Keine Verbesserungen trotz Gesangsunterricht

von Seventy, 03.05.19.

  1. Seventy

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    Erstellt: 03.05.19   #1
    Hallo,

    mein "Problem" ist, wie im Titel schon geschrieben, dass ich mich nicht verbessere, trotz Gesangsunterricht. Ich habe seit ungefähr einem Dreivierteljahr Unterricht mit einem guten Freund zusammen, bei einem wohl kompetenten Lehrer, den wir beide mögen.
    Der Unterricht ist eher selten, weil er ja auch Geld kostet..^^ d.h., einmal alle zwei Wochen für 60 Minuten, am Abend.
    Daneben singe ich aber auch zu Hause regelmäßig Lieder, die ich mag. Stimmübungen mache ich aber nicht unbedingt.
    Da mein Zuhause sehr dünnwandig ist, habe ich auch Hemmungen beim Singen...

    Der Freund, mit dem ich zsm singe, macht jetzt gerade gute Fortschritte. Er hat sich einfach nie getraut lauter zu singen und macht es jetzt, wodurch seine Stimme klarer und voller klingt. Zwar trifft er die Töne manchmal nicht, aber es hört sich schon gut an.
    Bei mir ist so, dass ich den "Ratschlag" des Lehrers - Kiefer tiefer^^ - nicht ausführen kann. Es ist extrem schwer für mich, gleichzeitig die Worte korrekt zu singen/artikulieren und den Mund weit aufzumachen. Ich kanns einfach nicht.
    Ich glaube dadurch bleibt meine Stimme einfach leiser und weniger voll und fast piepsig.
    Ich hasse meine Stimme und schäme mich - eig nur, weil ich mich auch aufnehme, wenn ich singe und dann erst höre, wie scheiße es klingt.. so, während des Singens finde ich meine Stimme gar nicht so schlecht.
    Ich glaube, durch das viele Singen zu Hause, habe ich mir schlechte Singgewohnheiten angeeignet. Zum Beispiel mit wenig weit geöffnetem Mund zu singen etc.

    Insgesamt fühle ich mich gerade sehr blöd. Mein Freund wird jetzt immer gelobt und ich werde fast gar nicht mehr beachtet.^^ Ist wahrscheinlich nur mein Gefühl.. Meine Stimme klingt - höchstes Lob vom Lehrer - nett.
    Es ist höchst unangenehm, einfach nicht weiterzukommen..

    Gibt es für mein diffuses Problem Übungen oder Ratschläge?

    LG
    Pia
     
  2. Jakari

    Jakari Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #2
    Hallo,

    Meine Meinung bzw vllt "Rat":
    1. Vergiß das Vergleichen wollen ala "äh, der Dings ist soviel besser und alle loben ihn etcpp". Was nützt es Dir?
    Richtig, nichts. Setzt nur extra unter Druck.

    2. Möglicherweise ist der GL einfach nichts für Dich! Gesangslehrer gibts gute und weniger gute, um es mal so zu sagen. Wichtig ist, dass ein GL zu DIR und DEINER Stimme weiss, wie er das fördern und weiterentwickeln kann

    3. Schau mal nach der "Lichtenberger Methode".
    Wie im Forum von mir mehrfach genannt, setzt die da an, wo die meisten GL versagen, bzw aufhören.
    D.h. Du lernst zB den Körper als "Klangraum" zu verstehen; oder, wie Du mit wenig Luft, bzw auch "leisen" Tönen, dennoch eine kräftige Stimme hast.

    4. Üben musst Du schon, klar.
    Und ein 3/4 Jahr Gesangsunterricht, ist nicht wirklich soooooo viel.
    IdR kann man (als ETWA!!! Richtwert) sagen, freilich je nach Mensch individuell versch. ........ dass Erfolge, Fortschritte bzw hörbare Veränderungen usw. nach gut 1 Jahr ca. bemerkbar sind.

    Ne Stimme ist ein Instrument, was ebenso geübt, trainiert und gepflegt werden muss.
    Arbeite an Deinem Selbstwert, und erkenne auch an, dass jeder SEIN Tempo hat, in dem er/sie lernt; bzw Gelerntes auch umsetzen kann.

    Nebenbei:
    Diese "Kiefer tiefer - Kopf Hals Bauch, bilden einen "Schlauch" Prinzip was der GL da als Rat gab, mag bei klassischem Gesang uU funktionieren, ist aber nicht für jeden geeignet.
    Es gibt weit mehr Möglichkeiten, als die "alte Schule".
    Sei froh dass Du nicht als Tip bekommen hast, mit nem Löffel die Zunge nach unten zu pressen, und dann Gaumen/Rachen Bereich als "Tonraum" zu nutzen.

    Nicht alles was der Lehrer sagt, muss/kann auch auf Dich passen.

    Mal auf die Schnelle.

    lg
     
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  3. FerdinandK

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    Erstellt: 03.05.19   #3
    Was hilft mir Lob wenn ich lernen möchte?
    Aus meiner Sicht ist "Mund auf" eine Grundvoraussetzung (egal welche Stilrichtung), natürlich muss man dabei das Artikulieren und Formen von Vokalen neu lernen (wirklich neu lernen). Sieh dir deine Vorbilder mal auf Video an und achte auf deren Mundöffnung.
    .
    Es gibt zwei Möglichkeiten (und noch viele andere)
    A) ich bin arm und gebe mich dem Schicksal hin
    B) ich fange an zu tun und machte was nötig ist und noch viel mehr
    .
    Beim Gesangsunterricht spricht man gerne vom "dritten Jahr" in welchem sich was tut ...
    .
    Es ist egal wie ich aktuell singe, es kommt darauf an ob ich mich entwickle. Die Entwicklung hat nicht nur mit Stimme und Körper zu tun, ich muss mich selbst entwickeln. Es beginnt damit, dass ich für meine Stimme verantwortlich bin, ich bestimme, ich forme, ich arbeite daran wie sie klingt (es ist nicht das Schicksal, nicht Zufall, nicht das unwissende Publikum), es liegt immer an mir. Denkt man genau darüber nach ist das unendlich positiv, man stelle sich vor, es wäre tatsächlich das Schicksal und ich nur Passagier ... .
    .
    Durchhalten, arbeiten, weiterarbeiten, dem Lehrer eine Chance geben (das tun, was er sagt). Ich habe selbst viele Jahre verschwendet, weil ich meiner Lehrerin letztendlich keine Chance gab, mach nicht den gleichen Fehler wie ich.
     
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  4. drowo

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    Erstellt: 03.05.19   #4
    Hallo und Wilkommen im Board! :hat:

    was du schreibst klingt für mich schon so als würde es dein Problem erklären:
    • Du hast zwar alle 2 Wochen Gesangsunterricht, aber übst nicht unbedingt das was du im GU lernst. Wie soll man es dann lernen?
    • Die Hemmungen beim Singen sind leider kontroproduktiv, wenn auch nachvollziehbar. Das Einfachste - und gleichzeitig das Schwerste - wäre zu sagen "Sch**ß drauf, dann hört halt alle Welt wenn ich mal daneben liege, na und?". Deine Hemmungen ... na ja hemmen dich ja wortwörtlich beim Singen.
    • Ein 3/4 Jahr ist nicht so arg viel, wenn es um Musikunterricht im Allgemeinen und um Singen im Besonderen geht.
    • Den Mund zu öffnen beim Singen wäre schon wichtig. Die Mundhöhle ist einer der wichtigsten Klangräume. Du formst die Töne indem du die Form deiner Mundhöhle entsprechend anpasst. Ob das jetzt "Kiefer tiefer" oder sonst was ist, aber mit überwiegend geschlossenem Mund ist deine Tonformung sehr eingeschränkt. Alle kräftigen, vollen Klangarten - egal ob Belting oder Operngesang - werden mit recht weiter Mundöffnung vollbracht.
    Hast du die Möglichkeit, irgendwo zu singen, wo du ungezwungen singen, schreien, kreischen, toben .... kannst? Idealerweise ein professionell schallgedämmtes Tonstudio bei dir Keller ;), aber falls es daran mangeln sollte z.B. eine einsame, laute Bahnunterführung? Da hast du zwar keine echte Kontrolle über deinen Gesang, könntest aber mal die Hemmungen ablegen und einfach laut drauf los singen. Hast du ein Auto? Singen im Auto ist wegen der Haltung nicht 100% perfekt, aber 800% besser als völlig gehemmtes "ich singe, aber hoffentlich hört es keiner". :)

    Dann lass das Aufnehmen erst mal sein! Wenn du ohnehin Hemmungen hast ist das absolut kontraproduktiv. Du hast einen GL, der gibt dir das Feedback was du braucht. Du kannst doch als Anfänger
    • weder einschätzen, wie deine Stimme nach soundsoviel Monaten GU klingen sollte,
    • noch kannst du beurteilen wie selbst ein guter Sänger mit schlechtem Equipment aufgenommen und nicht mit teurer Studiotechnik produziert klingen würde! Damit eine Stimme genauso klingt wie mit Bio-Ohren muß man schon ein wenig in die Tasche greifen ...
    Natürlich ziehst du statt dessen als Vergleich irgendwelche voll durchproduzieren RnB, Rock oder was-auch-immer Songs heran und das KANN nur frustrierend sein. Warte damit ruhig noch eine Zeit (Monate - Jahre).

    Eine Möglichkeit wäre Einzelunterricht, also ohne deinen Freund. Das dürfte aber teurer werden als in der 2er Gruppe. Ich halte es ehrlich gesagt auch für ungeschickt, dass es ausgerechnet der eigene Freund ist. Man nimmt diese "Rivalität" schnell mal mit nach Hause ins Privatleben. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit meiner Frau zusammen Unterricht und ich werde gelobt, sie nicht - nein, das stelle ich mir lieber nicht vor :D

    LG Robert
     
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  5. moniaqua

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    Erstellt: 03.05.19   #5
    Viel, wenn es berechtigt ist. Es hilft z.B., bei Hemmungen den Mund aufzumachen.

    Mehr heute abend spät oder morgen.
     
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  6. drowo

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    Erstellt: 03.05.19   #6
    Nanu? Wo hast du das im Eingangspost gelesen? :confused:
     
  7. Piano1071

    Piano1071 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #7
    Ich bin kein Sänger, wohlaber seit langer zeit als Musiker unterwegs. Durchweg waren die besten Sänger, die, die keine Angst hatten sich selbstbewusst zum Vollhorst zu machen oder auch mal schief zu singen. Kein Angst, hau mal einfach voll rein, dann kommt das schon.
     
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  8. Jakari

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    Erstellt: 03.05.19   #8
    Nirgends.
    Das kenn ich von "meinem" GL früher.
    Ist die Ergänzung zu dem "Kiefer tiefer".


    Ähm...
    Die Mundhöhle (Rachenraum + Gaumen) sind EIN!!! Klangraum, aber nicht DAS Ding an Sich.
    Ich hab gelernt (u.a. eben durch benannte Lichtenberger) dass Zum Gesang "kleine Kugel (Kopf, also Rachen/Gaumen) + grosse Kugel (Bauchraum") durch die gesamte Schleimhaut innen, ein riesiger kompletter "Ton-Raum" sind, und nur effektiv zusammen wirkend, zur Tonformung, Klangbildung, Expressivität etc. sinnvoll verwendet werden.

    Auch mit geschlossenem oder halboffenem Mund (Kiefer) kann man singen und Silben, Töne etc bilden.
    Ist eben nur eine andere Herangehensweise als die "klassische" Schule.
     
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  9. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.05.19   #9
    Willkommen,

    nur paar Kleinigkeiten.

    Gerade bei Unterricht können die ersten Erfolgserlebnise mitunter auf sich warten lassen. Noch mehr, wenn der Unterricht nur zweimal monatlich stattfindet.

    Das halte ich für einen großen Fehler. Zum einen sollte GU individuell sein und einzeln stattfinden, zum anderen: Naja, du merkst es ja gerade selbst. Dein Freund macht schneller Fortschritte und du schiebst Frust. Das geht nach hinten los.

    Es könnte gut sein, dass dein Freund nur deshalb schneller Fortschritte macht, weil er auch ein Mann ist, wie der Lehrer.

    Mein Tipp wäre, diese Situation sofort zu ändern, auch wenn es ein paar Euro mehr kosten. Oder eben ohne Unterricht.
     
  10. drowo

    drowo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.05.19   #10
    Ach so.
    Stimmt. Hab ich aber auch nicht geschrieben. :nix:
    Klar, aber irgendwas muß man mit dem Mund (+ Rachen etc) halt schon anstellen. Wer vor lauter Hemmung "die Zähne nicht auseinander kriegt" wird sich schwerer tun.
     
  11. FerdinandK

    FerdinandK Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #11
    Singen ist vergleichbar mit Aktmodell sein, man zeigt letztendlich alles. Es lässt sich viel einfacher aktmodelln, wenn der Körper trainiert ist. Genau in gleicher Weise hilft die "Technik" dem Sänger. Der direkte Weg zum "CharakterAktModell" ist ungleich schwieriger und verlangt sehr viel Mut, oft viel zu viel Mut um wirklich alles (ohne Technik) zeigen zu können.
    .
    Singen (lernen) ist kein Sprint, es ist ein lebenslanger Dauerlauf.
     
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  12. Seventy

    Seventy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #12
    Danke fuer das zahlreiche Feedback.
    Ich denke, dass ich mir das nicht leisten koennte, Einzelunterricht zu nehmen. Aber mit dem Zweierunterricht aufhoeren und alleine an mir arbeiten klingt jetzt auch nicht so prickelnd.

    Ja, hab ich auch schon mal gehoert u gelesen dass Singen lernen ein Prozess ueber Jahre hinweg ist. Ich hab mich - faellt mir gerade ein - auch schon ein bisschen verbessert. Ich habe am Anfang noch viel leiser "gesungen". Habe noch Aufnahmen von der Zeit.

    Vlt muss ich einfach noch mehr und fokussierter an mir arbeiten. Und mich nicht so runterziehen lassen von meiner Stagnierung. Es lockerer sehen. Das wird schwer fuer mich..
    Wir haben in unserem Haus tatsaechlich einen Musikraum. Der ist zwar auch alles andere als schalldicht, aber im Keller.

    Also ist fuers Singen gar nicht soo wichtig den Mund sehr weit aufzumachen? Woran koennte es dann liegen dass ich nicht lauter werde und eher kraftlos...?
     
  13. andiu

    andiu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #13
    Sehr gut :)

    Du hast schon ein paar Tipps bekommen und der wichtigste: Üben ;) Sowohl das Singen selbst als auch unterstützende Techniken die du mittlerweile (teilweise) kennen solltest.
    Warmsingen/Atemtechnik und natürlich den Mund aufmachen. Ich denke da hast du was mißverstanden. Bis zum Kiefer ausrenken muss das natürlich nicht gehen.
    Was das "Lauter" werden angeht: Das kommt mit der Zeit und der Technik wenn du dran bleibst.
     
  14. tonfuerton

    tonfuerton Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #14
    zuerst mal: schön dass du singst und das für dich entwickeln möchtest!! singen ist einfach etwas wunderschönes und wenn du mehr und mehr deine art zu singen findest (mit oder ohne lehrerin), dann wird das dein leben bereichern. :-)

    selbst ausprobieren, was du an übungen aus dem unterricht präsent hast ist ein guter anfang. wenn du merkst, dass dir die hilfestellungen die dir der lehrer gegeben hat nicht wirklich dienen, versuchs auch mal anders und probier für dich herum. mit dem "fortschritt" entspannt umzugehen ist auf jeden fall hilfreich. nicht alles wachstum bzw. veränderungen/verbesserungen werden sofort sichtbar. vieles baut sich im untergrund auf und wird dann irgendwann fühl- und erlebbar.
    das mit dem mund auf und kiefer runter würde ich mal locker sehen, mach dir da kein stress. da kann man sich auch gut verkrampfen und das gegenteil erreichen, auch wenn es grundsätzlich stimmt.

    die kraft und tragfähigkeit der stimme hängt meines erachtens wesentlich vom zusammenspiel zwischen bauch-/zwerchfellspannung und und der art und weise wie die stimmbänder/stimmlippen "schliessen" zusammen. wenn das elastisch und kraftvoll zusammenpasst, dann wirds laut und kräftig. oft so, dass man selbst erschrickt und gleich wieder leiser wird, je nachdem wie die gefühle zu "laut sein" so grundsätzlich sind ... ;-)
    aber das will trainiert sein auf vielen ebenen und die physische kraft die singen braucht wird oft unterschätzt.

    die soziale situation die du beschreibst, stimmt mich etwas bedenklich. dass der lehrer dich tendenziell ignoriert und sich auf die fortschritte deines freundes konzentriert ist sehr traurig. seine aufgabe wäre, dich auf deiner ebene "abzuholen" und dich zu bestärken und zu unterstützen so gut er kann.
    schau dir das gut an, ob du das einfach "wegstecken" oder vllt. sogar in motivation für dich umwandeln kannst. aber mach es auf jeden fall für dich!! und nicht um mehr aufmerksamkeit von dem lehrer zu bekommen.
    wenn es dich zu sehr bedrückt, hör lieber auf mit dem unterricht, sowas kann ziemlich tief entmutigend wirken, obwohl es "unwahr" ist.
    such dann einfach weiter nach etwas passendem für dich, vllt. auch ein chor oder so, das "trainiert" auch. ein "klanglich passendes" beispiel zu haben ist auch sehr hilfreich, d.h. gleiche stimmhöhe, gleiches geschlecht. dann kann man vieles intuitiv nachahmen zu beginn.

    viel freude beim singen und üben und probieren!!! alles gute!
    mathias
     
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  15. Jakari

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    Erstellt: 03.05.19   #15
    An Dir und Deiner inneren Einstellung.

    Auch für Dich, so zum ansehen, dass "Gesang" und "Stimme" eigentlich 2 verschiedene Dinge sind.
    Die Lilith gibt solche Tips, die wie gesagt, bei normalem GU viel zu kurz kommen.




    Geh das Thema Gesang ganz ruhig und entspannt an, und versuch nicht, Dich mit sonstwem zu vergleichen oder in "Konkurrenz" zu stellen.
    Wichtig, weil sehr unterschätzt:
    Du musst DICH auch hören können. Grad wenn Du eher zart bzw leise singst.
    Und, meiner Meinung nach warsch. wichtiger als irgendein Theorie und Technik Unterricht etcpp:
    Hab Freude und Spaß an dem, was Du tust.
    Ist es für Dich Pflicht? Kür? oder Freistil? (Hoffe Du verstehst die Allegorie)
    Ob nun mal ein Ton schief ist, oder Du nicht gleich in Dein mögliches Klangvolumen kommst, ist erstmal unerheblich.
    Spiel mit der Stimme, mit Tönen, auch mit schiefen, und hab keine Furcht, Dich "blamieren" zu können.

    Und nebenher: In der Natur kannst Du auchmal richtig laut sein/singen/schreien/murmeln/kreischen usw usw.
    Sei Du selbst, und singe Dich selbst. Sonst wirds so ne Geschichte wie mit unsrem Tim hier ;-)
     
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  16. Abendspaziergang

    Abendspaziergang Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #16
    Die hohe Kür wäre demnach ja nackt singen. Mal schauen... ;-)

    Ich lerne auch nach Lichtenberger und mache gerade gute Fortschritte was Lautstärke angeht. Und ja, es ist nicht der Mund der dann klingt, es ist der ganze Körper. Das muss man erfahren und ausprobieren. Ich finde ja nach wie vor die Übung mit dem in die Ecke stellen und in seinem eigenen Ton baden gut.

    Und den Frust kenne ich auch nur zu gut. Was in echt für einen ganz gut klingt und wo man denkt, ach ja, geht ja, ist aufgenommen oft, zumindest bei mir, die völlige Enttäuschung, klingt langweilig und platt. Nicht umsonst wird im Rock, Pop Bereich oft mit Zweitstimmen hinterlegt, mit Hall, Drive, Kompression und was sonst noch gearbeitet.

    Irgendwann gibt es dann Momente, wo man seinen Gesang nicht mehr nur fürchterlich findet. Die Wahrnehmung der eigenen Stimme ändert sich. Da ist es dann manchmal dann "ok". Was dann ein riesen Schritt ist, weil er einen aus der Ecke rausholt, in der du dich gerade befindest ("alles schlimm"). Ob mein Gesang jemals mehr als "ok" also gut wird? Weiß ich nicht. Aber hey, nicht singen ist auch keine Alternative.
     
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  17. FerdinandK

    FerdinandK Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.19   #17
    Also nur der Vollständigkeit halber und weil ich gestern auch noch (unfreiwilliger) Zeuge eines Gespräches Vater vs. Klavierlehrerin war ...
    .
    Frustration gehört schon dazu, ohne wird es nicht gehen, wenn ich daraus keine Motivation schöpfen kann (aus dem was ich nicht kann) wird es schwierig werden. Gibt interessante Videos von Thomas Quasthoff zum Thema "Frustration". "The hunt for happiness" ist nicht mit einer Passion (-> Leidensweg) oder einer Leidenschaft (die Leiden schafft) vereinbar. Will ich glücklich und zufrieden leben wird das mit einem Instrument oder mit Singen schwierig. Komme ich im Training nicht bis an die Schmerzgrenze bringt es nix, auch das Gehirn hat eine Schmerzgrenze ( = Frustration). Immer dann wenn man das Klavier gegen die Wand schmeißen möchte, dann genau geht was weiter, immer dann wenn es zu aus der Haut fahren ist, verknüpfen sich die Synapsen (erst ab dort, in diesen Zustand der "Öffnung" muss ich erst kommen ...).
    .
    Im Gegensatz ist es aber unglaublich cool, wenn man weiß, ok, das übe ich jetzt 4 Wochen und dann beginnt es zu laufen. Wenn alles leicht funktionieren würd´ wär es ja fad ... .
    .
    Zu den lichtenbergschen Faszien möcht ich noch anmerken, jede "Schule" arbeitet mit "Bildern", weil das Gehirn was lernen muss was es nicht kann, weil die betroffenen Muskeln nicht direkt kontrolliert werden können, weil es nur über die eigene Wahrnehmung Feedbackschleifen gibt. Letztendlich dienen die Bilder nur als Brücke um das Gefühl zu entwickeln, erst wenn ich es habe weiß ich wie es gemeint war.
     
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  18. saitentsauber

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    Erstellt: 03.05.19   #18
    Mir ist aufgefallen, dass zwar erwähnt wird, dass der Freund schief singt, aber nichts davon, wie es bei Dir ist - da lese ich eigentlich nur was von Lautstärkeproblemen. Ist der Schluss berechtigt, dass Du die Töne (oft bzw. meistens) korrekt triffst?

    Zum Thema Geld: wäre es denkbar, dass Ihr weiterhin alle zwei Wochen eine Stunde nehmt, Euch diese Stunde aber teilt (30/30)? Müsste doch finanziell auf dasselbe rauskommen...

    Und der Musikraum im Keller ist ja sicher ein Fortschritt ;-)
     
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  19. tonfuerton

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    Erstellt: 03.05.19   #19
    das ist sehr schön beschrieben! ja, genau das ist der prozess beim singen lernen. :great:

    ich finde dafür gibt es eine sehr einfache erklärung: die eigene stimme hören wir selbst nicht nur über die ohren, sondern auch direkt über "schwingungsübertragung" durch knochen und gewebe sozusagen innerlich. dazu kommt auch immer eine entsprechende gestimmtheit bei der tätigkeit, etc. ...
    es ist also viel umfassender als das hören eines akustischen ereignisses das von aussen unsere ohren erreicht. wenn ich mich dann selbst aufnehme, dann ist es auf einmal ein entkoppeltes äusseres ereignis, das im ersten moment die meisten sehr irritiert. es ist einfach sooo anders.
    nach einer gewöhnungszeit, d.h. öfterem aufnehmen und anhören - dass allerdings aktives hören sein sollte, indem ich meine stimme neu "von aussen" wahrnehmen lerne - gibt sich das dann und es entsteht wieder mehr übereinstimmung.
    das ist zumindest meine erfahrung damit.
     
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  20. Jakari

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    Erstellt: 03.05.19   #20
    ?
    Da mag ich widersprechen, denn das tut eben nicht jede -Schule-, das ist lediglich EINE Möglichkeit, für uns westlich-musikalisch orientierten Menschen. In anderen Schulen wird zB mit Emotionen gearbeitet (sprich: "töne" Wehmut, oder Verliebtheit, oder Trauer etc.).... Oder völlig abstrakt, mit Onomatopoetik + Körperarbeit.
    Ist bei "uns" nur kaum bekannt.

    Kann man drüber geteilter Meinung sein.
    Mir ist zwar klar worauf Du hinaus willst, d.h. in Richtung Eigenerfahrung; Wahrnehmungsschulung, etwas Anatomie usw. was zur Stimme/Gesang sicher einiges erleichtert bzw ein Weg auf dem Punkt zum Ziel ist.....
    Bloss funktioniert unser Un(ter)bewusstes, worauf das Ganze letztlich ja hinzielt (Selbstsuggestion und Lernerfahrung) eher auf Symbolismen. Egal ob nun Bilder, oder Fraktale; Archetypen; Ur-Klänge... ... jeder Mensch agiert und reagiert anders.

    Das macht eben auch grosse Auswirkung auf den Gesang, resp die Art, wie man seine Stimme nutzt; und, wie und was man bedarf, um Lernerfolge für sich zu verzeichnen. Um das direkt zu veranschaulichen:
    Versuch mal einem Buschmann (Extrembsp) eine unserer Tonleitern singen zu lassen, und erklär das Ganze anhand von Bildern.
    Er wirds nicht kapieren, egal wie Du Dich bemühst, weil er nicht in Bildern (wie wir) "denkt".
    Zeig ihm einen Vogel und sag er soll das nachsingen was er hört, wirst Du genau das auch hören.

    DA setzt mMn wirklich guter, und individueller-angepasster Gesangsunterricht an.
    Zu verstehen wie ein (angehender Sänger) "denkt" und was seine Krücken sein können; und damit zu arbeiten.
    Nicht nach dem "Tabellenprinzip" unserer 12 Ton Einschränkung.

    In der Wildnispädagogik gibt es das Prinzip bzw die Lehrmethode des sog. -Coyote teaching-. Wenn man das googlet, findet man rasch mehr Infos dazu.
    Würde man das ähnlich auch für Gesang ummünzen, ich bin mir sehr sicher dass weitaus mehr Menschen sich trauen täten, auch zu tönen und ihre Stimme mal wieder zu nutzen.
    95% unserer evolutionären Geschichte waren wir Jäger und Sammler. Das steckt noch immer in den Genen, und dazu zählt eben auch Gesang.

    Sorry für den kleinen Umschweif und Exkurs.........
     
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