[Review] Yamaha MG10XU

von dr_rollo, 05.08.16.

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  1. dr_rollo

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    Erstellt: 05.08.16   #1
    Neue Kleinmixer Serie aus dem Hause Yamaha

    Yamaha_XU.jpg Häufig werde ich nach einem geeigneten Mixer für Clubbands, Duos, Alleinunterhalter, für das Homestudio oder für einen Einsatz als Keyboardsubmixer gefragt. Die Hauptkriterien sind natürlich in erster Linie, er muss günstig sein, zu groß darf er auch nicht sein, genügend Eingänge muss er haben, häufig auch einige Stereo-Eingänge. Natürlich darf heute eine USB-Schnittstelle nicht mehr fehlen, entweder zum Anschluss eines Laptops, iPads oder anderen Devices für eine Audiowiedergabe von Playbacks, Pausenmusik etc.
    Die Yamaha MG-Series hat sich nun seit vielen Jahren schon recht gut bewährt, kommt seit Ende 2014 nun in der 3. Generation wahlweise auch als XU Version mit einigen zusätzlichen Features, wobei das X für integrierte Effektsektion und das U für USB Schnittstelle steht.
    Ich hab mir das kleinste der XU Reihe mal näher angeschaut, das MG10XU, das gegenüber seinen größeren Kollegen, die es als 12, 16 und 20 gibt nicht mit Fadern, sondern anstelledessen mit Potis für den Kanallevel ausgestattet ist und außerdem mit einem externen Netzteil mit Strom versorgt wird. Ansonsten sind die Modelle von der Ausstattung, Aufbau und Funktion recht ähnlich.

    Das MG10XU hat vier Mikrofoneingänge, die als Kombibuchse ausgeführt sind, und auch als Line-Eingänge genutzt werden können. Für diese Eingänge gibt’s den typischen 80Hz Hochpassfilter, einen Schalter für PAD-Absenkung, eine gemeinsam zuschaltbare Phantomspeisung, und für zwei der Eingänge den schon aus den vorigen MG-Serien bekannte 1-Knopf-Kompressor, wobei dieser Knopf aus einem Regler besteht, der die Intensität regelt.
    MG10XU_oben.jpg MG10XU_MIC.jpg MG10XU_Line_in.jpg MG10XU_OUT.jpg
    Weiter gibt es noch drei Stereo-Line-Eingänge, von denen zwei auch neben den üblichen 6,3mm Klinkenbuchsen über Cinch-Eingängen verfügen. Der dritte Stereo-Eingang ist umschaltbar für eine Einspielung über USB, über das ein Rechner oder iPad angeschlossen werden kann. Dazu später.
    Für die Stereo-Eingänge ist eine 2-kanal-Klangregelung vorgesehen, während die Mikrofone auch zusätzlich einen Mittenregler bekommen haben, der bei 2,5kHz regelt, was in den meisten Fällen für Gesangsmikrofone ausreicht, um die Stimme etwas hervorzuheben. Ab dem MG16 gibt’s dann auch parametrische Mitten in den Mikro-Channels.

    Der Master Out ist wahlweise als XLR oder 6,3mm Klinke ausgeführt, für den kombinierten Monitor/Phone Weg (übrigens als echter Stereoweg, die InEar Fraktion wird’s zu schätzen wissen) gibt’s neben dem 6,3mm Stereo-Klinke für den Anschluss eines Kopfhörers auch einen +4db Line-Ausgang per 6,3mm Doppel-Klinken-Buchse.

    Alle Mixer der XU-Serie verfügen über dieselbe SPX Effektsektion mit 24 verschiedenen Effekten die man jeweils mit einem typischen Parameter (z.B. Halldauer) justieren kann. Natürlich kann man alternativ auch über einen Aux Send ein externes Effektgerät verwenden, muss dann allerdings einen Stereo-Eingang für den Return opfern.
    MG10XU_EFF.jpg MG10XU_Back.jpg MG10XU_NT.jpg

    Das Mischpult macht mit einem Gehäuse aus Stahlblech, die Seitenteile aus Kunststoff einen robusten Eindruck. Die Anschluss Buchsen sind alle mit dem Gehäuse verschraubt, die Regler nicht, scheinen auf einer Platine zu sitzen, aber obwohl ich das vielleicht nicht unbedingt für optimal halte, fühlt es sich nicht unrobust an. Normalerweise bin ich kein Freund von externen Netzteilen, aber der Anschluss erfolgt hier über einen verschraubbaren Stecker und sitzt absolut sicher. Aufgrund des externen Netzteils (wiegt alleine 800g) ist das MG10XU mit 2,1 kg auch nur halb so schwer wie das nächstgrößere MG12XU. Daher gibt es hier auch optional die BMS-10A Halterung, um das Mischpult auf einem Mikrostativ zu platzieren.

    Zur USB-Schnittstelle: Für mich eine der wichtigsten Kriterien, genau dieses Modell und nicht das Standard MG zu wählen. Es ist zwar kein vollwertiges Multitrack-Audiointerface, sondern bietet lediglich ein 2kanal IN und ein ein 2kanal OUT. Aber Hier hab ich verschiedene Optionen, die für normale Anwendungsfälle völlig ausreichend sind. Entweder nutze ich die Schnittstelle für die Audiowiedergabe vom angeschlossenen Device oder für das Mitschneiden der Stereo-Master-Spur. Verwende ich dieses Gerät als Keyboard-Sub-Mixer, kann ich dies Audiointerface zum Einbinden meiner VSTi nutzen. Ich hab das mal mit Mainstage auf meinem Macbook Pro getestet. Das läuft stabil und mit einer völlig befriedigenden Latenz von 6,4ms bei 64 Samples. Möglicherweise könnte ich das auch noch optimieren, was aber nicht nötig ist. Viel weniger Latenz bekomme ich über das MOTU Interface, das ich sonst verwende auch nicht.

    Mein Fazit:
    Mit dem MG10XU hat man ein gut klingendes Mischpult, mit reichlich Ausstattung für kleinere Anwendungen oder Musiker-Formationen, wo nicht mehr als vier Mikros benötigt werden, als Mischpult für den Proberaum oder alleine aufgrund der Maße auch hervorragend geeignet als Keyboardsubmixer. Der Rauschabstand ist extrem gut. Es gibt keinerlei Nebengeräusche weder über den Master- noch über den Kopfhörerausgang.
    Es liegt preislich im Mittelbereich zwischen Behringer Xenyx und Mackie Pro bzw. Allen&Heath ZED Series. Das Preis-Leistungsverhältnis ist absolut ok.
    Ich hätte mir noch Ein-/Ausschalter für die Kanalwege gewünscht, was ab einer Nummer größer zu haben ist, aber das hätte man hier aus Platzgründen einfach nicht mehr unterbringen können, oder es wäre nicht mehr zu bedienen gewesen. Das einzig wirkliche Manko für mich, um ihn als Keyboard-Submixer einzusetzen, ist ein fehlender prefade Auxweg, um mir über einen eingeschliffenen Aux-Zuweg meinen InEar Mix zu mischen. Hier müsste ich tatsächlich auf das nächstgrößere MG12XU ausweichen, das dann wiederum aber auch für einen Keyboardmixer, zumindest um es auf dem Keyboard abzustellen, leider zu groß ist.

    Eine Alternative wäre das Alesis Multimix 8 USB FX, das ähnlich wie das Yamaha aufgebaut und ausgestattet ist, zwar mit klaren Einbußen beim Effekt, kein Kompressor, leider auch nicht so zuverlässig arbeitendem USB Interface und deutlich mehr Rauschen, dafür aber mit zusätzlichem Prefade Auxweg. Also würde ich lieber ein wenig mehr investieren und zum Allen&Heath ZED-10FX tendieren. Wer auf den PreFade Weg verzichten kann, fährt mit dem Yamaha preislich deutlich besser.
     
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