Improvisieren: Fuer jeden Akkord die dazugehoerige Tonleiter?

von dommoe, 21.11.06.

  1. dommoe

    dommoe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.11.06   #1
    ich glaub ich hab mal von meinem Lehrer gelernt ("ich glaube" weils schon lang her ist), dass man um seine Improvisation noch interessanter zu machen bei jedem Akkord die dazugehoerige Tonleiter spielt.
    Beispiel:
    akkordfolge C F G
    Ich spiel dann bei C die C-Dur Tonleiter, bei F die F-Dur Tonleiter usw.

    wenn ich das so mache, dann hoert es sich teilweise aber schief oder net so richtig an (ich hab gerade keine gitarre da, aber ich glaube es war die Quart bei F-dur)

    hab ich also den Tip von meinem Lehrer falsch in Erinnerung oder mach ich was falsch?
     
  2. Stringgod

    Stringgod HCA Gitarre HCA

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    Erstellt: 21.11.06   #2
    Das Tonleiter wechseln macht eigentlich erst Sinn, wenn sich die Tonart des Stückes ändert oder Akkorde vorkommen, die nicht zu den Stufenakkorden der Tonart gehören.
    In deinem Fall ist die Tonart C-Dur. Die Stufenakkorde von C-Dur sind

    C
    Dm
    Em
    F
    G
    Am
    Hdim

    Das heisst, C,F und G sind Stufenakkorde von C-Dur, somit kannst du über alle 3 Akkord die C-Dur Tonleiter spielen. Wenn du jetzt C-Dur, F-Dur und G-Dur spielst, änderst du die Tonart von Akkord zu Akkord. D.h. zuerst spielst du in C-Dur, danach in F-Dur, danach in G-Dur. Das klingt natürlich recht schräg.

    Du kannst höchstens bei jedem Akkord die zugehörige Stufentonleiter spielen. In C-Dur:

    C-Ionisch
    D-Dorisch
    E-Phrygisch
    F-Lydisch
    G-Mixolydisch
    A-Aeolisch
    H-Lokrisch

    Das machst du allerdings sowieso, auch wenn du die ganze Zeit C-Dur spielst, da alle sieben Tonleitern das Tonmaterial von C-Dur haben, also dieselben Töne. Sobald du die C-Dur Tonleiter über einen F-Dur Akkord spielst, klingt F-lydisch, da sich die C-Dur Tonleiter plötzlich auf F bezieht und man das F als Grundton bewusst oder unbewusst wahrnimmt.

    Falls du das nicht verstanden hast, such mal hier im Forum nach Stufentonleitern/Modes .

    Was evtl. etwas wirkungsvoller ist, wenn du den jeweiligen Arpeggion spielst. Also über C-Dur nen C-Dur Arpeggio über F-Dur nen F-Dur Arp. etc. .

    Ein guter Jazzer spielt von Akkord zu Akkord, d.h. er sieht jeden Akkord für sich, aber ohne das Gesamtbild zu verlieren. Das erfordert allerdings viel Übung und es ist fraglich, ob das bei Rock/Metal so von nöten ist. Ob ich jetzt denke, ich spiele über F->lydisch und über G->mixolydisch oder ob ich einfach über alle 3 Akkorde in C-Dur denke..... Was rauskommt ist wichtig.
     
  3. dommoe

    dommoe Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.06   #3
    danke fuer deine Ausfuehrlich Erlaeuterung, so genau haett ichs garnet gebraucht ;)

    ... ich hab mir das schon in etwa so gedacht, jetzt. Nur was mach ich dann beim Blues. Zum beispiel die Akkorde E7 A7 und B7. Kann ich dann jeweils E-Mixolydisch, A-Mixo und B-Mixo spielen, was ja dann das bedeuten wuerde, das ich gesagt habt, also immer die Tonleiter veraendern. Bei E-mixo spiel ich ja im Grunde die A-dur, bei A-mixo die D-dur und bei B-Mixo die E-Dur tonleiter. Macht man das in der Praxis? Ich weiss das die normale vorgehensweise beim Blues die Bluesmolltonleiter ist. Ich mein als Alternative.
     
  4. No Mercy

    No Mercy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.06   #4
    Beim Blues ist sowas möglich. Es klingt dann schon etwas jazziger. bei deinem Beispiel könnte man jetzt E-Mixo, A-Mixo und B-Mixo spielen :great: hast du schon ganz richtig erkannt. Aber Vorsicht bei den Akkordwechseln, du solltest an diesen Stellen mit den Tönen, in denen sich die Tonleitern überschneiden, arbeiten. Kommt dann gut rüber.
     
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