Improvisieren/Dynamik mit Band üben

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Robben Ford

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Hallo liebes Board,

Mit einigen bekannten Musikern wurden wir angefragt, ob wir an einer kleinen Veranstaltung für die Neueröffnung eines Geschäfts am Rande bzw. im Hintergrund spielen würden.

Wir sind:
- eine Sängerin
- Schlagzeuger
- Akustikgitarre
- Bass
- E-Gitarre (ich)

Da wir über einen relativ langen Zeitraum spielen sollen und wir nicht die Zeit haben eine Setlist mit mehr als 10-15 Liedern einzuüben, habe ich mir gedacht, dass wir über Teile des Sets einfach nur instrumental improvisieren könnten.

Da ich mit meinen Freunden schon oft Musik gemacht habe, weiß ich, dass diese sehr gut in der Lage sind, einen Song so nachzuspielen, wie er auch im Original klingt (also im Hinblick auf Ablauf, Rhythmus, etc.), aber immer Probleme damit hatten etwas freier zu improvisieren. Damit meine ich spontan auf die anderen zu reagieren und einen Song in seinem Ablauf und Dynamik zu verändern, dass er nach zwei Minuten nicht gleich eintönig klingt.

Das heißt wenn wir z. B. einen Blues spielen und ich ein Solo spiele, dann bleibt die Begleitung eben immer zu 100% gleich und steigert sich nicht in der Dynamik und der Bassist kommt beispielsweise harmonisch auch nicht von seinen Grundtönen weg.


Habt ihr ähnliche Erfahrungen in diesem Bereich und habt ihr Tipps, wie man das dynamische Zusammenspiel mit den Mitmusikern verbessern kann, die nicht das Ohr und auch nicht das große theoretische Wissen fürs improvisieren haben.

Viele Grüße
 
Captain Knaggs

Captain Knaggs

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Habt ihr ähnliche Erfahrungen in diesem Bereich und habt ihr Tipps, wie man das dynamische Zusammenspiel mit den Mitmusikern verbessern kann, die nicht das Ohr und auch nicht das große theoretische Wissen fürs improvisieren haben.

Viele Grüße

Für die Fähigkeit zur Improvisation ins meines Erachtens nach jeder Musiker selbst verantwortlich. Wenn diese sich nicht die Mühe machen ihren Horizont in diese Richtung zu erweitern, dann wirst Du da nicht viel erreichen. Im Zweifelsfall reicht es ja, wenn alle das gleiche spielen und Du darüber solierst, bei einer Geschäftseröffnung wird eh kaum einer auf euch achten:)

Ansonsten könntet Ihr nur ab und an eventuell ein Instrument stoppen lassen, dass z.B. etwas später dann wieder einsetzt, oder der Bassist spielt nur noch die Hälfte seiner Töne oder verdoppelt mal die Anzahl, also spielt z.B. Achtel statt Viertel, dann klingt das alles etwas anders.

Viele schneller Möglichkeiten zur Improvisation fallen mir nicht ein, außer eben dass jeder daran arbeiten muss:)

Viel Erfolg!
 
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Korki

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Ich würde jetzt sagen, dass der beste Weg soetwas zu spielen, das gemeinsame Spielen ist. Setzt euch in den Proberaum und spielt zusammen. Überlegt euch vielleicht vorher einen roten Faden, hört aufeinander und macht zusammen Musik. Und vor Allem: Erwartet nicht zu viel. ;-) Wenn man da keine Erfahrung hat, braucht es Zeit, sich aufeinander einzuspielen. Geht das entspannt an.
Jenachdem wann der Gig stattfinden soll, wäre ich auch etwas skeptisch, ob da in kurzer Zeit sehr viel auftrittswürdiges Material zusammen kommt. Spielt mal 3:30 Minuten zusammen und versucht es abwechslungsreich zu gestalten. Die Zeit kann ganz schön lang werden. Und wenn ihr viele solcher Improvisationen einstreuen wollt, sollten die sich ja auch unterscheiden, damit es nicht langweilig und immer dasselbe wird. Wenn ihr das nie gemacht habt, würde ich nicht davon ausgehen, dass einfach jemand spontan ein Thema anspielt, alle einsetzen und ihr ein interessantes Lied improvisiert. Wenn ihr die einzelnen Improvisationen vorbereiten wollt, kostet das auch Zeit, die ihr genauso gut zur Erweiterung der Setliste mit Coverliedern nutzen könnt. Die können alle wenigstens richtig zu Hause üben.
Was ich sagen will: Zusammen zu jammen und zu improvisieren macht Spaß, schult, verbessert das Zusammenspiel und schafft musikalisch viele Möglichkeiten (auch dann in Coverliedern). Bis das aber auftrittsreif ist und spontan abrufbar, braucht es Zeit.
Um kurzfristig eine Setliste voll zu kriegen, ist das nicht unbedingt der zielführendste Weg. Schneller zum Ziel führt da sicher, neue, einfache Klassiker ins Programm aufzunehmen (C-F-G Lagerfeuerlieder, die jeder kennt, mag und bei denen es nicht auf 1:1 Kopien ankommt). Zudem würde ich die Lieder aus der Setliste strecken (sofern es musikalisch machbar und sinnvoll ist): Refrains doppeln, nach der dritten noch einmal die erste Strophe spielen, Gitarrensoli einbauen, die Bridge später nochmal spielen, Instrumentale Zwischenspiele häufiger spielen, Halftime-Teile einbauen (z.B. am Ende 2x Ref, 2x Halftime Ref, 2x Ref, das wären schon 4 Refs mehr ohne langweilig zu klingen, den zweiten Halftime dann wieder "hochziehen" und man hat sogar eine schöne Steigerung am Ende) etc. Da kann man wunderbar kreativ sein. Bei Tanzmucke und Hintergrundmusik funktioniert das sehr gut.
Zusammen Improvisieren würde ich trotzdem bei jeder Probe machen. Z.B. die ersten 20 Minuten zum Warmspielen. Dann kann sich jeder in Ruhe entwickeln. Wenn stattdessen jetzt kurzfristig große Erwartungen an die Bandkollegen gestellt werden, hemmt und stresst das eher und das ist für Spontanität auch nicht so förderlich. :)

edit: Ich hatte übersehen, dass ihr keine regelmäßig probende Band seid sondern nur für den Gig zusammen kommt. Dann fällt die langfristige Entwicklung natürlich weg.
 
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DerZauberer

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...überlegt euch, ob ihr das machen wollt. Ich finde eine solche Situation - außer sie wird gut bezahlt! - immer verdammt undankbar. Hintergrundberieselung kann auch aus der Konserve kommen, da braucht es keine Band. Auch für Gesang und so ... Song ist vorbei, keiner klatscht, keiner reagiert auf irgendwelche Ansagen, next Song please. Und auch Soli und Dynamik - will doch keiner, das soll bitte nett dahin plätschern. Um was für einen Zeitraum geht es denn?

Anonsten ist der Klassiker, dass man sich ein paar Blues und Jazz Standards schnappt und dann eben diverse Soli-Runden durchzieht ... das erfordert aber eben, dass die Musiker an sich damit auch klarkommen, wie ja @Captain Knaggs schon schriebt. Das kann auf die Schnelle nicht einstudiert werden, das muss man sich lange erarbeiten (jeder für sich), um es dann im Band-Kontext (gemeinsam) umzusetzen.
 
crazy-iwan

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Wir haben das damals so gemacht, wir haben ein Riff genommen, und es verschieden "laut" gespielt.
Von Clean bis stark verzerrt, gedämpft oder nicht, und je nach dem wo einer den Ton hingelenkt hat, haben die anderen versucht (nach voriger Absprache), hinterherzukommen.

Machts doch auch so. Du gibst die Dynamik an, fängst an, und sagst den Jungs, dass Du nach einiger Zeit lauter wirst.
Die sollen dann erstmal was vorher abgesprochenes machen, sei es lauter spielen, etwas anders spielen, was auch immer.

Dies wäre für mich der erste Step, um nach-Blatt-Spielern beizubringen, der Musik ohne feste Abfolge zu folgen.

Danach würde ich im Prinzip jammen.
Lange auf einem Riff rumspielen, mit der klaren Aufgabe, dass die anderen nach und nach was variieren sollen.
Sowas kann anfangs auch fest vorgegeben sein, Kreativität im Prozess kann man nicht einfach so lernen.
 
nasi_goreng

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Hi @Robben Ford ,
wenn ich so lese was Du geschrieben hast, würde ich auch eher abraten die Auftrittszeit durch Improvisationen "auszumelken". So etwas kann man mit erfahrenen Musikern machen, die einen großen Fundus an Stücken und Erfahrung im Zusammenspiel haben. So kann man sich gegenseitig die Bälle zuwerfen und das Ganze interessant halten.
Ansonsten kann es nur langweilig und uninspiriert werden. Ihr tut Euch und Eurem Publikum keinen Gefallen damit.
 
x-Riff

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Klare Worte wären angezeigt, wie schon angedeutet.

Gibt dafür mehrere Möglichkeiten: entweder Ihr sagt, Ihr spielt halt nur Eure set-list oder Ihr sagt, Ihr schaut mal, wie es läuft und probiert mal Hintergrundmusik aus - dann sollte aber für den Fall, dass Euch nicht danach ist oder Ihr merkt, dass das an dem Tag irgendwie nicht hinhaut oder die Atmosphäre nicht geeignet ist (bei Hintergrundmusik sollte die Musik nicht zu dominant sein - und das ist noch mal was anderes als eine Improvisation hinzubekommen - das erfordert nämlich noch mehr Erfahrung), die Möglichkeit bestehen, Musik aus der Konserve abzurufen.

Dann hättet Ihr zumindest nicht die Verantwortung, dass etwas, von dem Ihr nicht sicher seid, dass es klappt, klappen muss.

Gab schon ein paar gute Tipps - sowas dauert aber einfach seine Zeit. Ist ungefähr so wie es gute Tipps gibt, frei sprechen zu üben - aber gut frei zu Sprechen erfordert viel Erfahrung, unter anderem auch vor Publikum. Das hat auch damit zu tun, dass man sich selbst trauen und vertrauen muss und man auch ein Set durchstehen können muss, wo es vielleicht nicht so funzt ...

Was Ihr machen könnt, ist mal ein paar Stücke nachzuspielen, die schon improvisierte Parts drin haben. Das sind oft Aufnahmen von live-Alben. Sowas gibts eigentlich in jedem Genre. Ich spreche hier von songs an der 10-Minuten-Grenze oder darüber.
Wenn Ihr die gut nachspielen könnt, dann habt Ihr zumindest das Können. Ihr könnt ja auch diese songs in die set-List aufnehmen.

Ich tackere mal drei songs an, um ne Andeutung zu geben, was ich meine:



Es gibt noch etliches mehr, auch chilligeres oder jazzigeres oder souligeres - aber nicht selten spielt da ein Klavier oder ein keyboard eine tragende Rolle, deswegen habe ich mal die drei gepostet - beim letzten ist zwar auch ein Klavier dabei, aber das finde ich jetzt nicht so tragend.

Im Grunde genommen könnt Ihr die Euch auch anhören und wenn Ihr denkt, dass Ihr das nie schafft, dann wäre das aus meiner Sicht ein ziemlich sicheres Zeichen, dass Ihr für Vorhaben dieser Art zumindest noch mehr Zeit braucht ...

x-Riff
 
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