Korrekte Abschirmung aller Gitarren/Bässe

Alex V

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Hallo liebe Community,
obwohl ich schon einige Threads gefunden habe, wollte ich hier noch einmal alles auf den Punkt bringen, ich bitte daher in diesem Thread nocht vom Thema abzuschweifen oder andere Theman anzuschneiden. Es soll nur um die optimale Abschrimung von Gitarren und Bässen jeglicher Art gehen.
Ich schreibe mal auf, was ich für richtig halte und bitte um Kommentare und Berichtigungen, was man anders machen sollte.

Generell ist wichtig:
- die Ausfräsungen der einzelnen Pickups mit einer isoliernden Substanz auszukleiden (Lack oder zB Kupferfolie)
- Diese auskleidungen müssen (?) an Masse gelegt werden. Also zB mit kleinen Drähten oder durch Potigehäuse miteinander verbunden sein.
- das Massekabel eines Mickups muss auf Masse gelegt werden
- Das Pickguard und eventuelle rückseitig abnehmbaren Plastikbretter, die das e-Fach verdecken müssen (?) mit einer isolierenden/leitenden Substanz versehen sein (zB Kupferfolie) und ebenfalls auf Masse gelegt werden
- das e-Fach selbst muss wie die Pickupfräsungen ausgekleidet und auf Masse gelegt sein
- zur Verbindung von Potis oder PUs sollten nur abgeschrimte Kabel verwendet werden
- Die Brücke, auf der die Saiten aufliegen muss (?) eine Verbindung zur Masse bekommen. Wenn es sich um ein Tremolo handelt, kann man dort irgendwie im Inneren geschickt eine Verbingund herstellen und muss nicht etwas über den Korpus ziehen (wie bei meinem Fender Japan Jazz Bass).

Die Abschrimung ist unabhängig vom Pickuptyp wichtig, zeigt sich aber besonders effektiv bei Single Coils?!

Habe ich etwas vergessen?
Habe ich übertrieben?

Danke für Beiträge.
Alex
 
mr.coleslaw

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Abschirmung wird überbewertet :evil: Im Ernst: wenn du ohne oder low gain spielst benötigst du sie nicht; wenn du high gain spielst geht's eh im Soundgewitter unter.

Und gescheite Pickups (auch single Coils) sind eh weitgehend feedbackresistent
 
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Deltablues

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Abschirmung wird überbewertet :evil:

Finde ich auch.
Meine Gitarren sind allesamt nicht abgeschirmt, Brummprobleme habe ich trotzdem keine.
PU-Bestückungen wären da:
1. Paula 2 x HB
2. Paula 2 x P90
1. Tele 2 x Singlecoil (Standard Tele)
2. Tele 1x HB + 1 x Singlecoil
Tomcaster 2 x Singlecoil (davon 1x CC)
 
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Bassturmator

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zur Verbindung von Potis oder PUs sollten nur abgeschrimte Kabel verwendet werden

Bei einer so vollständig abgeschirmten Gitarre wie Du sie beschreibst wäre das doppelt gemoppelt.

Habe ich übertrieben?

Ich finde schon...
...denn:

Abschirmung wird überbewertet :evil:

Gibt auch gar nicht mehr so viele schmuddelige Clubs wo die Bühnen mit handbemalten Leuchtstoffröhren beleuchtet werden.

Meine ungeschirmte Strat verhält sich ähnlich wie meine gut geschirmte Tele, also bleibt die Strat wie sie ist.
 
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DerZauberer

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Wenn man eine Vintage Fender Tele oder Strat so "optimiert", ist sie hinterher deutlich weniger wert, und das auch aus gutem Grund.

Mal abgesehen von einer sauberen Masseverbindung (Kabel) wo nötig, es ist doch nur seltenst das "Innenleben" einer Gitarre was problematisch ist, es sind doch zu 95% die Pickups selbst, die genau das tun was sie sollen - sie "picken up". ;) Und klar kann man die auch weitestgehend abschirmen indem man einen Faradayschen Käfig drumrum baut, aber dann kann man halt nicht mehr spielen.

Die Klassiker gegen Brumm sind nach wie vor - mal das Netzkabel vom Amp andersrum in die Steckdose (besonders wenn alles mögliche andere noch am Stromkreis hängt), mal das Handy ausschalten bzw. in den Flugmodus (auch wenn deutlich besser als früher gibt's immer noch Einstreuungen) und ansonsten damit leben, dass es eine brummfreie Single Coil Gitarre ebensowenig gibt wie einen rauschfreien Röhrenverstärker. All dies geht aber auch schon bei moderater Lautstärke absolut im Mix unter (in der Regel).

Nach deiner Definition spiele ich seit 20 Jahren quasi "nicht abgeschirmte" Instrumente (nur die "normalen" Masseverbindungen drin, nix Folie, nix weitere Abschirmung usw.), nur noch Singlecoils und hier gerne die besonders "empfänglichen" P90, und habe das Thema Einstreuung nur seltenst als problematisch empfunden. Die fiesen Leuchtstoffröhren verschwinden (gut, dagegen gibt's dann teilweise fiese Trafos bei LED-Beschaltung, aber irgendwie meist "besser"), die Verkabelung im Stage-Bereich ist heute meistens auch recht "sauber", und dann ab dafür.

Meiner Meinung nach wird hier ein Problem versucht zu beheben, dass es eigentlich nicht gibt.
 
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Meiner Meinung nach wird hier ein Problem versucht zu beheben, dass es eigentlich nicht gibt.

Genau! Und da ich nicht mit Abschirmsets handele kann ich das auch offen sagen ohne meinem Umsatz zu schaden.

Wenn ich so drüber nachdenke was es heutzutage alles für unnötiges Gitarrenzubehör gibt...
 
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Man muss so gut abschirmen, wie nötig...

Nicht jeden stört das in gleichem Maße.
Nicht in jeder Umgebung/mit jedem Setup ist gleich dramatisch.

Nichtsdestotrotz bin ich ein großer Fan von guter Abschirmung!
Manches in der Aufzählung ist doppelt gemoppelt. Wenn man das E-Fach sorgfältig auskleidet und die Schirmung an Masse legt, muss nicht auch noch zwingend Koaxial Kabel für die Verdrahtung genommen werden.

Moderne hochwertige Gitarren haben oft ab Werk z.B. eine leitfähige Lackierung des E-Fach oder sind gar mit Kupfer-Folie ausgekleidet. Und das aus gutem Grund!
Schlecht abgeschirmte Gitarren können extrem nervig sein, weil z.B. durch Loslassen der Saiten das Brummen deutlich ansteigt.

@DerZauberer ... Brummschleifen die durch das Zusammenschalten von 220V betriebenen Geräte und die Abschirmung einer Gitarre sind IMO zwei Baustellen, die IMO nichts miteinander zu tun haben (...außer der Gefährdung, die sich durch die konsequente Masseanbindung zum Gitarristen fortsetzt, wenn durch Manipulation der Erdung bei 220V Geräten versucht wird, Brummschleifen aufzuheben...)
 
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Moderne hochwertige Gitarren haben oft ab Werk z.B. eine leitfähige Lackierung des E-Fach oder sind gar mit Kupfer-Folie ausgekleidet. Und das aus gutem Grund!
...und viele "klassische" hochwertige Gitarren haben das auch heute nicht, alle "alten" haben's nicht ... funktionieren trotzdem.

@InTune - mir geht's nur darum, dass es hier (wie bei so vielen Dingen die Gitarren betreffen) keine einheitliche Meinung gibt, keinen absoluten Standard. Es gibt 'sone' und 'solche'. (Und mein Punkt zu Netz - mir ist schon klar, dass das nix mit der Gitarre an sich zu tun hat... aber der normale Gitarrist denkt sich "Gitarre brummt, muss schirmen" und denk nicht an Amp, Gitarrenkabel, Stecker, Steckdose, und oft ist das ein schnellerer und vor allem billigerer Hebel).

Letztlich ist der Faktor, was man eben als "extrem nervig" empfindet. Ich finde meine Silent-NAS mit leisen Festplatten und Passiv-Kühlung ohne Lüfter immer noch so laut, dass sie in der Kammer steht - habe mit einer fein surrenden P90-Gitarre am sanft rauschenden Tube-Amp aber kein Problem, und fand es bisher weder bei Aufnahmen und schon gar nicht live irgendwie problematisch. Ich sage also nicht "hat's früher nicht gegeben, kann also nix taugen", ich sage nur "funktioniert für mich auch ganz altmodisch, sehe keinen Grund was anzupassen".
 
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Alex V

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Danke für die bisherigen ANtworten, auch wenn ich eigentlich nicht in die Richtung "macht eh keinen Sinn" gehen wollte, sondern ganz konkret wissen möchte, wie eine saubere Abschirmung funktioniert.
Ich bin professioneller Anwender und habe oft damit zu tun, dass ich Gitarrensignale im Mix platzieren muss. Wendet man Kompression an, kommt das Brummen deutlich hervor bei manchen Signalen. Gerade hier in meinem Studio kämpfe ich gegen Einstreuungen und das typische 50/60 Hz Brummen der Singlecoils.
Ich bin schon durch das komplette Haus getigert und habe verschiedene Steckdosen probiert, aber das Problem bleibt.
Daher möchte ich einfach so gut es geht abschirmen. Jedes Bisschen hilft. Vor allem meine Classic Player 60s Mexico Strat brummt ordentlich. Ebenfalls störend ist, wenn man beim Spielen Metallteile oder -schrauben berührt und diese dann ein Knacken verursachen. Gerade bei filigraneren Geschichten bei denen man wirklich Details des Gitarrenspiels herausarbeiten möchte (zB auch Ton lange halten und ausklingen lassen) ist es störend, wenn schon im sehr leicht angezerrten oder cleanen Modus Brummen zu hören ist.
Danke für Beiträge, die IN DIESE Richtung weitergehen.
 
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Meiner Erfahrung nach ist bei E-Gitarren eher die magnetische Einstreuung das Hauptproblem. Die elektrische Einstreuung kommt noch dazu.
Aber die Investition in einen Humbucker (oder einen Humbucker im Single Coil Gehäuse) ist vermutlich 90% wenn nicht gar 95% der Miete.
Dennoch habe ich bei meiner Eigenbau-Stat (siehe Signatur) auch alles geschirmt.
-> Probleme nur durch magnetische Einstreuunung über die Pickups.
 
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Vielleicht sind noiseless Pickups die Lösung. Da gibts mittlerweile gute Sachen wie diese z.B. Dimarzio Area Teile
 
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Klar, noiseless Pickups sind ein Ansatz der Lösung - aber ... es gibt ja noch die Puristen, die meinen wollen, daß das schlechter klänge oder unauthentisch sei. Dazu fällt mir ein ... Leben und leben lassen einerseits, andererseits ist die Schaltung am Ende mit einem Pickup nicht komplett, evtle Verluste an Höhen, Glanz, Twang, Twäng, Twaeng, Tweng, Obertönen etc lassen sich m.E. gut mit sorgfältiger Potiauswahl und so weiter mindestens kompensieren (meine Tele mit noiseless-stacked Pickup kann schmerzhaften Twang, wenn sie soll ... man kann die auch parallel schalten, also die Spulen, noiseless bleibt es dann und die Höhen sind arg übertrieben, zudem 500 k Potis...). Ist in dem Fall ein STK3TE von Seymour Duncan, und ich halte den für gut. Für eine Tele, die keinen brachialen Output haben soll, aber auch keinen Geringen ... ne Normale halt in diesem Sinn ... tät ich den wieder nehmen.

Ich hab die Abschirmung bei genau dieser Tele mal beschädigt, bzw es sind noch einzelne Stückchen da. Hat mein Schwager richtig Arbeit reingesteckt, daß alles mit Alufolie ausgekleidet ist, und beide Pickups paßten dann nicht - Brücke paßte fast, Hals wurde ein vollformatiger Humbucker statt einem Schmalen, und, was soll ich sagen, ich hab genausoviel Brumm wie zuvor. Saiten anfassen und weg isses. Alles fein, alles gut, auch ne Neonröhre über der Werkbank, die im selben Raum ist wie wo ich meistens spiele, stört nicht merkbar rein. Hab noch nicht auf der Werkbank gespielt, vorsorglich sonen leitenden Lack gekauft, aber bisher nicht benutzt, nicht in der Tele.

Was eben auch immer ne Frage ist ... wie gut ist die Antenne, die man durch Abschirmen unwirksam machen möchte? Da man nicht absichtsvoll ein Empfangsgerät in die Klampfe hineinarrangiert, landet man da letzten Endes wohl wirklich weit inne Details - klar, irgendeine Einstreuung, die bei perfekter Schirmung nicht durchkäme, aber bei der, die man hat, durchkommt, gibt es für jedes Objekt, aber die Relevanz dessen ist dann eben wieder eine andere Frage.
 
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btw. Alufolie ist schlechteste Möglichkeit, das E-Fach abzuschirmen, da es da schwierig ist, einen vernünftigen bleibenden Masseschluss hinzubekommen. An Kupfer kann man löten und in Graphitlack eine Schraube drehen...

gute Noiseless PUs sind rar und teuer. Aber z.B die Area von Dimarzio sind IMO von "normalen" Single Coils nicht wirklich zu unterscheiden.
 

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