Keyboarder Box

Helmut

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Ich poste dies in der Orgel & Leslie Ecke, weil die ursprüngliche Idee eine optimale Übertragung einer Leslie-Simulation war ohne drehende Teile war.

Mit diesem Beitrag mache ich in gewisser Weise Werbung für diese Box, aber da ich selber seit längerem so etwas für mich selber gesucht habe, glaube ich, dass es auch für andere Kollegen im Forum interessant sein könnte.
Zunächst will ich den Begriff Keyboarder-Box etwas genauer definieren. Es geht letztlich um eine Monitor-Box (oder als Box für Mini-Räume), die möglichst alle Anforderungen eines Keyboarders erfüllen soll, also neben einer möglichst natürlich klingender Übertragung von Stereosignalen der unterschiedlichen Keyboards auch eine möglichst gute Übertragung von Orgel-Signalen bzw. den Leslie-Simulationen. Letztlich dann auch noch die Übertragung von Gesangssignalen. Die Idee zu einer solchen Box, hatte ich seit langem mit dem Tastendoktor diskutiert. Mittlerweile hat er diese Idee realisiert und mehrere Prototypen gebaut. Einer davon steht gerade bei mir (siehe Bilder) und diesen habe ich für meine Anforderungen getestet:

Zunächst einmal die Maße und das Gewicht: B: ca. 450mm, T: ca. 450mm und H: ca. 300mm Gewicht ca. 15 kg
Die Leistung und Frequenzbereich 2 x 80W R.M.S. und 2 x 140 W Musik an 4 Ohm. Nutzbarer Frequenzgang 70 Hz bis 16000 Hz
Der mittlere Schalldruck beträgt ca. 98 dB 1W/1m
Als Endstufe habe ich eine Alto D4 mit 4x750 W an 4 Ohm verwendet.

DSC00294.jpg
DSC00295.jpg
DSC00296.jpg


Wie bereits aus den Daten zu ersehen ist, handelt es sich um eine Stereobox, dazu nachher noch mehr. Es ist eine passive Box, man benötigt also noch eine passende Stereoendstufe. Für die Bass-Übertragung ist eine zusätzliche Bassbox, die mittels einer aktiven Frequenzweiche dazu genommen werden, notwendig und sinnvoll. Da ich die Box in erster Linie auf der Bühne als Monitorbox einsetze, ist für mich keine zusätzliche Bassbox erforderlich.
Die Box ist mit 4 Breitbandlautsprechern (8“) bestückt und klingt gerade bei der synthetischen Imitation von Naturinstrumenten, wie Klavier, Streicher, Bläser oder dem Klang einer Hammond-Organ ausgewogen und natürlich.
Mein Hauptaugenmerk liegt zunächst auf dem Hammondklang, der oft bei aktiven Monitorboxen (zumeist mit Hochtonhorn), wie sie heute von vielen Herstellern gebaut werden, in den oberen Lagen schrill wird. Dies macht diese Box schon mal durch den Einsatz von Breitband-Lautsprechern deutlich besser. Speziell die Leslie-Simulationen klingen sehr gut, habe mit dem Ventilator und auch mit dem internen HX3-Leslie getestet.
M.E. hat dies mit der Anordnung der Lautsprecher zu tun. Ich hatte bereits mit 2 Monitorboxen (Stereobetrieb), die ich gegeneinander in einem Winkel von ca. 150° bis 180° angeordnet hatte, gute Erfahrungen bei allen Stereosignalen aus Keyboards gemacht. Diese Box hat nun eine Anordnung der beiden Lautsprecher pro Kanal, die ebenfalls 180° beträgt. Die beiden anderen Lautsprecher sind als Paar so angeordnet, sodass man eine Rundum-Abstrahlung (ähnlich wie beim mechanischen Leslie) in Stereo erhält. D.h. an jeder Position, um die Box herum, hört man das Signal in Stereo. Dadurch klingen nicht nur die Leslie-Simulationen deutlich besser, sondern alle Stereo-Signale als bei einem Mono Monitor. Auch das Gesangssignal klingt sehr ordentlich.
Die vorgegebene Lautsprecheranordnung birgt m.E. auf der Bühne gegenüber zwei Monitorboxen in Stereoanordnung den Vorteil, dass sie immer optimal ist. Den Bühneneinsatz werde ich in den nächsten Wochen testen und dann nochmals berichten.

Wird ein höherer Schalldruck benötigt werden gibt es mittlerweile ein zweite High-Power Variante, mit den gleichen Abmessungen aber anderer Lautsprecher Bestückung:
4 x zwei-Wege System (8" Basslautsprecher und Kurzhorn für den HT-Bereich).
Die Belastbarkeit dieser Box beträgt 2 x 450 W R.M.S. und 2 x 900 W Musik an 4 Ohm.
Das reicht dann immerhin bei Volllast für schlappe 123 dB mittlere Lautstärke - Gehörschaden garantiert :tongue:

Da ich jetzt nicht noch mehr Werbung machen möchte, ich kenne die Preise zwar, werde sie hier aber nicht bekannt geben. Nur so viel, es ist in etwa vergleichbar (incl. einer Endstufe mit ca. € 220,-), mit zwei Aktivmonitoren. Besitzt man eine adäquate Endstufe bereits, wird es günstiger. Für eine Fullrange-Anlage gibt es eine passende aktive Bassbox (1x12“) mittlerweile für knapp € 300,- (s. beim großem T.)

Soviel fürs erste von der Keyboarder Box
 
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Whiteman

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Hallo Helmut,

danke für Deinen Bericht, eine sehr interessante Idee.

So etwas in der Art suche ich schon länger.
Zur Zeit bin ich mal wieder in einem kleinen temporären Bandprojekt tätig und dafür wäre so ein Teil ideal.
Momentan arbeite ich als Kompromiss mit einer uralten kleinen Stereo PA, von Monoverstärkern habe ich mich schon vor längerer Zeit verabschiedet.

Optimal wäre, wenn es das auch als Aktivbox gäbe, somit wäre dann nur eine Kiste zu schleppen. :cool:

Ich bin auf weitere Informationen gespannt... ;)

Gruß

Michael
 
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M_G

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Als Aktiv-Version mit nem kleinen Mixer drin
wäre das durchaus interessant.

So sehe ich kaum Vorteile gegenüber meinem Motion Sound KP500.

Aber wer ne passive Keyboardbox braucht sollte sich das durchaus mal anschauen.... bzw. hören.
"Normale" Monitore klingen für Keys ja meist nicht so prickelnd....
 
Helmut

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habe ich noch vergessen, die Box hat einen Flansch unten, um bei Bedarf mittels eines Ständers auf eine entsprechende Höhe zu kommen.

Zu Euren Ideen, der Tastendoktor liest bestimmt mit und wird sich das eine oder andere dann überlegen.
Meine Meinung zu "aktiven Boxen", ja das ist grundsätzlich eine feine Sache, verteuert es aber und macht die Box auch schwerer.
Ich persönlich habe gerade eine Endstufe über und die passt genau darunter. Mein Key-Vormixer kommt dann ganz oben drauf. klar jedes Case wiegt auch schon wieder, trotzdem ich habe lieber mehrere nicht zu schwere Komponenten, als alles in einem - das ist meine Alter geschuldet :cool: Die Kabel kann man sich ja konfektionieren, sodass alles schnell angeschlossen ist. Alles hat Vor- und Nachteile.
 
.Jens

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Das Konzept ist ja dem der Spacestation von (dem leider verstorbenen) Aspen Pittman nicht unähnlich. Dass so etwas (single point stereo) gerade für Lesliesimulationen einen recht realistischen Effekt ergibt, ist bekannt und leuchtet ein. Ich frage mich nur ein wenig, warum die LS in den 45°-Ecken einer dafür dann vergleichsweise großen Box sitzen (mit den Aluprofilen der "Gitterecken" in einer akustisch denkbar ungünstigen Position), statt die LS in normale Schallwände einer Box mit dann etwas kleineren Außenmaßen einzusetzen. Oder eben direkt das Achteck, was das Gehäuse ja jetzt faktisch ist - nur eben ohne die sich dann in den Ecken ergebenden Gitterecken. Das würde es für den Transport deutlich einfacher machen - akustisch sollte sich nichts ändern...
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
PS: eine Frage hätte ich doch noch. Ich verstehe die Beschreibung so, dass die Anordnung der Kanäle immer abwechselnd L-R-L-R ist, wenn man sich einmal um die Box bewegt (also die beiden L Rücken an Rücken und die beiden R ebenfalls). Richtig? Oder ist es L-L-R-R?
 
H

Harald-TD

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Hallo an alle,

zu den Fragen und Anregungen die hier aufgekommen sind:

Die Box auch als Aktivbox anbieten: hierzu hatte ich bereits mit dem Entwickler des NeoVentilator Kontakt. Unser gemeinsamer Gedanke war es,eine Lautsprecherbox zu entwickeln, die klingt wie ein Leslie, die aber keine mechanischen Komponenten enthält. Diese Box sollte mit folgenden Komponenten ausgestattet sein: NeoVentilator, einem kleinen Stereo Mixer und letztendlich mit einer kräftigen Digitalendstufe.
Im Lauf der Evaluierung haben wir dann aber beide von der Idee wieder Abstand genommen, da wir mit erheblichen Summen hätten in Vorleistung gehen müssen, wir aber nicht abschätzen konnten, ob die Nachfrage nach einem solchen System so groß ist, dass sich diese Investitionen irgendwann tragen werden.
Sollte sich im Lauf der Diskussion zeigen, dass tatsächlich ausreichende Nachfrage vorhanden ist, werde ich mir das noch einmal überlegen und erneut das Gespräch mit Guido suchen.
Hinter der Spacestation steht ein ähnlicher Gedanke, die technische Umsetzung ist aber grundsätzlich verschieden: die Spacestation erzeugt das räumlich unabhängige Stereo-Panorama (zumindest nach der Beschreibung des Entwicklers) per DSP. Meine Box benötigt keinerlei elektronische Soundbearbeitung um rundherum, nahezu unabhängig von der Position des Zuhörers ein Stereo-Panorama zu erzeugen.
Und noch eine Bitte: ist es wirklich sinnvoll, aufgrund theoretischer Kenntnisse, eines Fotos und der Beschreibung eines Anwenders zu beurteilen, ob eine Box gut klingt oder nicht, bzw. das tut, wofür sie konstruiert wurde oder nicht. Das ist keine Hifi-Box, genauso wenig wie ein Leslie und deshalb sin die Regeln, nach denen eine Hif-Box konstruiert wird, auch nur begrenzt anwendbar.
Die Anordnung der Speaker ist L-R-L-R. Sonst wäre es nicht möglich quasi rundherum ein Stereo-Panorama zu erzeugen.

Gruß,
Harald
 
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Hinter der Spacestation steht ein ähnlicher Gedanke, die technische Umsetzung ist aber grundsätzlich verschieden: die Spacestation erzeugt das räumlich unabhängige Stereo-Panorama (zumindest nach der Beschreibung des Entwicklers) per DSP. Meine Box benötigt keinerlei elektronische Soundbearbeitung um rundherum, nahezu unabhängig von der Position des Zuhörers ein Stereo-Panorama zu erzeugen.
Naja, eine "elektronische Soundbearbeitung" ist das fast nicht zu nennen. Mehr als eine Konversion von LR-Stereo nach MS-Stereo (Mitte-Seite: M=L+R, S=L-R) ist das nicht. Dass der Seitenanteil im Pegel veränderlich ist, um den Stereoeffekt zu verstärken oder abzuschwächen, ist nichts weiter als das Äquivalent zu einem Volume- oder Panorama-Poti. Diese Umwandlung MS <=> LR ist ja auf der anderen Seite der Kette (MS-Mikrofonie mit Kugel und Acht) genauso üblich wie bei vielen Audioformaten (z.B. FLAC).

Da finde ich die Unterschiede im Aufbau (gekreuzte Membranen bei der Spacestation vs. vier LS in den Ecken bei dir) wesentlich beachtlicher als das bisschen Summe/Differenz, wozu es eigentlich nichtmal einen DSP bräuchte - da reichen zwei schnöde OpAmps oder eine entsprechende Transistor- oder gar Röhrenschaltung.
 
sosho

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Eine Aktivversion fnde ich auch interessant . Ohne Venti ( hab ich schon ). Ich hab zwar auch noch ne alte QSC Endstufe , aber die ist sauschwer.
 

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