Klavierunterricht um neue Stile zu erlernen

von Käptn_Blaubär, 02.04.17.

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  1. Käptn_Blaubär

    Käptn_Blaubär Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.17   #1
    Hallo zusammen,

    ich spiele seit ein paar Jahren Klavier und habe dies als Autodidakt gelernt. In letzter Zeit habe ich das Gefühl immer weniger Fortschritte in meinem Spiel zu machen und komme mit dem was ich übe kaum noch vorran (Momentan versuche ich den türkischen Marsch von Mozart zu lernen, das klappt auch ganz gut, allerdings gehen mir die Feinheiten im Spiel abhanden, auch wenn ich die Geschwindigkeit hinbekomme).
    Ich wollte meine Nase mal in Blues/Jazz stecken finde dazu allerdings keinen Zugang. Auch finde ich persönlich meine Bildung im Bereich der Musiktheorie, Gehörbildung usw verbesserungswürdig.
    Daher wollte ich mal nach Meinungen fragen, ob ich mir einen Lehrer suchen sollte oder ob jemand Tipps hat wie ich einen Zugang zum Jazz/Blues finden kann und mein musiktheoretisches Wissen verbessern könnte.

    P.S. Da ich leider keine 130 Euro im Monat über habe kann ich mir den Unterricht der auf professioneller Ebene angeboten wird nicht leisten. Daher wollte ich fragen ob jemand einen Tipp hat wie man günstiger an Unterricht kommt oder ob sich so etwas überhaupt lohnt.
     
  2. bebob99

    bebob99 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.17   #2
    Hallo Käptn_Blaubär.

    Da Du ganz spezifische und persönliche Probleme beim Spiel hast, werden Dich allgemeine Informationen nicht viel weiter bringen. Du brauchst jemanden, der Dich da abholt wo Du gerade bist und der einmal feststellt, wo es überhaupt hakt. Die Eigenwahrnehmung täuscht ja leider oft und als Autodidakt kann man sich auch ein paar Probleme anlernen, die sich später rächen.

    Die billigste Lösung wäre natürlich, wenn Du einen guten Klavierlehrer in der Verwandtschaft hast, der Dir das kostenlos beibringt. Ansonsten ist es wie bei allen anderen Professionisten auch, deren Hilfe man in Anspruch nehmen muss, weil das Auto streikt, die Heizung gecheckt, oder ein Loch in den Garten gegraben werden muss. Das kostet was.

    Klavierlehrer geben üblicherweise aber auch Einzelstunden bei Bedarf, ohne dass man gleich ein Jahresabo nehmen muss.

    Ob sich das lohnt? Ja, tut es. Also zumindest musikalisch und vom Lernfortschritt her. Wenn Du rechnest, was es kostet, bis ein Mensch so weit ist, dass er den türkischen Marsch konzertreif spielen kann, dann darfst Du damit aber nicht vergleichen, was so eine Aufnahme bei iTunes kostet. Insofern "lohnt" es sich nicht.

    Bei Blues und Jazz ist das Wichtigste, sich erst einmal einzuhören und gar nicht das zu spielen. Ich würde da zuerst an Thelonious Monk denken, aber die Vorlieben sind ja verschieden.
     
  3. Voyager532

    Voyager532 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.17   #3
    Ein Lehrer lohnt sich definitv immer. Er/ Sie gibt stets hilfreiches Feedback und weiß in der Regel wie er / sie Dich immer weiter Deinem Ziel entgegenbringt. Außerdem motiviert es ungemein, wenn Du merkst, dass plötzlich wieder Fortschritte zu erkennen sind. :-)

    Du must jedoch den richtigen Lehrer finde, den jemand der klassisches Klavierspiel unterrichtet kann in der Regel nicht soviel zu Jazz und Blues sagen.

    Private Lehrer sind in der Terminvergabe und in den Rahmenbedingungen viel flexibler als Musikschulen. Und, nach meiner Erfahrung, auch preiswerter.
     
  4. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 03.04.17   #4
    "Keinen Zugang finden" ist für mich missverständlich. Wenn bei Blues nichts an Gefühlen rüberkommt und bei Swing nichts im Fuß zuckt, ist dann die Beschäftigung mit dieser Musik überhaupt etwas für dich?
    www.youtube.com/watch?v=cNjRQo-zpKA
    www.youtube.com/watch?v=Uu9FfXQs4-A
    www.youtube.com/watch?v=3Bhebd9Wbkk
    www.youtube.com/watch?v=6Di_mswqhLU
    www.youtube.com/watch?v=adPpG0Dnxeg
    www.youtube.com/watch?v=p71c90JlROY


    Wenn es ums Spielen geht und Du eine so weit fortgeschrittene Technik hast, dass es grundsätzlich für die A-Dur Sonate reicht, dann würde ich dir für den Einstieg einen Blick in Tim Richards, Jazz Piano (Schott Music Verlag) empfehlen.

    Es sind zwei Bände und anhand der Aufnahmen der Begleit CD kannst Du vergleichen, woran Du bei deinem Spiel im Hinblick auf eine technisch und auch musikalisch gute Wiedergabe feilen kannst.

    Zunächst genügt es natürlich, nur den ersten Band anzuschaffen und wenn sich das Lehrwerk als zu fordernd herausstellt, dann könntest Du zunächst deine Grundlagen des jazzigen Pianospielens mit einem anderen Buch ausbauen, das wäre z.B. Tim Richards, Blues Piano.

    Ein strategischer Tip: Jazz lernt man anders als klassische Musik heute (oft) gelehrt wird. Es geht im Jazz sehr um das musikalische Hören, Fühlen und auch Erfassen der Musik. Man lernt das am leichtesten durch auswendig singen und spielen können der Stücke und eigene Versuche, auch passende improvisierte Töne zu spielen.

    Für meine Begriffe werden gute Lehrer/innen für klassische Musik gar nicht so unähnlich unterrichten, gängige Praxis ist das aber nicht. Oft geht es zu sehr um die technische Bewältigung des aktuellen Stücks und voranschreiten zum nächsten Titel.

    Wenn Du von Tim Richards Lehrbüchern wirklich profitieren willst, dann geht es jedoch nicht ums "durchspielen". Es geht vielmehr darum, Spaß an jeder Übung und jedem Stück zu bekommen.
    Es zu lernen, singen und auswendig spielen zu können, zu verstehen worum es im Stück geht und damit "herum zu spielen", so dass es sich im Idealfall schließlich wie ein selbst komponiertes Stück anfühlt. Am besten natürlich inklusive einem von dir improvisierten Chorus.

    Gruß Claus
     
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  5. bluestime

    bluestime Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.17   #5
    Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Um einen Überblick zum Thema Jazz zu bekommen, bzw. sich damit zu kultivieren kann ich nur die Dokumentation von Ken Burns empfehlen. Das erscheint vlt etwas seltsam. Aber für mich war diese Doku ein Auslöser mich mit dem Genre mehr zu beschäftigen, was sicherlich auch an der pathetischen Darstellung dieser Musik lag. Man kann diesen Schritt als Kultivierung mit dieser Musik bezeichnen. Nächster Schritt wäre sich die Grundlagen und Grundformen anzugeignen. Ich persönlich finde den sog. Moll-Blues am besten, da er am übersichtlichsten erscheint. Höre dir mal Equinox, Mr. PC und Interplay an und vergleiche die Stücke. Dann lerne eins davon (würde Interplay empfehlen). Einstieg ins Improvisieren klappt hier gut mit Pentatonik und Akkordbrechungen, später kann man in den Dominantsituationen auch mal einen alterierten Sound einfügen. Aber das ist schon viel Futter.
    Ich kann dir aber nur ans Herz legen einen Jazzpianisten nach Unterricht zu fragen, wenigsten alle zwei Wochen eine Stunde. Häufig bieten Jazzer an Musikhochschulen günstigen Unterricht an, falls du eine Großstadt in deiner Nähe hast...
     
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