Lange Autofahrten bei Hitze mit Akkordeon


lil
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vielleicht verwechselst Du was: die Stimmzungen ... die Stimmplatte
ja, hatte ich selbst gemerkt, dass ich Zungen und Platten verwechselt hatte. Allerdings erst zu einem Zeitpunkt, als ich keine Zeit mehr hatte, es zu korrigieren ... mache ich aber jetzt!
Edit: hätte ich jetzt gemacht, wenn es noch ginge ...
 
morigol
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Wir betreiiben hier die Diskusstion ja ziemlich genau, fast schon wissenschaftlich. Wenn ich jetzt mal 35 Jahre zurückdenke, als ich stark in Akkordeonorchestern engagiert war kann ich auf folgende Erfahrungen zurückblicken:

Es wurde bei Hitze im Sommer gerne mal unter praller Sonne gespielt (Das waren dann gerne mal die 'Freundschaftsspielen' beim Sommerfest von befreundeten Orchestern). Das hat nie einem Instrumet geschadet.
Auch die Aufbewahrung im Auto in der Sonne hatte keine Auswirkungen, das waren ja auch keine Stunden, sonder nur die Zeit vom Einladen-noch was trinken-bis zum Heimfahren. Dann waren das die ollen Holzkoffer, die da wohl auch gut isolierten und den Temperaturübergang verlangsamt haben.

Gekümmert hat das nie jemanden. Wesentlich schlimmer und besser beachtet war schon immer die Lagerung im Auto im Winter bei Eiseskälte.
 
Wil_Riker
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Einem Bekannten von mir sind tatsächlich bei einem im Auto "vergessenen" Akkordeon ein Großteil der Stimmplatten weggeschwommen, was eine Reparatur nach sich zog (war zum Glück "nur" eine 96er Hohner Amica). Mir selbst ist so etwas noch nie passiert, aber ich achte auch darauf, für ausreichend Kühlung bzw. Schatten zu sorgen, falls es sich nicht anders regeln lässt.
 
Akkordeonengel
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Hallo.

Diese übertriebene Panik ist eigentlich totaler Quatsch. Wer solche Angst hat, der sollte sein Instrument vielleicht in einer versiegelten und technisch perfekt überwachten Glasbox aufbewahren und niemals dort rausholen.
Ein kleiner Scherz:
Instrument.jpg
Wenn ich ein solches 45.000-Euro-Instrument bräuchte (und das Geld dafür hätte), glauben Sie mir, meine Angst wäre ganz berechtigt. Ich würde dann auch einen Alarm und eine Klimaanlage in der Wohnung installieren…
:D


Und jetzt ganz ernst:
Schließlich handelt es sich nicht nur um rein technische Schäden, die sich in Geld beziffern lassen! Das Wichtigste ist, dass man sich mit der Zeit an das Akkordeon gewöhnt. Für kleine Nuancen, für winzige Tonansprach-Klangen von Stimmen, Ventilen, ... Das Schmelzen des Wachses und das Trennung der Stimmplatten ist eine ernsthafte Störung dessen, was Sie gewohnt sind. In diesem Forum gibt es viele Beiträge darüber, wie das Instrument seinen Klangcharakter nach dem Wachsen und den neu-Ventilieren wesentlich verändert hat…

Gruß, Vladimir
 
Malineck
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Ich denke, wir müssen hier deutlich über Ansprüche kommunizieren.
Ich hatte wie erwähnt meine Morino beim Zelten im Hochsommer mitgenommen. Pralle Sonne, da ich immer wieder drauf gespielt habe, war auch kein Schattenplatz in einiger Entfernung eine Option. Dazu war der Überholungstermin eh schon gebucht.
-> Das Akkordeon wurde so heiß, dass man sich beim Anfassen schier Blasen geholt hat, zumindest war’s kurz davor.
Folge: Verlaufen ist nix (sichtbar) aber die Stimmung war anschließend noch ein wenig fehlerhafter als eh schon.
Es war sehr altes Wachs drin. Spröde.

Was ich damit sagen will:
Klar ist irgendwann Wachs-Exitus, ich war wahrscheinlich haarscharf davor.
Aber es war andererseits wirklich abartig und unerträglich heiß eine Woche lang tagsüber. Der Schaden lag dennoch gefühlt nur im Minimalen. Bei einem Feld-wald-wiesen- Instrument wär das eher Wurscht (drum gibts die ja auch)
Ich würde so etwas heute aber nie wieder tun, da mir persönlich eine exakte Stimmung sehr wichtig ist. Und mir bewusst ist, wie knifflig die überhaupt hinzubekommen ist.
Die besagte Morino ist seit 4 Jahren in Top-Stimmung, alle paar Monate hab ich ein einzelnes Tönchen nachstimmen lassen und bin trotz erzwungenermaßen rein physikalisch- akustischer Umstände (es gibt keine perfekte Stimmung in allen Intervallen) mehr als zufrieden.
Und ich bin da sicher nicht alleine mit derartigen Ansprüchen, zumindest bei einem „Hauptinstrument“
Wenn man bedenkt, welche Kleinheiten (wie weit ist ein Ventil festgeklebt, eigentlich jede Art Luftzug beeinflusst die Stimmung) man ggf hört und damit das Spiel keinen Spaß mehr macht, ist klar, dass man Anlässe, die diese feine Stimmung beeinflussen könnten, nach Möglichkeit minimieren will.
Und da gehören Dinge wie Feuchtigkeit und Temperatur nun mal dazu in einem gewissen Rahmen.
Auch wie man das Instrument abstellt, wie häufig man spielt etc.

Da mir das so einen Spaß macht, mit solch (relativ) reinen Klängen spielen zu können, achte ich bei diesem Instrument zumindest sehr drauf (Meine andere Morino hat z. B. ein paar Macken, da wärs mir sogar in diesem Zustand einigermaßen wurscht, da eh Arbeiten anstehen und eh Störklänge drin sind.

Ich denke das kann man mit dem ursprünglichen Gedanken, eine mobile Krachkiste um Stimmungsmusik für besoffene Seeleute zu machen, nicht mehr vergleichen.
Klar hält ein Akkordeon einiges aus! Ich denke hier gehts aber tatsächlich eher um den „Highend“ Zustand. Und der ist dann doch fragil und auf Dauer aufwändig zu halten.
(Ich gehe sogar so weit, dass ich meine Instrumente- sogar die Lucia, die ich quasi ungebraucht erstanden habe- richtig poliere. Ungefähr wie das Biker mit ihren Chrom-Prachtstücken machen, bloß dass Akko-Putzen nur 2 Minuten dauert, aber viel ausmacht :D - und bilde mir ein, sie spielen dann schöner :) - ähnlich wie man sich manchmal einbildet, das Auto fährt besser, wenn man aus der Waschanlage rausfährt :) )

Ich glaube, wenn ich in einer Hitzesituation wäre, ohne Klimaanlage oder Schatten, würde ich mein Akko rausnehmen und damit spielen, in dem Wahn, dass dann - auch durch den Spielwind- Linderung eintritt.
Ich weiß … 🤪😁
 
maxito
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würde ich mein Akko rausnehmen und damit spielen, in dem Wahn, dass dann - auch durch den Spielwind- Linderung eintritt.

Der "Wahn" ist durchaus sinnvoll!...

... Denn ein Akko so in der Hitze abgestellt, ist ja wie ein Backofen: Hitze kommt rein und sammelt sich drin und richtet dann seinen Schaden an, weil die heiße Luft ja drinbleibt.

Wenn man das Akko spielt, dann ist das von der Wirkung ungefähr wie ein beheizter Backofen bei dem man die Tür aufmacht und einen Ventilator davorstellt: da wirds drinnen ewig nicht warm, weil die Luft , die sich im Innern erwärmen könnten ja ständig wieder durch Umgebungsluft ausgetauscht wird.

... Und somit hat das Akko während des Spielbetriebs innen praktisch nur die Lufttemperatur der Umgebung... und die wird normal nicht (deutlich) über 40ºC liegen.. denn sonst wirds auch für die Menschen zuerst unangenehm und dann irgendwann auch gefährlich ohne Kühlung.
Gefährlich wirds erst, wenn nicht gespielt wird und die Luft die drin ist sich aufheizen kann... dann steigt die Innentemperatur mit der Zeit an und kann dann durch aus auch gefährliche Werte annehmen.
 
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Also haben wir’s: Regelmäßig Luft austauschen, oder ums zu übertreiben, in zwei Hälften lagern, und so den instrumentinternen Backofen aufstehen lassen :)
 
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Oder für die Aufbewahrung im Auto die Stimmstöcke ausbauen und in der Kühlbox lagern..:ROFLMAO:..Dafür gibt's dann heisse Getränke und deshalb Mecker von den Mitfahrern.
Die Stimmplatten bei meinen "Strassers" sind geklebt, nicht eingewachst...
weiss Jemand, welche Temperaturen es braucht, damit der Kleber flüssig wird ?
 
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Die Stimmplatten bei meinen "Strassers" sind geklebt, nicht eingewachst...
Puh.. jetzt wirds schwierig: was für n Kleber ist das denn?

  • So n Leim mit dem die Stimmplatten meiner Morino VIM eingeklebt waren, bei dem brennt glaub ich eher das Akkordeon ab, als dass der weich werden wollte - das war, wie man mir bestätigte der Leim den man für die tropenfeste Ausführung bei Hohner gewählt hat

  • Und bei allen anderen Klebern hängt es vom Kleber ab den man wählt.
  • Im Instrumentemnbau - bei Geigen z.B. wird gerne mit Knochenleim gearbeitet, weil der sehr hart aushärtet. Der wird bei ca. 60 Grad flüssig und ab 75 Grad verliert er seine Festigkeitseigenschaften (weiß ich grad zufällig, weil ich mit dem grad diverse Holzarbeiten leime)
  • Bei allen anderen Klebern muss ich passen!

egelmäßig Luft austauschen, oder ums zu übertreiben, in zwei Hälften lagern, und so den instrumentinternen Backofen aufstehen lassen

Dann musst du aber auch wirklich offen stehen lassen, den die Luft muss sich austauschen können! (und hoffen, dass kleine Kinder keine Steinchen reinwerfen! :D ) ... und direkte Sonnenbestrahlung troztdem meiden, denn Strahlungswärme kann ja trotzdem noch aufheizen!

... Wenn mans ins Detail treibt alles nicht so einfach.,

Am leichtesten geht s wenn man sich merkt:

- Nicht im Auto lassen wenn man das Auto abstellt und das in der Sonne steht oder in der Sonne stehen könnte.
- Und sicherheitshalber dafür sorgen, dass die Sone nicht direkt draufknallen kann, wenns steht oder rumliegt.

:hat:
 
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alt aber gut:

Soundcheck verschoben...

1658254714696.png
 
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Die Stimmplatten bei meinen "Strassers" sind geklebt, nicht eingewachst...
Die Steirischen sind diesbezüglich tatsächlich im Vorteil, weil die Helikon-Stimmplatten i. d. R. verschraubt oder aufgenagelt sind - trotzdem besteht das Problem nach wie vor bei den Begleit-/Akkordbässen.
 
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Puh.. jetzt wirds schwierig: was für n Kleber ist das denn?
Leim ist es nicht...es ist so ein Kleb für die Heissklebepistole. Mit dem Heissluftfön kriegt man ihn weich..Mehr weiss ich leider auch nicht.
 
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hiltruda
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(Darf ich laienhaft und unfachfrauisch einwerfen, dass das Akko an sich ja auch isoliert, zusätzlich zum Koffer? Die Stimmplatten befinden sich im Innern eines Holzkastens mit etwas Luft drum herum. Holz und Luft isolieren. Nicht ewig, aber doch erstmal. Deswegen passiert auch beim Zelten und Konzerten nicht sooo viel, zumal wenn die Kästen regelmäßig belüftet/bespielt werden. Mein Akko transportiere ich bei Hitze und Kälte auf'm Beifahrersitz nahe Heizung und ACC, bei gemäßigten Temperaturen im Kofferraum. Also keine Panik, aber große, große Vorsicht.)
 
maxito
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Nicht ewig, aber doch erstmal. Deswegen passiert auch beim Zelten und Konzerten nicht sooo viel,
Genau! Das ist der entscheidende Punkt: Erst wenn s lange Zeit so ist, wirds brisant - für kurze oder relativ kurze Zeit passiert erstmal gar nix - weil so, wie @hiltruda geschrieben hat, das alles sich erstmal n bissl gegenseitig isoliert.

liegt das Akkordeon im Kofferraum und das Auto steht in der Sonne .. mehrere Stunden lang!.. dann kann sich das Ganze auf gefährlich hohe Temperaturen aufheizen.

Ebenso wenn man eine lange Autofahrt macht - also z.B. von München nach Bremen hoch und die ganze Zelt knallt die Sonne durch die Scheibe auf den (schwarzen) Koffer ... dann hat die Sonne auch genügend Zeit um das innrere im Koffer entsprechend aufzuheizen.

Lässt man das Akko im Koffer beim Zelten auch dann tagsüber in der Sonne stehen, kanns genauso übel ausgehen.

Stellt man den Koffer aber nur mal für ne Halbe Stunde ab, dann passiert erstmal recht wenig, weil da noch nicht genügend Zeit vergangen ist dass sich das Innere etnsprechend aufheizen kann.
 
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Man weiß ja, daß es in Mexico durchschnittlich noch viel heißer ist als bei uns und trotzdem werden die Stimmplatten auch dort eingewachst. Hier mal ein interessantes Beispiel, das Wachs wird mit einer Heißkleberpistole verarbeitet. Für Profis die viel wachsen eine interessante Sache?
 
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Das ist wirklich interessant.
Man sieht nicht genau wie der Wachs da transportiert .
Vielleicht reicht es den in passende Stangen zu schneiden.
Werde ich ausprobieren.
 
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