nicht alle vom Sperrmüll.
Der TE kann es durchaus in gutem Zustand vom Händler gekauft haben.
 
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Ich habe meine erste Hohner Club auch für ein Knopfakkordeon gehalten und dann später leider abgegeben und mir ein richtiges B-Griff Knopfakkordeon gekauft.
Das Clubsystem mit dem Gleichton und der Hilfsreihe, glaube die hatte 7 Hilfstöne, schien mir zu der Zeit zu schwer verständlich.
Und ich hatte ein gleichtöniges Knopfakkorden im Sinn gehabt.
Nicht daß ich es dann doch noch verstanden hätte aber ich habe jetzt wieder drei Clubharmonikas, eine Liliput eine Orchestra u. eine Morino.
Alles tolle Instrumente die sich auch zum Improvisieren sehr sehr gut eignen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichton
 
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Dieses sieht aber in Anbetracht des Alters wirklich gut aus:
Zelluloid vollständig, Balgnägel nicht rostig, Knöpfe auf gleicher Höhe - ungewöhnlich.
Hm, stimmt eigentlich. :)

Auch wenn ich die Meinung der meisten teile, dass kein Mensch mehr Clubharmonikas spielen will, sind mir trotzdem schon zwei überholte(!) Clubharmonikas in die Finger gekommen (preislich 400-600€), beides Nachkriegsmodelle.
Ach so, es gibt schon noch Bedarf an Clubakkordeonen. In der Folkszene in England werden die einigermaßen hoch gehandelt und zumeist instantan "de-clubbed", also der Gleichton rausgefeilt. Allerdings mögen die eher die älteren Modelle, nicht die stromlinienförmigen perloidüberzogenen. (Auch da hätte Hohner n Fuß in die Tür bekommen können, wenn die Firma Interesse gehabt hätte.)

Ich selbst finde die Club eigentlich die beste Form der Ziehharmonika und habe mir hier beim örtlichen Akkofritzen eine bauen lassen. Hab gerade nichts mehr davon auf YouTube außer dem hier:
 
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Sorry Torquemada,

du bist eindeutig ein Mensch. Das bezweifle ich nicht.
Danke für die Info mit England.
Ich habe die frühere Clubharmonika-Szene für rein deutsch gehalten (neben Mittel- und Südamerika aus Kostengründen) und da ist sie schon sehr klein.
Klar, wenn man vom Ein- oder Zweireiher kommt (aber auch von anderen Harmonikatypen), dann ist die innere Reihe für die Halbtöne ein Segen.
Aber wenn man von gar nichts kommt, hat man mit der Clubharmonika den Klang eines Akkordeons ohne dessen musikalische Möglichkeiten und als einzige Vorteile ein bisschen weniger Gewicht und Kaufpreis.
Da steht und fällt das Überleben der Clubharmonika mit einer Community vor Ort, die ich bis auf ein paar Einzelkämpfer nicht sehe.
Bei mir in der Gegend findest du mit so einem Instrument nicht einmal Anschluss bei den anderen Harmonikavereinen. "Kein Volksmusikinstrument."
Die Folk- und Mittelalterleute sind aber recht offen, da hast du völlig recht.
 
Klar, wenn man vom Ein- oder Zweireiher kommt (aber auch von anderen Harmonikatypen), dann ist die innere Reihe für die Halbtöne ein Segen.
Na ja, nicht nur. Der Nachteil ist natürlich, dass das Instrument mit der zusätzlichen Knopfreihe gegenüber einem Zweireiher schon merklich an Lebendigkeit und einbüßt und unhandlicher wird, sodass man als Spieler da gegensteuern muss. Und die wesentlichen Halbtöne habe ich ja auch auf dem Zweireiher. Deshalb bin ich nie ausschließlich zur Club gewechselt (und halte die 3. Reihe lieber kurz).
 
(Auch da hätte Hohner n Fuß in die Tür bekommen können, wenn die Firma Interesse gehabt hätte.)
Da tust du Hohner unrecht. Und was die Vorliebe der Engländer für alte Club-Instrumente angeht, da ist der Hauptgrund der Klang der alten Zinkstimmplatten der von keinem Hersteller in neuen Instrumenten reproduziert wird und nicht zuletzt der Preis. Melodeonspieler sind sparsame Leute, jedenfalls die meisten. Hier die Galaad, es gab noch andere Instrumente in der alten Holzbauweise mit diversen Belegungen, leider wurden sie nicht gekauft.
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Aber wenn man von gar nichts kommt, hat man mit der Clubharmonika den Klang eines Akkordeons ohne dessen musikalische Möglichkeiten und als einzige Vorteile ein bisschen weniger Gewicht und Kaufpreis.
Da steht und fällt das Überleben der Clubharmonika mit einer Community vor Ort, die ich bis auf ein paar Einzelkämpfer nicht sehe.
Da ist was dran, aber teils auch zu unrecht.
Wenn man etwas im klassischen Sinn nachspielen möchte mag das chromatische Knopfakkordeon oder Tastenakkordeon am weitreichendsten dafür geeignet sein.
In der Improvisation aber läßt sich das alles nicht vergleichen wegen der viel zu großen Unterschiede und deren bauartbedingtem Einfluß/Möglichkeiten auf das musikalische Ergebniß.
 
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