Inkompatibilität bestimmter Neutrik-Stecker?

von Martman, 19.12.07.

  1. Martman

    Martman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #1
    Ich habe da ein komplizierteres Problem, und zwar eine mutmaßliche Inkompatibilität bestimmter Neutrik-Stecker mit einem oder mehreren Gerät.

    Damit (hoffentlich) keiner behauptet, ich wäre geizig mit Details, hier eine detaillierte Schilderung der Situation. Ich wollte meine Kurzweil K2000RS Synthesizer-Workstation (mutmaßlich als V2 gebaut, ich glaube, welches OS jetzt verwendet wird, tut hier nichts zur Sache, aber eine V1 ist es sicherlich nicht) mit meinem als Submixer genutzten Mackie MS-1202 VLZ Pro Mischpult verbinden, und zwar die Main Outs in den Stereo-Kanal 5/6 und die Einzelausgänge A links in Kanal 3 sowie rechts in Kanal 4 (die anderen sechs Stereo-Kanäle sind bereits verplant, daher).

    Um einen Kabelsalat vermeiden und das 6/8-Höheneinheiten-Winkelrack mit möglichst vollständiger interner Verkabelung schließen zu können, entschloß ich mich, kurze Patchkabel mit Winkelsteckern zu verwenden, und besorgte mir 30-cm-Kabel mit Neutrik-Steckern, die zu 90% dem Modell NYS207 entsprechen, aber eine goldene Spitze aufweisen (keine komplett vergoldeten Stecker). Denen, die das MS-1202 VLZ Pro nicht kennen, sei gesagt, daß nahezu sämtliche Klinkenbuchsen symmetrisch ausgeführt sind. Der Kurzweil dagegen hat unsymmetrische, zweipolige Buchsen mit Ausnahme der Sampling-Eingänge. Aufgrund der nur sehr kurzen Strecke und der nicht wenigen Kanäle entschied ich mich für eine direkte Verbindung ohne DI-Box, die beim Anschluß von Geräten mit Netzkabel mit Schutzkontakt wie den Kurzweil-Workstations an einen FOH-Mischer sinnvoll sein kann, zumal gute DI-Boxen (noch dazu vier davon) nun wirklich nicht billig sind und auch irgendwo untergebracht werden wollen.

    Das aufgetretene Problem: Auf keinem der vier Eingänge kam ein Audiosignal vom Kurzweil an. Mehrere Klänge wurden ausprobiert, einen Master-Volume-Regler hat der Kurzweil nicht, ein MIDI-Signal bekam er (Kontroll-LED im Frontpanel leuchtete bei jedem Note-On-, Note-Off- etc.-Befehl auf), und Einstellungsfehler am Mischpult können auch ausgeschlossen werden.

    Sowohl der Kurzweil als auch der Mischer sind zumindest auf den betreffenden Anschlüssen voll funktionsfähig, also scheidet ein Gerätedefekt als Fehlerquelle aus.

    Die vier Kabel habe ich per Meßgerät testen lassen, auch diese funktionieren einwandfrei.

    Wenig später versuchte ich, mit denselben Kabeln (der Kurzweil war als mutmaßlich defekt abgehängt worden) ein von der Band, in der ich spiele, geliehenes, wenig benutztes und definitiv voll funktionsfähiges Behringer Virtualizer DSP 1000 P Effektgerät als Aux-Effekt 1 an dasselbe Mischpult anzuschließen. Auch dies mißlang, das Effektgerät bekam kein Audiosignal (Pegelanzeige an der Front).

    Zugegeben, es waren Billigstecker von Neutrik und nicht die Crème de la Crème, die Kabel sind auch weder Sommer noch Cordial AFAIK, ein Behringer Virtualizer ist kein Lexicon 960 L für weit über 15.000 Euro, ein Mackie ist keine SSL-Konsole, und ein Kurzweil K2000RS ist keine Korg OASYS. Aber das sollte doch die grundsätzliche Funktionsfähigkeit nicht einschränken, zumal jedem der verwendeten Geräte für sich allein die Funktionsfähigkeit bescheinigt wurde.

    Was aber auffällt, ist, daß in beiden Fällen dieselben Neutrik-Stecker mit demselben Mischpult mit mutmaßlich identischen Klinkenbuchsen kombiniert wurden und jedes Mal über keine dieser Verbindungen ein Signal übertragen wurde.

    Bei genauerer Betrachtung übrigens fiel mir auf, daß die vergoldete Spitze besagter Neutrik-Stecker teilweise deutlich länger ausfällt als Spitzen anderer 6,35-mm-Klinkenstecker, speziell im Bereich zwischen der Kerbe und dem Isolator. So meine ich mich auch daran erinnern zu können, daß die Stecker nicht vollständig in die Buchsen des Mackie-Pultes paßten. Möglicherweise bekam der für den ersten Ring vorgesehene Kontakt der Buchse statt des Rings den Isolator zu fassen.

    Weitere Untersuchungen kann ich vorerst nicht durchführen. Die betreffenden Kabel sowie ähnliche Ersatzkabel mit anderen Steckern liegen bei mir zu Hause, der Kurzweil ist zur Behebung eines anderen Defekts in der Werkstatt, und das Rack nebst Mischer und Effektgerät befindet sich im Probenraum meiner Band in einem völlig anderen Stadtteil (Fahrzeit eine Stunde) und nicht in Privaträumen eines anderen Bandmitglieds, zu besagtem Probenraum habe ich keinen Schlüssel, und die nächste Bandprobe ist nicht vor dem 8. Januar.

    Die Suchfunktion hat mir übrigens auch nichts gebracht, und selbst wenn, wäre es vermutlich wenig wünschenswert gewesen, einen auch schon mal mehrere Jahre alten Thread zu bumpen.


    Martman
     
  2. livebox

    livebox Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.12.07   #2
    Uff... das is ja mal n Ding! :confused:

    Naja, logischer Schritt wäre für mich, das mal mit anderen Kabeln zu probieren. Hast ja vielleicht noch ein paar davon 'rumliegen oder der Gitarrist hat noch welche übrig^^

    (wobei das ja schon fast ne Prinzip-Frage ist, ob man den danach frägt :D)


    Wenn die Stecker wirklich zu lang sind und die Buchsen im Mackie vielleicht etwas knapp bemessen und deren Kontakte relativ weit "unten", dann kann es schon sein, dass z.B. die Masse keine Verbingung hat.
    Symmetrisch und unsymmetrisch sollte dabei aber nicht das Problem sein.

    Ach so, ich bin jetzt beim noch mal lesen irgendwie verunsichert... hat die Sache schon mal so funktioniert?

    MfG, livebox
     
  3. Werner

    Werner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #3
    Ich bin auch von deinem Posting eher erschlagen. Es gibt auch Beschreibungen, die man durchaus knapper verfassen könnte. ;)

    Wie dem auch sei, nach Durchsicht der Neutrik-Seite habe ich keinen Stecker gefunden, der auf deine Beschreibung passt. Wie ich aber aus eigener Erfahrung weiß, reagiert Neutrik sehr freundlich und konstruktiv auf E-Mails mit Supportfragen.

    Ich möchte hier im Forum keinem die Motivation absprechen, sich intensiv mit deinem Problem zu befassen, aber vielleicht fragst du doch einfach mal bei Neutrik nach?
     
  4. der onk

    der onk HCA PA-Technik HCA

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    Erstellt: 19.12.07   #4
    Werners Suche auf der Neutrik-HP folgend, stiefelte ich nochmal in die Werkstatt, um Klinkenstecker zu beäugen. Bist du Dir sicher, daß das ein Neutrikstecker ist und kein Nachbau aus Chinesistan? Die kopieren optisch wirklich gut; bis auf die Prägung, die halt entweder nix oder halt nicht das Neutrik-Symbol ziert.

    Stecke den Stecker halt einfach mal in eine (bevorzugt offene) Klinkenbuchse und mach' 'ne Durchgangsprüfung...


    der onk mit Gruß
     
  5. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 19.12.07   #5
    sind das jetzt symmetrische oder unsymmetrische Klinkenstecker? Wenn symmetrisch sind ring und schaft gebrückt? Wenn nicht mal machen (stecker auf, lötbrücke, reicht auf einer Seite) und nochmal probieren..
     
  6. lemursh

    lemursh Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 19.12.07   #6
    Mir sind, in einem technologisch anderen Projekt als jetzt die Audiotechnik, Unterschiede in Form (Länge und Winkel) das Tip und folgend auch des Ring und Shieldings aufgefallen, die zu Störungen führen können. Die Folge sind dann entweder Kurzschlüsse (Tip Ring) oder keine Verbidnung am Tip. Hier scheinen die Federkontakte in den Buchsen tatsächlich nicht allen Steckern gewachsen zu sein (Neutrik, Amphenol etc., kein Billigzeugs).

    Worin hier die Logik der hersteller besteht entzieht sich meinen Kenntnissen, leider ist man eh nach dem Kauf schlauer...
     
  7. Peda

    Peda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #7
    typisch tontechniker... "mach mal dat und guck, ob der fehler mitwandert." :p

    eigentlich sollte doch aber ein signal ankommen, wenn der tip in der spannzange gerastet ist und der schaft hinten das gehäuse der buchse berührt. der ring wird dabei möglicherweise außer kontakt gelassen aber das macht ja nix.

    hatte so was ähnliches auch schon, dass der klinkenstecker nicht ganz in das gehäuse will und wenn man ihn reindrückt der kontakt vom tip mit an den schaft geht (bei mono).
     
  8. Martman

    Martman Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #8
    Mit 99%iger Wahrscheinlichkeit Neutrik. Es sei denn, die Chinesen erdreisten sich mittlerweile sogar, den Schriftzug mit reinzukopieren, denn der ist vorhanden. Andererseits scheinen einige Stecker kleine Verarbeitungsschwächen zu haben... Aber selbst Neutrik hat ja eine Billiglinie.

    Unsymmetrisch.


    Martman
     
  9. MB1987

    MB1987 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.12.07   #9
    Klinkenstecker sind sin der IEC 60603-11 genormt. Wenn die Stecker die Toleranzen dieser Norm erfüllen, darf es eigentlich zu keinen Kontaktproblemen kommen, wenn doch, sind es einfach keine üblichen Klinkenstecker, sondern irgendwas anderes.
     
  10. Peda

    Peda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.12.07   #10
    norm hin oder her, wenn ich 5 klinkenstecker unterschiedlicher hersteller habe, hab ich 5 verschiedene maße von 1.tiplänge, 2. dem isolationsring zw. tip und schaft und daraus ergibt sich 3. schaftlänge...
    was an sich nicht das problem ist, aber einige muchsen haben die kontakte eben an den grenzen dieser maße und erwischt man den "falschen stecker" steht man da, wo wir jetzt sind...
     
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