Klarinette rauscht besonders bei leisen Tönen. Woran kann es liegen?

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janole28

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Hallo liebes Forum,

lerne seit Jahren autodidaktisch Klarinette. Hab mich sehr lange sehr schwer getan, aber hab jetzt das Gefühl, dass ich endlich mal ein kleines bisschen vorwärts komme. Jedoch übe ich gerade insbesondere leise Töne zu spielen. Dabei spricht meine Klarinette nur schwerlich an. ich versuche mich immer auf die "Stütze" zu konzentrieren, aber es braucht sehr lange bis überhaupt ein Ton kommt und dabei ist immer ein Rauschen der Klarinette, was allerdings so klingt, als wenn sehr sehr viel Feuchtigkeit im Instrument wäre und das schon nach ca. 5-10 Minuten spielen. Auch die Intonation ist bei mir im piano bis pianissimo sehr schwierig. Der Ansatz klappt bei mir allerdings recht gut (hab vor einigen Jahren ein paar Monate Klarinettenunterricht gehabt und den da glaube ich recht gut gelernt). Bis zum d''' komme ich schon recht gut.
Woran kann es liegen, dass die Klarinette so sehr rauscht? Hab schon überlegt mir mal so ein "Löschpapier" zu holen, weil ich gelesen hab dass es sein kann, dass sich die Flüssigkeit unter den Polstern sammelt.
Habt ihr noch andere Ideen?

Es grüßt herzlich,
janole28
 
LoboMix

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Per Ferndiagnose sind die beschriebenen Probleme nicht wirklich gut zu lösen, das es vielfältige Ursachen dafür gibt. Daher nur ein paar allgemeine Bemerkungen.
Zu viel Feuchtigkeit/Spucke kann dazu führen, dass etwas Spucke innen am Blatt hängen bleibt. Das hat aber eher knisternde Geräusche zur Folge als Rauschen.
Rauschen kommt normalerweise von zu starken Blättern, d.h. dass meistens im Bereich der Blattspitze (minimal) zu viel Holz ist. Dazu würde dein Hinweis passen, dass die Töne überhaupt schwer ansprechen und die Intonation im pp sehr schwierig wird (die harten Blätter sind zu unflexibel und da die Klarinette im p/pp prinzipiell höher intoniert, muss der Bläser das ausgleichen, was auf zu schweren Blättern aber nur schwer bis gar nicht möglich ist).
Umgekehrt geht mich schwereren Blättern das höchste Register besser zu spielen, worauf dein Hinweis zum d´´´ ein Hinweis geben könnte.

Um etwas mehr ins Detail dazu gehen zu können, müsste ich einige weitere Details wissen, vor allem, welches Fabrikat deine Klarinette ist, ebenso dein Mundstück incl. Bahnbezeichnung (z.B. M3 oder ähnlich), und vor allem, welche Blätter du bläst (Fabrikat und Stärke).
Dann auch, wie lange du deine Blätter im allgemeinen spielst, wie alt z.B. das aktuelle Blatt ist.

Wobei der Teufel manchmal so im Detail steckt, dass man wie gesagt aus der Ferne oft nichts richtig konkretes sagen kann. Im Zweifel wären vielleicht ein paar weitere Unterrichtsstunden sinnvoll.
Rauschende Blätter kann man nacharbeiten, die Beschreibungen dazu würden aber den Thread hier sprengen, das lässt man sich am besten von einem erfahrenen Klarinettisten/Klarinettenlehrer demonstrieren.

Was die Ferndiagnose zusätzlich erschwert, ist die Tatsache, dass zu leichte (und vor allem auch abgespielte!) Blätter ebenfalls kein freies und vor allem schönes p/pp möglich machen. Dummerweise "gaukeln" zu leichte Blätter zu allem Überfluss auch noch eine - scheinbar - schwere Ansprache vor, da man sie auch mit einem an sich korrekten Ansatz schnell zudrückt und dann kaum bzw. sogar keine Luft mehr am Mundstück durchkommt.
 
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janole28

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Hallo liebes Forum,

erstmal danke lieber @LoboMix für deine Antwort. Ja, ich habe sowieso das Gefühl dass ich irgendwie beim Spielen extrem viel Speichel produziere. Mag vielleicht dran liegen dass ich drei Jahre nur sehr sehr selten geübt habe und mein Körper nicht als Blasinstrumenten-Spielen gewöhnt ist und ja, die Beschreibung "Rauschen" war eher ungenau für das Geräusch was ich meine. Es klingt für mich doch sehr nach Feuchtigkeit, die dieses Geräusch prägt.

Ich spiele auf einer Yamaha YCL-457II-20 Klarinette mit Standardmundstück, also müsste es das Yamaha M3D Mundstück sein. Darauf habe ich Vandoren Black Master 2,5er Blätter. Mit den Black Master Blättern komme ich etwas besser klar, als den White Master, vermutlich weil die laut Beschreibung vorne etwas breiter geschnitten sind und damit anscheinend generell besser das Mundstück "abdecken". Wenn ich regelmäßig spiele sind 2,5er auch besser als die 2er.

Mein aktuelles Blatt spiele ich auch schon etwas lange und es ist vorne auch bereits recht dünn geworden, aber hab mir gestern online 3 neue Black Master 2,5er bestellt. Ich spiele auch schon lange mit dem Gedanken, dass 1.) vielleicht die Mundstück-Blatt-Kombi nicht so die beste ist oder dass 2.) das Mundstück an sich nicht besonders gut für mich geeignet ist.

Könnt ihr zu den beiden Punkten (ich gebe zu, der zweite ist nicht gut zu beurteilen aus der Ferne, also vielleicht wenigstens zum 1.) mal eure Meinung sagen? Wo könnte ich denn prinzipiell Mundstücke ausprobieren, also kann ich mir bei Thomann z.B. zwei Mundstücke bestellen und wenn die nicht passen, die dann wieder zurückschicken?

Es grüßt ganz herzlich,
janole28
 
LoboMix

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Das Original-Yamaha-Mundstück zu diesen Klarinetten ist eigentlich ein sehr "gutmütiges" Mundstück, ebenso wie das Saxophon-Standard-Mundstück mit der Bahn "4C". Die meisten Anfänger/Amateure kommen ganz gut damit klar.

Das soll nicht besagen, dass man nicht individuell ein für sich besser funktionierendes, besser klingendes und besser spielbares Mundstück findet, wenn man auf die Suche geht. Ich habe u.a. eine Yamaha-475-22-Klarinette und blase sie mit demselben Mundstück, das ich auch auf meinen Wurlitzer-Konzertinstrumenten spiele: Wurlitzer M3+ / Acrylglas (gelegentlich auch ein Wurlitzer M4). Allerdings mit Vandoren White-Master-Blättern (traditional), Stärke 2 1/2 oder 3.

Aber die Mundstückwahl ist nun mal sehr individuell. Was der eine "absolut Spitze" findet, kann für einen anderen "absoluter Mist" sein. Deshalb halte ich mich mit Empfehlungen für spezielle konkrete Mundstücke zurück (bis auf die schon erwähnten "Anfänger-Allronder-Mundstücke" von Yamaha).
Aus der Ferne möchte ich mich da erst recht zurück halten - sorry.

Wenn das Thema Mundstücke für einen Schüler relevant ist, nehme ich eine Auswahl verschiedener Bahnen (vorwiegend Zinner/Wurlitzer) mit in den Unterricht oder treffe mich mit ihnen bei meinem bevorzugten Klarinettenbauer H. Hüyng in Düsseldorf (ist auch nicht so weit zu fahren). Dort kann man in aller Ruhe Mundstücke testen. Die meisten wählen aber in der Richtung M3/M3+/M4.

Die Black-Master habe ich auch eine zeitllang gespielt, damals auf Kristallglasmundstücken von Zinner (Bahnen M4/M4+, die sind/waren aber enger als vergleichbare Kautschuk- oder Acrylglas-Mundstücke - sie werden von Zinner schon lange nicht mehr produziert).
Die Black-Master sind nicht nur etwas breiter als die White-Master, sondern auch an der Spitze ein wenig dicker, daher können sie u.U. auch schon eher mal rauschen.
Bei den White-Master gibt es zwei Ausführungen: mit dem Zusatz "traditional" und diesen bzw. einem Zusatz. Letztere sind zur Spitze hin etwas dünner ausgearbeitet als die "traditional" und für Mundstücke gedacht, die zur Spitze hin etwas offener sind, also ein wenig in die Richtung der Mundstücke für das französische System.
Wenn du bisher nur die White-Master ohne Zusatz probiert hast, teste mal die "traditional". Vielleicht passen die für dich noch besser.

Grundsätzlich empfehle ich den Kauf einer ganzen Schachtel Blätter. Als Naturprodukt streuen die doch oft ziemlich, und wenn man nur 2, 3 oder gar nur 1 kauft, kann es passieren, dass man ausgerechnet die "krummen Hündchen" aus der Schachtel erwischt hat und keines so recht, schlimmstenfalls gar nicht, blasen kann.


Wasser innen am Blatt kann man leicht entfernen:
- Kurz und heftig durch den Mundstückspalt einatmen, geht schnell, auch mitten im Stück, z.B. beim Auftritt.
- Wenn das nicht hilft, weil die Spucke zu fest haftet, das Mundstück abnehmen und von der Zapfenseite kräftig durchpusten.
- Wenn auch das nicht hilft, muss das Blatt abgenommen und Blatt und Mundstück gereinigt werden.

Zu viel Spucke zu haben ist lästig und das Knistern im Ton oder Wasser in den Tonlöchern kann gewaltig nerven.
Aber ein trockener Mund und trockene Lippen sind für das Spielen ziemlich katastrophal, weil man so schnell die Kontrolle über den Ansatz verliert, da dieser keine Geschmeidigkeit mehr hat.
 

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