Kondensatormics absichern (48V)

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Hallo Leute,

ich stelle mir diese Frage immer wieder: Kann man Kondensatormikrofone irgendwie absichern für den Fall eines Kurzschlusses?

Zu Hause und beim Recording denke ich darüber nicht nach. Aber live hat man einfach nie die Kontrolle in dieser Angelegenheit. Hat irgendjemand einen Kurzschluss im Mikrokabel und es ist die Phantomspeisung aktiviert auf dem Pult - schon hätte man den Salat. Natürlich passiert das selten. Aber ich habe mir jetzt zum Beispiel ein Kondensatormic für Gesang geholt und das kostet gut 300 Euro. Und weiss das manche Leute es nicht so genau nehmen mit dem Zustand ihrer Kabel. Das Pult lag glaube ich bei 500 Euro.
Wenn dann in so einem Fall das Pult Schrott wäre reicht das doch. Da muss doch das Mic nicht auch noch Schrott sein.

Deswegen frage ich mich einfach: Gibt es nicht eine Art "Sicherung" für diesen Zweck? Klar ich kann auch eine externe Phantomspeisung benutzen, dann bin ich unabhängig von allem anderen was an Pulten passiert (oder?). Aber für mich würde es irgendwie Sinn machen zumindest die Mics mit einer Art Sicherung zu schützen für so einen Fall. In allen möglichen anderen Geräten sind ja auch Sicherungen drin. Ich schätze mal im Pult ist auch nix abgesichert in der Regel.

Übrigens: im Grunde weiss ich gar nicht wirklich was passieren würde im Falle eines Kurzschlusses. Aber ich gehe mal davon aus: Pult Schrott und Mikros Schrott.

Wenn jemand dazu eine Idee hat wäre ich sehr interessiert daran. Egal ob es ein Gerät gibt oder ob jemand weiss dass das gar nicht gehen kann aus technischen Gründen.

Gruss, Frank
 
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Hallo Frank,

wie kommst Du darauf, dass ein Kondensator-Mic kaputt gehen könnte, nur weil der Phantomstrom (kurzschlussbedingt) ausfällt? Klar, es funktioniert ohne Versorgung nicht mehr. Aber ansonsten ist dies wie Stecker ziehen.

Trotzdem solltest Du gute Mikrofonkabel benutzen, diese regelmäßig auf Schäden prüfen und ordentlich verlegen.

Die größten Gefahren für Dein 300-Euro Mic liegen a) beim Herunterfallen und b) beim Geklautwerden.

Gruß Jürgen
 
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Hallo Jürgen,
ja gute Frage - wie komme ich eigentlich dadrauf? Meine (laienhafte) Erfahrung im Bereich Elektronik sagt mir dass bei einem Kurzschluss entweder was kaputt geht oder ne Sicherung rausfliegt.
Ich kann ja auch nicht den Strom in einer Steckdose kurzschliessen. Ich habe auch schon mehrfach mit Gleichstrom erlebt dass z.B. falsche Polung (also falsch rum anschliessen) zum sofortigen Defekt geführt hat.
Ich meine ja nicht dass ein Kabel abgeht sondern dass die beiden Pole kurzgeschlossen werden.
Es wird auch z.B. explizit empfohlen kein Mic mit Klinkenstecker bei aktivierter Phantomspeisung einzustecken. (Ist ja klar - das gibt ja kurzzeitig einen Kurzschluss beim Einstecken)

Auf meine Kabel achte ich natürlich, das bin ich so gewohnt. Aber ich spiele mit verschiedenen Leuten und ich traue deren Kabeln nicht. Die wissen ja selber nichts über den Zustand.
Da sind mit Sicherheit auch mal uralte und schlecht gelötete dabei.

Jetzt mal andersherum gefragt: Gesetzt den Fall wir schliessen die beiden Pole der Phantomspeisung bei angeschlossenen Mics kurz. Was würde höchstwahrscheinlich passieren?
Vielleicht muss ich mir ja die Sorgen gar nicht machen :)

Gruss, Frank
 
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Hallo Frank,

beim Kurzschluss der beiden "Pole der Phantomspeisung" passiert mit der Phantomspeisung m.E. überhaupt nichts - da es der "gleiche Gleichstrom" ist. Ein Signal vom Mic wird aber nicht mehr ankommen.
Bei einem Masseschluß kommt einfach keine Speisung mehr an - auch einfach "aus".

Der Mischpultausgang ist in Sachen Phantomspeisung meines Wissens nach durch Widerstände so geschützt, dass kein so hoher Stromfluss auftreten kann, welcher Bauteile zerstören würde. Hierzu wissen aber u.a. die User @netstalker oder @Harry mehr zu berichten.

Gruß Jürgen
 
Hallo Harry,

das sehe ich eben etwas anders. Nehmen wir an du hast auf zehn Kanälen Mics angeschlossen. Die 48V sind aktiviert.
Hat auch nur einer von denen einen Kurzen im Kabel ist die ganze Sache kurzgeschlossen.
Ist das so abwegig?

Gruss, Frank
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Hallo Jürgen,

die postigs haben sich überschnitten. Aber das ist interessant was du schreibst. Wenn das wirklich so ist, gibt´s ja wirklich keinen Grund zur Sorge.....
ich bin in dem Bereich leider am Ende mit meinem Latein.

ciao Frank
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
....mir fällt gerade noch was ein: Kondensatormics im Studio über eine patchbay laufen zu lassen ist ja auch eine delikate Angelegenheit. Und wenn man nicht genau weiss was man tut wird eher davon abgeraten.
Dabei geht es natürlich um das gleiche Thema. Ich habe aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet.
 
Die Phantomspeisung ist von der Norm her IMMER gegen einen Kurzschluss - egal welcher Art - gesichert.
Durch die Vorwiderstände zu beiden Leitern ist ein Stromfluss größer 10mA (milliampere!!) nicht möglich.
Die Spannungsführenden Leiter arbeiten gegen den Schirm der Mikrofonleitung - also nicht die beiden "Innenleiter" gegeneinander.

phantom3.jpg


Die "Weisheiten" die es dazu in gewissen Publikationen gibt beziehen sich eher auf die sogenannte "Tonaderspeisung" - die aber seit mehreren Jahrzehnten - (außer bei recht alten Mikrofonen) nicht mehr in Verwendung ist.

Es ist hier nicht Zielführend, irgendwelchen Mist aus dem Internet abzuschreiben und die Phantomspeisung als "gefährlich" zu deklarieren - diese Norm ist durchaus von Leuten gemacht, die sich dabei was gedacht haben.
Wenn einer einen "kurzen" am Kabel hat ist das dem Rest der angeschlossenen Mikros vollkommen egal - weil sie durch die Strombegrenzungs-Widerstände absolut entkoppelt sind. Es fließen am Netzteil maximal 10mA - das hat mit Kurzschluss nix - aber auch schon sowas von nix zu tun.......
 
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Netstalker vielen Dank für deine Erklärung. Genau das wollte ich wissen.

Ich habe allerdings nicht irgendwelchen Mist abgeschrieben sondern ich habe eine Frage gestellt. Und wenn ich nicht schreibe was ich denke wird mir keiner helfen können. Ich habe ja gesagt dass ich auf diesem Terrain mit meinem Latein am Ende bin und erhebe keinesfalls Anspruch auf irgendeine Richtigkeit. Deswegen bin ich ja hier und frage und schreibe was ich denke.

Und deiner Beschreibung nach ist es ja wirklich Quatsch was ich dachte. Endlich weiss ich das mal.

Aber wie gesagt: es handelt sich hier weder um "Weisheiten" noch habe ich irgendwas irgendwo abgeschrieben. Das sind meine eigenen Gedanken zu dem Thema - auch wenn sie nicht richtig sind.

Ich möchte mich bei allen bedanken für eure postings und denke meine Frage ist damit beantwortet.

Gruss, Frank
 
Sorry wenn ich dir zu nahe getreten bin - diese Frage bzw. Thematik kommt hier (und in anderen Boards ebenfalls) regelmäßig hoch; es ist einfach nervig, wenn vor einer Fragestellung nicht wenigstens die FuFu des Boards bemüht wird.
In diversen Foren und zum Teil auf Seiten von "Studiospezialisten" kommt genau das hoch, was du hier - wörtlich - wiedergegeben hast.
Diese "Urban Legends" sind schwer ausrottbar - das ist mir bewusst, deshalb nochmals sorry wenn ich das ein wenig harsch angegangen bin.

BTW:
Wenn man hier die SuFu mit dem Stichwort "Phantomspeisung" füttert, kommen > 8 Seiten Ergebnisse - zu mindestens 40% genau die gleiche Fragestellung "Ist es gefährlich wenn...."
 
Hehe ... die Patchbay-Thematik wurde bislang sauber umschifft :)
 
Nee alles klar - war mir überhaupt nicht bewusst dass das ein "Thema" ist. Habe mich vor kurzem erst hier angemeldet - aber danke für den Tip mit der Suchfunktion.

Auf jeden Fall noch mal vielen Dank für die Info - für mich ist damit alles klar - ich kenne persönlich keinen den ich sonst hätte fragen können danach.

Wenn ich jetzt noch was zur Patchbay Thematik sagen würde wäre das doch Quatsch oder mjmueller? Nach den Infos von oben ist das doch wahrscheinlich total egal - aber lasst euch das lieber von Leuten erklären die was davon verstehen. Also ich erhebe auch mit dieser Äusserung keinen Anspruch auf Richtigkeit, ist nur eine Vermutung. Anscheinend gibt es ja auch genug threads zu dem Thema.

Gruss, Frank
 
Zum Thema Patchbay:
Solange man sich an die Vorgaben hält und symmetrisch arbeitet, wird da nix passieren.

Was eine (zugegeben geringe) Gefahr darstellen könnte: Man betreibt ein Bändchen-Mikrofon mit einem falsch gelöteten Adapter - da könnte das Bändchen selbst bei nur 10mA Schaden nehmen.
 
Gut dass du das noch mal geschrieben hast - hab ich mir gedacht nach der Erklärung von voher.

Ich habe übrigens tatsächlich mal vor langer Zeit einen Artikel gelesen darüber mit dem Inhalt dass man da vorsichtig sein soll und das hatte ich mir gemerkt und als potentiell riskant abgespeichert. Also da werde ich jetzt anders mit umgehen, das ist klar. Und ich brauche mir auch gar nicht mehr die Gedanken zu machen wegen meinem neuen Mic - das ist echt cool!

Tja, hab mir das ganz anders vorgestellt. Und auch wenn ich anscheinend direkt zweimal ins Fettnäfpchen getappt bin (Gefahr bei Phantomspeisung und das Ganze in Verbindung mit einer patchbay) bin ich jetzt sehr froh dass sich das geklärt hat für mich. Also vielen Dank nochmal an alle!

Gruss, Frank
 
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