Kurzbericht: TAD Tonebones Pentode

von burny, 12.07.07.

  1. burny

    burny Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.07   #1
    Hi,

    da mich der Klang meines Johnson sehr begeistert, dachte ich mir, wie wohl mein Engl mit EL84ern statt EL34er / EH 6CA7 klingt.

    Ausserdem spiele ich eh z.Z. nur zu hause und brauche keine 50 Watt.

    Also bei http://www.tubeampdoctor.com/product_info.php?products_id=669 die Tonebones Pentode bestellt.

    Tonebones? Watn dette?

    Nun, das sind quasi Adapter, die man an Stelle von 6L6GC, 6V6GT, 5581 oder EL34 Endstufenröhren einsetzt (Class A/B ohne Cathode Bias ist Voraussetzung).
    In die Tonebones setzt man dann EL84er ein (die haben nen anderen Sockel als EL34 und Co.). Die Tonebones sorgen dann dafür, dass die EL84er die richtige Heizspannung erhalten, das richtige Bias (Class A) und so weiter.
    Sprich: EL34/6L6/5881 raus, Tonebone rein, EL84 in Tonebone, fertig.

    Klingt simpel, und genau das ist es auch!
    Ich war erst skeptisch, klappt aber einwandfiffi.

    Guckst du http://www.gwebspace.de/burny/tonebone1.jpg
    Das rote sind die Tonebones Pentode, da waren zuvor 6CA7er drin (also EL34 mit Klang der angeblich leicht in Richtung 6L6 geht).
    Die Leistung fällt bei EL34 von ca. 50 watt auf ca. 16 Watt je Paar.

    So, und was ändert sich jetzt?
    Klanglich erst mal (bei Zimmerlautstärke) so gut wie nix. Er wird nicht mal leiser bei gleicher Einstellung, mein Engl Straight 50W.
    Auch klanglich wie gesagt ist kein nennenswerter Unterschied zu hören. Vielleicht klingt er jetzt minimal weicher und mittiger,aber das ist eher Einbildung als echtes Heraushören.

    Vorteil: die EL84 laufen in Class A, können also jederzeit ohne Rebiasing ausgetauscht werden. Er dürfte früher in die Enstufensättigung fahren, das kann ich aber demnächst nicht testen.

    Es gibt auch Tonebone Triode, da läuft die EL84 nicht wie üblich als Pentode, sondern als Triode. Das soll dan deutlich weicher klingen, die Leistung würde dann von 50 Watt je Paar EL34 auf ca. 8 Watt sinken.

    Kosten je paar: 98 Euro, inkl. 2 EL84, zuzügl. Versandkosten.

    THD Yellow Jackets tun übrigens genau das gleiche wie Tonebones.

    So, das wars.
    Tschau
    B.
     
  2. 68goldtop

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    Erstellt: 12.07.07   #2
    hi burny!
    vielen dank für die "einführung" in die tonebones!

    da du allerdings klanglich nicht viel dazu mitzuteilen hattest würde ich gerne etwas aus meiner erfahrung hinzufügen.

    zunächst: die tonebones sind insofern total klasse als das sie wirklich alles das machen was in den hersteller-statements versprochen wird - und das kann man ja wirklich nicht von allzu vielen produkten behaupten!

    z.b. werden lautstärke und sound deutlich verändert (class a-btrieb und el84 röhren) und sie ermöglichen tatsächlich erheblich früher die sog. endstufensättigung.
    daß man das nicht bei zimmerlautstärke erfahren kann versteht sich von selbst.

    was leider (und verständlicherweise) nicht in den herstellerangaben steht ist, daß das alles gar nicht unbedingt super ist ;)
    zum einen ist der resultierende sound - natürlich - geschmacksache, zum anderen geht eben ganz erheblich die dynamik einer starken endstufe flöten. der bereich von clean zu verzerrt wird eben deutlich kleiner/enger.

    ich habe die teile (ich hatte mehrere sets zu unterschiedlichen zeiten) sowohl mit fender-amps (ursprünglich 6L6 röhren) und marshall-amps (ursprünglich el34 röhren) verwendet und fand, daß der sound dieser teile besser zu den marshall-amps passt - das passt ja auch zu deinem empfinden, daß sich der grundsound deines amps nur unerheblich verändert - bei den fender-amps war die veränderung sehr viel deutlicher.

    auf lange sicht haben mir die teile aufgrund der großen dynamik-einbußen nicht gefallen.

    wenn man "eigentlich" nur nach einer lösung für lautstäkeprobleme (autsch, mein amp ist immer zu laut) sucht, halte ich einen power-soak/attenuator für die bessere lösung.

    ansonsten - wie gesagt - machen die teile alles was sie versprechen.

    cheers - 68.
     
  3. burny

    burny Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.07   #3
    Hi.
    Klar darfst du was schreiben. Dazu sind ja Foren da.

    Mir war wichtig zu zeigen: die Teile machen das, was versprochen wird.
    Und um zu zeigen, dass andere Endröhren und Class A statt A/B den Sound nicht zwangsläufig allzusehr ändern (nur um dem Voodoo das um Endröhren manchmal gemacht wird etwas Fakten entgegenzusetzen).

    Powersoaks finde ich keine so tolle Lösung, das sie alle Höhen klauen.
    Der Weber hat zwar was um das auszugleichen, ist aber nicht ganz billig.
    Und kann den Höhenklau iirc auch nur begrenzt abfangen, also nur wenn er nicht zu stark "soakt".

    Die Tonebones sind da viel klangneutraler, was ich als Plus sehe.

    Wer keine Endstufenzerre will, der braucht im Regelfall weder Tonebones noch Powersoak. :)

    Ciao
    B.
     
  4. 68goldtop

    68goldtop HCA classic amps & guitars HCA

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    Erstellt: 13.07.07   #4
    hi!
    ja, den ersten punkt hatte ich ja bestätigt - das zweite sehe ich ganz anders.
    im falle von 6L6-röhren finde ich den sound-unterschied z.b. recht drastisch.
    von daher finde ich es etwas überzogen deine meinung diesbezüglich als "fakten" zu bezeichnen.

    das sehe ich auch anders.
    erstens klauen powersoaks nur bei extremen einstellungen die höhen, zweitens kosten die weber-geräte nicht erheblich mehr als die tonebones und drittens sind nach meiner erfahrung die power-soaks erheblich "klangneutraler" als die tonebones, weil eben die "architektur" des amps (röhrenbestückung/betriebsart) erhalten bleibt.
    der größere vorteil ist mmn aber, daß man die geräte stufenlos regeln kann - was bei den tonebones eben nicht möglich ist.

    fazit: beide geräteschaften eignen sich bevorzugt zum einsatz in einer band, weil im home-bereich die vorteile nur teilweise nutzbar sind - eher noch bei einem powersoak, da die 18w der tonebonesfür den hausgebrauch immer noch zu laut sind.
    im band-betrieb liegen die vorteile mmn ebenfalls beim powersoak weil er eben den sound des amps nicht maßgeblich verändert und man das gerät variabel entsprechend seiner bedürfnisse einstellen kann.

    cheers - 68.

    edit:

    anders ausgedrückt - die tonebones sind eine prima möglichkeit für knapp 100,- E. fast sowas wie einen zweit-amp zu bekommen, während ein powersoak eher dazu geeignet ist lautstäkeprobleme bei non-master volume amps zu lösen.
     
  5. burny

    burny Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.07   #5
    Die Fakten sind Fakten und keine Meinung.
    Die Fakten bezogen sich auf meinen Engl, nicht auf 6L6-Amps, Fenders usw.



    Jep.
    Und die Tonebones sind prima um meinen Engl 2xEL34 dazu zu bringen, fast völlig klangneutral früher in die Endstufensättigung zu fahren, und obendrein nie mehr ein Rebias bei Endröhrenwechseln zu benötigen; und das Ganze bei etwa 1/2 des Preises eines Weber Mass Powersoak.

    Tschau
    B.
     
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