[Review] Steuerung des XR18 mit einem X-Touch

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Vor einigen Wochen (genau gesagt am 23.2.2016) hat Behringer eine neue Version der Firmware des X-Touch herausgebracht. Zeitgleich gab es auch ein Update der X-Air Firmware. Da ich ein XR18 mein eigen nennen kann, haben mich die Neuerungen extrem interessiert. Dazu kam dass beim Online-Händler meines Vertrauens gerade ein X-Touch günstig als B-Ware zu haben war, also habe ich mir das Teil flugs besorgt.




Warum ist der Zeitpunkt nach dem Update der beiden Firmware-Versionen so wichtig? Ganz einfach, mit diesem Update kann man endlich die X-Air Mixer direkt mit dem X-Touch steuern. Ich hatte ja in der Vergangenheit schon mal mit der BCR2000 eine Hardware-Fernsteuerungdes XR18 realisiert, jedoch verspricht das angesprochene Update ganz andere Möglichkeiten. Das will ich nun auch untersuchen. Mal schauen was da geht und was da nicht geht.

Nachdem die ganze Hardware vorhanden ist. wird mal das ganze zusammengebaut.

Hardwareaufbau:
Bestandteile:
Das XR18 ist in einem einfachen 4-HE Case verbaut.
XR18 Im Rack.png


Die verbleibende 1HE hat einige Innere Werte, versteckt ist ein Asus RT-N53, ein Dualband Router. Die Rackblende bietet Platz für einen PowerCon-Anschluss und 3 EtherCon-Buchsen. Der Router verfügt über einen 4-Port Switch und drei der vier Anschlüsse sind somit heraus geführt. der vierte Anschluss ist fix mit dem XR18 verbunden.

Das X-Touch habe ich in ein Pedalboard-Case eingebaut, da es optimal zum X-Touch passt. Zudem gab es zum Zeitpunkt der Anschaffung kein passendes Case für das X-Touch.
X-Touch.png


Da ich vorgesehen hatte die Netzwerk-Verbindung mit einem EtherCon-Kabel zu erledigen, habe ich mir auch gleich einen Adapter ins Case vom X-Touch "reingeklettet".
X-Touch-Netzwerkanschluss.png



Zusammengebaut sieht dass dann so aus:
Gesamt-System.png



Installation und Konfiguration:

Zuerst einmal muss auf den beiden Geräten die aktuelle Firmware aufgespielt werden.
Beim XR18 ist das recht einfach zu erledigen. Man verbindet sich per X-Air-Edit mit dem XR18 und kann dann gibt es im Screen Setup eine Funktion 'Update FW'. Die aktuelle Firmware auswählen und schwuppdiewupp ist das Teil aktualisiert, rebooten und passt.
Etwas schwieriger gestaltet sich das Update vom X-Touch. Zuerst sollte geprüft werden welche Version bereits aufgespielt wurde. Beim Einschalten wird in der Anzeige, die üblicherweise die DAW Zeit anzeigt, die aktuelle Version angezeigt. da sollte mindestens 1.15 stehen. Sollte die VErsion älter sein muss zuerst aktualisiert werden.
Dazu braucht man einen SysEx-Dumper für das verwendete PC-Betriebssystem. Da ich mit einem Windows 10 Rechner arbeite habe lich mir SendSX (Version 1.4.198) besorgt.
Nachdem man das X-Touch per USB mit dem Rechner verbunden hat sollte man beim Einschalten des X-Touch die Display-Taste gedrückt halten. Dann verbindet man den Sysex-Dumper mit dem X-Touch und startet die Übertragung des Files an das Gerät. Sollte das funktionieren wird am Gerät der Update-Fortschritt angezeigt. Ist alles fertig muss das Gerät aus- und wieder eingeschaltet werden. Dann sollte auch Version 1.15 angezeigt werden.

Nach dem Update kann man jetzt einen der neuen Modi auswählen. Dazu muss man vor dem EInschalten des X-Touch den Select-Button con Kanal 1 drücken und während des Einschaltens gedrückt halten. Danach wird auf den Kanaldisplays des Mixers die Settings-Werte dargestellt.
Settingswerte.png


Mit dem Update stehen nun folgende Modi zur Verfügung:
  • MC Mackie MCU Modus (alt)
  • HUI HUI Modus (alt)
  • Xctl Exklusiver Modus zur Steuerung des X-Air (neu)
  • Xctl/MC Steuerung des X-Air und auch einer DAW mit MCU(neu)
  • XctlHUI Steuerung des X-Air und auch einer DAW mit HUI(neu)

Für die drei Xctl-Modi kann man für die X-Touch Steuerung auswählen ob man via Ethernet oder den MIDI Leitungen mit dem X-Air verbunden sein will. die MC und HUI Anbindung ist dabei in jedem Fall via USB.
Verwendet man Ethernet dann kann man die IP Adresse vom X-Air festlegen (Slv IP), ob die eigene IP via DHCP bestimmt werden soll (DHCP ON) oder ob man es manuell einstellen will (DHCP OFF). Wird zweiteres ausgewählt kann man als weitere Option auch die eigen IP Adresse einstellen (my IP). Das mit einer Option für DHCP ist insofern wichtig, weil nach Anwender anstelle eines Routers auch schon mal nur einen Accesspoint benutzt. Und da gibt kenn ich keine die auch mit einem DHCP-Server daher kommen. Ich hingegen habe eine handelsüblichen Router im Einsatz und verwende daher jetzt DHCP. Bei der IP-Adresse des X-Air ist es auch nicht so genau. Sollte der X-Air nicht die eingestellte IP-Adresse haben so versucht das X-Touch durch einen Suchlauf (Scan...) einen X-Air im lokalen Netz zu finden. Schneller gehts wenn die IP-Adresse richtig eingestellt ist.

Ein Detail am Rande. Neben dem Einstellen des Betriebsmodus und weiteren Parametern, kann auch der Display Kontrast eingestellt werden (LCD). Das ist zwar umständlich aber besser als gar nix.

Ist man mit den Einstellungen fertig verlässt man diesen Modus indem man wieder auf den Select-Button von Kanal 1 drückt. Dann vergeht eine kleine Zeit und im Falle, das man alles richtig gemacht hat, erschien nach kurzer Seit die Anzeige der ersten acht Kanäle vom X-Air.

Bei der aktuellen Firmware ist übrigens eine ausführliche Dokumentation der neuen Funktionen mit dabei. Sollte jemand von euch vorhaben, das X-Air auch mit dem X-Touch zu verbinden, so schlage ich vor, die aktuelle Firmware jetzt schon runter zu laden. Behringer neigt leider dazu, solche Informationen bei der Firmware zu speichern und wenn dann neuere Versionen veröffentlicht werden, die älteren wieder vom Netz zu nehmen und damit verschwinden auch solche wertvollen Begleitdokumente.
In dieser Dokumentation ist auch ganz genau das beschrieben, was ich hier gerade ausgeführt habe. Allerdings gibts die Dokumentation halt nur in Englisch.

Funktionen zum Steuern des X-Air:
Ich beschäftige mich hier rein um die Möglichkeiten, die das X-Touch in Verbindung mit dem X-Air bietet. Das X-Touch ist ja an sich ein DAW-Controller wie die MCU von Mackie. Diesen Aspekt streife ich hier aber nur am Rande.

Übersicht über die Bedienoberfläche:
Die linke Seite des X-Touch wird durch die Kanal-Züge dominiert.
Fader-Gruppe.png


Die Fader sind an, denke ich, selbsterklärend, darüber die Schalter-Gruppen Select, Mute, Solo, und Rec. Die ersten drei haben die üblichen Funktionen (selektieren des Kanals, Stummschalten, Solo aktivieren), nur Rec wird in diesem Zusammenhang (noch) nicht verwendet. Der Schalter kommt erst bei anderen Gelegenheiten zum Einsatz.

Darüber sind die Kanaldisplays und eine Reihe von Encodern. Ist nichts anderes ausgewählt so kann man mit diesen Encodern den Pan des Kanals einstellen. Die Displays zeigen die Kanalnummer und die Beschriftung des Kanals an. Auch wird die Kanalfarbe entsprechend der Einstellung des Kanals angezeigt. Einstellen muss man die Kanalbeschriftung jedoch über einen anderen Weg, X-Air-Edit oder X-Air-Mix z.B.
Zusätzlich verfügt jeder Kanal auch über eine LED-Anzeige die den Pegel des Kanals darstellt

Fader-Select.png


Mit den beiden Tasten, die mit 'Fader Bank' bezeichnet sind, kann man zwischen den Kanalgruppen hin und her wechseln. Es gibt dabei Kanal 1-8, Kanal 9-16, Aux und FX Return, Busse und Main sowie FX Sends und DCA.
Mit den beiden Channel Tastern kann man den selektierten Kanal weiter schalten (in beiden Richtungen). Lustigerweise kann man damit zwar einen Kanal auf einer anderen Bank auswählen, die entsprechende Bank wird aber nicht aktiviert. Der selektierte Kanal wird nicht nur durch den leuchtenden Select-Taster markiert. Die Kanalnummer ist auch in der Anzeige 'Assignment' sichtbar.

Damit kann man ja schon recht gut was anstellen, die Funktionalität entspricht in etwa dem was ich damals mit der BCR2000 auch gemacht habe. Allerdings geht die Remote-Steuerung mit dem X-Touch noch viel, viel weiter.

Kanal-Einstellungen

Rechts oben befindet sich eine Gruppe von Tastern die mit 'Encoder Assign' beschriftet ist.

EncoderAssign.png


Mit diesen Tastern kann man verschiedene Parametergruppen der Kanalbearbeitung auf die acht Encoder legen. Jeder der Encoder erhält eine dem Mode entsprechende Bedeutung. Daneben gibt es auch Funktionen die durch Drücken des Encoders bzw des Rec-Tasters ausgelöst werden können. Auch gibt es Funktionen die gleichzeitiges Drücken und Drechen des Encoders benötigen. Da es recht umfangreiche Möglichkeiten gibt verweise ich zur Referenz auf die dem Update mitgegebene Dokumentation. Da gibt es recht genaue Aufstellungen was wie geht. Ich will ja kein Handbuch schreiben sondern eine Review;-)

Track
Damit kann man Gain bzw. digitalen Trim des Eingangs einstellen. Auch kann man das Routing, inkl USB-Interface beim XR18/X18 und die Phantomspeisung steuern.

Pan/Surround
Panorama ist obligatorisch, zusätzlich gibts auch eine Zentrier-Funktion (Encoder drücken und das Signal geht wieder in die Mitte) und mit dem Rec-Button kann man das Signal auf Main senden oder es bleiben lassen.

EQ
Damit kann man, auf mehrere Ebenen verteilt, den Kanal EQ sowie den HighPass einstellen. Mittels Rec-Taster 2 und drei kann man den EQ bzw. HighPass ein- und ausschalten. Alle Parameter sind einstellbar, Gain, Frequenz, Güte, Filtertyp.
EQ.png


Send
Damit kann man die Sends eines Kanals auf die 6 Busse einstellen. Wenn zwei Busse verlinkt sind, so ist der linke Regler (ungerader Bus) für den Pegel und der rechte (gerader Bus) für das Panorama zuständig. Ausserdem kann man bei Subgruppen mit REC die Kanäle auf auf die Subgruppe schalten oder nicht.

Bus.png


Plug-In
Ähnlich wie bei Send kann man hier die Pegel für die vier Effektengines einstellen.

FX.png



Inst
Auf drei Ebenen verteilt finden sich hier die Einstellwerte für das Gate, den Kompressor, den Automixer sowie die Zuordnung des Knalas zu DCA1-4 bzw. Mutegroup 1-4. Nicht einstellen kann man die Filter/Sidechain bzw. die Funktionsweise von Gate (Gate, Ducker, Expander) und Kompressor (Kompressor, Expander).

Gate.png


Kompressor.png

Assign.png



Alles in allem ist damit schon recht ordentlich zu arbeiten. ein paar Einstellungen am Kanal sind (derzeit) nicht verfügbar. Was aber das Erstellen einer Mischung selbst betrifft darf man nicht meckern, vor allem in Hinblick auf die Größe des Geräts. Damit ist aber noch nicht das Ende der Möglichkeiten erreicht.

Allgemeine Funktionstasten

Global View
Damit kommt man immer zur Standard Kanal Ansicht, egal wo man gerade ist. Wenn man bereit auf dieser ist, so leuchtet der Taster

Display /Name/Value
Dient zum Zurücksetzen der Solo-Funktion.

Flip
Dieser Taster bekommt erst seine Bedeutung mit den nachfolgend beschriebenen Taster-Gruppen Modify und Automation. Diese dienen zum Aktivieren der SOF Funktion des X-Touch. Und der Flip-Taster ist eine Möglichkeit diesen Modus zu beenden.

Modify
Die vier Taster der Gruppe Modify aktivieren den Sends-On-Fader Modus für die vier Effekt-Engines. Die Kanal Displays zeigen dann den Abgriffpunkt der Kanäle für den gewählten Bus an.
Gleichzeitig beginnt der Flip-Taster zu blinken. Beenden lässt sich der SOF-Modus mit dem Global View Taster, dem Flip-Taster oder durch nochmaliges Drücken des Modify-Tasters vom selektierten FX.

Automation
Na wer kanns erraten wofür diese sechs, ja sechs, Taster sind? Na? Ist da schon jemand draufgekommen? ....... Genau die machen (fast) das selbe wie die Modify-Taster nur eben für die sechs Busse.

Utility
Damit lassen sich die vier Mutegruppen ein- bzw. ausschalten. Für Kanäle, die vorher geöffnet (also nicht gemutet) waren, beginnt der zugehörige Mute-Taster zu blinken. (Ähnlich wie es jetzt neuerdings auch beim X32 ist)

F1-F4
Diese vier Taster dienen dazu die Parameter der vier Effekte auf die Encoder zu legen. Damit kann man alle Parameter der einzelnen Effekte einstellen. Den Effekt selbst kann man jedoch nicht wechseln. Dafür hat man die Möglichkeit bei Delay-Effekten das Tempo mittels Rec-Button einzutippen.

FX Parameter.png



F7 und F8
Mit diesen zwei Schaltern kann man die beiden Automix-Gruppen (de-)aktivieren.



Das wars soweit auch schon (fast) mit den Möglichkeiten

Übrig gebliebenes

Beim XR12 und XR16 hat man ja eine USB-Recorder Funktion. Diesen Recorder kann man auch über die Transport-Funktionen Starten, Stoppen Aufnehmen, Abspielen usw.
Beim XR18 und X18 sind diese Tasten nur aktiv wenn man im X-Touch-Modus Xctrl/MC bzw XctrlHUI ist. Dann kann man damit via USB die Transport-Funktionen einer angeschlossenen DAW steuern. Das ist ganz cool wenn man z.B. einen virtuellen Soundcheck machen will.
Mit dem Taster SMPTE/BEATS lässt sich auch die ganze Bedienoberfläche zur Steuerung der DAW umschalten. Dann funktioniert sie wie in den älteren Modi auch. Das geht soweit dass damit zur selben Zeit ein X32 und ein X-Air angeschlossen werden könnte. Das X32 braucht dann eben die X32-Edit Software. Zu gegebener Zeit kann ich ja mal herausfinden und hier posten wie das derzeitige Zusammenspiel von X32 mit dem X-Touch ist. Soviel sein nur gesagt, es geht dies und das aber es ist ein wildes Durcheinander und bei weitem nicht so gut gelöst wie das Zusammenspiel zwischen X-Air und X-Touch.

Praxiseinsatz

Ich habe die Kombination jetzt schon einige Male verwendet. Zum einen mit meiner Band (2 Gitarren, Bass, Schlagzeug) aber auch als reiner Techniker.

Bandeinsatz
an sich bin ich ja Tabletmixing inzwischen gewohnt. Wenn ich allerdings selbst spiele, neige ich dazu feuchte Hände bzw. Finger zu bekommen. Da reagieren die Tablets nicht so toll drauf und wenns mal schnell gehen soll, dann ist halt keine Zeit die Finger noch an der Hose oder am Shirt zu trocknen bevor man die Änderungen vornimmt. Ich habe zwar jetzt immer noch ein Tablet bei mir in der Nähe liegen, vor allem weil nicht alles am X-Touch eingestellt werden kann. Das On The Fly währen der Nummer eingreifen, sei es um ein Gitarrensolo zu pushen oder mal ein Tap-Tempo rein zu klopfen oder die Stimmeneffekte zu deaktivieren ist mit dem X-Touch schon deutlich einfacher.

Klar stellt sich die Frage ob sich das lohnt, denn ein X-Air und ein X-Touch kostet schon fast so viel wie ein Producer. Dem möchte ich entgegenhalten dass die notwendige Fläche des X-Touch deutlich geringer als beim Producer ist. Außerdem brauchts für den Livebetrieb ein Cat5 und ein Stromkabel fürs X-Touch, der Rest ist im Rack vom X-Air an dem auch die Ein- und Ausgangskabel angeschlossen sind. Klar man kann beim Producer auch eine S16/SD16 verwenden. Dann ist aber der Preis von der Producer-Kombi deutlich höher.
Wir spielen meist in eher kleineren Lokalen vor 50-100 Leuten und da ist dann meist auch der Platz ein Problem und mit dem jetzigen Setup bleibt alles noch im grünen Bereich.

Tontechnikereinsatz

Immer wieder mische ich bei ähnlichen Gelegenheiten (50-100) Leute verschiedene akustische und auch Rock-Bands. Es muss ja nicht immer gleich groß und mächtig sein. Hauptsache der Spaß ist mit dabei. Da habe ich in letzter Zeit auch immer wieder das X-Touch mit dem X-Air verwendet. Das X-Touch war dabei anfangs meist irgendwo in Reichweite aber nicht klassisch auf einer Mixer-Position aufgestellt. Oft war es auch zeitweise unter einer Bank deponiert. Quasi als Backup wenns mal mit dem WLan nicht funktionieren wollte.
Und wieder, obwohl ich ganz gerne mit dem Tablet arbeite, da es viele Vorteile mit sich bringt, ertappe ich mich immer wieder öfters dabei dass ich ganz gern ein paar Fader unter den Fingern habe.
Und da muss ich sagen, dass das X-Touch ein recht guter Kompromiss ist. Ich habe viel Funktionen im Zugriff und obwohl das bei der begrenzten Oberfläche gar nicht so einfach sein dürfte, die Funktionen bereitzustellen, ist es Behringer gelungen das Arbeiten mit dem Teil noch recht angenehm zu gestalten.

Fazit

Unterm Strich war es für mich eine gute Investition. Alleine schon für den Einsatz in meiner Band hat es sich gelohnt. Denn damit habe ich ein gut funktionierendes und klingendes Mischpult (das XR18) um eine kabelgebundene Bedieneinheit erweitert, das wenig Stellfläche beansprucht aber trotzdem mehr als nur die wichtigsten Parameter anbietet. Klar hätte ich einiges auch mit der BCR machen können. Allerdings ist der Funktionsumfang des X-Touchs deutlich größer, und einem Cat5 traue ich doch noch mehr als zwei Midi-Leitungen.
auch bei Industrie-Jobs oder beim Mixen von kleineren Geschichten sehe ich doch deutliche einen Vorteil gegenüber der Verwendung von Tablets mit einem Notbook als Backup.

Das Konzept einer Mixengine in der Stagebox mit abgesetzter Konsole ist ja nichts neues und jedem sind die Vorteile bewusst vor allem was die Pannensicherheit betrifft. Ich habe mich allerdings z.B. bei Allen&Heath immer gefragt warum der Mixer (z.B. die IDR64) deutlich billiger ist als eine kleine Bedienkonsole dafür (T80). Irgendwie ging das nicht in meinen Kopf. Auch die Kollegen von Presonus (der 32er RackMixer deutlich günstiger als die Bedieneinheit). Da ist die Preispolitik von Behringer noch am erträglichsten. Ich hoffe dass die Kollegen in der Music-Group Entwicklung ähnliches auch für das X32 umsetzen bzw. die Funktionen für das X-Air auch noch erweitern.
Es gibt derzeit einen Hype rund um die Tabletmischpulte. Mal sehen wie lange es dauert dass die Hersteller wieder analog zum T80, CS18, X-Touch Bedienoberflächen dazu anbieten. Leider befürchte ich dass da wieder jeder sein Süppchen kocht und ein jeweils nur in seiner Produktpallette verwendbares Kommunikationsprotokoll etabliert anstelle einen Standard wie es damals bei MIDI für die Keyboards passierte zu definieren. Und da kann keiner sagen dass das eine blöde Idee war, oder?

Was geht mir momentan noch ab?


Schade finde ich es dass das Expression-Pedal und die beiden Fußschalter nicht verwendet werden können um beispielsweise Mutegruppen oder einen Pegel per Fuß zu steuern. Oder ein Taptempo einzustellen. Das wäre nett wenn das bald einmal gehen würde. Dazu wäre es wahrscheinlich auch notwendig so was wie User Defined keys zu erstellen.
Auch wäre das Ändern der Effekte oder das Abrufen von Snapshots eine ganz nette Sache.
Wirklich wünschen würde ich mir aber auch eine direkte Anbindung fürs X32, so wie es schon bei der Produkt-Vorstellung des X-Touch versprochen worden ist. Leider ist derzeit die X32-Schiene etwas stiefmütterlich behandelt worden. Aber ich bin ja hoffnungslos optimistisch und denke mir, dass da was ganz großes in Vorbereitung ist und wir dann nur so staunen wenn die V3 mit 1001 neue Features daherkommt;-) Inklusive 100%iger X-Touch Integration selbstverständlich.
Ansonsten bin ich rundum zufrieden mit der Lösung
 
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So, jetzt sind mittlerweile ein paar Monate ins Lang gegangen und es wird Zeit einen kleinen Langzeit-Erfahrungsbericht abzuliefern. Ausserdem ist es sicher gut, sich vom langen Warten auf das Ergebnis der Weihnachtsverlosung etwas zu verkürzen indem man sich anderweitig beschäftigt;-)

Ich habe diese Konstellation inzwischen bei sehr vielen Gelegenheiten einsetzen können und bin nach wie vor zufrieden mit dieser Lösung. klar, es kommt nicht an eine Bedienung mit einer exakt für das Pult gebauten Oberfläche heran, ist aber ein deutlicher Mehrgewinn gegenüber der reinen WischMisch-Variante. Allerdings habe ich immer noch ein Laptop mit X-Air-Edit mit dabei damit ich auch noch alle Parameter, die (noch) nicht via X-Touch erreichbar sind. Diese Kombi hat sich für mich als optimal erweisen. Mache ich klassisch nur Tontechnik ist auch noch ein iPad in Verwendung hauptsächlich um Monitor zu machen. Allerdings verwende ich das Tablet dann während der Veranstaltung auch als Steuereinheit für die Effekte. Spiele ich mit meiner Band so reicht mir für die Bedienung des Pults während der Veranstaltung das X-Touch.

Auch wenn es etwas absurd aussieht für ein paar Fader fast so viel auszugeben wie für den Mixer selbst (geht man vom XR18 aus, alle anderen X-Air sind sogar günstiger als das X-Touch), so ist mir der Mehrwert in der Bedienung den Preis wert gewesen. Zudem kann man das X-Touch ja auch noch anderweitig benutzen. Da ist zum einen die Verwendung als DAW-Controller zum anderen, neuerdings, auch für die direkte Steuerung des X/M32. Gerade durch das Update beim X32 wird das X-Touch eine ernsthafte Bedieneinheit für das X32. Das ist definitiv ein richtiger Schritt für das Ökosystem der digitalen Behringer/Midas Mischpulte.
Live habe ich bisher nur mit dem X-Air und dem X-Touch gearbeitet. Für X32 Core oder X32 Rack Benutzer kann ich mir aber auch gut vorstellen dass sie von einem X-Touch profitieren könnten. Aber auch bei den Varianten mit Fadern kann das X-Touch als zusätzlicher Fader-Wing Mehrwert bringen.

Es gibt aber, auch aufgrund der Erfahrungen mit dem X-Touch, einige Punkte die aus meiner Sicht noch passieren sollten:
- Die Möglichkeit der Anzeigesynchronisation, am besten für die PC oder Tablet Anwendungen, aber auch z.B. für das X32 Rack. Damit meine ich dass sich die Anzeige auf dem Bildschirm nach der Funktion am X-Touch anpasst. Wähle ich z.B. einen Effekt zum Editieren, so sollte deren Ansicht auch auf dem Anzeige-Gerät aktiviert werden, oder den EQ, Kompressor usw.
- Die Kanaldisplays am X-Touch zeigen in der Normal-Ansicht die Kanalnamen und Farben an. Aktiviert man die SOF-Funktion für einen Aux/Effekt, dann sieht man allerdings anstelle des Namens die Konfiguration des Auxwegs (Pre/Post usw.). Das ist nicht so toll. Besser wäre es wenn weiterhin der Name sichtbar bleibt.
- der Fader neun sollte bei SOF auch den Masterfader des gewählten Mixbusses und nicht permanent den Main-LR-Fader repräsentieren.
- Die Kanal-Cursor-Tasten sollten nicht nur den Selekt-Fokus einstellen, sonder auch bei Bedarf die Bank wechseln.
- Die Möglichkeit, unbenutzte Kanäle ausblenden zu können. Vor allem beim X32 kann das sicher viel herum navigieren vermeiden helfen.
- Alternativ dazu sich auf die Transport-Tasten Direkt-Layer-Zugriffe zu konfigurieren.
- UDFs, speziell die Taps der Tempo-Delays, auf der Oberfläche.
- Generell wäre es toll wenn die Belegung der Taster zwischen X32 und X-Air annähernd gleich ist. Derzeit ist immer ein Umdenken notwendig.




Nicht unerwähnt sollte bleiben, das die X-Touch Bedienung auch in einigen Punkten vorne liegt. So kann man damit bei SoF von verlinkten Bussen die Pans der beiden Busse einstellen. Etwas das nicht mal mit dem Pult selber so funktioniert.


So, das wars fürs erste, ich geh jetzt mal schauen ob bei der Ziehung schon die Gewinner feststehen.
 
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Hi Danke für deinen Beitrag ;)

eine Frage habe ich, find die Kombination auch ganz Interessant, nur stellt sich mir eine Frage: Der Kopfhöhrerausgang ist ja am Mixer selbst und nicht am Controller oder? Weist du eine Möglichkeit um am Bedienplatz (X-Touch) mann dann auch Solo in die Kanäle reinhören kann?
 
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Spontan habe ich da nur zwei Varianten im Kopf:
1) Zieh eine Audioleitung vom Pult zum FOH. Am besten symmetriert mit einem kleine Kopfhörerverstärker.
2) deutlich teurer, nimm ein Funk-Inear-System. Da kann man auch übliche Kopfhörer verwenden. Und du kannst das auch mit dem Tablet verwenden;-)
 
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Chris Topf
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Hm.. das dachte ich mir :(
Das man den Kopfhörerausgang vom Tablet verwenden kann gibt's keine Möglichkeit oder?
 
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Spannender Beitrag... was Audio über Netzwerk angeht: Zuhause löse ich das unter Linux mittels jack und der zita-Netbridge. Nerds könnten sich da was basteln, zum Beispiel mit einem gebrauchten Thin Client (ich hab 38€ bezahlt für meinen, mit Netzteil, er dient als grafisches Terminal in FullHD, kann aber auch Audio) als Sender und einem RaspberriPi als Empfänger. Oder so. Wen Geld keine Rolle spielt: Audio over Ethernet oder Audio over IP in Google kippen. Es gibt dafür Geräte. Aber Thin Clients gibt es ab 20€ (Intel oder AMD x86, 2GB RAM, 1GB SSD) gebraucht, sicherlich ist das eingebaute Audio keine Sensation, aber fürn Kopfhörer und Playback (in die andere Richtung) vermutlich gut genug.

Aber sei's drum.

Wie sieht es denn mit dem X-Touch Compact aus? Das große X-Touch ist doch relativ teuer.

Ich stoße immer wieder auf die Mischer-ohne-Pult, erst vorgestern hab ich wieder Kabel verlegt… und ich liebe das Qu16 von A&H! Aber ich liebe nicht Kabel verlegen für ne Beschallung mit 2 Headsets und 2 Boxen. Aber graphische EQs brauch ich für sowas unbedingt, Headsets sind des Teufels, selbst mit den DPA 4066 Mics dran. Abgesehen davon der Kostenfaktor; es ist nicht mein eigenes Qu16. Aber ohne Fader drehe ich durch, unlängst hatte ich eine lebendige Podiumsdiskussion mit 6 Handfunken, 4 Benutzer ebenderer völlig untalentiert mit Mikrofonen, wenn man da nicht mehrere Finger auf mehreren Fadern hat - also ich wär am Tablet verloren.

Daher bin ich nun hochschwanger mit eben der oben vorgestellten Idee: Fader-Controller am FOH, X-Air oder ähnliches auf der Bühne. Nur: wenn es so viel kostet wie ein gebrauchtes Qu16, dann ist das alles ja wieder völlig hinfällig. Dann lege ich halt wieder Kabel, verdiene aber wenigstens am eigenen Qu16 wieder mit.

Eigentlich wäre mir ein Soundcraft UI oder RCF M18 auch lieber, aber da sieht es wohl hoffnungslos aus mit dem Anschluss von echten Fandern? Oder macht das UI etwa MIDI über USB? Beim M18 könnte es über MIDI noch gehen. Aber das ist mir eigentlich schon zu teuer, auch wenn es ein gutes Teil ist.

Mir würde eine Kombination aus großem Tablet (Android, günstig) und einfachem Fader-Controller reichen.
 
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Naja, man muss das in Relation sehen, da kommt dann ja noch ein Tablet dazu, das derzeit nicht vorhanden ist. Und da will man keinen Gruscht, man muss sich ja drauf verlassen können. Jetzt mal für die Anwendung Sprachbeschallung und kleine Musik-Acts, wo ich halt eine 8fach XLR Kabeltrommel ans Qu16 anschließe. Rechnet man noch einen 5G Access Point drauf... und wenn man wirklich Wireless gehen will einen zweiten Access Point fürs FOH, der im Client-Modus laufen kann. Oder ein vernünftiges CatCore mit Adapter.

Das große X-Touch kostet 700€, wenn ich das richtig sehe. Das Modell "Extender" wäre bei 250.
 
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Behringer hat kürzlich die Preise gesenkt. Das große X-Touch kostet nur noch 349,-.
 
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Die her weitergeführte Diskussion über konkrete Umsetzungen wurde in den X-Air User Thread ausgelagert.
 

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