Kaufberatung Akkordeon für Wiedereinstieg

von herbsch, 06.04.16.

  1. herbsch

    herbsch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.16   #1
    Hallo zusammen, ich möchte mir zum Wiedereinstieg ein chromatisches Akkordeon kaufen.
    In jungen Jahren habe ich in der Musikschule lange Zeit Akkordeon gelernt, in Akkordeonorchester gespielt usw.
    Dann bin ich zu Klavier und Synthesizer gewechselt.
    Aktuell ist nun der Bedarf entstanden für die Bühne ein Akkordeon zu verwenden.
    Überwiegender Stile wäre Austropop aber auch Wienerlied aber auch traditionelle österr. Volksmusik wäre schön eventuell abdecken zu können.
    Als Kind hatte ich ein Instrument von Hohner.
    Nachdem ich zur Zeit keine Ahnung habe ob III, IV oder V chörig, Register, Klang ... Wäre es schön, wenn Ihr mit mir Eure Meinung/Erfahrung teilen würdet.
    Danke
    Herbert
     
  2. suxeedJo

    suxeedJo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.04.16   #2
    Hallo Herbert,

    gerne ein paar Ratschläge bzw. "Gedankenfetzen" zu Deiner Frage:

    1.) Bühne = im Stehen spielen = Bewegung=> das Instrument darf nicht zu schwer sein, also scheiden viele 5-chörige Instrumente a.G. des hohen Gewichts aus
    2.) Austropop / österr. Volksmusik=> hier solltest Du für Dich selbst klären, ob Du ein doppeltes Tremolo brauchst (also das 8-8-8 Register), das ja für Alpenländische Musik typisch ist
    3.) Das Ganze muss ja irgendwie via PA ins Publikum, also wäre darüber nachzudenken wie man das Instrument sinnvoll abnehmen kann (Mikrofone, Funkstrecke, etc.)
    4.) Ist möglicherweise die Ansteuerung Deines Key-Equipments via MIDI angedacht? Dann wäre auch dieser Punkt noch ein Thema, das ggf. ordentlich Euros verschlingt.
    5.) Wäre auch ein Roland V-Akkordeon eine Alternative?

    Einfach mal so aus der Hüfte geschossen klingt Deine Nachfrage bei den genannten Rahmenbedingungen nach einem Instrument, das im Diskant 4-chörig mit
    Doppeltremolo ist und zwischen 72 und 120 Bässe hat. Sofern sich das Spiel auf der Bühne dann auf die Diskantseite beschränkt wären vor dem Hintergrund der Volksmusik möglicherweise Helikon-Bässe denkbar.

    Ganz grob gesagt würde ich bei der Suche mal im Bereich "Folklore-Akkordeon" beginnen: welches jetzt, ist sehr vom verfügbaren Budget abhängig. Hersteller gibt es hier viele...

    Eines ist wichtig: Ausprobieren, probe-spielen !

    Hier noch ein paar Begriffe für den Start der Suche: (Folklore-Akkordeon, Weltmeister Monte, Alpenklang Sinova, Zupan, Roland V-Akkordeon, Fismen, Lanzinger...)

    Ich hoffe, ich konnte ein bisserl weiter helfen.

    Gruß aus Stuttgart, Jochen
     
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  3. maxito

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    Erstellt: 07.04.16   #3
    Wenn ich die Punkte zusammenzähle, dann fallen aus meiner Sicht schon viele Bauweisen raus und ein paar andere werden richtig interessant

    1.) Bühne -> Instrument sollte kompakt und leicht und handlich sein-> 41 Tasten, 5 chörig mit Cassotto wäre für mich dann schon mal draußen.
    2.) Austropop /"Alpenstyle" -> Klang in Richtug Steierische? jedenfalls kein Casotto und ob 3x 8 Tremolo -> wiegt schon wieder mehr. -> eher nicht, von wegen Pop aber eher Midifizierung.
    3. ) PA und verstärkerfähig -> Interne Tonabnahme macht flexibel und schützt vor Rückkoppelung -> Elektronische Akkos wie Roland oder vollmidifizierte Instrumente wie die Hohner "Amica Midi" wären ideal, da speziell für den Einsatz gebaut.

    • Roland als rein elektronische Akkordeon hat für den Bühneneinsatz viele Vorteile, ist aber halt rein elektronisch.
    • Von Hohner gibt es speziell für Bühneneinsatz und in Popgruppen etc konzipierte Amica Serien, die sich speziell in letzter Zeit zunnehmender Beliebtheit unter den Bühnenmusikern erfreuen, da sie, so wie s scheint, für diesen spezielllen Einsatz gut durchdacht gebaut sind - und nicht nur rein elektronisch aufgebaut sind, somit auch in "unplugged" Situationen spielbar sind.
     
  4. herbsch

    herbsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #4
    Hallo Jochen, hallo maxito,
    vielen Dank für die rasche und präzise Antwort.
    Ihr habt mir genau die erwarteten Denkanstöße gegeben in welche Richtung ich suchen gehen soll.

    Ich möchte ein akustisches Instrument, daher scheidet Roland für mich aus.
    Kommt aber das Thema Mikrofonierung ins Spiel.
    Was sagt Ihr zum Thema Nachrüsten bzw. selber einbaun?

    Danke
    Herbert
     
  5. suxeedJo

    suxeedJo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.04.16   #5
    Es gibt hier im Forum einen eigenen Faden zum Thema "Akkordeon abnehmen..", da kannst Du mal rein schauen und wirst die unterschiedlichsten Meinungen finden.

    Ich versuche mal meine höchstpersönliche Meinung darzustellen:

    a.) Einbaumikrofonierung: Wenn, dann ein professionelles System einbauen lassen. Das ist zwar nicht billig, aber hier ist die Erfahrung der Profis einfach unschlagbar. Ein System, bei dem auf der Diskantseite 2 Mikros und auf der Bassseite eines verbaut wird, dann zu einem externen Kästchen verkabelt, war für mich nicht bühnentauglich. die Kabel rund ums Instrument sind störend. Außerdem hatte ich bei diesem System (kam aus USA, nichts billiges) Probleme mit Rückkopplungen (hier muss ich maxito auch klar widersprechen, denn der interne Einbau ist nicht zwingend besser gefeit gegen Rückkopplungen. Gängige Monitorboxen, sog. Wedges jagen einem das Signal von schräg unten direkt aufs Akki - das ist nicht unproblematisch). Nachteil einer jeden Einbaulösung ist, dass man die mechanischen Geräusche (Klappen, Tasten) deutlich mit überträgt.

    b.) Externe Abnahme mit mit Mini-Mikros (z.B. mit Schwanenhals): ist von der Mikrofonierung bei hochwertigen Mikros eine gute Lösung. Allerdings sollte man bei großen Akkordeons auf der Diskantseite für eine gute Übertragung 2 Mikros einplanen - der Klang wird so deutlich homogener. Nachteil ist hier für mich, dass man dann entweder wieder ein Kästchen (Vorverstärker/Mixer) braucht, sofern man nicht 2 Kabel oder 2 Funkstrecken verwenden will / kann.

    c.) Abnahme-Leiste zum auf die Diskantseite außen befestigen: das ist zur Zeit mein bevorzugtes System. Warum? Die Übertragung von Nebengeräuschen ist deutlich geringer als beim Einbau. Es werden über die "Länge" mehrere Kondensator-Mikro-Kapseln verwendet, die in einem integrierten Mixer zusammengefasst werden. So habe ich als Anschluss lediglich ein Klinkenkabel, mit dem ich entweder direkt auf das Mischpult der PA gehe oder in den Eingang der Funkstrecke. Nachteil ist, dass man sich für die Abnahme der Bassseite was eigenes überlegen muss. Da ich die aber auf der Bühne ohnehin nicht brauche (ich spiele da nur Diskant) ist das System prima. Lösung wäre hier eine zweite Funkstrecke mit einem Clipmikro. So kann der man am FOH das Akkordeon über zwei Kanäle prima abmischen.

    d.) Einfach ein gutes Mikrofon auf den Ständer und mit dem Akkordeon davor hinstehen: ist vor allem dann eine gute Lösung, wenn man nur gelegentlich Akkordeon spielt (sonst Keyboard) und ein solches Mikrofon ohnehin im Bestand der Bandausstattung enthalten ist. Gute Erfahrung habe ich hier mit Kondensatormikrofonen wie dem AKG C1000 oder dem Rode M3 gemacht.

    Eines ist hier aber sicher: billig kaufen heißt MEHRFACH kaufen - Akkordeonmikrofonierung ist komplex.

    Hoffe, ich konnte hier ein bisschen helfen...

    Gruß, Jochen
     
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  6. herbsch

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    Erstellt: 08.04.16   #6
    Nachmals Danke, Danke
    Wirklich Spitze was hier abgeht
    Ich fühle mich nun bestärkt und kann nun zielgerichtet recherchieren, dann ausprobieren und hoffentlich dann kaufen :-)
    Und fürs erste wird ein Mikro, das bereits vorhanden ist, wohl reichen.
    Danke
    Herbert
     
  7. herbsch

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    Erstellt: 10.04.16   #7
    Habe am Gebrauchtmarkt eine Hohner Atlantik IV N Deluxe, 25 Jahre alt gefunden.
    Was sagt Eure Erfahrung, zu alt oder ...
    Danke
    Herbert
     
  8. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 10.04.16   #8
    Bezüglich Bühneneinsatz ist das die kampferprobte Bühnensau (mal grob gesagt) Jedenfalls ist dei Atlantik DAS Akkordeon das bei praktisch jeder Tanzkapelle mit dabei war, wenn ein Akkordeon in der Combo war. Auch bei gröberem Einsatz nahezu unkaputtbar und zeimlich stimmstabil und klangstark, so dass sich das Teil auch gegenüber der restlichen Kapelle behaupten konnte.

    Wenn der Schwerpunkt auf PA verstärktem Sound liegt, dann ist die IVN gut .
    Unplugged hat die eine Tendenz zu hartem etwas durchdringendem Klang. (hat nicht umsonst den Spitznamen "Kreissäge")
    Und mit gut 11 kg kampfgewicht allerdings zum im stehen spielen vielleicht schon grenzwertig. Etwas kleinere sind da schon noch n Kilo leichter und den Unterschied merkt man nach zwei Stunden schon!

    Ich sags mal andersrum: ich hab fast kein so junges Akkordeon! Die meisten meiner Kisten sind deutlich älter.

    Grundsätzlich sind 25 jahre für ein Akkordeon kein Alter - das Problem ist, wie das Teil vorher gepflegt wurde und ob man dem Teil auch mal ne Wartung hat angedeien lassen. Drum kann das Instrument ein supe Volltreffer sein, oder aber auch n Problemkind. Das kann man so leider nicht vorhersagen, ohne das Teil selbst in Augenschein genommen zu haben.
     
  9. suxeedJo

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    Erstellt: 11.04.16   #9
    Man muss da aufpassen: m.E. werden viele Atlantic IV N de Luxe viel zu teuer angeboten. Instrumente, die bei dem genannten Alter die Klappen neu belegt bekommen haben und sauber gestimmt sind eher selten zu bekommen. Das wäre aber für mich dann das Ziel. Es gibt grad genug Spaßvögel die meinen, eine Atlantic IV ist halt einfach immer mindestens 800,- € Wert - das ist halt nicht so. Wenn eine Grundüberholung und komplette Neustimmung ansteht kann man dann dasselbe nochmal oben drauf legen und für das Geld ergeben sich halt dann ganz andere Optionen. Es gibt übrigens sehr wenige Atlantic IV N mit (doppel)-Tremolostimmung Wie sind denn Deine Vorstellungen dahingehend zwischenzeitlich?

    Ich hatte ursprünglich selbst eine Atlantic IV N dL für die Bühne - mir war das Instrument aber deutlich zu "sperrig" um im stehen zu spielen. Ich spiele auf der Bühne jetzt eine Weltmeister Monte 41, die zwar fast gleich schwer aber wesentlich handlicher ist. Sowas bekommt man auf dem Gebrauchtmarkt ab ca. 1500,- € - vielleicht eine Alternative (vor dem Hintergrund Alpenländischer Musik)?

    Gruß, Jochen
     
  10. herbsch

    herbsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.16   #10
    Hallo Jochen,
    war jetzt länger nicht im Board. Danke für Deine Gedanken.
    Ich habe dann die Finger von der N gelassen, da mich eine günstige, sehr gut erhaltene Atlantic IV S dl Musette "angesprungen" hat. (Habe zuvor eifrig das Forum durchgelesen :-) )
    Bis jetzt ist dieses Model für meine Zwecke ausreichend.
    Nochmal vielen Dank für die vielen Gedanken und die Unterstützung.
    Herbert
     
  11. suxeedJo

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    Erstellt: 25.04.16   #11
    ...ja, das klingt plausibel ! Wenn Du mit der "Physik" klar kommst sollte das eine gute Lösung für die Bühne sein...

    Gruß, Jochen
     
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