Instrumentalband

von tsb.olaf, 28.06.08.

  1. tsb.olaf

    tsb.olaf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.08   #1
    Hat jemand Erfahrung mit Instrumentalmusik? Da unsere Band nach langer suche keinen sänger gefunden hat, haben wir uns entschieden, Instrumentalmusik zu machen.
    Gibt es dafür einen markt? hat man so chancen auftritte zu bekommen?

    ade
     
  2. sebu_cky

    sebu_cky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.08   #2
    In welche Richtung gehts denn? mMn gibts einfach Genres, da geht's fast garnicht ohne Gesang. Überzogenes Beispiel wär zB Hip Hop.

    Gibt aber durchaus Sachen, die absolut keinen Gesang brauchen/vertragen. Ich werf' hier einfach mal das Stichwort "Post-Rock" in die Runde...

    lg sebu
     
  3. corke

    corke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.08   #3
    Funk brauch auch nicht Gesang.
     
  4. Iggi

    Iggi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.08   #4
    Jazz? ;)
     
  5. wiesenforce

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    Erstellt: 28.06.08   #5
    Es gibt durchaus dafür einen "Markt", wenn auch kein besonders großen. Ich spiele fast nur Instrumentalmusik.
    Ich finde halt, dass es vielleicht etwas schwerer ist den Draht zum Publikum aufzubauen, wenns sich nicht um ein Pulk Jazz-Enthusiasten handelt (was womöglich noch schlimmer ist.. wenn sie überkritisch sind..).

    Was, meiner Meinung nach, auf jeden Fall erforderlich sind mindestens Einer (besser mehrere - idealerweise alle in der Band), der fähig ist zu solieren. Womöglich auch improvisiert (idealerweise.. ).
    Ich glaube die große Problematik hier ist (woran ich früher stark mit kämpfen musste - was aber mittlerweile schon besser geht), dass man nicht etwa wie in, sagen wir mal, einer klassischen Rockband der Sänger die ganze Zeit singt und man haut dann mal 16/32/x Takte Solo rein(ich sag mal ganz ignorant, bei sowas reicht es schon _fast_ ein paar flotte Achtellinien rauf und runter zu dudeln um am Ende ein Höhepunkt zu haben.. ). Vielmehr wird man viel mehr solieren (also bei mir ist das so, dass ich meistens in jedem Stück ein Solo spielen muss..). Da wirds schnell gefährlich, dass man in alte Muster verfällt (ich hatte so ein paar typische Lines und Figuren, die man vor mir zeitweise richtig oft gehört hat.. ). Und am Ende kriegt der Hörer an einem Abend 10-15 Soli an Kopf geknallt die Ähnlich klingen. Hier zeigt sich dann übrigens, warum es sinnvoll ist, viele Solier/Improvisierfähige Mitspieler dabei zu haben.. schlicht und einfach wegen der Abwechslung von Instrument/Spielstil..

    Ich hab jetzt meine Erfahrung eingetlich nur im Jazz/Blues/Funk Bereich gesammelt. wie's bei progressiven-Rock stilen oder Post-Rock aussieht, kann ich nicht sagen. Ich könnt mir aber vorstellen, dass es ähnlich aussieht.

    Also wenn ihr gezwungen werdet Instrumentalmusik zu machen, dann halte ich das eher für problematisch. Vielleicht entdeckt ihr aber einen Hang zu der Sache und es macht euch Spaß - dann wirds was.

    Vielleicht erzählst du mal was für über deine Band, seine Mitglieder und ihre Vorlieben.

    grüße
    wiese
     
  6. tsb.olaf

    tsb.olaf Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.08   #6
    also wir sind 3 mann, 2xgitarre und ein schlagzeug. Ich spiel gitarre und bin ganz klar bluesorientiert. Von der Spielweise siehts so aus, das ich meistens ein riff in allen möglichen variationen durchspiele, sowas wie das moby dick riff o.ä.. Der andere Gitarist deckt wirkliche alle richtungen ab, von jazz bis metal und spielt unglaubliche soli. Unser drummer is spezialist für schnelle beats à la arctic monkeys, aber kann auch alles andere, auch soli.
    insgesamt gehören zu unseren lieblingsbands : oasis, arctic monkeys, babyshambles, beatles, stones, cream, the who, led zeppelin, acdc, the white stripes

    ich dnke dass das gute vorraussetzungen für bluesorientierte instrumentalmusik sind, oder?
     
  7. wiesenforce

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    Erstellt: 30.06.08   #7
    Jupp. Klingt gut. Vielleicht könnt ihr ja mal ein Realbook auschecken, da gibts ein paar Blues stücke. Dann spielt einer Harmonien, der andere immer das Thema .. ein Bass wäre natürlich immer gut.

    Probieren kann man auf jeden Fall mal..
     
  8. tsb.olaf

    tsb.olaf Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #8
    wird man als instrumentalband vom publikum eigentlich aufgenommen? Sonst ist ja der sänger derjenige,der die beziehung zum publikum aufbaut, aber ohne?
    Wollen die leute mehr soli oder mehr rythmen? Gibts da ne richtlinie oder so?
     
  9. wiesenforce

    wiesenforce Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.06.08   #9
    Das kommt wohl auf die Leute drauf an. Wir kommen meist recht gut an. Ich denke vorallem ältere Generationen sind da offener. Jüngere meistens nicht so ganz.

    Also der momentane Trend läuft eher gegen das typische Thema, Solo, Thema und Schluss über eine Form. Zumindest sollte er es. Denn diese Form ist ja mittlerweile schon sehr veraltet. Ihr solltet hauptsächlich überlegen wie gestaltet ihr die Stücke interessant. Und das ist jetzt ein ziemlich weites Feld - da ist eure Kreativität gefragt. Man kann zum Beispiel den Groove verändern (ein Latin Stück in nem 16tel Feeling spielen.. ) oder neue Bridges einbauen*. Alles ist im Prinzip erlaubt.


    Was man bei Soloteilen beachten muss, finde ich, ist ein guter Spannungsaufbau. Hütet euch bitte davor, dass die Rhythmusgruppe genau so vor sich hin dudelt. Mindestens eine dynamische Anpassung sollte stattfinden. Ideal wäre ein anderer Vamp, Kicks etc..
    Ansonsten muss der Solist schon extrem gut sein um bei den Leuten was zu rühren.

    Hört euch einfach viele Leute an. Aber vielleicht auch mal auch Modernere .. nicht nur die Klassiker.. Vielleicht Mike Stern. Der hat mich Live sehr beeindruckt. Das Album ist auch nicht schlecht (wobei ich schon fast enttäuscht war, weil ich es erst nach dem Konzert gehört habe. Aber auch einfach mal in örtlichen Jazzclub gehen und gucken was die anderen so machen. In Berlin gibts z.B. viele Bands die unglaublich gut sind. Da kann man sich das Eine oder Andere abschauen.




    *ich geh hierbei von aus, dass ihr Stücke nach spielt. Bei eigenen Stücken ergibt der Satz kein Sinn.


    edit: ein absoluter CD Tipp wäre diese Platte http://www.amazon.de/Live-Very-Plug...=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1214831205&sr=8-1
     
  10. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #10
    Es war schon immer ein gutes Konzept, funktionierende Dinge zu analysieren und zu kopieren. Also: Schau dir doch einfach mal Instrumentalbands an die gut ankommen.

    Zum Beispiel Apokalyptica, die quasi die Gesangsstimme instrumental spielen, aber (bei den Coverstücken sowieso, aber auch bei den selbstkomponierten) traditionelle Songstrukturen benutzen. Das ist oft ein Fehler bei diversen Instrumentalstücken: Da es keinen gesungenen Refrain gibt komponiert man völlig frei, und am Ende fehlt der rote Faden, das Konzept.

    Und zu den Soli: Übertreibt es damit nicht. In den allermeisten Fällen sind die in der Rockband doch nur dazu da, dass man sonst sehr viel auf den Sänger achtet und der Gitarrist sich auch mal beweihräuchern will. In einer Instrumentalband fällt sowas weg. Achtet lieber auf Hooklines, griffige Melodien und Aufhänger fürs Ohr anstatt eure Zuhörer stundenlang zuzududeln. Würde ich irgendwo eine Band sehen bei der ich das Gefühl hab dass die nur keinen Sänger haben um Platz für ihre Soli zu schaffen wäre ich der erste der den Saal verlässt.

    Eine gute Adresse zum Inspirieren lassen sind übrigens diverse Elektrogenres, die oft ohne Stimme auskommen. Ich wollt zwar Blues machen, aber Songstrukturen und Spannungsbögen sind universal.
     
  11. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.06.08   #11
    Hi,

    also erster Tipp: schaut soviel über funktionierende Instrumentalbands herauszubekommen wie irgend möglich und hört Euch die mal an und fragt Euch, ob Ihr das wollt.

    Zunächst ist die Idee ja aus der Not geboren - das heißt, eigentlich wolltet Ihr was anderes. Instrumental kann klappen, muss aber nicht.

    Wenn ich daran denke, wie Bands funktionieren, die komplett instrumental oder mit großen Instrumental-Anteilen spielen, komme ich auf folgendes:
    > extrem gut eingespielte Bands mit langjähriger Erfahrung
    > extrem gute Einzelmusiker/-instrumentalisten
    > hohe Variationsmöglichkeiten der Band (Dynamik, Dichte, Intensität etc.)
    > oft Musiker, die mehrere Instrumente beherrschen, so dass das Klangbild variiert
    > häufig Bands, in denen ein Instrument die Funktion der Stimme übernimmt (Melodie, Ausdruck) - das kann ein Blasinstrument sein (Trompete, Saxophon), ein Saiteninstrument (Geige, Gitarre) oder ein Tasteninstrument (Klavier, Keyboard), ab und an mal exotischere Varianten (Xylophon, Querflöte, Akkordeon)
    > extrem Session-erfahren (hört man sich mal Cream an - eigentlich mit Stimme aber mit sehr ausgedehnten Instrumentalparts, dann merkt man, dass man denen nur ein Thema zuzuschmeißen braucht und die machen da locker 20 Minuten Musik ohne Langeweile draus - ähnlich Miles Davis in seiner Fusionzeit)

    An ein paar Stellen wäre ich da bei Euch ein bißchen skeptisch. Was nicht heißt, dass es keinen Zweck hat, sondern dass Ihr da vielleicht mal besonders drauf achtet:
    - Klangliche Bandbreite: Bass fehlt, kein keyboard was mal einen soundteppich legen könnte, kein Instrument außer der Sologitarre welches stimmähnliche Qualitäten hat ...
    Vielleicht solltet Ihr Euch mal nach einem musikalischen Mitstreiter umsehen, der möglichst breit aufgestellt ist, was die Instrumentenkenntnisse anbetrifft und der zu Euch paßt ...

    - Virtuosität und Sessionerfahrung: Was sind denn Eure längsten Stücke? Nehmt Ihr Eure Sessions auf und hört Euch die an? Versteht Ihr Euch intuitiv? Wißt Ihr, wann der andere loslegen will und geht Ihr dann auch ab?

    - Songmaterial: Was bringt Ihr denn so auf die Beine? Wie lange könnt Ihr ein Publikum instrumentell fesseln? Wie ist Eure Bandbreite?


    Vielleicht mal so als Vorschlag:
    Wir sind öfter mal mit einer oder zwei anderen Bands zusammen auf Gig-Tour gewesen. Jeder Band hatte etwas über 1 Stunde auf Lager und je nach Veranstaltungsort und so haben wir das dann zusammen bestritten. Wir hatten eine ähnliche Zielgruppe, von daher hat es gepaßt.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Instrumental-Band, die 45 bis 90 Minuten gut füllen kann, da gut reinpaßt und dass das dann auch vom Publikum gut aufgenommen wird.

    x-Riff
     
  12. tsb.olaf

    tsb.olaf Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #12
    also erst mal danke für die vielen und ausgedehnten antworten, ich weiß ja garnicht wo ich anfangen soll, deshalb in stichpunkten:

    -unser klangspektrum:mein gitarrenkollege und ich spielen beide gitarre, klavier, orgel und ukulele. das sollte ausreichen, denn wir wollen elementare musik ohne schnick-schnack machen.

    -wie soll es klingen: also meine lieblings instrumentalband ist The Bakerton Group (http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=92988551).
    So sollte es am ende ungefähr sein, von aufbau und vorgehensweise.

    -wie wollen wir vorgehen: im grunde wollen wir das genauso machen wie Cream, aus einem oder 2 themen das maximum durch ständige variation herausholen, mit einem festen thema als "refrain".

    -zu uns selbst: also der andere gitarrist und ich spielen jetzt seit 3 jahren zusammen, und wir habn uns sofort blind verstanden. Vor einem jahr kam unser schlagzeuger dazu und das hat auch auf anhieb geklappt. Also an verständnis fürinander mangelt es nicht.

    -cover oder eigene songs: prinzipiell wollen wir eigene songs, die aber manchmal aber auch bekannte riffs und melodien enthalten.

    zur musikalischen übersicht gebe ich euch noch einen mitschnitt von einer probe. das ist kein song und auch kein demo, keine idee, kein sonstwas! Bitte nicht zu ernst nehmen. es sind unglaublich viele hänger drin und die klangqualität ist auch schrecklich...also bitte nur als richtungsweisendes element betrachten
    HIER
     
  13. wiesenforce

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    Erstellt: 30.06.08   #13
    Auch wenns einfach gut ist.. ?

    ich finde es geht echt alles.. man kann sich ne pharoah sanders live anhören (ich hab leider erst live alben von dem gehört.. der will echt nciht mehr nach berlin kommen :( )..
    die spielen ein 2 minütiges thema und 22 minuten solo. aber das geht. warum? weil die solisten spannung aufbauen (bzw auch mal abbauen) und die anderen gehen mit.. hören hin, was der solist machen und gehen auf ihn ein. es ist schon fast eher eine ensembleimprovisation mit schwerpunkt auf einen spieler.

    aber man kann sich auch weather report/chick corea electric band reinziehen, wo es stücke gibt, wo garkeine soli vorkommen sondern nur formteile aneindergereiht werden. das aber mit ein solchen geist und geschmack, dass es nciht uninteressant wird. auch nich bei mehreren hören.

    ich würde dabei sogar sagen, das zweiteres um einiges schwerer ist.. aus diesen grund machten die beiden bands (weather report, chick corea electric band) sowas wahrschienlich auch nciht durchgängig.


    wie am ende die mischung ist aus beiden elementen ist halt die frage.. ich denke es ist alles hörbar solange gut gemacht. es muss halt zur band passen.

    kleiner anhang:
    http://www.youtube.com/watch?v=Zdc7S_Ecevw <-- das meine ich mit guten solo.ö.. gut aufgebaut. von der band gut mitgegangen. sehr gut. meiner meinung nach..