Nick Page Guitars Custom & Repair Shop - KF Thread

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Anmerkung der Moderation:

Dies ist der Kleinfirmen-Thread der Fa. Nick Page Custom Guitars/Berlin. Zu den Besonderheiten von Kleinfirmen-Threads bzw. der Kennzeichnung von Kleinfirmen bitte das zugehörige Regelwerk beachten!.

LG Lenny (für die Moderation)

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Nick Page Guitars Custom & Repair Shop

Eine kleine, aber feine Adresse, direkt an der Grenze zwischen den beiden Berliner "Nobelbezirken" Neukölln und Kreuzberg, von dem wir seit der letzten Ausgabe eines großen Musik Fachmagazins wissen, dass es nicht nur die politische , sondern auch die Musiker Hauptstadt Deutschlands ist.

Darüber gibt es sicher geteilte Meinungen, zumindest ist hier ganz schön was los. Sieht man nämlich genauer hin, fällt auf, das die meisten dieser ansässigen Genies in Wahrheit Zuwanderer aus Westdeutschland sind. So ist es auch bei Nick Page und mir. Nicks Wiege steht in Köln am Rhein und ich bin das was man landläufig als Frankfurter Würstchen bezeichnet. Nick kommt aus der Gitarrenbauerszene und hat sich bereits Mitte der 90er Jahre bei Eduard Tüske von Phanton Guitars Cologne, seine ersten Sporen verdient. Später wechselte er zu "Art of Sound" in der Kölner Altstadt, um schließlich nach einem kurzen Abenteuer in London, in seiner heutigen Werkstatt in der Neuköllner Nannenstraße zu landen. Hier hat er sich in den letzen Jahren, in einem gut sortierten Chaos, zwischen Bergen von Tonhölzern, Werkzeug und Maschinen zur Holz und Metallbearbeitung, sowie alten Fender und Marshall Amps, zu dem entwickelt was er heute ist: zu einem der innovativsten Gitarrenbauer die ich derzeit kenne.

Meine chaotische Lebenslinie startete in einem kleinen Dorf in der Nähe von Frankfurt, wo ich in den 60er Jahren eine glückliche Kindheit unter den musikalischen Einflüssen meines Großvaters, einem klassischen Konzertpianisten und dem Rock´n Roll meines Onkels, dem Gitarrist und Sänger einer typischen 60er Jahre Beatband mit dem Namen "The Outlaws", genoss. Das Zweite führte wohl dazu, dass ich in den 70er Jahren, trotz gutem Abi und gegen den Widerstand meiner Eltern, eine Ausbildung zum Musikalienverkäufer in München begann. Unser Ausbilder hatte nun 2 1/2 Jahre lang seine Freude daran, mich bei jeder Gelegenheit daran zu erinnern, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind. Das bedeutete, Saiten aufziehen, Hälse einstellen, Bünde abrichten. Und wir hatten viele Gitarren, aber nur einen Lehrling. Musik und Gitarren waren in der Folgezeit und bis heute immer der Mittelpunkt meiner Interessen, aber es würde einfach zu weit führen hier alle Stationen meines Lebens aufzuzählen. Und das ist ja auch nicht der Titel dieses Thread.

Ich möchte Euch nämlich in erster Linie unseren Laden vorstellen, weil ich der Meinung bin, dass auch die kleinen Werkstätten und Custom Shops in einem Forum wie dem Musiker Board einen festen Platz verdienen. Natürlich können solche Shops und Werkstätten nur einen kleinen Teil der Musikerszene mit Instrumenten versorgen, und nicht jeder Musiker kann oder möchte so viel Geld für ein handgebautes Instrument ausgeben, wo die Herstellungskosten natürlich weitaus höher sind als bei großen Firmen, die dann häufig noch in Asien produziert werden. Andererseits können wir aber auch viel mehr auf individuelle Kundenwünsche eingehen, und manch einer möchte sich irgendwann in seinem Leben einmal eine Gitarre ganz nach seinen Vorstellungen bauen lassen, die es zudem kein zweites Mal gibt. Und dafür gibt es uns.

Ich bin schon seit längerer Zeit mit Nick gut befreundet, und nun seit einigen Wochen auch geschäftlich sein Partner. Bei aller Verschiedenheit haben wir doch einige wichtige Gemeinsamkeiten: wir sind beide nur beschränkt anpassungsfähig, werden nur schwer sesshaft, mögen keinen Mainstream, und lieben Gitarren über alles. Nick hat als Gitarrenbauer schon einiges erreicht, und bei den letzten Messen mit seinen ausgewöhnlichen Designs und herausragender Qualität immer wieder für große Aufmerksamkeit gesorgt. Unter anderem spielen auch Lemmy Kilmister und Peter Maffay Gitarren bzw. Bässe die Nick entworfen und gebaut hat, und ich denke er ist mit seinen 34 Jahren erst am Anfang seiner Karriere. Schon heute ist er bei Fachzeitschriften wie G & B oder Grand Guitars ein gern gesehener Designer und Gitarrenbauer, dessen Instrumente schon zahlreich getestet und vorgestellt wurden. Bei mir neigte sich die Karriere dagegen schon ihrem Ende zu und ich war schon mit einem Bein im Ruhestand, als mir Nick anbot bei ihm ins Boot zu springen, und mit ihm zusammen ein Projekt zu starten. Aber dazu später mehr.

Aber es gibt auch noch ein paar andere sehr wichtige Leute in unserer Werkstatt. Da wäre Matthias, den alle nur den Bremer nennen, der Meister in unserer Holzwerkstatt. Er steht oft bis tief in die Nacht hinter seiner Bandsäge, Hobelmaschine oder der Handfräse, denn die tätowierte Lady auf Nicks Firmenwerbung klärt auf: Hand made is Sexy, 100% CNC Free. Gefertigt wird aus guten, sprich leichten Hölzern. Kaum eine Gitarre die mehr als 3500 Gramm wiegt. Khaya und Honduras Mahagoni sind dabei die wichtigsten Hölzer für unsere Bodys. Aber auch Erle, Swamp Ash, Palisander, Makassar, und das für Schraubhälse so unverzichtbare Ahorn. Das Holz kaufen wir in Bohlen und lassen es dann noch einmal 3 bis 4 Jahre trocknen. Der Hals macht den Attack, der Body den Bottom. Das ist Nicks Klangvorstellung. Grob gerechnet und alleine auf das Holz bezogen im Verhältnis 70/30, was bedeutet 70% vom Sound macht der Hals und 30% der Body. Versiegelt wird ausschließlich mit Nitrolacken. Dafür wurde extra von Stewart-MacDonald in den USA eine Poliermaschine angeschafft, die mit langsameren Drehzahlen arbeitet, denn Nitrolack verbrennt sehr leicht, wenn er zu schnell poliert wird.

Alle Nick Page Gitarren sind zumindest leicht geaged, was nicht nur etwas mit der Optik zu tun hat. Man kann auf diese Weise ganz anders an das Material rangehen, Bundkanten, Verrundung an Sattel, Bridge und Bundkanten, sowie broken-in-Griffbrettkanten nehmen den Hälsen die Steifheit. Man hat einen Hals, der sich anfühlt, als sei er schon seit 30 Jahren Dein täglicher Begleiter. Dazu gehört allerdings auch sehr viel Erfahrung, die sich Masterbuilder gut bezahlen lassen. Dann gibt es aber auch moderne Werkstoffe wie etwa die Res-O-Glas oder Fiberglaskonstruktion bei der Strich 2. Und dann natürlich der immer wiederkehrende Fensterkopf Headstock, eigentlich schon ein Nick Page Markenzeichen. Fast alle Modelle haben diesen Slotted Headstock, der etwas sehr charaktervolles hat, aber auch Erfahrung und ein hohes Grad an Fertigkeit voraussetzt. Ich wünschte, ich hätte von diesen ganzen Dingen etwas mehr Fachwissen, einfach auch deshalb, um hier noch besser vermitteln und erklären zu können. Also köpft mich nicht gleich, wenn ich einmal etwas durcheinander bringen sollte.

Christian unser Werkstattmann macht den Repair Shop, baut die Gitarren zusammen und stellt alles vom Feinsten ein. Pickupschaltungen löten, Hälse einstellen, Bünde abrichten, Sättel feilen und Brücken einstellen, keiner macht das so versiert und mit so einer Ruhe wie Chris. Geht nicht, gibt´s nicht. Tony ist der Mann für alles Metallische, er macht unter anderem diese tollen mit Mustern, Symbolen und Schriftzeichen versehene Aluminium-, Messing- und Edelstahlbleche für Pickguards, Decals und Elektrofachabdeckungen, aber auch komplette Decken, die dann mit Motiven, Schriften oder Symbolen versehen und geätzt werden. Womit wir auch schon bei einem weiteren NP Klassiker sind. Diese ganzen edlen Metall Applikationen und Zierteile in Verbindung mit edlen Hölzer, sicherlich nicht völlig neu, aber in dieser Art doch einzigartig. Seht Euch einfach die Bilder an, die mehr als tausend Worte sagen. Daneben wickelt Tony Pickups und überrascht immer wieder durch seinen Einfallsreichtum. Stille Wasser gründen tief.

Der Großteil unserer Pickups stammt von Amber, dessen Chef Wolfgang Damm, 16 lange Jahre in treuen Diensten als Produktmanager bei Gibson stand und für Nick mehr als nur ein Lieferant ist. Damm hatte den P-94 Pickup entwickelt und die Patente schließlich an Gibson verkauft, bevor er sich mit der Firma Amber ein eigenes neues Wirkungsfeld schuf. Nick Page und Wolfgang Damm arbeiten schon lange zusammen, und Wolfgang macht inzwischen einige spezielle Pickups nur für uns. Die Amber PAF´s gehören zweifellos zu den authentischsten Humbuckern, die man derzeit bekommen kann. Aber auch Pickups von Fralin, Alumitone und Lollar werden hier verbaut. Alle Instrumente werden in einem hochwertigen Formkoffer geliefert. Wegen dem großen Arbeitsaufwand beträgt die Wartezeit für einen Baron oder Interceptor derzeit zwischen 6 und 9 Monate.

Und nun kommen wir zu meiner Wenigkeit. Unabhängig von den Nick Page Custom Guitars planen wir nun aktuell eine Serie mit klassischen Modellen. Ich bin schon ein Leben lang großer Leo Fan, seit mehr als 35 Jahren ist ein 62er Strat Modell meine Nummer 1 und wird es wohl auch bleiben. Nun wollen wir keine Kopien bauen, sondern planen ein T- und ein S-Modell das sich zwar optisch an den Klassikern orientiert und auch eine 648 mm Mensur hat, aber aus anderen Holzer besteht. Für beiden Gitarren ist ein Body aus Khaya Mahagoni vorgesehen, ähnlich wie bei dem T-Modell das Nick aktuell für mich baut. Allerdings ohne Ahorndecke. Die Hälse werden aus bosnischem Bergahorn gefertigt. Als Dritte im Bunde wird es noch eine Singlecut mit geleimtem Hals und einer 628 mm Mensur geben, dass sich an der LP Junior orientiert. Die Singlecut wird komplett aus Khaya Mahagoni gefertigt und ein Palisandergriffbrett bekommen.

Natürlich sind auch alle Baron, Interceptor, Strich 2, Lucid und Surfmaster stagetauglich, aber nicht jeder kann oder ist bereit 3000 € bis 5000 € für eine Gitarre auszugeben und die dann noch jeden Abend den Gefahren, die sich durch Clubauftritte ergeben, auszusetzen. Deshalb kam uns die Idee eine Serie von hochwertige Arbeitsgitarren, aus den besten Materialien, aber ohne jeden Schnickschnack für die zu bauen, die jeden Abend in den Clubs rocken. Sobald also die ersten Prototypen fertig sind werde ich davon berichten.

Zum Schluss noch einige Bilder verschiedener NP Modelle:


T-Modell mit Paisley Outfit & StrichII mit Res-o-glas Korpus und Filtertron


Der Eiserne Baron mit Filtertron Pickups


Der Rote Baron mit Lollar Charlie Christian Pickups


Baron in Paisley mit Amber PAF


Songwriter mit Lollar Charlie Christian


Strich II Paisley mit Nick Page Custom Pickups


Acid Rain S-Modell mit Crosspoint 59


T-Modell mit einem wunderschönen Paisley und Amber PU Set




T-Modell mit Aludecke P-90 und Amber Bridge PU


Motörhead Frontmann Lemmy Kilmister mit seinem Nick Page Gott 4 Bass - wahrhaft göttlich, oder?


Der Eisenvogel mit Amber ´59 modified PU


Space Cowboy mit Tom Holmes PU


Original 60' Westerngitarre mit NP Custom bounded Filtertron style


Strich II Special mit Alumitone PU


Twango mit Teisco Gold Foil pickup / original Oahu Lapsteel Pickup


Special Custom Order


P-Modell mit Paisley und Amber 59 PAF


Sollet ihr Fragen zur Fertigung oder den einzelnen Modellen haben, beantworte ich sie hier im Thread. Zumindest sogut ich kann. :)[/COLOR]
 
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die weniger auffälligen (also was Applikationen betrifft) gefallen mir allerdings am besten. So zum Beispiel das Paisley T-Modell, der Eisenvogel, und die Acid Rain. Daher bin ich auch eher auf die klassischen Modelle gespannt.
 
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Wow!! Der Eisenvogel!!! :eek:
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die weniger auffälligen (also was Applikationen betrifft) gefallen mir allerdings am besten. So zum Beispiel das Paisley T-Modell, der Eisenvogel, und die Acid Rain. Daher bin ich auch eher auf die klassischen Modelle gespannt.

Mir geht es ganz genauso. Obwohl man sagen muss, dass in der Strich II mit ihrem Fiberglasbody echte Entwicklungsarbeit steckt und sie zudem noch toll klingt. Der Eisenvogel hat wie die alte Firebird richtig schwere Banjo Mechaniken. Es geht Nick nicht wirklich nur um die Optik, sondern das Gesamtpaket stimmt einfach auch. Ja, die neuen Modelle existieren ja schon auf dem Reißbrett und meine "Herocaster" ist so etwas wie ein Erlkönig. Ich finde es auch wichtig bezahlbare Gitarren zu bauen, obwohl ein zu 100% handgefertigtes Produkt niemals zum Preis einer Fließband Gitarre zu realisieren ist. :)
 
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Boa die paisley Tele ist ja mal heiß.
 
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In der letzten oder vorletzten G&B hab's einen Bericht über NP.
Für 2500 gibt es ein Brett mit Saiten.
 
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naja wenn du ehrlich bist zahlst du für eine Fender Tele CS auch nicht weniger und so kann man wenigstens eine deutsche Firma unterstützen.
 
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In der letzten oder vorletzten G&B hab's einen Bericht über NP.
Für 2500 gibt es ein Brett mit Saiten.

Dabei sollte man aber darauf hinweisen, dass dieses "Brett mit Saiten" zu 100% CNC frei in Handarbeit und aus den besten Materialien (Hölzern, Hardware, Pickups) gefertigt wird. Und dass der Kunde hier immer das letzte Wort hat, sprich auf das Halsprofil, den Griffbrettradius, Bunddrahtstärke und letztlich auch die Optik entscheident Einfluss nehmen kann. Denn noch lange nicht alles wo "handmade" draufsteht ist es auch. Da werden vorgefertigte Teile verbaut, d.h. man lässt sich den Korpus oder Hals in Ausland mit CNC fräsen und bearbeitet dann die schon halbfertigen Rohlinge. Hier kannst Du Dir die Bohle für Deinen Korpus oder Hals mit der dazu gehörigen Beratung selbst aussuchen und zu jeder Zeit Einfluss auf das Endprodukt nehmen. Will man wirklich Reich oder wohlhabend werden, oder einfach auch nur gutes Geld bei geregelter Arbeitszeit verdienen, sucht man sich besser einen anderen Tätigkeitsbereich. Man muss diesen Beruf schon lieben sonst wird man nicht lange Freude daran haben. :)
 
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@Armin

zu deinem letzten Absatz; du kennst ja meinen Fav Gitarrenbauer in Münster, und ich kann dir bestätigen, dass der alles andere als reich mit seinem Job wird.
 
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Hallo Armin,


du hast uns hier wirklich einen tollen Beitrag abgeliefert.
Wie man hier lesen und sehen kann sind Nicks Gitarren nicht nur Instrumente der Spitzenklasse, sondern auch noch optisch ausgefallen Kunstwerke, was ich auch aus meiner persönlichen Erfahrung mit Nick Page Guitars bestätigen kann.
Ich darf mich selbst seit Ende des vergangen Jahres als stolzen Besitzer und Spieler einer Nick Page Gitarre nennen, meine Eindrücke habe ich bereits hier in einem Review verfasst.


Wenn ich mir die oben abgebildeten Gitarren zu lange ansehe, bekomme ich akute GAS Anfälle, die gar nicht gut für meinen Finanzstand wären :)

Mir ist aufgefallen das bei einigen Baron Modellen die Saitenreiter für E und A Seite aus einem anderen Material sind, als die der restlichen 4 Saiten, da würde mich sehr interessieren aus welchem Material dieser Saitenreiter ist und warum das so gemacht wurde, sicher zur Verbesserung des Sounds, allerdings interessiert mich das WIE besser und der Gedanke von Nick dahinter.

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende
Chris
 
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Ob 100% CNC frei so ein gutes Argument ist? So genau kann leider kein gitarrenbauer arbeiten. Ich denke dieses 100% CNC frei zieht nur bei den Leuten die halt etwas mehr Geld über haben ;) ich hab da lieber eine Halstasche die auf 1/100 mm genau gefräst wurde als irgendwie von Hand angepasst.
 
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Ob 100% CNC frei so ein gutes Argument ist? So genau kann leider kein gitarrenbauer arbeiten. Ich denke dieses 100% CNC frei zieht nur bei den Leuten die halt etwas mehr Geld über haben ;) ich hab da lieber eine Halstasche die auf 1/100 mm genau gefräst wurde als irgendwie von Hand angepasst.

Ich denke, ob man Fräsungen bei Gitarren mit einer CNC oder einer Handfräse macht ist eher eine philosphische Frage. Heutige CNC Fräsmaschinen arbeiten auf 0,005 Millimeter genau, eine Genauigkeit die bei Holz eigentlich nicht gebraucht wird, denn Holz arbeitet immer. Bei wechselnden Therparaturen, bei Luftfeuchtigkeit und bei Belastung und zwar in erheblich größerem Maß als Metalle, oder Glasfiber. Deshalb ist der Einsatz auch nur bei Serienproduktionen und um Zeit zu sparen wirklich sinnvoll. Man kann auch mit jeder Handfräse exakt arbeiten. Aber ich bin auch kein Gitarrenbauer oder Schreiner. Ich werde mich bei Nick erkundigen, weil mich das Thema selbst interessiert und ich Dir auch nicht einfach irgend eine Antwort geben möchte. ;)
 
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Klar eine frage der Philosophie ist es garantiert. Es gibt aber einfach Punkte bei denen Handarbeit, in meinen Augen, nicht immer von Vorteil ist. Ich bin ja gelernter Handwerker und hab schon eiges mit holz gemacht ;)
 
Armin H.
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Mir ist aufgefallen das bei einigen Baron Modellen die Saitenreiter für E und A Seite aus einem anderen Material sind, als die der restlichen 4 Saiten, da würde mich sehr interessieren aus welchem Material dieser Saitenreiter ist und warum das so gemacht wurde, sicher zur Verbesserung des Sounds, allerdings interessiert mich das WIE besser und der Gedanke von Nick dahinter.

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende
Chris

Puhhh, endlich wieder festen Boden unter den Füßen. ;) Das hat mit den verschieden Tonverhalten von Metalllegierungen zu tun. Im Großen und Ganzen gelten folgende Regeln:

- Messing unterstützt einen schönen, ausgewogenen Ton mit vielen Mitten und warmen Bässen.

- Aluminium ergänzt warme Höhen, ohne dass Mitten oder Bässe verloren gehen.

- Kalt gerollter Stahl bringt einen Hauch akustischen Sound in den Tele®-Ton, mit mehr Höhen als Messing, aber weniger Höhen als Aluminium.

- Titan ist sehr hart und leicht; es unterstützt einen Sound, der ähnlich dem von Messing ist, bringt aber die Höhen noch ein wenig mehr zum Scheinen.

Darum nimmt man bei den Saitenreitern gerne Aluminium für die E/A-Saiten und Messing für die D/G und B/E-Saiten.

Auch Dir ein schönes Ostern und ein musikalisches Wochenende.

Gruß, Armin :)
 
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naja wenn du ehrlich bist zahlst du für eine Fender Tele CS auch nicht weniger und so kann man wenigstens eine deutsche Firma unterstützen.

Nicht falsch verstehen. Ich finde die Gitarren toll. Vor allem die Form der Baron ist wirklich klasse!
Das mit Abstand coolste Merkmal sind die Headstocks. Sehr hübsch. Nur bin ich mir bei denen nicht sicher, wie es um die Stimmstabilität beschaffen ist. Der Saitenverlauf vom Sattel zur Mechanik ist sehr Grenzwertig.

- - - Aktualisiert - - -

Ich habe nur G&B zitiert und habe auf die Frage geantwortet.

Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass ich die Produkte "überteuert" finde. Im Gegenteil! Nachdem ich gelesen habe, was dahintersteckt ist der Preis sehr fair! Die Gitarren sind sehr schön!
 
Armin H.
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@ Bato Was ist da Besonderes am Saitenverlauf vom Sattel bis zur Mechanik, vor allen Dingen, was soll daran grenzwertig sein? Viele Gibson, Martin, Taylor, alle National Reso-Phonic Guitars habe den slotted Headstock. Ebenso die Gitarren von Jean Larrivee´, alles sündhaft teuere und über jeden Zweifel erhabene Gitarren mit einer zum Teil jahrhunderte alten Tradition. Der Gibson EB3L Bass und viele 6 und 12 saitige elektrische Rickenbacker haben den Fensterkopf Headstock. Ob er nun gefällt oder nicht ist eine andere Frage und ich muss zugeben, dass es auch bei mir eine ganze Weile gedauert hat, bis er mir optisch zugesagt hat. Ich hatte in den letzten Monaten zwei dieser slotted Headstock Gitarren für längere Zeit bei mir Zuhause, eine Black Baron und die Intercaptor Stingray, beide mit Kluson White Buttom Japan Mechaniken und obwohl ich oft extreme Bendings spiele und auch einen recht harten Anschlag habe, hatte ich nie auch nur die kleinsten Schwierigkeiten mit der Stimmung. :)

https://www.musiker-board.de/review...erceptor-stingray-100-handemade-cnc-free.html

https://www.musiker-board.de/bierga...r-eurer-gitarre-part-ii-1153.html#post6178220
 
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Ein gut gearbeiteter Sattel macht da schon sehr viel aus. Sicher ist ein möglichst gerader saitenverlauf das Optimum. Erfahrungsgemäß kann ich dir aber sagen, dass der Winkel weniger Auswirkungen hat als der Sattel, wenn dieser eben optimal gearbeitet ist.
super finde ich die Details der verschiedenen Metalle, da hat sich einer echt gedanken gemacht und sogar die richtigen;)
verwendet ihr dann auch bei der Tele verschiedene Metalle für Ferrules der saiten um die Frequenzen mehr auszugleichen? Ich meine als sonderbestellung ist das garantiert kein Problem, aber ich meine in der "Serienproduktion" bzw als Standard.
 
Armin H.
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@ StrangeDinner Selbstverständlich wird das auch bei allen T-Modellen und S-Modellen, aber auch bei ABR Bridges, zum Standard. Hier bietet z.B. Faber Saiterreiter aus verschiedenen Materialien, sprich Alu, Stahl, Titan und Messing an, sodass die die klanglichen Eigenheiten der verschiedenen Saiten berücksichtigt werden können.

* die Namen Telecaster® und Stratocaster® sind von der Firma Fender rechtlich geschützte Marken, die wir nicht kopieren wollen. Ich schreibe deshalb T- und S-Modelle, weil sich darunter jeder ein bestimmtes Konzept und eine bestimmte Form vorstellen kann. Genau wie ich die Form einer Baron mit Rickenbacker® Mod. 4001 beschreiben würde, obwohl es ausser der Form kaum Gemeinsamkeiten gibt.
 
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Das klingt sehr gut, eine der wenigen Firmen die sich darüber echt mal Gedanken gemacht hat, Respekt!
 

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