Hallo Community,
Tag 10, und es ist vollbracht, die drei Kolibri Minis sind fertig.
Es dürften so 90 Stunden zusammengekommen sein für Planung, Zeichnung, Vorrichtungsbau, Herstellung, Montage, Setup, Fotos.
Meistens hat es viel Spaß gemacht, manche Arbeiten dreimal hintereinander haben sich jedoch gezogen.
Die drei Winzlinge vor dem Finish ...
... und danach.
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Finish nicht ganz aufs übliche Niveau gegangen bin, denn es ist klar dass sich hier in den Kinderzimmern und -händen recht schnell Macken und Kratzer ansammeln, oder positiv ausgedrückt, das 'Aging' recht schnell voranschreiten wird. Vermutlich werden auch einige Aufkleber ihren Weg auf die Gitarren finden, inkl. Totenschädel, Haien und Dinosauriern
🙂
Hier die Anbauteile.
Silber/Chrom gefällt mir für Mahagoni sehr gut, und so wurde alles entsprechend ausgewählt.
Die PUs sind Humbucker, aber etwas schmaler als normal.
Die Ernie Ball Saiten gibt es in allen Stärken im Sechserpack, so reicht das fürs Bestücken und einmal als Ersatz.
Da die Elektrik übersichtlich ist, war das Löten schnell erledigt. Einmal Poti B500K, Klinkenbuchse, Massekabel Bridge, Humbucker, fertig.
Hier die fertigen Schätzchen.
Bei den Tunern hab ich nicht gegeizt und wurde nicht enttäuscht, sie laufen und halten sehr schön.
Hier die Saitenführung aus Richlite, bewusst tief dass die Saiten nicht versehentlich rausspringen.
Damit die Saiten nicht in den Schlitzen schnarren, sind die Tuner absichtlich etwas neben dem Saitenverlauf.
So liegen die Saiten mit etwas Druck seitlich in den Schlitzen an und geben hier Ruhe.
Die Brücke kommt überraschend ordentlich daher.
Der Kolibri ist aus Bubinga und passt gut zum Mahagoni.
Perloid Dots oben, seitlich weißes ABS.
Ich hab ja ein wenig um den Schwerpunkt gefürchtet wegen des Headstocks, aber das hat wunderbar geklappt.
Hier steht die Gitarre frei in einem ca. 40° Winkel auf meinem Schenkel.
Auf einem viel dünneren Kinderschenkel verschiebt sich der Auflagepunkt noch etwas, so dass das Richtung 35° gehen wird. Perfekt.
Zum Ergebnis aus funktionaler Sicht:
- Tuning: Das angestrebte GDG funktioniert, war mir aber doch etwas zu weich mit diesen Saiten. Ich weiß wie die Kleinen reinhauen, und dann würde es viel schnarren. Daher bin ich auf AEA gegangen wie weiter oben von
@hermanson vorgeschlagen. Tatsächlich wirkt das nicht zu hell, und dürfte sehr gut zu Kinderstimmen passen. Es lässt sich auch noch gut drücken. Für GDG sollte der Saitensatz eine Nummer dicker sein.
- Saitenlage mit AEA: 1,4 auf 1,9 mm von dünn nach dick.
- Sound: Einwandfrei, der Humbucker ist klasse. Man sieht ihn auch viel in CGBs. Das Mahagoni erledigt den Rest.
- Tuner:
Harley Benton, sie sind für den Zweck sehr gut geeignet, und man bekommt sie mit diesen kleinen runden Drehknäufen.
- Hals ohne Trussrod: Die stehenden Jahresringe geben so gut wie gar nicht nach. An zwei Gitarren ist die Durchbiegung gerade so ausreichend, an einer optimal. Theoretisch könnten die Hälse auch noch etwas weniger Querschnitt vertragen. Praktisch sind sie aber klein genug für Kinderhände.
- Gewicht: 1380 Gramm. Das ist jetzt nicht wirklich sehr leicht für kleinere Kinder, aber die Gitarre soll ja ohne Gurt stabil liegen, und somit passt das.
- Länge: knapp 70 cm, Mensur 20"
Fazit:
Die Schätzungen hinsichtlich Größe, die gewählte Ausstattung, die Bespielbarkeit, und wie ich meine auch die Optik haben hingehauen, ich bin zufrieden und werde die nächste (da ist noch jemand unterwegs
🙂) genau so wieder bauen.
Übrigens - die erste Kolibri die man senkrecht aufhängen kann.
So, ich hoffe die Show hat euch gefallen.
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Nun noch ein AUFRUF:
Jetzt werden drei Amps benötigt.
Wenn jemand preiswert einen gut erhaltenen Vox Mini 3 / Mini 3 G2 abzugeben hat, kontaktiert mich bitte per PM.
Zusätzlich freue ich mich auch über Tipps was sonst noch an Amps passen könnte - robust, klein aber nicht fipsig, Effekte an Bord, auch von kleineren Kindern bedienbar, Netzbetrieb.
Grüße, Daniel