Ja, der Tesbericht zur Mininova... Den werde ich wohl irgendwann mal fertigstellen müssen, aber da kam mir leider u.a. ne Semesterarbeit in die Quere. Möchte mich eigentlich noch mehr mit der Maschine auseinandersetzen heute Abend, zumal das Wochenende nicht unbedingt so lief wie eigentlich geplant...
Was ich schonmal sagen kann: Im Vergleich mit dem MicroKorg classic ist die Novation definitiv der leistungsstärkere Synth. 3 OSCs, 2 Filter, 3 LFO's, Digitalwellen, Wavetables, PWM für alles und jenes, Sync & Sync Simulation... da muss das Körgchen passen. Dazu eine für einen Minisynth enorme Polyphonie von 18 Stimmen. Also wenn du da klanglich keine Überlegenheit feststellst, kannst du auch ruhig den MicroKorg nehmen, obwohl ich mal behaupten würde, die MiniNova hat einen ganz anderen Klangcharakter als das Körgchen. Insgesamt ist das wohl der stärkste Minisynth, der diesbezüglich je gebaut wurde. Okay, Multimode gibt's keinen, das hat der Miniak/Micron für sich, aber ansonsten ist alles drin.
Was ich an der Oberfläche der MiniNova wirklich mag: Da wurde richtig mitgedacht, wenn es ums Livespiel geht. Die Animate-Taster sind der Hammer, die Doppelbelegung für den Arp ist so simpel wie genial, die Dreifachbelegung für acht Favorite-Sounds ist für den Schnellzugriff eine Offenbarung, das gab's bei einem Minisynth so noch nie. Das Auswahlrad für Sound und Genre ist ebenfalls nicht so ein elendes Ding wie bei den Korgs, das ist nicht fest verknüpft mit den Speicherplätzen, sondern mit den Kategorien, kann also jeden Sound auf jeder Bank ansteuern, je nachdem wo das Ding zuweist. Wirklich gut überlegt. Auf den Filterknopf kann man übrigens auch anderes als das Filter routen, sogar die acht frei programmierbaren Regler, "Tweaks" genannt, hat man von der Ultranova übernommen, die sind jetzt die ersten beiden Reihen der 6x4 Matrix. Sehr geil gemacht.
Die Gegenseite davon ist, wie du es schon ahnst, wohl in den Menüs vergraben. Wenn es um Soundbearbeitung geht, wird die Mininova zum Parametergrab. Was bei der Ultra noch extrem leicht von der Hand ging, wird hier eine Miniak-mässige Odysse quer durch noch mehr Fähigkeiten als die Ultra selber. Richtig gelesen, die Mini kann mehr, u.a. ein erstklassiger Vocalist ist noch drin. Auch die Matrix ist da nicht wirklich hilfreich, denn da wurden nur die allernötigsten Dinge drauf gepackt (auch wenn es für live dank der programmierbaren Tweaks echt genug sein dürften...). Das wäre ja noch halb so schlimm, wenn man sich nicht mit einem dermassen grottig verarbeiteten (der Micron grüsst von fern) Datawheel und fünf kryptisch beschriebenen und vor allem ständig anders belegten Tasten durchs Menü kurbeln müsste. Und die Verarbeitung ist eh so n Thema. Teilweise richtig gut, andererseits hatte ich schon lange keinen Synth mehr hier rumstehen, bei dem ich so dermassen Angst hatte, irgendwas kaputt zu machen...