Kleine Jazz-Tricks

von _Jochen, 04.04.20.

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  1. _Jochen

    _Jochen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.20   #1
    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach Tricks, mit deren Hilfe Songs "jazzy" klingen können.

    Ich geb mal selbst 3 Beispiele:

    1) Maj7-Akkorde nutzen (ok... sehr...simpler Tipp)
    2) Im Bass nicht den Grundton spielen, sondern (bei nem Dur-Akkord) die Terz oder die Quinte oder einfach mal nen Ganzton höher als der rechts gegriffene Akkord
    3) Beim Solieren auf ne andere Tonart wechseln. Das hab ich bei Diana Krall entdeckt: Die Band spielt z.B. C-Dur und Sie improvisiert auf Es-Dur oder As-Dur-Skala

    Was ich eigentlich suchem sind diese "schön schiefen" Akkorde, die "ein bisschen aus der Tonart ausbrechen" und die Harmonisierung eines Songs interessant gestalten.

    Habt Ihr da quick- and-dirty Tipps?

    viele Grüße
    Jochen
     
  2. Bholenath

    Bholenath Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.20   #2
    Mehrstimmige Akkorde.
    Am besten alles mit 5stimmigen spielen.

    Statt 7er den 7/9er oder 7/9/11er
    Der 6er macht auch vieles Jazzig finde ich.

    BTW
    Deine Tipps finde ich auch gut. :hat:
     
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  3. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 04.04.20   #3
    Extensions benutzen: b9, 9, #9, 11, #11, b13, 13, sus. Dazu muß man aber lernen, was, wohin passt.

    Voicings, Voicings, Voicings ...

    Viele Grüße,
    McCoy
     
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  4. Piano1071

    Piano1071 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.20   #4
    Klassisch auch:
    -Tritonus im 2-5-1 spielen. Also statt z.B. dm-G7-C das G durch seinen Tritonus ersetzten d-Db-C. Es gibt aber natürlich reichlich Variationen...
    -in der linkne Hand Terz und 7 als Basisgerüst und dann noch einen Ton (analog McCoy) ergänzen
    -Pausen sind auch Musik
    -3 richtig geile approach chords draufschaffen, mehr braucht es nicht um einen Song etwas aufzujazzen. Für richtigen Jazz braucht es antürlich noch etwas mehr..
     
  5. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.04.20   #5
    Da würde ich mich an Deiner Stelle als erstens intensiv um den Bereich "Rhythmik" kümmern !

    LG
    Thomas
     
  6. Amandus1

    Amandus1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.20   #6
    Das war ein guter Tipp, Thomas.
    Jazz lebt von der Synkope, ohne Rhythmisierung kein Swing ; sich primär auf schräge Harmonien sich zu konzentrieren ist zu einseitig und "kopfig".
    Ich empfehle in Bezug auf Harmonie zum Einsteigen erst einmal viele Blue Notes zu spielen. :
    Einfaches Beispiel ( RECHTE HAND ! )mit zerlegtem oktaviertem C-Dur Akkord, also c, e, g, c Fingersatz 1,2,3,5.
    Hier kannst du sehr schön mit Finger 2 auf es, Finger 3 auf ges, eventuell Finger 4 auf b gehen.
    Diese kannst du auch mit Hilfe des Slide ( Rutschen von schwarzer auf weiße Taste ) auch wieder auflösen und sogar Melodien improvisatorisch / frei generieren.
    Linke Hand spielt erst einmal straight Cmajor7 ( c e g h ) 1 mal, 2 mal oder auch 4 mal pro Takt.
    Die rechte Hand und jetzt kommt das wichtigste ( von Thomas schon gesagt ) versucht, ab und an auch mal versetzt zu spielen plus die vielen dirty-notes- Möglichkeiten ( Blue Notes ) zu nutzen; aber gerne auch dabei kleine Melodien improvisatorisch zu entdecken.
    Spielerisch geht alles am besten.
     
  7. MS-SPO

    MS-SPO Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.20   #7
    Dann hier einmal ein konkretes Beispiel, in dem wohl auch alles bisher Gesagte auftaucht.

    1 ) Nehmen wir das bekannte Kinderlied "Alle meine Entchen". In der Begleitung ungefähr so: C - F (2x) - C - Dm - C - G - C. Das sollte schön kindgerecht klingen - also straight (naja, 8-tel Noten kommen ja auch gar nicht vor).

    2 ) Trennen wir nun Begleitung und Melodie. Dann ergibt bereits eine geswungene / synkopische Meldodie mit ein paar melodischen Abweichungen, wie eingeschobene 8-tel oder auf 8-tel Positionen verfrachtete Melodietöne, einen jazzigen Charakter. Hört man denn überhaupt noch die Entchen? Muss man ja auch nicht ;-)

    3 ) Jetzt werden wir ein wenig vornehmer, spielen langsam und ersetzen die Begleitakkorde durch ihre Vierklänge: Also in C vom Grundton ausgehend jeweils immer schön abwechselnd eine weiße Taste spielen, eine weiße auslassen. Das klingt schon sehr edel. Die Melodie und ihr Rhythmus kann und muss sich natürlich anpassen. Zur langsamen Begleitung erzählt die Melodiestimme eine noch langsamere Geschichte usw.

    4 ) Jetzt drehen wir durch: Wir vereinfachen die Begleitung zu Powerchords (1. + 5.) und schöpfen die Melodie aus den Vierklängen und deren Nebentönen. Hätte man auch in Vegas spielen können.

    5 ) Wieder festen Boden unter den Füßen, nehmen wir wieder die Eingangsbegleitung und verfrachten die Melodie komplett in die Bluesskala C-7 (5b) (add 4) (add 5), mit dem rhythmischen heart-beat des Shuffles. Auch hier kann schon 'mal ein Akkord wegfallen ... Wer hört denn jetzt noch gelbe Entchen? ;-)


    6 ) Und wenn man im Geiste bei einigen dieser Varianten noch die BigBand mithört oder Ella interpretieren lässt, dann ... ergeben sich Melodien und Rhythmen als Ausdrucksmittel schon fast von selbst. Erst fühlen, dann spielen :)

    Fröhliches Entdecken ;-)
     
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