Live spielen in kleinen Clubs und der Geräuschpegel durch Unterhaltungen..

  • Ersteller Gast0815
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Ich finde es als Zuschauer total wichtig, dass man den Musizierenden ansieht, dass sie gerne da stehen und gerade richtig Spaß haben.
Dann habe ich gleich selbst viel mehr Spaß an der Sache - denke, das gilt auch für viele andere Konzertbesucher.

Habe mal im Urlaub in Edinburgh auf irgend so einem Straßenkunstfestival ein Mädel gesehen, das spielte wirklich fantastisch Akustikgitarre, hatte dabei aber so einen sauertöpfischen geradezu feindlichen Ausdruck im Gesicht, dass ich recht schnell weitergegangen bin.
Nicht jeder ist eine Rampensau oder eine rheinische Frohnatur, aber ein bisschen Bemühen sollte man sich schon. Und wenn man es nicht schafft, dann muss man halt schauen, welche Nische man trotzdem abdecken kann (z.B. Black Metal).
 
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spielte wirklich fantastisch Akustikgitarre, hatte dabei aber so einen sauertöpfischen geradezu feindlichen Ausdruck im Gesicht
Vielleicht war sie konzentriert, manche Menschen schauen da sehr befremdlich aus. :oops:

Ballett Tänzer Innen grinsen immer, egal wie anstrengend die Figuren sind, die sie tanzen.

Man muss das halt trainieren, wenn einem die Spielfreude nicht ins Gesicht geschrieben steht. :rolleyes:
 
Man muss das halt trainieren, wenn einem die Spielfreude nicht ins Gesicht geschrieben steht. :rolleyes:
Man muss es natürlich nicht, aber wenn man es tut, dann wird das durchschnittliche Publikum es sicherlich goutieren. :)
 
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Hallo zusammen,

lustig, dass unser Video so eine Diskussion ausgelöst hat.
Wir hatten an diesem Abend eine Menge Spaß.
Mit dieser Erwartungshaltung sind wir auch an die Sache rangegangen.
Uns haben die Unterhaltungen nicht gestört. Wir waren Hintergrundbemalung und die Leute und wir hatten eine gute Zeit. Punkt!
Keiner der Gäste hat sich beschwert, es gab Applaus und des wurde fleißig mitgewippt.

Live-Musik wird geschätzt und wenn wir nicht gespielt hätten, wäre der Abend vielleicht nicht so nett geworden.
Es kommt immer auf den Ramen an in dem man Spielt und was mann will. (… und ab und an auch auf das Ego des Musikers ;) )

Drei Wochen vorher hatten wir dort auch gespielt. Zwei ältere Fußballfans kamen auf mich zu und fragten, ob wir Lambada spielen würden. Ich verneinte.:sick: Irgendwann grölten sie nur noch in unsere Musik. Das war dann auch für mich der Zeitpunkt einzuschreiten.
Ich holte die Beiden nach vorne und gab ihnen die Möglichkeit vor allen anderen Gäste ein Ständchen zu singen. Da war dann Ruhe! :p
 
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Tach zusammen,

ich bin einigermaßen erstaunt, wie aktiv dieser Thread hier ist, der von meinem Kleinmusikverein-Thread angetriggert wurde. Was mich auch einigermaßen erstaunt, ist der Ton einiger Posts und wie anhand zweier kurzer Ausschnitte ein ganzer Abend von etwa 4 Stunden beurteilt wird, in denen wir abwechselnd gespielt und pausiert haben, sowie dezidierte Urteile zur Performance der Band gefällt werden, obwohl, bildlich gesprochen, hier nur eineinhalb Seiten eines mitteldicken Buches vorliegen. Nun denn, ich war dabei und habe einen anderen Standpunkt zu einigen Kritikpunkten.

Wie @Ted Brümmel, unsere Kirsche (Gitarre) auf der Torte (Rest der Band), im vorigen Post schon schrieb, hatten wir viel Spaß. Was man in den Videos nicht mitbekommt, weil sie vorher aufhören, ist, dass es nach jeder Nummer ordentlich Applaus gab und dass bei einigen Stücken auch getanzt wurde. Insofern gehören wir tatsächlich eher in die Unterhaltungbranche und weniger zu den Achtsamkeits-fordernden Künstlern.

Unser Konzept unterscheidet sich tatsächlich in einigen Punkten von vielen anderen Bands. Es gibt keine festen Stücke, lediglich lose Verabredungen zu Hooklines und Spannungsbögen (die allerdings auch gerne mal gebrochen werden). Mit anderen Worten: wir improvisieren auf einem nur grob definierten Gerüst, oder improvisieren vollständig, ohne irgendwas zu verabreden. Strukturell handelt es sich also um Jazz, so bitter diese Pille für mich auch ist (ich wollte NIE Jazz machen). Dieser Ansatz erfordert, dass wir uns in der Band beim Spielen gegenseitig sehr genau zuhören und aufeinander eingehen. Das lässt weniger Raum, sich dem Publikum direkt zuzuwenden, zumindest während des Spielens. Was zwischen den Stücken an Kommunikation mit dem Publikum passiert, kann man in den Videos nicht sehen.

Unsere Musik lässt sich in zwei Hauptkategorien fassen:
- tanzbare Grooves, gerne etwas funky, und
- atmosphärische bis meditative Stücke zum Zurücklehnen und Lauschen, die sich manchmal in eine rockige Richtung entwickeln

Für Beides gibt es offenbar ein Publikum, das die Musik mag (wenn auch nicht so zahlreich hier im Board). Unsere Musik erschließt sich auch nicht in 2:30 min, die heutzutage für radiotaugliche Stücke gelten. Bei uns braucht es Zeit, die musikalische Idee im spontanen Zusammenspiel gemeinsam zu entwickeln, sozusagen in der Kreativität des Moments, daher sind die Stücke meistens ab 7:00 min aufwärts. Das ist sicher nicht für alle, aber welche Musik ist das schon?

My2cents, Nils
 
Grund: Rechtschreibung, wie immer....
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Was mich auch einigermaßen erstaunt, ist der Ton einiger Posts und wie anhand zweier kurzer Ausschnitte ein ganzer Abend von etwa 4 Stunden beurteilt wird ... sowie dezidierte Urteile zur Performance der Band gefällt werden ...
Um das nochmal zu abzugrenzen: Thema dieses Threads ist nicht eure Musik, sondern die von einigen Leuten vertretene Ansicht, eine irgendwo auftretende Band hätte sowas wie einen Anspruch auf Aufmerksamkeit. Eure Videos waren das Beispiel zur Illustration.

Was ich zu den Videos gesagt habe, bezog sich natürlich nur auf die gezeigten Ausschnitte (worauf denn auch sonst?). Ich weiß nicht, wie ihr auf die Idee kommt, da würde der ganze Abend oder ihr als Band beurteilt.

Zu den Aussagen, dass das Hintergrundmusik ohne Earcatcher ist, dass ich nicht meine Feierabendgespräche unterbrechen würde, um dem zu lauschen, und dass ihr selbst in dem Material auch nicht gerade interaktiv rüberkommt, stehe ich. Wenn ich mich damit als Banause geoutet habe, der nicht fähig ist, eure Kunst richtig zu verstehen, dann kann ich damit leben. Im übrigen habe ich es als meine Empfindung gekennzeichnet und nicht als Tatsache behauptet oder als "Urteil" verkündet.

Schöne Grüße.
 
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Wow, wow, wow,
nun mal locker durch die Hose atmen @Mister Spock.
Keiner von uns würde dich als Banause bezeichnet (mag wohl richtig sein, ich kenn dich ja nicht) und es geht hier auch nicht um unserer „Kunst“.

Das ist am Ende des Tages immer noch Geschmackssache.
Wenn es Dir nicht gefällt, ist das ok für mich. (und mir ehrlich gesagt auch vollkommen egal).
Schön, dass dich unsere Antworten getriggert haben.
Es gab hier Aussagen die ziemlich vermessen waren, dafür dass es um „Livespielen- Geräuschpegel von Unterhaltungen in kleinen Clubs“ ging. …Und nicht um: „Die haben selbst Schuld, dass ihnen keiner zuhört bei dem was sie spielen und wie die gucken“

Hier gab es jede Menge interessanter Meinungen.
Reflektiert und nachdenklich und die Fragestellung von Gast0815 war auch berechtigt.
Auch das er unser Video als Beispiel genommen hat ist ok.

Ich behalte mir aber vor meine Meinung zu den hier gesagten zu sagen, da es mich betrifft. Grade wenn es über die Geschmackfrage hin zur Unterstellung geht.
Da habe ich keine Lust zu!

Einen schönen Gruß an @nasi_goreng. Ich habe mir Deine Sachen auf Soundcloud angehört (Super!) Schöner Sound (meine ich wirklich ernst) Weiter so! Aber an deinen hellseherischen Fähigkeiten musst Du noch arbeiten. Lieber kein Lotto spielen.

So das musste raus.

Nix für ungut
Ted
 
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Nach der Kritik an unserem Stageacting setzten wir nun auf Technik:



(frei nach dem Motto: es kommt nicht auf die Größe an, sondern auf die richtige Technik)
 
Grund: tja
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naja, souverän ist anders.
 
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Ich finde, hier werden gerade etwas Äpfel mit Birnen verglichen. Die Rede ist wohl von Gigs in kleineren Clubs, wo üblicherweise Kneipenbetrieb herrscht und gelegentlich mal eine Livemusik stattfindet. In der Regel geht man als Gast dort hin, um was zu trinken, sich mit anderen zu treffen und sich 'natürlich' auch zu unterhalten. Wenn es dort hin und wieder Livemusik gibt, finde ich das grundsätzlich erst einmal gut, denn es gibt immer weniger Clubs, die so was ermöglichen.
Wenn ich als Band dort spiele, dann bin ich mir dessen bewusst, dass der Laden a. entsprechend klein ist, b. wenn er denn - was ja wünschenswert ist - auch noch gut besucht wird, auch ein gewisser Grundlärmpegel herrscht, und c. ist mir auch klar, dass ein mehr oder weniger kleiner oder auch großer Teil nicht nur wegen mir und meiner Musik kommen.
Was anders sind definitiv Klassik-Konzerte, die auch sowieso in einem entsprechend komplett anderem Rahmen stattfinden.
bei klasssischen oder akustischen Konzerten oder Vortrag im weiteren Sinne kann man ja auch nicht kommen, die Füsse auf die Lehne des Vordermanns legen und mit dem Nachbarn lautstark zu snacken.
Natürlich wird dort während der Aufführung nicht gesprochen, sich nicht unterhalten, und es hat auch niemand ein Getränk in der Hand. Das kann man dann in den Pausen nachholen, also trinken und quatschen. Und genau hier fallen auch Auftritte von populäreren Künstlern rein, die natürlich auch aufgrund ihres Bekanntheitsgrades in der Position sind, in entsprechenden Locations aufzutreten.
Paco de Lucia, Segovia oder von mir aus Vollenweider oder K. Jarrett wird auch nicht erwartet, dass die noch gross den Entertainer machen müssten um Aufmerksamkeit überhaupt zu bekommen.

Wie seht Ihr das, was sind Eure Erfahrungen oder wie geht Ihr damit um? Lauter spielen ist ja auch nur bedingt eine Lösung, oder habt ihr euch daran gewöhnt und könnt das ausblenden.
Ich habe bereits häufig in solchen kleinen Clubs gespielt, und ich sehe das Problem nicht. Unsere Musik ist aber auch nicht vergleichbar mit dem hier im Eingangspost verlinkten Beispiel. Wir haben Sänger, die das Publikum ansprechen uns animieren, bei uns wird auch häufig getanzt, und wer das nicht möchte, sich lieber unterhalten möchte, tut das - für mich überhaupt kein Problem. Würde ich eine andere Musik machen, wo ich mir Aufmerksamkeit vom Publikum wünsche und/oder erwarte, wo ich etwas mitzuteilen habe, dann suche ich mir andere Locations. Punkt. Zu erwarten, dass alle ruhig sind, wenn ich etwas vortrage, finde ich ziemlich anmaßend. Es sei denn, ich bin ich so gut, dass sowieso alle automatisch lauschen ;)

es geht mir nicht um erhobenen Zeigefinger sondern um Lösungen oder Versuche.
Vielleicht sind ja solche Clubs mit meine einzigen Optionen, überhaupt mal live aufzutreten, dann muss ich damit leben und mir
ein dickes Fell zulegen
Störenfriede einfach ignorieren
eine Reserve am Volumeregler
halte ich für suboptimal, ist keine Lösung.

Natürlich hängt sicher auch viel von der jeweiligen Lokation ab und dem zu erwartendem Publikum.
So ist es, und wenn man es hinbekommt, die Punkte, die Frank geschrieben hat
1. der Absicht, die ich mit meinem Auftritt verfolge
2. der Absicht, die der Kunde verfolgt (Veranstalter)
3. der Absicht, die das Publikum verfolgt
...in Einklang zu bringen, dann sollten alle zufrieden sein. Das heißt dann, dass jeder auch Kompromisse in Kauf nimmt, Du als Musiker, der möglicherweise nicht vom kompletten Publikum entsprechend anerkannt wird, aber trotzdem einen Live-Gig absolvieren durfte, der Veranstalter, der dadurch, dass Du die Gäste unterhalten hast, mehr Umsatz gemacht hat, oder halt auch nicht, weil er GEMA Abgaben hatte, der Band eine Gage oder zumindest die Getränke bezahlt hat, aber das Publikum, dass sich vielleicht aufgrund der mit Livemusik verbundenen Lautstärke nicht so unterhalten konnte, wie er vielleicht vorgehabt hat, sich aber vielleicht trotzdem auch unterhalten gefühlt hat.
 
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