(Kurz-)Review: Allen&Heath WZ³ 12M

von RaumKlang, 17.07.07.

  1. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.07   #1
    Glückliche Umstände ermöglichen einen kleinen Test des Wizard³ 12M bevor es zum Kunden geht.

    Overview:

    Anschlüsse
    - 16 Mono Inputs (XLR) mit Insert
    - 16 Parallel-Outs (XLR)
    - 12 Mix-Outs (XLR) mit Insert, 12x mono od. 6x stereo
    - Stereo-Master Out (XLR + Klinke)
    - "External Monitor" Eingang (Klinke)
    - Anschluß für externes Netzteil
    - 2 Optionsplätze (für z.B. SysLink)
    - Kopfhörer (3,5 und 6,3mm Klinke)

    Oberfläche
    - 16 Channelstrips mit je
    12 Mix-Sends (davon 4 schaltbar pre/post, 8 intern konfigurierbar)
    Main-Mix Poti
    Gain
    Pad
    Phantom
    Gain
    4-Band EQ mit 2x semiparametrischen Mitten
    Mute
    PFL
    - 12 Mixmaster mit 60mm Fadern, AFL, Stereo/Mono schaltbar, Mute
    - LED-Levelmeter


    Hands on:

    Wer die GL- oder WZ-Serie kennt, wird sich gleich zu Hause fühlen, abgesehen von den fehlenden Kanal-Fadern nebst Routingmöglichkeiten.
    Da wir hier ein Monitorpult vor uns stehen haben, wird die kaum jemand vermissen.
    Die EQs sind ebenfalls bereits aus GL- und WZ-Pulten bekannt und decken folgende Frequenzen ab:
    - Low: 80Hz
    - Low-Mid: 35-1000Hz
    - High-Mid: 500Hz - 15kHz
    - High: 12kHz

    Zusätzlich gibt es einen schaltbaren Low-Cut (80Hz, 12dB/Oct.).

    Zu den EQs und Preamps muß man wohl nichts mehr sagen, da aus WZ³ und GL bekannt.

    Kommen wir zum ausschlaggebenden Feature des Pultes:
    Die 12 Mixbusse.
    Kanalseitig werden diese mittels farblich markierter Potis angefahren, wobei diese Markierungen wie folgt aussehen:
    Paar 1: Hellgrau
    Paar 2: Dunkelgrau
    Paar 3: Rot
    Paar 4: Blau
    Paar 5: Gelb
    Paar 6: Grün
    Die korrespondierenden Masterfader besitzen gleichfarbige Faderkappen und sind von oben nach unten in der gleichen Reihenfolge angeordnet, so dass man immer einen schnellen Überblick hat.

    Die ersten 4 Sends sind Pre/Post schaltbar, alle anderen sind per default post aber intern per Jumper konfigurierbar.
    Da mein aktueller Kunde den Main-Out allerhöchstens in Ausnahmesituationen nutzen wird, haben wir uns entschlossen, alle Auxe post Fader zu konfigurieren.
    Der Vorteil dabei: Sind z.B. die Drums auf allen In-Ears zu laut, genügt bei dieser Konfiguration ein Dreh an den entsprechenden Master-Potis dieser Kanäle, um alle Mixe zu beinflussen.
    Die Feinabstimmung wird dann über die entsprechenden Sends vorgenommen.

    Neben dem Einsatz als reines Monitorpult auf der Bühne bietet sich die Möglichkeit, das WZ³ 12M auch für den Hausmix zu nutzen, wenn z.B. kein Platz für einen eigenen Frontplatz gegeben ist.
    Hierbei halte ich es für sinnvoll, die Sends 5-12 intern pre Fader zu konfigurieren und hiermit die Monitore anzufahren.
    Mit den Mainmix-Potis wird dann der Hausmix bedient, die Auxe 1-4 können z.B. für Effekte post Fader benutzt werden und die Mainmix-Potis haben keinen Einfluß auf die Monitormischung.
    Auf Grund fehlender Routingmöglichkeiten und Stereo-Returns für z.B. Effekte wird sich ein solcher Einsatz allerdings auf Ausnahmesituationen beschränken müssen, wenngleich er nicht unmöglich ist.


    Weiter unten im Channelstrip finden sich Mute-Taste nebst LED, Master-Poti (um den entsprechenden Kanal auf den Main-Out zu fahren) sowie PFL-Taste nebst Signal- und Peak-LED.

    Das Pult ermöglicht mit seinen 12 Mixbussen + Master 13 Mono- oder 7 Stereo-Mischungen wobei 12 Mono- bzw. 6 Stereo-Busse über eigene Masterfader verfügen.
    Auf Grund der Platzbeschränkung (das Pult ist 19" breit und kommt mit entsprechenden Winkeln zum Rackeinbau!) handelt es sich dabei "nur" um 60mm Fader, was bei der angedachten Anwendung als Monitorpult für In-Ear-Systeme ausreichen sollte.
    Auch die Abstände zwischen den Potis sind relativ klein geraten, für Wurstfinger vielleicht nicht soo geeignet, aber nicht unmöglich.

    Die Umschaltung Mono/Stereo der Mixmaster erfolgt durch versenkt angeordnete Schalter unterhalb der Faderpaare, so dass eine versehentliche Betätigung verhindert wird.

    Fazit:
    Alles in allem ein prima Pult mit einfacher Bedienung und vielen Möglichkeiten, insbesondere für kleinere Monitoranwendungen mit bis zu 7 Stereo- oder 13 Mono-Mischungen und der Möglichkeit, zur Not auch einen (einfachen) Hausmix darüber zu fahren.
    Weitere Möglichkeiten ergeben sich beim Einsatz als Zonenmischer für 12 (mono) bzw. 6 (stereo) einzeln anfahrbare Zonen oder als Recording-Frontend mit symmetrischen Ein- und Ausgängen.

    Mit 2000,- nicht billig, der Preis ist allerdings für Austattung, Verarbeitung und allgemeine Qualität sehr angemessen, zumal man sich einen externen Split spart.


    Pro:
    - 12/6 Mixbusse auf Fadern
    - Integrierter passiver Split mit Ground-Lift
    - Verarbeitung
    - Drehbares Anschlußfeld
    - 19" Montagematerial dabei


    Contra:
    - Blaue Power-LED (weniger nervig als erwartet, aber immernoch blau)
    - Raum zwischen den Potis sehr klein
     
  2. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 17.07.07   #2
    Das ganze jetzt von Uli B. nachbaut und für 499,-€ verkauft - das könnte dann der Knaller werden...................;):D

    Nein - mal im ernst - konntest Du einen Eindruck vom Sound bekommen?
    Klingt der Mischer.......?

    Ich bin ja "subjektiver A&H GL Geschädigter". Ich mag da einfach den Sound nicht...........
     
  3. RaumKlang

    RaumKlang Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.07   #3
    Bring den Uli nicht auf blöde Ideen - Thomann ist als Problem schon groß genug, wenn dann auch noch Behringers Uli auf den Plan treten sollte - nein, das will ich mir garnicht vorstellen müssen :-)


    Ich hatte bisher nur die Möglichkeit, mal kurz ein Mikro (AE5400 und Beta87) anzuschließen und über HK LP12 (grusel) zu hören.
    Dabei ergaben sich keine negativen Auffälligkeiten, über Kopfhörer klingen die Preamps und EQs transparent und ok, wie ich es von einem Wizard erwarte.
    Da EQs und Preamps aus den "normalen" Wizards stammen, sehe ich da keinen Raum für Kritik.


    Ich kenne einige Leute, denen diese Pulte "zu britisch" klingen oder die EQs nicht genügend zupacken.
    Ich persönlich mag das genau so und verteufle dagegen lieber Yamaha Pulte, deren EQs man nur mal scharf ansehen muß um einen vollständig anderen Sound zu haben.
    Ok, im Live-Bereich würde ich mir manchmal etwas "bissigere" EQs wünschen, andererseits kann ich mit den A&H EQs dutlich feinfühliger arbeiten.

    Im Direktvergleich mit dem PA12 (siehe andere Review) merkt man schon, dass man gerade die Klasse gewechselt hat, insbesondere was die Rauscharmut angeht (der Wizard rauscht halt eben garnicht, das PA12 schon ein gaaaanz kleines Bischen), die Preamps klingen für meine Begriffe zumindest auf dem Kopfhörer transparenter und können mehr Pegel ab.

    Das Pult ist "leider" gerade auf dem Weg nach Österreich, so dass ich vorerst nicht weiter testen kann. Beim nächsten Gig mit dem frischgebackenen Besitzer werde ich das aber nochmal gegenhören.
     
  4. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 17.07.07   #4
    willkommen im club topo ;) ich fass die dinger ja auch nur mit der kneifzange an.

    allerdings muss ich a&h eines lassen: ich finde das ding ziemlich clever durchdacht, von den features her (zumindest wie sich das ganze auf dem papier liest). klar, die fehlenden fader sind ein riesiger minuspunkt für eine monitorkonsole, aber man muss eben abstriche machen wenn man soviel auf sowenig platz unterbringen will. ich denke mal da ziehlt viel auf so stand alone monitorlösungen ab, und da macht es wohl schon sinn eher die fader wegzulassen als einen aux weg.......
    die anzahl der mixe, der integrierte splitter,inserts in den auxen, das ganze auf 19", das sind dinge die für die eine oder andere kleine band oder produktion sicher wirklich interessant sein werden. vor allem für den preis. das ist schon ne kleine marktlücke, hier haben die jungs aufgepasst und den markt gut im auge behalten. da es ja gerade mode ist mit iem systemen zu arbeiten auch wenn man sie nicht braucht oder gar nicht damit umgehen kann, wird das ding wohl viele herzen höherschlagen lassen.

    auch wenn ich die pulte der firma nicht schätze, strategisch gesehen finde ich das ding wirklich clever, ich bin mir sicher da wird das ein oder ander von über die theke gehen und es wird für so manche truppe ne wirklich interessante lösung sein.

    interessant wird vor allem der split sein in bezug auf haltbarkeit. stecken da denn trafos drin? und wenn ja welche? und wie ist das mit den stereo mix bussen genau? kann ich meine auxen wirklich als stereo send paaren, so das ich mit einem poti das send level und mit dem anderen die balance regel?
     
  5. RaumKlang

    RaumKlang Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.07   #5
    Ich kann Dich beruhigen: Das sieht nicht nur auf dem Papier gut aus.
    Würde ich ein Monitorpult in dieser Größenordnung brauchen: Es wäre das Allen&Heath.
    Ich brauche gerade eine Klasse größer und werde mich nach diesem Eindruck mal mit den GL-Monitortischen auseinandersetzen...


    Eben das ist der Punkt. Auf dieser Größe würden selbst 60mm Fader mindestens 4 Auxe kosten, womit das Ding uninteressant würde.
    Meine Einschätzung: Dieses Pult ist dazu gedacht, den kleinen Digitalen Konkurrenz als Stand-Alone Monitorpult zu machen - aus meiner Sicht gelungen, da selbst noch vom größten DAU halbwegs sicher zu bedienen.

    In dieser Anwendung halte ich Potis sogar für sinnvoller, da man die idR nicht aus Versehen beim Einpacken verdreht und somit nicht mit Tape fixieren muß :-)


    Verbunden mit der einfachen Bedienung sehe ich das ähnlich.
    Allgemein muß ich sagen, dass A&H sehr bemüht ist, dem Kunden das zu bieten, was er braucht.
    Meine Mail bezüglich editierbarer Effekte beim PA12 wurde nicht nur innerhalb von 30 Minuten beantwortet, sondern auch meine Anregungen direkt an die Produktentwickler weitergeleitet, wo wohl einige meiner Vorschläge so wohlwollend aufgenommen wurden, dass sie in der nächsten Serie integriert werden.
    Ich warte dann auf die PA12 Z-Signature Serie :-)


    Nein, das ist ein passiver Split, was ich in dieser Klasse nicht wirklich schlimm finde.
    Es gibt den genannten Groundlift, der idR wohl völlig ausreichen wird, um eventuelle Brummprobleme zu beheben.
    Trafos würden das Pult vermutlich um ca. 600,- EUR teurer machen...


    Genau so wird das realisiert.
    Paare ich z.B. Aux 1 und 2, kann ich mit dem Aux 1 Poti Level und mit 2 Pan regeln.
     
  6. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 17.07.07   #6
    danke für die zusätlichen infos...

    in der preisklasse find ich den Y split vernünftiger als trafos. gute wären für den preis nicht drin, und dann lieber ein Y split der dann auch hält, als low budget üts, die regelmäßig den trafotod sterben. zumal man ja bei internen trafos nicht eben mal umpatchen kann wenn einer in die knie geht. sinvolle entscheidung imho.

    echt stereo auxe sind natürlich auch genial, das erleichtert die arbeit wenns mal schnell gehen muss doch ungemein, im gegensatz zu 2 mono auxen die als stereo missbraucht werden :)

    das mit den fadern ist genau was ich meinte. für die arbeit mit nem monitor tech ist ne konsole ohne fadern natürlich absolut inakzeptabel. aber für so stand alone geschichten... warum nicht.. wenn man hier so liest das sich die nachwuschband auf ihren 10ten auftritt damit vorbereitet das ne handvoll billig db iems gekauft wird, dann ist die entscheidung lieber mehr auxen reinzuknallen wohl die richitge. zumindest gibt es wohl kunden die genau das brauchen...

    auch wenn ichs persönlich wohl nicht mögen würde, die eckdaten klingen vernünftig, die ausstattung ist klasse für den preis, der bedarf wohl auch vorhanden. mal gespannt wann die nächsten auf den zug aufspringen ;)
     
  7. RaumKlang

    RaumKlang Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.08   #7
    So, hier ein kleiner Nachtrag nach einiger Einsatzzeit:

    Das Pult schlägt sich nach wie vor hervorragend und macht der Kapelle viel Spaß.
    Selbst den "tontechnischen Laien" ist nach dem Umstieg vom DDX3216 ein deutlicher (positiver) Klangunterschied aufgefallen. Laut Leadsänger "wärmer, offener, druckvoller", bei ansonsten gleichem Setup und "viel einfacher zu bedienen, auch im Gigstress - wenn man sich 'seine' Farbe merkt".

    Die Band fährt mit dem Pult aktuell 6 Sennheiser Stereo IEM-Strecken an, wobei alle Signale direkt dem Monitorpult zugeführt, dort gesplittet und dann mittels eigenem Multicore auf die lokale Stagebox aufgelegt werden.
    Drums mische ich am FoH vor bzw. schicke gleich die entsprechende Subgruppe vom FoH an's Monitorpult zurück, so dass dort ein kompletter Stereo-Drummix inkl. Hall anliegt (was bei der Band immer wieder für breites Grinsen sorgt, weil sie nicht von unterschiedlichen Mikrofonierungen abhängig sind und gleichbleibende Qualität bekommen - meine Drum-Mixes sind berüchtigt...).

    Der Wizard teilt sich ein 19" U-Rack mit den Sendern für's IEM, einem Satz Empfänger für Hand- und Instrumentenfunken, einem M-300 für den "Wohlfühlhall" und einem Kompressor für die Leadvocals sowie Stromverteilung und Rackschublade.
    Nicht gerade ein Leichtgewicht, aber mit Platz für die 10m MuCo und vor allem: noch recht kompakt und schnell aufgebaut.

    Der passive Split hat sich bisher nicht negativ geäußert, der GND-Lift war aber einige Male im Einsatz.
    Die mechanische Qualität ist gut und das Pult kommt auch bei ab und an zugemieteten Monitormenschen gut an (trotz fehlender Fader).


    Bisher wohl noch keiner :-)
     
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