Kauf eines DAW-Controllers, welches Produkt passt?

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Hallo zusammen,

ich möchte mir demnächst einen vernünftigen DAW-Controller zulegen um den Workflow beim Mischen etwas verbessern zu können.
Es gibt ja eine relativ hohe Produktfülle und die Preisgrenze ist gefühlt quasi nach oben hin offen.

Da stellt sich mir als laien aber die Frage: Was benötige ich eigentlich und welches Produkt passt zu mir am besten. Worauf muss ich besonders achten?

Da ich leider bisher wenig Ahnung von DAW-Controllern habe und ich vor allem keinen Schund kaufen möchte, eröffne ich nun diese Thema und hoffe auf ein paar Tipps von den erfahreneren Usern.

Hier mal ein paar Infos zu mir:

Zur Zeit Recorde ich hauptsächlich für mich alleine, dass ist hauptsächlich Rockmusik und daher arbeite ich meisten nicht mehr als mit maximal 10 Tonspuren.
Zum Recorden benutze ich (noch) Steinbergs Cubase Studio 5, als auch das Wavelab 6.
Mein Interface ist ein Motu 828 MKII.
Als Betriebssystem verwende ich zur Zeit noch Windows XP (möchte aber demnächst auf Windows 7 umsteigen, bzw. switchen können, da ich noch einiges an "only xp" Software habe).

Mein Rechner zum Recorden ist ein Ordinärer Dell Inspiron Desktop mit einem Quadcore.
USB ist vorhanden, bei FW bin ich mir gerade nicht sicher (bin gerade nicht vor Ort).

Budget für einen Controller sehe ich so bei Maximum 800€ (gerne auch gebraucht).

Wichtig wäre mir vor allem, dass die Fader Motorgesteuert sind, es ausreichend Fader gibt und evtl noch so vereinzelte zusätzliche Knöpfe wie "Record" "Play" "Pause", etc.
So sachen wie Zeitanzeige brauche ich nicht wirklich, denn dafür habe ich ja meine beiden Monitore.
Zudem sollten die Fader/Potis eine gewisse "Schwergängigkeit" besitzen, also nicht zu leicht sein, damit man wirklich auch feinere Einstellungen vornehmen kann.

Was ich noch cool finden würde (ich weiß aber nicht ob das möglich ist), wäre, wenn man auch Potis von Plugins damit steuern könnte.

Ach ja: evtl. wäre es sicher noch gut, wenn man das System auch erweitern könnte.

Gibt es da was passendes?
Ich freue mich auf eure Tipps :)

Lieben Gruß
Ralph
 
Matthaei

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Hi,

@Rescue:

Ich danke die vielmals für die Links und deine Antwort per se, aber damit kann ich eigentlich gar nix anfangen :-(

Zunächst einmal ist das Steinbergprodukt absolut von dem entfernt, was ich eigentlich benötige (mit nur einem Fader z.B.), zweitens bringt mir die Übersicht bei Thomann gar nix, weil ich die auch so schon gefunden hätte. Es geht mir hier eher um Tipps und Erfahrungen von Leuten die täglich, bzw. oft mit solchen Geräten arbeiten und daher Ahnung vom Workflow haben und mir ihre persönliche Meinung mitteilen können. (Oder z.B. wissen wovon man wirklich die Hände lassen sollte).

Das Behringer Produkt sieht zwar von dem was es besitzt ganz net aus, allerdings habe ich gerade in Punkto "Qualität" schon sehr viel negative Erfahrung mit Behringer gemacht und es geht mir hier ja nicht um ein kostengünstiges Produkt, weil ich sparen muss, sondern ich benötige was solides und gutes, mit dem man lange glücklich sein kann und das den Weg nach oben hin auch offen lässt (Erweiterungs technisch).

Desweiteren ist das Produkt auch wesentlich unter meinem Budgetvorstellungen (was an sich ja nix schlechtes ist). Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das Behringerprodukt meinen Ansprüchen wirklich gerecht wird, wenn vergleichsweise Hightechprodukte das 10fache kosten. Und auf Notlösung habe ich mal gar keine Lust (nicht mehr).

Gruß
 
T

ThiasHRec

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Vielleicht erwischst du gebraucht ein Mackie Control Universal Pro, die Dinger sind so ziemlich der Standard. Recht gute Qualität, sehr vielseitig (gibt sogar Schablonen und Presets für alle größeren DAWs). Aber halt neu deutlich über deinem Budget. Ansonsten, aber in der selben Preisklasse, wäre die Euphonix Artist Serie (MC Mix). Ich hab das Teil bis jetzt nur in Kombination mit dem MC Control verwendet, soll aber auch allein sehr gut sein.
Im Bereich 800 Euro gibts am ehesten noch die Digidesign Command 8, ist zwar eigentlich für ProTools gemacht, funktioniert aber auch mit anderen DAWs (allerdings wohl nicht so komfortabel). Und du hast zusätzlich eine kleine analoge Monitoring-Sektion integriert.
 
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pico

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wohl recht nah am Mackie dran ist dieser - hab ihn aber bisher nur mal gesehen, macht nen ganz ordentlichen Eindruck, war aber dummerweise nicht angeschlossen.

ICON QCON
 
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Banjo

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Der Icon wäre jetzt auch mein Tipp gewesen, der liegt preislich in der Lücke zwischen den schon ziemlich klapprigen Behringer-Teilen (die auch keine vernünftige Transport-Sektion haben) und den Mackies und Euphonix. Leider hatte ich auch noch keinen in der Hand.

So ein Behringer BCF2000 habe ich hier (gehört einem Kunden) und außer der extrem flexiblen MIDI-Programmierung kann ich nichts gutes an dem Teil finden, Fader fühlen sich kratzig an und das Gehäuse bei meinem ist etwas verzogen, drum wackelt es auf dem Tisch. Halt, doch noch was Positives: der Preis;) Dafür ist es dann schon OK, aber wenn Budget da ist, solltest Du etwas Wertigeres nehmen.

Ein Jogwheel finde ich schon extrem praktisch, hatte früher mal eins an einem inzwischen ausgemusterten Tascam US-428. Das kann man aber zur Not separat lösen mit so einem Contour Shuttle Pro, das geht über emulierte Tastatureingaben und beißt sich deshalb nicht mit einem MIDI-DAW-Controller, wenn die DAW nur ein Controller-Gerät unterstützt. Insofern würde ich die DAW-Controllerauswahl nicht unbedingt von einer Transport-Sektion abhängig machen.

Solltest Du Dich für den QCON entscheiden, schreib dach bitte nochmal kurz hier, wie Du damit klarkommst oder schreib ein kleines Review. Würde mich auch interessieren, ob das Ding taugt.

Banjo
 
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livebox

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Den Behringer habe ich selbst und werde ihn wohl auch noch einige Zeit benutzen wenn möglich (schlicht aus Anwendungs- und Budget-Gründen). Ob ich ihn noch mal kaufen würde... hm... bei den aktuellen Preisen ist es halt so, dass der QCON schon mehr als 3x so viel kostet. Muss man wohl für sich entscheiden, wie Anwendung und Geldbeutel aussehen.

Meine Erfahrungen mit dem BCF: Von der Verarbeitung her zwar wackelig im Sinne von viel Spielraum und große Toleranzen, aber es bleibt innerhalb dieser Grenzen. Die Programmierung ist, wie Banjo schon schrieb, sehr einfach. Ich habe ihn mir so eingerichtet, dass ich mit den Presets 1-5 insgesamt 40 Kanäle steuern kann in Lautstärke, Mute, Solo und Pan. Effekte etc. bediene ich im Moment lieber noch von Hand. Vor allem weil man da für fast jeden ein eigenes Preset bräuchte...
Die Transport-Sektion fällt tatsächlich sehr mager aus und ist in der Grundeinstellung nicht wirklich brauchbar. Ich wollte schon lange mal schauen ob sich das umprogrammieren lässt - habs bisher aber noch nicht gemacht. Ein JogWheel wäre wirklich von Vorteil.
Außerdem fehlt ein ordentliches Display das anzeigt, was genau und auf welchem Kanal man gerade tut.

Fazit: Um ein bisschen Hardware in der Hand zu haben (Fader zur Steuerung, Potis (diese beiden v.a. auch zur Automatisierung), Taster zum Umschalten für Mute/Solo - v.a. bei Vergleichen zwischen Kanälen!) ist der Behringer okay. Im Studio habe ich auch nicht wirklich Bedenken was die Stabilität angeht.* Trotzdem muss man ständig zwischen Controller, Tastatur und Maus wechseln und auch den Blick zwischen Controller und Bildschirm hin- und her wechseln. Den QCON kenne ich auch noch nicht persönlich, aber der Mackie ist da deutlich schöner. (Wäre auch schlimm wenn nicht ;) - bei dem Preisunterschied!)

MfG, livebox

*Musik-Service hat das Gerät gerade aus dem Sortiment genommen als ich es kaufen wollte - Grund: zu viele Rücksendungen, oft wegen kaputten Fadern. Wobei ich mich frage, wie das geht... entweder ich habe ein gutes Gerät erwischt oder die Leute haben "gegen die Motorfader gekämpft"...
 
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Banjo

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Eines muss ich dem Behringer jetzt doch noch zugute halten, er ist sehr kompakt. Der QCON ist schon ein ganz schöner Fladen auf dem Tisch (wie mir scheint zum Teil ohne Not, allein der breite Rand rundrum), den Platz hat nicht jeder und bei mir wäre das auch ein Problem.

Banjo
 
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Beim Behringer BCF2000 finde ich, dass man bereits an der Verarbeitung der Tasten
und Reglern erkennen kann,dass sie eher unpräzise bzw. schwergängig funktionieren.

Spätestens am Geklicke der Tasten ist man dann auch überzeugt davon. Denn das
kann sehr nervig sein. Stört allerdings nicht jeden. Wenn ich Motorgesteuerte
Fader haben will,dann erwarte ich allerdings mehr Präzision.

Trotzallem für den Preis,kann das für den ein oder anderen durchaus ein interessanter
und sinnvoller Controller sein.

Bei Steinberg macht man es sich im Hardwarebereich meiner Meinung nach,etwas zu einfach.
Ihre "guten" Interfaces kommen ohne midi Anschluss,und ihre Controller sind eher
minimal ausgestattet. Wobei man eigentlich erwarten sollte, dass Sequencer Hersteller
mit genug Benutzer know how und Erfahrung,ihre Hardware etwas Praxisorientierter auf
ihre DAWs abstimmen. Aber da sie es seit Jahren nicht einmal schaffen ihre Mixer
und Gruppierungs features zu verbessern,kann man gut erkennen, wer die Controller designed.

Falls du an den Mackie Control nicht gebraucht ran kommst,wie sieht es denn alternativ
mit dem Alesis Controller aus?
 
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Nerezza

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Ich bin selber auf der Suche nach eine Controller. Allerdings habe ich noch nichts gefunden, was sowohl ins Budget als auch in die Wohnung passt :redface:

Vielleicht wäre ein Digidesign Command 8 eine Möglichkeit? Soll auch mit anderen Sequencern als ProTools zusammenarbeiten, allerdings habe ich keine Ahnung, wie gut. Passt neu ins Budget und ist auch nich so ein klopper wie das qcon.

https://www.thomann.de/de/digidesign_command_8_motorfadercontroller.htm

Es ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, glaube ich. Evtl. wäre es aber einen Blick Wert.

Grüße
Nerezza
 
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Als Cubase Nutzer würde ich davon abraten. Der ist ausschliesslich für Pro Tools designed worden,und Cubase findet auch nicht den Treiber vom Command 8.
Einige haben das irgendwie mit Parallel installationen von ProTools und Cubase hinbekommen, oder ältere Treiber von Digidesign geladen,die dann in cubase erkannt wurden. Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass es einige geschafft haben auf sehr umständliche Weise manuelle Belegungen umzusetzen,aber die Fader leider garnicht anzusteuern waren.

Es hätte mich auch sehr überrascht wenn Command 8 andere DAWs offiziell unterstützt hätte.
 
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Matthaei

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Hallo zusammen,

ich danke euch für eure Meinungen.
Es wird sich also zwischen einem Mackie und einem ICON QCON abspielen.
Mal sehen ob ich in der Lage bin das Icon mal irgendwo anzutesten (sonst evtl. über 30 Days Money Back).
Ich lass es euch wissen, wenn ich Neuigkeiten habe.

Beim Mackie, werde ich wenn, dann wohl versuche das Teil über Kleinanzeigen oder bei der Bucht zu ergattern.

Lieben Gruß
Ralph
 
Matthaei

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Hallo Zusammen,

ich wollte euch nur mitteilen, dass ich ein Mackie Controll (allerdings nicht die Pro Version) unerwartet günstig bei der Bucht erwerben konnte.
Es ist gebraucht und im guten Zustand für 675 Euro zu mir gewechselt.
Ich denke, das ist ein recht gutes Schnäppchen.

Lieben gruß
Ralph
 
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Hallo Zusammen,

noch einmal ich, zum abschließenden Report. :D
Also ich hab das Mackie abgeholt und angecheckt. Es läuft ohne Probleme mit Cubase 5 und 6 und ich frage mich bereits jetzt, wie ich vorher nur mit Maus und Tastatur arbeiten konnte. :great:

Das einzige Problem ist, dass bei dem gebrauchten Controler leider keine Schablone für Cubase/Nuendo dabei war.
Anscheinend kann man die wohl auch nicht mehr erwerben.
Sollte also jemand von euch noch eine Schablone dafür besitzen und nicht benötigen, würde ich mich über eine PN freuen.


Desweiten würde es mich interessieren, ob die neuen Expander Pro mit der alten Masterconsole zusammenarbeiten. Oder muss ich jetzt zwecks Erweiterung versuchen eine alte zu erhaschen?

Lieben Gruß
 
P

pbass

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Ein Hinweis in eine ganz andere Richtung - hast Du vielleicht ein iPad? Falls ja, hast Du vielleicht nachgedacht, iPad als DAW Controller zu benutzen? Apps dafür gibt es einige, die bekanntesten sind wohl AC-7 und MIDI Touch. Hier http://www.promusicapps.com/category/music-apps/controllers/ findest Du eine Menge andere und nebenbei auch 'ne Menge Audio/Musik-Software für das iPad.

Ja, ich weiß, auf dem iPad gibt es keine echte Fader und Potis, aber ich würde erst Mal ausprobieren und dann evtl. meckern. Einen entscheidenden Vorteil hat jedoch iPad-Lösung gegenüber den klassischen DAW Controllern - Du kannst die Aufnahme aus der Ferne ohne Kabel steuern, weil es über WLAN mit dem DAW verbunden ist. Ich finde das eine Super Sache, vor allem, wenn ich z.B. hinter dem Schlagzeug sitze oder auf der Couch den Bass spiele und nicht ständig zum Rechner laufen muss oder nicht in seiner Nähe spielen muss. Den Command8 z.B. habe ich unter anderem wegen der Nicht-Mobilität verkauft. Jetzt plane ich, die V-Control App (für Pro Tools) zu kaufen. Kommt bestimmt bald.

Falls Du jedoch immer nur andere Leute aufnimmst, wäre ein "echter" Controller vielleicht die bessere Wahl.

Gruß
pbass
 
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