Humbucker reparieren – PU öffnen und neue Kabel anlöten?

robalin

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Ich dachte eigentlich, dass Eingriffe in defekten Tonabnehmern (also im Innenleben und nicht nur an den außen liegendenTeilen/Kabeln) seitenweise Berichte und Debatten füllen würde, aber seltsamerweise bin ich hier (und in anderen Foren) kaum auf Einschlägiges gestoßen. (Üblicher Disclaimer: Falls ich was wichtiges übersehen haben sollte, Danke für entsprechende Hinweise!)

Die Sache ist jedenfalls die: Ich habe beim erfolglosen Versuch, zwei 4-adrige Humbucker (Probucker) in eine Epi LP Special einzubauen (ist meine Bastel- und Versuchgitarre), einen der beiden Pickups gelyncht. Beim Durchziehen der (vergleichsweise dicken) Kabel durch den (wirklich absurd engen) Kabelkanal zu ziehen, hat offenbar eines der Kabel Schaden genommen, jedenfalls ist der entsprechende HB nun mausetot. Ich erspare euch Details, mit welchen Tricks ich versucht habe, die Kabel durchzuzwingen (und davon kursieren im Netz so einige), aber ich muss gestehen, dass am Ende frustbedingt erhebliche rohe (und leider sinnlose) Gewalt am Werke war, und jetzt habe ich den (Kabel-)Salat.

IMG_20260225_115649.jpg


Optische Schadensbegutachtung: Das schwarze Kabel hatte nahe am Pickup ein kleines Loch in der Isolierung, sah aber sonst funktional aus. Die anderen Kabel wirken unbeschädigt.

Widerstandsmessung (Multimeter) zwischen Ground- und Hot-Kabeln (bei Epiphone-PUs sind das Schwarz und Rot) ergibt 0 Ohm (so interpretiere ich die Anzeige, siehe Foto). Grün und Weiß sind verlötet und abisoliert, weil Splitcoil eh keine Option war. Der blanke Draht (Masse) ist hier ebenfalls nicht relevant. Das schwarze Kabel hatte ich vor der Messung bis zu der oben erwähnten Schadstelle abgezwickt, um diese Fehlerquelle schon mal zu eliminieren, was aber offenbar nichts gebracht hat.

IMG_20260225_130527.jpg


Andere Messungen, die mit dem Multimeter möglich sind (Durchgang, Spannung, Kapazität usw.), sind hier vermutlich nicht relevant (oder vielleicht doch? 🤔)

Ich sehe jetzt im wesentlichen zwei Handlungsoptionen für den Pickup (und noch eine für die LP Special – wieder alte minderwertige PUs einbauen und über Kleinanzeigen verkaufen, aber das wäre dann ein anderes Thema):

1) Neues 2-ädriges Kabel (statt dem ohnehin sinnlosen und zu dicken 4-ädrigen) an den Humbucker löten – und zwar an der Anschlussstelle im Pickup (denn dort vermute ich die Ursache: zu fest am Kabel gezogen und so die Verlötung eines oder mehrerer Kabel im PU abgerissen). Außerhalb scheint ja nix wichtiges kaputt zu sein. In jedem Fall muss ich dann aber den PU öffnen, was sicher keine banale Angelegenheit ist – die Abdeckung ist massiv verlötet und drinnen trieft vermutlich alles vor Wachs. Das Löten selbst traue ich mir zu.

2) Pickup wegschmeissen und neuen kaufen oder einen anderen alten einbauen, der hier noch rumliegt ist für mich keine Option – ich habe den Probucker zwar aus meiner anderen Paula Standard durch einen (um ein bis zwei Klassen besseren) Tonerider Alnico 2 ersetzt, aber objektiv betrachtet war der Pro ganz ordentlich – jedenfalls gut genug für die ziemlich abgerockte Special-LP. Außerdem waren Einweg- und Wegwerfmentalität noch nie mein Ding (und von den Kosten für einen neuen PU ganz zu schweigen). Und nicht zuletzt: ja, ich erweitere gern meinen Bastelhorizont.

Bleibt also vorerst nur die PU-Reparatur – und daher die Frage: Gibt es hier dazu einschlägige Erfahrungen, also speziell was das möglichst schonende Öffnen des Humbuckers samt Gehäuse sowie das Anbringen des/der neuen Kabel angeht? Danke schon mal für jede weiterführende Idee.
 
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Das wird eine größere Aktion.
Du brauchst einen Lötkolben der min 420° C schafft und eine Ablötpumpe, damit das Lötzinn nicht in das Cover läuft. Dann musst Du schauen, wie du den Wachs entfernen kannst. Im Backofen funktioniert das ganz gut. Du solltest aber darauf achten, dass die Themperatur nicht über 60/65° C steigt.
Wenn das ganz Wachs abgeschmolzen ist, muss der Tonabnehmer wieder runter kühlen.
Dann kannst Du vorsichtig das Isolierband lösen - und erst dann kannst Du den Schaden erkennen. Ich befürchte, dass das Kabel hinter der Lötstelle den Wickeldraht abgerissen hat. Wie sowas zu flicken ist, kannst Du dir z.B. auf der Lindie Fralin Seite anschauen.
 
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Moin.
Ich würde mal bis zum Pickup hin weiter abisolieren, evtl. ist eines der Kabel einfach durch. Messen könnte man noch rot gegen grün/weiss und schwarz gegen grün/weiss...
Widerstandsmessung (Multimeter) zwischen Ground- und Hot-Kabeln (bei Epiphone-PUs sind das Schwarz und Rot) ergibt 0 Ohm (so interpretiere ich die Anzeige, siehe Foto).
Dein Multimeter zeigt nicht 0 Ohm sondern OL was hochohmig bedeutend, also das Gegenteil von 0 Ohm.
 
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Du brauchst einen Lötkolben der min 420° C schafft und eine Ablötpumpe, damit das Lötzinn nicht in das Cover läuft.
Das ist richtig. Der braucht aber auch genügend Leistung um so große Lötstellen schnell genug zu erhitzen. Mit 30W würd ich da gar nicht erst anfangen.
Braucht man zum ablöten zu lange, können die Spulenkörper schmelzen

Abgesehen davon löse ich die Lötstellen zu den Covern lieber mit nem Dremel und ner ganz feinen Trennscheibe vor nem Staubsaugerrohr.
Reicht wenn man beim neu einlöten wieder Wärme einbringt
 
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  • #7
Erstmal Kudos - ich bin (wieder mal) geplättet, wie schnell hier echt starke Tipps und Ideen zu solchen unbedarften Anfragen wie der meinigen reintrudeln. :great:

In jedem Fall wieder einiges fürs Leben gelernt - Danke z.B. für den Multimeter-Grundkurs: Dachte mir schon, dass das mit dem "O.L" und 0 Ohm irgendwie nicht stimmt, aber auf "Ohne Limit" wäre ich wohl nicht so schnell gekommen... :facepalm1:
für mich steht da O.L.-> kenne ich als "ohne Limit". Also Widerstand gegen unendlich -> Kabelbruch z.B.
Moin.
Ich würde mal bis zum Pickup hin weiter abisolieren, evtl. ist eines der Kabel einfach durch. Messen könnte man noch rot gegen grün/weiss und schwarz gegen grün/weiss...

Dein Multimeter zeigt nicht 0 Ohm sondern OL was hochohmig bedeutend, also das Gegenteil von 0 Ohm.

Abisolieren und andere Kabel messen werde ich machen - kann ich dann noch ein bisschen mit dem Multimeter spielen 😉

Und Wahnsinn, was es sonst so alles gibt: Humbucker im Ofen backen - auf die Idee muss man erstmal kommen (lasse ich aber lieber sein, werde stattdessen lieber mal leckere Kekse auf Mürbteigbasis hum-backen :keks:).

Und ich hatte echt keine Ahnung, dass es "Ablötpumpen" gibt (fand bisher schon Protonenpacks und Elektronenpumpen ziemlich exotisch 👻); auch keinen Schimmer gehabt, dass man mit 420 Grad überhaupt löten kann (okay, ein Hochofen arbeitet bei 4mal so hohen Temperaturen, aber für den Hausgebruch ist das schon ganz schön heftig - wobei: Wer hat sowas überhaupt zuhause? 🤔).

Das was @LP Hannes sagt.

Das Kabel zu tauschen ist u.U. gar nicht so kompliziert, Bei vielen Pickups mit vieradrigem Kabel sind an den Spulen kurze Litzen angelötet, an denen dann das Kabel angelötet wird, man also an den Spulen/Spulendrähten selbst gar nichts machen muss.
Bei Seymour Duncan gibt's dazu sogar eine Anleitung auf der Seite. https://www.seymourduncan.com/blog/latest-updates/how-to-replace-a-pickups-four-conductor-lead
Auch ein guter Tipp, falls ich mal einen offenen Humbi am Kabel operieren will, aber meiner ist ja leider in ein Nickelgehäuse eingekapselt und mit Wachs vollgepfropft. :igitt:

Fazit: Bis auf das Kabelabisolieren überlasse ich das alles wohl besser den Profis, die wirklich wissen, was sie tun (nehme ich jedenfalls an).

Im Prinzip kann ich den Thread dann ja wohl schon wieder schließen... oder doch nicht?

Eine Möglichkeit fällt mir nämlich noch ein, aufbauend auf dem von Ben zen Berg vorgeschlagenen Vorgehen:
... muss der Tonabnehmer wieder runter kühlen.
Dann kannst Du vorsichtig das Isolierband lösen - und erst dann kannst Du den Schaden erkennen. Ich befürchte, dass das Kabel hinter der Lötstelle den Wickeldraht abgerissen hat. Wie sowas zu flicken ist, kannst Du dir z.B. auf der Lindie Fralin Seite anschauen.

Zugegegeben, das Folgende ist ziemlich brachial gedacht, aber dafür technisch für mich grundsätzlich machbar und mutmaßlich ohne Gefahr für Leben und Gesundheit (und der Pickup ist sowieso schon hin): Ich kühle also den Humbi zuerst ab (das Wachs!) und versuche dann möglichst vorsichtig (nun ja), die fiesen Lötplomben (die Teile, die offenbar nach 420 Grad Hitze und Ablötpumpe verlangen) mechanisch durchzutrennen (Säge, Feile, Flex...) und schließlich die Bodenplatte aufzuschrauben - um so vielleicht an die drinnen angelöteten Kabelstellen heranzukommen - oder wenigstens zu sehen, ob wie Ben zen Berg vermutet, der Wickeldraht abgerissen ist. Ob ich das alles dann wieder richtig zusammengelötet bekomme, ist natürlich eine andere Frage, aber Wegwerfen bzw. Ausschlachten (Magnet!) geht ja immer noch...
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Das ist richtig. Der braucht aber auch genügend Leistung um so große Lötstellen schnell genug zu erhitzen. Mit 30W würd ich da gar nicht erst anfangen.
Braucht man zum ablöten zu lange, können die Spulenkörper schmelzen

Abgesehen davon löse ich die Lötstellen zu den Covern lieber mit nem Dremel und ner ganz feinen Trennscheibe vor nem Staubsaugerrohr.
Reicht wenn man beim neu einlöten wieder Wärme einbringt
Sorry, @KlampfenTom, deinen Beitrag hatte ich vorhin nicht rechtzeitig gesehen - da hatten wir wohl gleichzeitig die gleiche Idee, was das Durchtrennen der Lötstellen betrifft... und die Konstruktion mit der Flex und dem Staubsaugerrohr würde mich auch brennend interessieren (stelle mir das so ähnlich vor wie bei meinem Deltaschleifer, der hinten einen Anschlussstutzen für ein Staubsaugerrohr hat)!
 
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aber auf "Ohne Limit" wäre ich wohl nicht so schnell gekommen... :facepalm1:
bei näherer Überlegung könnte es wohl eher für out of limit stehen. Denn alle Multimeter die ich so hatte haben das ja auch angezeigt wenn der Messbereich zu klein war. Wenn man da aber schon im MOhm Bereich ist stellt sich die Frage dann auch nicht mehr.
Ich nutze oftmals einfach die Funktion als "Durchgangsprüfer". Piept da nichts ist keine Verbindung da.
 
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  • #9
Durchgangsprüfung hatte ich sogar als erstes versucht, und da kam erwartungsgemäß genau nichts, dachte aber, das würde hier nichts bringen... naja
 
  • #10
Ich würde bei diesen Tonabnehmern auch nicht viel Zeit für die Reparatur investieren. Das sind doch sehr günstige PickUps aus Korea, bei AliExpress bekommst Du das Paar schon ab 25 €.
 
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  • #11
*** Bleibt also vorerst nur die PU-Reparatur – und daher die Frage: Gibt es hier dazu einschlägige Erfahrungen, also speziell was das möglichst schonende Öffnen des Humbuckers samt Gehäuse sowie das Anbringen des/der neuen Kabel angeht? ***
Ja, gibt es..., schau mal in meiner Signatur Punkt Nr.14 oder Click Hier.

WICHTIG !!!

Ich rate dringend von einer Entlötung des PU-Covers ab !!!,

mit einem herkömmlichen Lötkolben dauert das
1. viel zu lange,
2. erhitzt sich der PU viel zu hoch und führt deshalb
3. dazu, dass der PU mikrophonisch wird, weil das Wachs nicht mehr dort ist, wo es hingehört, und/oder interne Lötstellen lösen sich auf etc. p.p.

Ergo: wenn du den PU retten willst, dann nutze den Lötkolben nur, um das Gehäuse wieder an den PU zu löten.

Das geht ganz schnell und ohne jeden Schaden für den Tonabnehmer.

Zum Öffnen / Entfernen des Covers:

die einfachste und sicherste Variante ist der Einsatz eines Dremels mit einer feinen Trennscheibe. Hier wird die Lötmasse sehr fein aufgetrennt, der PU erhitzt nicht und die beiden Trennpunkte lassen sich mit einem einfachen / normalen Lötkolben wieder korrekt schliessen/verlöten.

Bilder findest du in meiner Anleitung oben im Link.

Viel Erfolg!

RJJC
 
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  • #12
Hallo, hier sind schon ein paar interessante Argumentationen.
Eine Beschreibung von mir - habe das schon sehr oft gemacht.

Zum ablöten der PU-Kappe reicht ein Standard-Lötkolben (Lötkolben an die Lötstelle halten, kurz erwärmen und etwas frisches Lötzinn hinzu geben und der alte Lötzinnbatzen wird flüssig, dann absaugen)
Hat immer funktioniert. Hat auch den Vorteil, dass der PU nicht zu heiß wird. Übrigens kann man mit einem Cuttermesser den Lötzinn auch aufschneiden - Vorsicht mit den Fingern.
Schwieriger wird es was jetzt alles kommt oder kommen kann. Wenn die Kappe ab ist und der PU gut gewachst, dann muss jetzt erst einmal das ganze Wachs weg.
Dazu muss man ihn nicht erwärmen. Das Wachs kann man einfach "abrubbeln". Überreste können dran bleiben.

Nun muss das um die Spulen führende Isolierband vorsichtig entfernt werden. Jetzt liegen die Kabelanschlüsse frei.
Jetzt kann man überprüfen ob an den Anschlusskabeln irgendein Problem vorliegt.
Wenn eines der herausführenden Kabel jedoch direkt am Spulendraht gebrochen/abgebrochen ist oder überhaupt der Spulendraht gebrochen ist, wird es kompliziert. Der Spulendraht ist hauchdünn (wie ein Menschenhaar).
Ein Ausgangskabel daran anzulöten ist nicht so einfach, das es schneller weg brennt als eine Lötverbindung zustande kommt, da der herausführende Draht mehr Hitze braucht bis er Lötzinn annimmt.
Überhaupt ist ein Problem schon den Anfang des gebrochenen Spulendraht zu finden. Außerdem ist der Spulendraht isoliert (er ist mit einer dünnen Lackschicht isoliert die auch schnell verbrennt).

Hier geht man folgendermaßen vor: (das ist allerdings Übungssache - vielleicht sollte man sich einen alten defekt PU besorgen und daran üben)
Mit Hilfe eines Feuerzeugs (bitte nur sehr, sehr kurz und nicht zu nah) ein größeres Stück des Spulendrahts (mind. mal 4-5cm) vom Lack befreien. Wirklich nur sehr kurz sonst ist nicht nur der Lack sondern auch der Draht weg.
Das geht wirklich rasend schnell. Kurz das Feuerzeug mit größerem Abstand unter dem Draht schnell entlang gezogen (eine Bewegung) und der Lack ist weg. Wenn er nicht komplett weg ist macht das nichts, Hauptsache er ist wenigstens teilweise weg.
Das herausführende Kabel ca. 1,5cm abisolieren und verzinnen. Den entlackten Spulendraht um das abisolierte und verzinnte Kabelstück wickeln (wie eine Spirale). Jetzt kann man sehr einfach dieses 1,5cm Stück verlöten.
Nicht vergessen neues Isolierband um die Spulen zu wickeln.

Alles zusammenbauen, Kappe wieder anlöten und Fertig - ?
Nun ja, es fehlt ja noch das Wachs (außer man will wachsfreie PU's). Ohne das Material (Paraffin Wachsperlen) kommt man jetzt nicht weiter.
Außerdem einen Topf zum erhitzen des Wachses. Die Temperatur sollte nicht über 65°C liegen, da der PU sonst Schaden nehmen kann.
Die komplette Kappe mit z.B. Tesakrepp abkleben (die Grundplatte bleibt frei) und den PU im flüssigen Wachs versenken - Grundplatte nach oben.
Wenn keine Blasen mehr kommen noch mal 10min warten und dann raus. Die 10 MInuten braucht der alte Wachs, der noch im PU ist, um sich mit dem neuen Wachs zu verbinden.
Den PU soweit abkühlen lassen, dass das Wachs nicht mehr flüssig ist aber auch noch nicht fest. Dann das Tesakrepp ab und den PU von außen reinigen (Wachsreste entfernen)
Wenn man den Wachs zu hart werden lässt ist die Reinigungsarbeit eine Folter ;o)

Viel Spaß beim reparieren.

Gruß
 
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  • #13
die einfachste und sicherste Variante ist der Einsatz eines Dremels mit einer feinen Trennscheibe
freut mich, dass ein Spezialist das auch so macht wie ich.

@robalin die Schrauben in der Grundplatte lass mal schön, wo sie sind. Wenn du die rausdrehst und die Grundplatte abnimmst, reißt du am Ende alle Drähte ab.
Wenn du den PU aufmachen willst, musst du die Spulen mit der Grundplatte aus dem Cover ziehen und das geht oft nur wenn das Wachs gewärmt wird.

Von Flex war keine Rede. Ein Dremel ist ein Feinschleifgerät. So eine Trennscheibe hat dann 25mm Durchmesser und ist weniger als 1mm dick.
Was ich meinte ist: PU fixiren (zum Beispiel mit Lappen im Schaubstock), dann mit einer Hand den Dremel, mit der anderen hand die Staubsaugerdüse halten.
 
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  • #14
Ich rate dringend von einer Entlötung des PU-Covers ab !!!,

mit einem herkömmlichen Lötkolben dauert das
1. viel zu lange,
2. erhitzt sich der PU viel zu hoch und führt deshalb
3. dazu, dass der PU mikrophonisch wird, weil das Wachs nicht mehr dort ist, wo es hingehört, und/oder interne Lötstellen lösen sich auf etc. p.p.
Deswegen mein Hinweis - ich habe eine 60-W-Lötstation. Damit schmilzt das Zinn bei der Verwendung der größten Lötspitze und 420-430° C so schnell, das die Kappe nicht sonderlich aufgeheizt wird.
Um das Wachs an der Wicklung muss man sich dabei keine Sorgen wachen, zwischen Spulen und Grundplatte sind ja auch noch die Magnete - die funktionieren da auch recht gut als Kühlkörper.
Dazu muss man ihn nicht erwärmen. Das Wachs kann man einfach "abrubbeln". Überreste können dran bleiben.
Bei einem PU, den ich nicht kenne, ist der Wachs-Sarkophag erst einmal eine Blackbox. Da kann der Wickeldraht durchaus auch mal pertiell im Wachs eingeschlossen sein. Wenn man das dann abrubbelt, geht man ein Risiko ein.
Wie schon geschrieben, würde ich diesen Aufwand jedoch nicht bei einem u-20-€-PickUp betreiben.
 
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  • #15
Der"Billo"-Pickup ist doch ein prima Testobjekt. Wenn er hinterher nicht mehr funktioniert, tut es nicht so weh, und wenn doch, umso besser.
 
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  • #16
Da kann der Wickeldraht durchaus auch mal pertiell im Wachs eingeschlossen sein.
Wenn die Hersteller professionell gearbeitet haben (zumindest bei Gibson PU's gab es da nie ein Problem), dann ist kein Spulendraht im Wachs.
Ich will und kann natürlich nicht ausschließen das ab und an beim Zusammenbau auch bei Gibson etwas geschludert wurde/wird.

Und natürlich habe ich auch andere Probleme erlebt
Einmal hatte ich einen neuen Humbucker der extrem dünn klang, bis ich dann heraus fand, das der Magnet falsch verbaut war.
Kann passieren...

Gruß
 
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  • #17
Durchgangsprüfung hatte ich sogar als erstes versucht, und da kam erwartungsgemäß genau nichts, dachte aber, das würde hier nichts bringen
Kleiner Denkanstoss:
prüfen/messen
Der erste Versuch kann (muss nicht) die Durchgangsprüfung sein.
Wenn die Durchgangsprüfung nichts anzeigt, ist irgendwo was (ab-) gerissen. Die Widerstandsmessung ist dann überflüssig weil der Widerstand ist dann unendlich/Out of Limit (O.L.).
Die Widerstandsmessung sagt dann wenn Durchgang vorhanden ergänzend, wieviel durchgeht (eigentlich wieviel Widerstand dem Durchfluss entgegengesetzt wird, also je kleiner der Wert, desto besser der Durchgang).
Natürlich kann man auch messen ohne vorher zu prüfen.

Also:
prüfen = black or white
messen = 50 (or more) shades of grey 😎 🤣
 
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  • #18
Freut mich, dass der Thread so gut Fahrt aufgenommen hat! Natürlich geht es hier nicht darum, einen klinisch toten und maximal durchschnittlichen Pickup unbedingt und mit maximalem Einsatz von Zeit, Gerät und Technik wieder zum Leben zu erwecken. Aber wie so oft bei solchen Dingen gilt halt: Der Weg ist das Ziel und Leben heißt Lernen! Und da habe ich (und vielleicht auch andere) schon jetzt einiges gelernt – vielen Dank also nochmals für die vielen Tipps, Hinweise und gut verständlichen Erklärungen! Ich bin ja vermutlich nicht der Einzige, der trotz technisch limitiertem Wissen und Mitteln an seinen Gitarren und anderen anspruchsvollen Geräten herumdilettiert und dabei Dinge unternimmt, die man EIGENTLICH besser den Profis überlassen sollte. Deshalb hilft jede kleine Nachhilfe enorm, um künftig wenigstens größere Disaster zu vermeiden - zu nennen wären z.B. die Hinweise zu den Unterschieden zwischen Flexen und Dremeln (von der Existenz eines Dremels habe ich ganz ehrlich trotz jahrzehntelanger Heimwerkerkarriere zum ersten Mal in diesem Thread hier gehört 🙄 oder zwischen Messen und Prüfen mit dem Multimeter; dazu auch Einblicke in ungeahnte Löttechniken.

So, wie geht es jetzt mit mir und dem kaputten Epi-PU weiter (schließlich hatte ich deswegen ja den Thread hier gestartet) – hier wäre mein Plan (naja, was man halt so nennt):

– Den PU NICHT erhitzen oder vielleicht besser sogar erst kühlen? (das Wachs...)

– Lötstelle schonend durchtrennen (einen Dremel habe ich (noch) nicht, werde also mal die Cuttermethodeoder ähnliches probieren, z.B. vorsichtig mit Stechbeitel...)

– Schrauben an der Bodenplatte NICHT aufschrauben

– Kappe abnehmen, ggf. Wachs entfernen (abpfriemeln? 🤔, Spule/Kontakte freilegen und gucken, wo welche Kabel oder Drähte abgerissen sind – und ob es überhaupt Sinn macht, da noch rumzulöten usw.

– Falls beim PU endgültig Hopfen und Malz verloren ist (sind?), das Ding vorsichtig weiter zerlegen, um zu sehen, wie sowas eigentlich aufgebaut ist, um daraus für eventuelle spätere Basteleien zu lernen; ggf. wiederverwendbare Teile ausschlachten (Magnet).

So sieht's aus... Sollte die Operation wider Erwarten doch erfolgreich sein, schreibe ich vielleicht anschließend gern einen kleinen Werkstattbericht.
 
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