Kann ich den D-Dur Barre im fünften Bund mit Zeigefinger und kleinen Finger greifen??

von EVG, 14.08.20.

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pedaltrain
  1. EVG

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    Erstellt: 14.08.20   #1
    Hallo,

    folgendes:

    Derzeitig baue ich mir mein erstes selbstgemachtes Liedchen auf der Gitarre zusammen und aus dem Kadenzschema resultiert später im Liedchen ein Barreakkord im fünften Bund.
    Nun frage ich mich, wie man den Akkord richtig greifen kann, da ich mich mit Barres noch nicht richtig beschäftigt habe (außer G und F, deren Root ich mit dem Daumen greife)?

    Am einfachsten zu greifen, ist der Akkord, wenn ich mit dem Zeigefinger den Barre normal greife und mit dem kleinen Finger Fis, D und A gleichzeitig überdecke.
    Ist das technisch korrekt oder benötigen die Töne Fis, D, A jeweils einen Finger? (mittel, ring, kleiner finger)
    Wenn ich die Töne mit jeweils einen Finger greife, ist das ein total verkrampfter Akt. Wenn ich nur den kleinen Finger für alle drei Töne verwende, fühlt es sich wesentlich einfacher an.
    Wäre letztere Variante technisch okay oder falsch?

    Hier wäre die Akkordfolge beginnend mit D-Dur und sollte auf h-Moll enden.

    https://soundcloud.com/eisenvorhang/blubb
     
  2. Tremar

    Tremar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.20   #2
    Wird meist so gemacht: Mit dem Ringfinger die drei im siebten Bund greifen und mit dem kleinen Finger evtl. dann noch die hohe e Saite im nächsten Bund greifen um den 7 zu spielen - falls du zu. B. Die hohe e versehentlich mit dem Ringfinger dämpfst. Muss natürlich passen...
     
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  3. ThisErik

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    Erstellt: 14.08.20   #3
    Letztlich ist alles legitim was einem reinläuft.
    Die Variante mit kleinem Finger ist etwas bequemer, also nur zu. Die Variante mit Ringfinger zu üben würde ich trotzdem empfehlen und mir auch angewöhnen.
    Diese ist zwar ein klein wenig anstrengender, allerdings hast du mehr weiterführende Optionen für später.
     
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  4. EVG

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    Erstellt: 14.08.20   #4
    Super! Ich bedanke mich vielmals bei euch für die schnelle Reaktion und Antwort, Tremar und Erik.
    Dann werde ich die Version mit dem Ringfinger üben und den kleinen frei halten, sodass er für weitere Optionen noch verfügbar ist.

    :)

    vlg Matze
     
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  5. ThisErik

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    Erstellt: 14.08.20   #5
    Kleines Beispiel..
    Also D Barre mit Zeige- und Ringfinger.. Setzt du den kleinen Finger auf die H-saite 8.Bund dazu, hast du Dsus4 ( ich sag halt H-Saite und nicht B..)
    oder probier mal: Zeigefinger bleibt Barre komplett, Ringfinger 7.Bund D-saite, kleiner Finger 7. Bund G-Saite. die H-und E-saite macht der Zeigefinger.
    Liegt der sauber hast Du Dsus9.
    Auch bietet sich der liegende Ringfinger gut zum hochrutschen auf andere Lagen an, solche Sachen.

    Gutes Gelingen und nimm dir die Zeit. Alle brauchen diese um neues zu erlangen und bereits erarbeitetes zu erhalten.. ; )

    Gruss erik
     
  6. OliverT

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    Erstellt: 14.08.20   #6
    ... kommt drauf an ob Du 4 oder 5 Noten spielst

    nimmst Du 4, 2 x Barre
    nimmst Du 5 (sprich die hohe e Saite als a dazu, dann bietet sich die Finger Variante an .....
     
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  7. EVG

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    Erstellt: 14.08.20   #7
    Ich danke auch Dir Oliver! Der Input ist echt wertvoll für mich.

    Bei der Stelle komme ich ursprünglich von h-Moll zu A-Dur, dann folgt der D-Dur, dann der nächste Akkord, von dem ich nicht weiß, was das für einer ist (sollte aber irgendwas mit Cis-moll sein), dann wieder h-Moll...

    Wenn ich den Ringfinger benutze, muss ich meine Hand anwinkeln, die Finger verlaufen dann eher diagonal zu den Bünden und nicht parallel.
    Auf jeden Fall braucht die Variante kaum Kraft, sprich, ich muss nachm Greifen meine Hand nicht ausschütteln, weil sie nicht verkrampft.

    Und ja, Erik, wer keine Geduld hat, der ist wohl beim Gitarrespielen falsch aufgehoben... Wahrlich kein einfaches Instrument.
    Ich hoffe, dass das irgendwann besser wird, ich bleibe einfach dran. Vielleicht bekomme ich es bald flüssiger in die Finger.
     
  8. ThisErik

    ThisErik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.20   #8
    Hör nicht auf Oli..T :engel:
    die e-saite brauchst du beim D-Barre Akkord weder als a oder leere e.. du brichst dir nur die Finger bei seinem Vorschlag 2..
    (ich mit meinen Wurstfingern, man kann auch netter muskulös sagen bekomm das nur und nur halbwegs hin, wenn ich meine Zunge bis Anschlag Richtung Nasenspitze rausstrecke..) :D

    Nix für ungut oli..;)

    edit..also ich meinte nur die Variante 2 mit 4 einzelfingern..
     
  9. wolbai

    wolbai Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.20   #9
    Das ist wohl ein C#diminished (C# vermindert Akkord - mit 4 Moll Terz-Intervallen) mit Rootnote auf der A-Saite:great:

    Verminderte Akkorde sind "Zwischen-Akkorde", die Auflösen in Richtung tonales Zentrum. Der ist hier grundsätzlich zur Auflösung nach Hm passend.

    Es gibt aber noch schönere Diminished-Akkorde, die hier eventuell noch einen Ticken besser passen (z.B. das D-String Shaping mit Rootnote E im 2. Bund).

    Wenn Du Songwriting ernsthaft weiter betreiben willst, dann schaue Dir einmal die Verwendung von verminderten Akkorden genauer an. Damit kann mehr sehr viel "Würze" in ansonsten langweilige Akkordfolgen bringen.


    Hier ein Link zu einem guten Video dazu:


     
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  10. OliverT

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    Erstellt: 14.08.20   #10
    Tja, ich spiel lieber beide Versionen als nur eine ;) Und der gute John P. nimmt gerne viele Noten mit ;)

    Variationen sind kein Nachteil ;)

    Nix für ungut Eric ;)
     
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  11. EVG

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    Erstellt: 14.08.20   #11
    Hallo Wolbai,

    ja genau vermindert, ich war mir nicht sicher, deswegen schrieb ich "irgendwas", bevor ich irgendeinen Quark von mir gebe und es falsch ist und ich mich blamiere... :)
    Die verminderten Akkorde besitzen eine ähnliche Klangdominanz wie die großen Septakkorde.

    Der Link ist erste Sahne (die Gibson klingt wundervoll!).

    Den schaue ich mir sofort an.

    Ja, Songwriting... Hätte gern die Fähigkeit, dass ich das Zeug spielen kann, was mein Hirn alltäglich durchfließt... Beim Klavier war das recht einfach, bei der Gitarre fühlt es sich noch unmöglich an, alleine das richtige Greifen... Klappt das Greifen, muss ich aufpassen, dass ich beim Greifen der Akkorde (Barre) nicht die Saiten minimal bende... Sonst klingt alles schief... Das alles kostet natürlich auch viel Handkraft...
    Aber seis drum! Ich kenne mich, ich mach das, bis ich es kann. Bin da total verbissen.

    Umso mehr freue ich mich über das hier stattfindende zahlreiche Feedback!

    Danke für den Link!

    vlg
     
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  12. wolbai

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    Erstellt: 14.08.20   #12
    ... Ich komme beim Songwriting von der Gitarre her.

    Wenn ich Keyboardspuren bei meinen Songs einspiele, merke ich genau das gleiche in umgekehrter Richtung:

    Akkorde sind auf dem Piano (analog zu den Barre-Akkorden auf der Gitarre) viel einfacher versetzbar. Bei der Gitarre gibt es für einen Akkord in den verschiedenen Lagen häufig unterschiedliche Fingersätze (das ist teilweise mühsam zu Lernen und braucht halt Zeit). Die schöne Ausnahme sind dabei eben die Barre-Akkorde.

    Wenn man aber einmal die besagten verminderten Akkorde, deren drei Fingersätzte und ihren Einsatz in einer Akkordprogression verinnerlicht hat, dann kann man diese ganz prima, mit jeweils drei Haltonschritten als Inversionen über das gesamte Griffbrett (analog zu Barre-Akkorden) variieren.

    Ich glaube, ich beende an der Stelle aber jetzt einmal meinen kleinen Ausflug in's Songwriting, da es sonst OT wird.


    Viel Spaß beim weiteren Songwriting und bleib' weiter an der Gitarre dran. Nach einiger Zeit macht's dann richtig Spaß.


    Grüße aus Franken - wolbai:great:
     
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  13. EVG

    EVG Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.20   #13
    100 Prozent Off-Topic ist es ja nicht, ich finde solche Themenwandel immer spannend! Solange sie konstruktiv und freundlich bleiben... :)
    Aber Lenny scheint da konsequent zu sein! :)

    Was ich bei der Gitarre genial finde... Wie einfach sich Skalen oder Akkorde transponieren lassen. Man erspart sich da echt viel Lernaufwand...

    Beim Klavier ein Stück in As-Moll zu lernen, kann graue Haare verschaffen und wenn es dann noch ums Transponieren geht... Pfff. Das wird komplizierter...
    Oder Rachmaninov oder Scrijabin mit ihren Doppelkreuzen und Vorzeichensalat... Das kann schon die Freude trüben...

    Die Vorzeichenfalle und Tonleiterschwierigkeit fällt bei der Gitarre quasi weg... (Wie ich das bisher mitbekommen habe...)

    Außerdem braucht man nicht wirklich Handkraft wie bei der Gitarre... Ausdauer schon eher... Je nachdem was man spielt.
    Notenlesen ist auch viel einfacher...

    Nunja, wie dem auch sei... :-)

    Danke, Spaß habe ich im Moment enorm! Ich wünsche mir auch, dass ich irgendwann mal ein gewisses Niveau erreiche und die Gitarre nicht zu schnell zur Seite lege. Mal sehen...

    Vlgz ausm Erzgebirge

    Matze
     
  14. Waljakov

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    Erstellt: 14.08.20   #14
    Ich persönlich komme mit Barres, die mit dem Kleinen oder dem Ringfinger gespielt werden überhaupt nicht klar, da man das oberste Gelenk oft entgegen seiner "natürlichen" Richtung biegen muss. Das empfinde ich als eher unangenehm. Als Alternative rutsche ich 2 Bünde höher, greife D, G und H Saite mit dem Zeigerfinger, E-Saite mit dem Kleinen und A-Saite mit dem Ringfinger. Hohe E-Saite wird dann gedämpft

    Code:
    e | X
    H |-7- Zeigefinger
    G |-7- Zeigefinger
    D |-7- Zeigefinger
    A |-9- Ringfinger
    E |-10- Kleiner Finger
    
    Mit dem Kleinen Finger kann man dann wahlweise auch die hohe E-Saite oder die H-Saite greifen. Der Mittelfinger kann bei Bedarf ein D7 draus machen (e-Saite, 8. Bund).

    Von da aus ist der Wechsel nach G im C Shape relativ einfach.

    edit: Falsches Fingering berichtigt
     
  15. OliverT

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    Erstellt: 14.08.20   #15
    ..... Bassnote am 9. Bund finde ich schon grenzwertig ;)

    Dann doch bitte in den 4. Bund und auf die A Saite, da klingt das deutlich sauberer und schlichtweg besser ;)

    Wobei, wenn es um D geht, bitte jeweils 1 Bund hoch ;:)
     
  16. EVG

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    Erstellt: 14.08.20   #16
    Das fühlt sich auch gut an, wobei mir der Griff schwerer fällt. Klingt aber völlig anders :D
     
  17. Adson

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    Erstellt: 16.08.20   #17
    Vielleicht kommt es dabei sogar (ausnahmsweise) auch ein bisschen auf die Anatomie der linken Hand bzw. der Fingergelenke an?

    Ich habe die A-Barrés von Anfang an - ganz intuitiv - immer mit dem kleinen Finger gespielt, weil sich das bei meiner linken Hand viel einfach und natürlicher anfühlt.
    Erst im Laufe der Zeit habe ich dann auch den Ringfinger eingesetzt, weil der kleine einfach manchmal noch was anderes zu tun hat.
    Wenn es aber um einfache Dur-Barrés in der A-Form geht, mache ich das auch heute noch immer mit dem kleinen Finger.
    Allerdings kann ich den auch ganz gut "verbiegen", sodass auch die hohe E-Saite auf diese Weise noch sauber klingt.

    Ich könnte mir vorstellen, dass das bei verschiedenen Menschen einfach unterschiedlich ist und man sich nicht zu einer bestimmten Griffweise zwingen sollte, wenn sie der eigenen Anatomie zuwider läuft.
     
  18. EVG

    EVG Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.20   #18
    Ich kann ihn jetzt sauber spielen, das Gleiche gilt auch für den G-Dur 10-12 Bund, der ja auf die gleiche Weise gespielt wird.

    Vielen Dank für die Hilfe. Finde es sehr schön, dass man mir hier geduldig immer ausnahmslos zur Seite steht, das weiß ich zu schätzen.

    vlg Matze
     
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