On Stage, Tipps und Tricks für Anfänger

von Boerx, 06.03.06.

  1. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.03.06   #1
    Ja ich weiß es gibt schon so einiges an Tipps für den ersten Auftritt allerdings beziehen diese sich meist auf die musikalischen Hintergründe und das eigene Instrument. Der Bereich Technik/PA und dem damit verbundenen Verhalten wird mir jedoch meist vernachlässigt. Deswegen wollte ich hier nun eine Art FAQ anfange und mal auf ein paar Sachen eingehen die einem das Leben deutlich erleichtern können, da ich sowohl die Position auf als auch die vor der Bühne kenn. Dies kann vielleicht nicht nur einem Anfänger der noch nie Live auf der Bühne war helfen, sondern auch dem ein oder anderen der schon einige Auftritte hinter sich hatte und nun nach Lösungen für dort aufgetretene Probleme sucht.

    Zum Aufbau und Ablauf. Ich werde das Posting in Zukunft erweitern und auch anhand eurer Anregeung und Kritik strukturieren und umbauen. Anregungen, Feedback und Kritik also per PN an mich. Ich denk zusammen mit Tobse und einigen anderen lässt sich dadruch eine schöne einfach Hilfe und Tippssammlung aufbauen.

    Bei euch steht ein Gig an? Eure Lieder und Songs habt ihr lange geprobt? Dann kann es ja los gehen. Beinah zumindest, einiges gilt es im Vorfeld zu klären.

    Allgemeine Tipps:

    Bitte Ego draußen lassen!
    Legt euer Musiker-Ego draußen vor der Tür ab und nehmt es nicht mit auf die Bühne. Damit könnt ihr vielleicht die Mädels beeindrucken, es verhindert jedoch auch ein flüssiges Arbeiten. Gerade in den Anfangsphasen müssen alle Seiten ständig Kompromisse eingehen. Seit euch dessen bewusst.

    Eigenes Equipment!
    Euer Equipment sollte selbstverständlich in perfektem Zustand sein und keine kratzenden Potis, schlechte Buchsen usw. aufweisen. Ihr werdet live schon genug Stress haben da braucht ihr nicht noch zusätzlich technische Probleme.
    Bei kleineren Auftritten teilen sich die Bands oft ein Teil des Equipments um aufwändige Umbauarbeiten zu vermeiden. Dies sollte im Vorfeld von den Bands untereinander geklärt werden. Dabei gilt: Keiner muss die anderen über sein Equipment spielen lassen und das Equipment von anderen ist mit absoluter Vorsicht zu handhaben!

    Weniger ist manchmal mehr!
    Macht es euch selbst nicht unnötig kompliziert. Gerade am Anfang eure Bühnenkarriere solltet ihr es euch selbst und auch anderne möglichst einfach machen. Das betrifft sowohl euer eigenes Equipment, als auch eure Auftreten und eure Verhalten auf, vor und hinter der Bühne. Technikorgien arten hier meist zu Problemorgien aus. Geht nur mit dem Equipment auf die Bühne, dass ihr selberaus dem FF beherrscht.

    Was schiefgehen kann wird auch schiefgehen!
    Kein Auftritt läuft perfekt über die Bühne. Ihr werdet euch verspielen, euch mal nicht richtig hören, die Bierflasche umschmeißen, stolpern, eure Kabel kaputt gehen, Saiten reißen. Für einige dieser Fällte könnt ihr vorplanen und das solltet ihr auch tun. Viel wichtiger ist aber, dass ihr euch nicht verrückt machen lasst wenn mal was daneben gehen. Hektik und Stress bringen keinen weiter sondern machen alles nur noch schlimmer!
    Ist der Sound wirklich so schlecht?
    Das letze was ihr euch auf der Bühne machen solltet sind Gedanken um den Sound fürs Publikum. Ihr könnt auf der Bühne überhaupt nicht beurteilen wie es nach vorne klingt also zerbrecht euch auch nicht darüber den Kopf. Nur weil der Sound auf der Bühne schlecht ist, muss es der Sound nach vorne noch lange nicht sein. Kümmert euch auf der Bühne nur auf das, wass für eure Darbietung notwendig ist und worauf ihr wirklich Einfluss habt, also eurem Spiel.

    Freundlich und locker bleiben?
    Selbst wenn mal was daneben geht oder ihr auf einen Veranstalter/Mischer trefft,mit dem ihr garnicht könnt bleibt freundlich. Nach dem Gig könnt ihr euch immer noch ärgern, aber vorher sitzt ihr alle im selben Boot da bringt es nichts wenn ihr euch gegenseitig beschimpft.

    Vermeidet Hektik und Stress
    Nichts ist schlimmer und kontraproduktiver als Stress und Hektik. Versucht deswegen schon im Vorfeld diesen zu reduzieren z.B. durch rechtzeitige Anreiße, entsprechend geplante Umbau und Soundcheck zeiten usw.


    Fragen zur Technik und zum PA- Equipment


    Was benötigt man an PA-Technik?
    Das absolute Minimum sind Mikrofone für alles was abgenommen werden soll. Ein Mischpult. Die PA selber und natürlich entsprechendes Monitoring.

    Was muss ich an Equipment mitbringen?
    Welches muss ich mitbringen?

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jeder Musiker das dabei hat, was er für sich und sein Intstrument benötigt, Insturmente natürlich eingeschlossen. Eine ganz anderes Thema ist die Frage nach der zur Verfügung stehenden PA-Technik. Als kleine Band heißt es hier meistens Friss oder Stirb. Wird die Technik durch einen externen Dienstleister gestellt, so sollte diesem vorher mitgeteilt werden über welche Besonderheiten die Band verfügt (z.B. Akkordeon, Blasinstrumente, Streichinstrumente usw.). Damit das Thema hier nicht ausufert werde ich zukünftig davon ausgehen, dass ein gewisses Mindestmaß an PA-Technik vorhanden ist und ihr als Band nur einen geringen Einfluss auf die Art und Menge des Materials habt. Prinzipiell gilt jedoch: "Im Vorfeld kann man über viel reden, am abend der Veranstaltung ist es in der Regel zu spät."

    Monitoring:

    Monitoring, oder wozu brauch ich einen Bildschirm auf der Bühne?
    Monitore sind Lautsprecher,, die auf die Bühne gerichtet sind damit ihr hört was ihr spielt. Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger hören sich in der Regel über ihren eigenen Verstärker. SängerInnen, Keyboarder usw. sind jedoch auf die Monitore angewiesen und sollten deswegen bei begrenzter Monitoranzahl auch den Vorrang haben.

    Monitor is klar, aber was ist ein Monitorweg?
    Abhängig vom verwendeten Mischpult ist es möglich eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher Mixe für das Monitoring zu erstellen. Der Keyboarder will vermutlich vor allem sich selber hören und keinen Gesang, da er ihn eh furchtbar findet. Ein Sänger wiederum will vielleicht kein Keyboard dafür vor allem sich selbst. Die Anzahl der Monitorwege ist durch das verwendete Mischpult und die Anzahl an vorhandene Monitorboxen und Verstärker beschränkt. Es ist jedoch möglich an einen Monitorweg mehrere Monitorboxen zu hängen, so dass mehrere Musiker auf der Bühne das Gleiche hören. Meistens werden euch 1 oder 2 Monitorwege zur Verfügung stehen. Dabei solltet ihr darauf achten, wirklich nur das nötigste auf den Monitoren zu haben. Jedes Instrument mehr sorgt nur dafür, dass ihr ein anderes schlechter hört. Wie bereits erwähnt haben dabei die Instrumente vorrang, die ohne eigenen Verstärker auf der Bühne sind.

    Was sollte ich auf meinen Monitor geben?
    Das hängt vor allem davon ab welches Instrument du spielst. Zu aller erst sollte mal das auf den Monitor was du brauchst damit du hörst was du spielst. Bei Sänger ist das ihr Gesang, Keyboarder wurden auch schon angesprochen, Gitarristen und Bassisten haben in der Regel ihren eigenen Verstärker. Das Schlagzeug ist normalerweise auch nicht zu überhören. Als nächstes kommt das dazu, was du brauchst um mit deiner Band spielen zu können. Hier gilt wieder weniger ist mehr. Auch solltest du daran decken, dass, falls du keinen Monitorweg für dich alleine hast, andere auch das hören was du hörst. In diesem Fall müssen nun Kompromisse eingegangen werden, wobei wie schon erwähnt, die Instrumente vorrang haben, die keine Verstärker auf der Bühne haben.



    Soundcheck

    Was ist ein Soundcheck? Was ist ein Line-Check
    Wie der Name schon sagt geht es beim Soundcheck darum, den Sound zu checken. Dabei stellt der Mischer alles so ein, dass es so gut wie möglich klingt und ihr euch so gut wie möglich hört. Bei einem Line-Check hingegen wird nur getestet ob auf jedem Kanal auch das entsprechende Signal in passender Lautstärke ankommt.

    Wie läuft ein Soundcheck ab?
    Hier gibt es keine klaren Regeln, in der Regel wird es aber so sein, dass der Mischer euch nacheinander auffordert auf eurem Instrument zu spielen. Normalerweise fängt er dabei mit dem Schlagzeug und der Bassdrum an, über die Snare alle Toms und Becken geht es dann mit dem Bass weiter, anschließend Gitarren und zum Schluss der Gesang. Anschließen alle zusammen. Unterschiedliche Mischer arbeiten hier unterschiedlich.

    Was muss ich beachten?
    DISZIPLIN! Spiele nur nund wirklich nur, wenn du vom Mischer dazu aufgefordert wirst, aber dann so lange bis der Mischer sagt, dass es reicht. Du musst den Mischer auch nicht drauf hinweisen wenn irgendwo mal was pfeift, normalerweise merkt er das selber. Vor allem Sänger fangen gerne an zu singen, singen 2 Töne und blicken dann erwartungsvoll zum Mischer.

    Was sollte ich spielen oder singen?
    Die Frage lässt sich anders leichter beantworten: Was solltest du nicht spielen oder singen? Alles was du live auch nie spielen würdest. Der Soundcheck ist zum Angeben total ungeeignet. Erstens ist meistens eh niemand da den du beindrucken könntest (die Mädels sind noch nicht in der Halle) und der Mischer hat höchstwahrscheinlich auch schon mindestesns 371 Leute gesehen die alle besser spielen als du. Spiel also einen einfachen sauberen Groove. Gitarristen sollten drauf achten, dass sie ihre 2-3 unterschiedlichen Sounds kurz anspielen. Vor allem der lauteste Leed-Sound ist hier für den Mischer relevant.

    Was ist für mich wichtig?
    Während des Soundchecks könnt ihr eure Wünsche zum Bühnensound äußern und das solltet ihr auch tun. Wenn ihr euch nicht gut hört ist JETZT der Zeitpunkt dies zu ändern. Aber nicht immer ist genug Zeit vorhanden um auch noch das letzte Optimum herauszuholen. Euer Ziel sollte also sein eine für euch zufriedenstellenden Einstellung zu finden.

    Hilfe, ich hör mich nicht.
    Der erste Reflex ist hier sich lauter zu machen, manchmal ist das auch der einzige Weg insbesondere dann, wenn man schon mitten im Auftritt ist. Oft ist es jedoch hilfreicher wenn man alles etwas leiser macht. Statt den eigenen Gesang auf dem Monitor noch lauter zu machen wäre es vielleicht sinnvoller dafür das Keyboard etwas leiser zu machen. Aber auch hier ist wieder vorsicht geboten wenn mehrere sich einen Monitorweg teilen. Auch hier gilt mal wieder weniger ist oft mehr. Oft bringt es euch weiter wenn ihr nur ganz wenige Instrumente auf euren Monitor gebt.
    Manchmal hilft aber auch nur noch Augen zu und durch. Das Publikum interessiert sich in der Regel wenig dafür ob du dich hörst oder nicht. Die wollen durch Musik unterhalten werden und nicht durch pausenlose Beschwerden über den Monitorsound.

    So soweit für heute, in den nächsten Tage werde ich das weiter Ergänzen. Es kommen noch so Themen wie: Auf der Bühne, wie gehts weiter? Die technische Grundlagen werden noch etwas detaillierter? Verständigung und Kommunikation mit den Technikern usw.

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  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 06.03.06   #2
    Sehr schön.
    Bitte Bescheid sagen, wenn zumindest die "0.9 Alpha" fertig ist, dann kopiere ich das in die FAQ.

    Jens
     
  3. Boerx

    Boerx Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.03.06   #3
    Ja ich weiß es gibt schon so einiges an Tipps für den ersten Auftritt allerdings beziehen diese sich meist auf die musikalischen Hintergründe und das eigene Instrument. Der Bereich Technik/PA und dem damit verbundenen Verhalten wird mir jedoch meist vernachlässigt. Deswegen wollte ich hier nun eine Art FAQ anfange und mal auf ein paar Sachen eingehen die einem das Leben deutlich erleichtern können, da ich sowohl die Position auf als auch die vor der Bühne kenn. Dies kann vielleicht nicht nur einem Anfänger der noch nie Live auf der Bühne war helfen, sondern auch dem ein oder anderen der schon einige Auftritte hinter sich hatte und nun nach Lösungen für dort aufgetretene Probleme sucht.

    Zum Aufbau und Ablauf. Ich werde das Posting in Zukunft erweitern und auch anhand eurer Anregeung und Kritik strukturieren und umbauen. Anregungen, Feedback und Kritik also per PN an mich. Ich denk zusammen mit Tobse und einigen anderen lässt sich dadruch eine schöne einfach Hilfe und Tippssammlung aufbauen.

    Bei euch steht ein Gig an? Eure Lieder und Songs habt ihr lange geprobt? Dann kann es ja los gehen. Beinah zumindest, einiges gilt es im Vorfeld zu klären.
    Diese Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie basiert auf meinen persönlichen Meinungen und Erfahrungen. Da jeder Auftritt seine Eigenarten hat lässt sich nicht immer einfach darstellen oder verallgemeiner. Diese Sammlung kann aber vielleicht dem einen oder anderen helfen manche Situationen besser zu meistern. Ich geh dabei von den Gigs aus, wie sie die Meisten hier im Forum wohl spielen werden. Von kleinen Gigs in Jugendzentren bis hin zu kleinen Hallen. Auch geh ich davon aus, dass ein gewisses Mindestmaß an PA-Technik vorhanden ist. Dies ist keine Anleitung wie man ohne PA-Technik irgendwie noch einen Auftritt hinbekommt. Für das Grundlegende Verständniss der PA Technik empfehle ich hier andere Artikel im Forum.



    Allgemeine Tipps:

    Bitte Ego draußen lassen!
    Legt euer Musiker-Ego draußen vor der Tür ab und nehmt es nicht mit auf die Bühne. Damit könnt ihr vielleicht die Mädels beeindrucken, es verhindert jedoch auch ein flüssiges Arbeiten. Gerade in den Anfangsphasen müssen alle Seiten ständig Kompromisse eingehen. Seit euch dessen bewusst.


    Weniger ist manchmal mehr!
    Macht es euch selbst nicht unnötig kompliziert. Gerade am Anfang eure Bühnenkarriere solltet ihr es euch selbst und auch anderne möglichst einfach machen. Das betrifft sowohl euer eigenes Equipment, als auch eure Auftreten und eure Verhalten auf, vor und hinter der Bühne. Technikorgien arten hier meist zu Problemorgien aus. Geht nur mit dem Equipment auf die Bühne, dass ihr selberaus dem FF beherrscht.

    Was schiefgehen kann wird auch schiefgehen!
    Kein Auftritt läuft perfekt über die Bühne. Ihr werdet euch verspielen, euch mal nicht richtig hören, die Bierflasche umschmeißen, stolpern, eure Kabel kaputt gehen, Saiten reißen. Für einige dieser Fällte könnt ihr vorplanen und das solltet ihr auch tun. Viel wichtiger ist aber, dass ihr euch nicht verrückt machen lasst wenn mal was daneben gehen. Hektik und Stress bringen keinen weiter sondern machen alles nur noch schlimmer!

    Ist der Sound wirklich so schlecht?
    Das letze was ihr euch auf der Bühne machen solltet sind Gedanken um den Sound fürs Publikum. Ihr könnt auf der Bühne überhaupt nicht beurteilen wie es nach vorne klingt also zerbrecht euch auch nicht darüber den Kopf. Nur weil der Sound auf der Bühne schlecht ist, muss es der Sound nach vorne noch lange nicht sein. Kümmert euch auf der Bühne nur auf das, wass für eure Darbietung notwendig ist und worauf ihr wirklich Einfluss habt, also eurem Spiel.

    Freundlich und locker bleiben?
    Selbst wenn mal was daneben geht oder ihr auf einen Veranstalter/Mischer trefft,mit dem ihr garnicht könnt bleibt freundlich. Nach dem Gig könnt ihr euch immer noch ärgern, aber vorher sitzt ihr alle im selben Boot da bringt es nichts wenn ihr euch gegenseitig beschimpft.

    Vermeidet Hektik und Stress
    Nichts ist schlimmer und kontraproduktiver als Stress und Hektik. Versucht deswegen schon im Vorfeld diesen zu reduzieren z.B. durch rechtzeitige Anreiße, entsprechend geplante Umbau und Soundcheck zeiten usw.

    Vorbereitungen im Vorfeld des Auftritts

    Das eigene Equipment:
    Euer Equipment sollte selbstverständlich in perfektem Zustand sein und keine kratzenden Potis, schlechte Buchsen usw. aufweisen. Ihr werdet live schon genug Stress haben da braucht ihr nicht noch zusätzlich technische Probleme.
    Bei kleineren Auftritten teilen sich die Bands oft ein Teil des Equipments um aufwändige Umbauarbeiten zu vermeiden. Dies sollte im Vorfeld von den Bands untereinander geklärt werden. Dabei gilt: Keiner muss die anderen über sein Equipment spielen lassen und das Equipment von anderen ist mit absoluter Vorsicht zu handhaben!

    Das eigene Programm:
    Eure Programm solltet ihr sicher und flüssig spielen können. Wichtiger als einzelne Verspieler ist, dass jeder die genauen Abläufe der Lieder und des gesamten Programms kennt.
    Einzelne falsche Töne fallen dem Publikum meist kaum auf, verpatzte Einsätze, Übergänge oder Breaks dafür um so mehr

    Zeitplanung des Auftritts:
    Informiert euch rechtzeitig über den Ablauf des abends. Wann ist Aufbau? Wann ist Soundcheck? Wann hab ihr euren Auftritt? Wie sind die Umbauzeiten? Welche Bands spielen noch mit euch?
    Ihr solltet ausreichend Zeit und größzügige Zeitpolster für die Anreiße und Aufbau einplanen. Ein zu enger Zeitplan von euch sorgt nur für unnötige Hektik und Stress.

    Technikplanung des Auftritts:
    Hier stellt sich natürlich die Frage wie viel Einfluss ihr darauf überhaupt habt. Es schadet jedoch nichts wenn ihr vorher wisst, was auf euch zu kommt. Weniger wichtig ist dabei was genau für eine PA-Technik zum Einsatz kommt sondern ob ein Techniker/Mischer vorhanden ist. Es schadet auch nicht, wenn ihr euch mit dem Veranstalter/Techniker vorher kurz absprecht. Aber bitte nicht übertreiben. Mit den technischen Aspekten könntet ihr euch vorher tagelang aufhalten und vor allem ablenken. Sprecht euch außerdem mit den anderen Bands ab wer welches Equipment mitbringt und was gemeinsam genutzt werden kann.


    Fragen zur Technik und zum PA- Equipment


    Was benötigt man an PA-Technik?
    Das absolute Minimum sind Mikrofone für alles was abgenommen werden soll. Ein Mischpult. Die PA selber und natürlich entsprechendes Monitoring.


    Was muss ich an Equipment mitbringen?
    Welches muss ich mitbringen?

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jeder Musiker das dabei hat, was er für sich und sein Intstrument benötigt, Insturmente natürlich eingeschlossen. Eine ganz anderes Thema ist die Frage nach der zur Verfügung stehenden PA-Technik. Als kleine Band heißt es hier meistens Friss oder Stirb. Wird die Technik durch einen externen Dienstleister gestellt, so sollte diesem vorher mitgeteilt werden über welche Besonderheiten die Band verfügt (z.B. Akkordeon, Blasinstrumente, Streichinstrumente usw.). Damit das Thema hier nicht ausufert werde ich zukünftig davon ausgehen, dass ein gewisses Mindestmaß an PA-Technik vorhanden ist und ihr als Band nur einen geringen Einfluss auf die Art und Menge des Materials habt. Prinzipiell gilt jedoch: "Im Vorfeld kann man über viel reden, am abend der Veranstaltung ist es in der Regel zu spät."


    Auf was sollte ich achten?
    Prinzipiell bin ich der Meinung, dass die Frage nach der Technik besser dem entsprechenden Techniker überlassen werden sollte. Je weniger ihr am Anfang damit zu tun habt desto besser könnt ihr euch auf eure Musik und eure Darbietung konzentrieren. Und glaubt mir, später wollt ihr euch dann nicht mehr auch noch um die Technik kümmern und überlasst es gerne anderen.
    Wie bereits erwähnt solltet ihr jedoch dem entsprechenden Techniker oder der betreuenden Firma mitteilen welche Instrumente und Besonderheiten es in eurer Band gibt.

    Techniker? Wir mischen uns von der Bühne selbst!
    Jetzt wird es interessant und vor allem kompliziert. Hier zu kann man nur bedingt Tipps geben. Ich empfehle einen Artikel in in einer der letzten Ausgaben.
    der Zeitschrift Soundcheck. Versucht es euch selbst dabei so einfach wie möglich zu machen.

    Techniker? Das macht halt irgendjemand der gerade da ist!
    Siehe oben.


    Monitoring:

    Monitoring, oder wozu brauch ich einen Bildschirm auf der Bühne?
    Monitore sind Lautsprecher,, die auf die Bühne gerichtet sind damit ihr hört was ihr spielt. Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger hören sich in der Regel über ihren eigenen Verstärker. SängerInnen, Keyboarder usw. sind jedoch auf die Monitore angewiesen und sollten deswegen bei begrenzter Monitoranzahl auch den Vorrang haben.

    Monitor is klar, aber was ist ein Monitorweg?
    Abhängig vom verwendeten Mischpult ist es möglich eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher Mixe für das Monitoring zu erstellen. Der Keyboarder will vermutlich vor allem sich selber hören und keinen Gesang, da er ihn eh furchtbar findet. Ein Sänger wiederum will vielleicht kein Keyboard dafür vor allem sich selbst. Die Anzahl der Monitorwege ist durch das verwendete Mischpult und die Anzahl an vorhandene Monitorboxen und Verstärker beschränkt. Es ist jedoch möglich an einen Monitorweg mehrere Monitorboxen zu hängen, so dass mehrere Musiker auf der Bühne das Gleiche hören. Meistens werden euch 1 oder 2 Monitorwege zur Verfügung stehen. Dabei solltet ihr darauf achten, wirklich nur das nötigste auf den Monitoren zu haben. Jedes Instrument mehr sorgt nur dafür, dass ihr ein anderes schlechter hört. Wie bereits erwähnt haben dabei die Instrumente vorrang, die ohne eigenen Verstärker auf der Bühne sind.

    Was sollte ich auf meinen Monitor geben?
    Das hängt vor allem davon ab welches Instrument du spielst. Zu aller erst sollte mal das auf den Monitor was du brauchst damit du hörst was du spielst. Bei Sänger ist das ihr Gesang, Keyboarder wurden auch schon angesprochen, Gitarristen und Bassisten haben in der Regel ihren eigenen Verstärker. Das Schlagzeug ist normalerweise auch nicht zu überhören. Als nächstes kommt das dazu, was du brauchst um mit deiner Band spielen zu können. Hier gilt wieder weniger ist mehr. Auch solltest du daran decken, dass, falls du keinen Monitorweg für dich alleine hast, andere auch das hören was du hörst. In diesem Fall müssen nun Kompromisse eingegangen werden, wobei wie schon erwähnt, die Instrumente vorrang haben, die keine Verstärker auf der Bühne haben.



    Soundcheck

    Was ist ein Soundcheck? Was ist ein Line-Check?
    Wie der Name schon sagt geht es beim Soundcheck darum, den Sound zu checken. Dabei stellt der Mischer alles so ein, dass es so gut wie möglich klingt und ihr euch so gut wie möglich hört. Bei einem Line-Check hingegen wird nur getestet ob auf jedem Kanal auch das entsprechende Signal in passender Lautstärke ankommt.
    Wie läuft ein Soundcheck ab?
    Hier gibt es keine klaren Regeln, in der Regel wird es aber so sein, dass der Mischer euch nacheinander auffordert auf eurem Instrument zu spielen. Normalerweise fängt er dabei mit dem Schlagzeug und der Bassdrum an, über die Snare alle Toms und Becken geht es dann mit dem Bass weiter, anschließend Gitarren und zum Schluss der Gesang. Anschließen alle zusammen. Unterschiedliche Mischer arbeiten hier unterschiedlich.

    Was muss ich beachten?
    DISZIPLIN! Spiele nur nund wirklich nur, wenn du vom Mischer dazu aufgefordert wirst, aber dann so lange bis der Mischer sagt, dass es reicht. Du musst den Mischer auch nicht drauf hinweisen wenn irgendwo mal was pfeift, normalerweise merkt er das selber. Vor allem Sänger fangen gerne an zu singen, singen 2 Töne und blicken dann erwartungsvoll zum Mischer.




    Was sollte ich spielen oder singen?
    Die Frage lässt sich anders leichter beantworten: Was solltest du nicht spielen oder singen? Alles was du live auch nie spielen würdest. Der Soundcheck ist zum Angeben total ungeeignet. Erstens ist meistens eh niemand da den du beindrucken könntest (die Mädels sind noch nicht in der Halle) und der Mischer hat höchstwahrscheinlich auch schon mindestesns 371 Leute gesehen die alle besser spielen als du. Spiel also einen einfachen sauberen Groove. Gitarristen sollten drauf achten, dass sie ihre 2-3 unterschiedlichen Sounds kurz anspielen. Vor allem der lauteste Lead-Sound ist hier für den Mischer relevant.
    Keyboarder sollten darauf achten, dass ihre Sounds nicht unterschiedlich laut sind.


    Was ist für mich wichtig?
    Während des Soundchecks könnt ihr eure Wünsche zum Bühnensound äußern und das solltet ihr auch tun. Wenn ihr euch nicht gut hört ist JETZT der Zeitpunkt dies zu ändern. Aber nicht immer ist genug Zeit vorhanden um auch noch das letzte Optimum herauszuholen. Euer Ziel sollte also sein eine für euch zufriedenstellenden Einstellung zu finden.

    Hilfe, ich hör mich nicht.
    Der erste Reflex ist hier sich lauter zu machen, manchmal ist das auch der einzige Weg insbesondere dann, wenn man schon mitten im Auftritt ist. Oft ist es jedoch hilfreicher wenn man alles etwas leiser macht. Statt den eigenen Gesang auf dem Monitor noch lauter zu machen wäre es vielleicht sinnvoller dafür das Keyboard etwas leiser zu machen. Aber auch hier ist wieder vorsicht geboten wenn mehrere sich einen Monitorweg teilen. Auch hier gilt mal wieder weniger ist oft mehr. Oft bringt es euch weiter wenn ihr nur ganz wenige Instrumente auf euren Monitor gebt.
    Manchmal hilft aber auch nur noch Augen zu und durch. Das Publikum interessiert sich in der Regel wenig dafür ob du dich hörst oder nicht. Die wollen durch Musik unterhalten werden und nicht durch pausenlose Beschwerden über den Monitorsound.




    So soweit für heute, in den nächsten Tage werde ich das weiter Ergänzen. Es kommen noch so Themen wie: Auf der Bühne, wie gehts weiter? Die technische Grundlagen werden noch etwas detaillierter? Verständigung und Kommunikation mit den Technikern usw.

    Version 0.2Beta! vom 07.03.06
     
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  4. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.03.06   #4
    Wow ich bin begeistert,
    da hast du dir ja nen haufen Mühe gemacht,,
    ich bin sicher da werden sich einige (auch ich) gerne doch daran beteiligen..
    du hast ja schon sehr viele bereiche angesprochen und viele wichtige infos gegeben..
    ich werd das noch 1,2 mal genau lesen falls ich noch was ergänzendes finde lasse ich es dich auf jeden fall wissen, dieser post ist IMHO wirklich eine tolle Idee, vielen dank für die mühne, beide daumen hoch ;)
     
  5. Tobse

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    Erstellt: 07.03.06   #5
    Ein paar Sachen sind mit noch eingefallen, wenn du etwas davon benutzen willst bau es einfach ein.. wenn mir noch was einfällt gibts Nachschub. Hier also meine Ergänzungsvorschläge für v.03


    Bühnenlautstärke:
    man muss die Backline nicht bis zum bersten aufreissen,, Damit es drausen schön laut und knackig wird gibt es eine PA. Damit ihr klarkommt gibt es Monitore. Die Backline lautstärke sollte so sein, das sie ein harmonisches Soundbild ergibt und ein Grundbühnensound entsteht. Mehr ist nicht nötig.
    Wenn euch ein Techniker auffordert das Gitarrenstack doch etwas leiser zu drehen wird er es nicht ohne Grund tun. Als Ausgleich kann man ja mehr auf sein Wedge bekommen. Zu laute Stacks stören gerne den FOH Sound.

    Spare Parts:
    Ein wichtiger Punkt in der Vorbreitungsphase ist spare (=ersatz) Material. Darunter fallen z.b. Ersatzsaiten und Felle, Sicherungen!!!!,Kabel,Batterien usw. Überlegt euch gut was ihr braucht, beschaffen könnt, nehmt es mit und richtet es so ein das es auch während der Show greifbar ist. Nur weil mal ne Saite reisst ist das Konzert nicht dahin. Wenn aber kein Ersatz Greifbar ist könnte es doch recht peinlich werden. Nach meiner Erfahrung vergessen vor allem junge Bands hier die Hälfte speziell Sicherungen Röhren etc.

    Materialverpackung:
    Wenns bei euch losgeht und regelmäßige Konzerte anstehen dann solltet ihr euch Gedanken über die Verpackung eures Materials machen. Cases sind oft völlig unterschätzt und trotzdem wichtig. Nur wenn euer Material sauber verpackt ist wird es auch lange leben, 2 mal einen Amp kaufen ist teurer als einen Amp und ein Case.
    Generell sollte man darauf achten das alles irgendwie verpackt ist und ein gewisses System dahinter steckt. Auch Kleinteile,Ersatzteile etc sollten nicht in der Hosentasche mitgeschleppt werden. Wenn da Geld knapp ist können hier auch die berühmten Baumarkt-Silberkoffer weiterhelfen.

    Die Materialidentifikation:
    Ihr solltet euer Material so kennzeichnen das ihr es zweifelsfrei identifizieren könnt. z.B. mit Aufklebern,edding,Sprühschablonen usw. gerade bei kleinen Jungendhausfesten etc wo auf kleinstem Raum mehrere Bands auftreten kann man so sein Material viel einfacher wiederfinden. Das gilt natürlich auch für die Kabel.

    eure zuständigkeiten:
    Teilt die schon im vorfeld untereinander auf. Für einen Veranstalter oder Techniker ist es extrem stressig zu einem konzert 20 anrufe von 5 Leuten zu bekommen und jeder weiss nicht was schon mit einem anderen Abgesprochen wurde etc.. ihr solltel EINEN bestimmten der diese Vorabgespräche führt und im Namen der Band entscheiden kann. Ebenso sollte am Auftrittstag einer verantwortlich sein um ggf vor ort mit dem Veranstalter und Techniker zu organisieren etc

    das socialising:
    Auch veranstalter und Techniker freuen sich über ein Feedback wenn was gut gelaufen ist. Verhaltet euch ihnen gegenüber immer höflich, bleibt auch in Stresssituationen freundlich und kompetent. Das wird sich unterm Strich für euch lohnen, da man in so einem KLima sicher gerne wieder miteinander arbeitet. Es geht dabei nicht darum jemanden Honig ums Maul zu schmieren sondern sich vernünftig zu verhalten.

    die "Idiotenrunde"
    gewöhnt sie euch an, so geht deutlich weniger Material verloren. Soll heissen, lauft nach Ende des Konzert den Saal etc ab und schaut nach ob nicht doch noch etwas von euch liegen geblieben ist. Hier kommt auch wieder die Materialbeschriftung zum zug: hier merkt man deutlich das es sich lohnt. Auch hier macht es Sinn einen Verantwortlichen zu bestimmen, der das gewissenhaft erledigt.

    der Materialtransport
    überlegt euch im Vorfeld gut wie ihr euer Material sicher zum Konzert bringt. Sind genügend Autos vorhanden, muss evtl ein Komib oder Sprinter besorgt werden, was passt wo rein usw. Hier macht sich auch das Casden wieder bemerkbar. Ist das Material sauber verpackt entstehen weit weniger Schäden beim laden. Wichtig ist immer genug men power für einen load zu haben. ist schweres Material zu laden sollten auch genügend Mann anwesend sein. Schließlich müsst ihr ja noch ein Konzert spielen, das geht mit Hexenschuss nur schwer.

    Drogen,Alkohol&Co
    Das leidige Thema.. macht euch einfach bewusst: von euch wird gute Leistung und eine tolle Show erwartet. Nieman will zugedröhnte oder betrunkene Musiker auf der Bühne sehen, die ihre Show dann nicht mehr im Griff haben. Sowas kann man auch gut auf später verschieben. Man schafft sich kein tolles hartes Image in dem man diese Genussmittel entsprechend auf und um die Bühne präsentiert bzw sich damit in Szene setzt. Das schafft eher das Image einer vorpubertierende Bande. Einige Leute schwören ja auf diverse Rauchutensilien etc um sich schön in die show fallen zu lassen. Im prinzip spricht ja nichts dagegen, wichtig ist nur der hintergedank ich muss noch eine gute show spielen. wenn dieser Punkt noch erfüllt werden kann sollte das funktionieren. Wichtig ist das solche Aktionen immer dezent ausgeführt werden und absolut nichts imPublikumsbereich zu suchen haben. (siehe vorpubertäres Image ;))

    überlassenes Material
    es wird des öfteren Vorkommen das ihr mit sogenanntem überlassenen Material arbeitet. Soll heissen Equipment das euch der Veranstalter, Techniker oder andere Bands zur Verfügung stellen. Behandelt dies mit größter Sorgfalt. In der nähe solchen Material (und wenns auch nur ein Mikrofon ist) habe Bierflaschen etc nichts zu suchen. Es wird von euch erwartet das das Material so von der Bühne kommt wie es hochgegangen ist. Dies gilt auch für Wedges (die z.b. nicht als Schuhabputzer gedacht sind..) usw. Sollte hier ein Schaden entstehen wird er Besitzer sicher nicht darauf sitzen bleiben wollen..

    der Backstage
    der backstage ist euer reich, hier könnt ihr erstmal tun und lassen was ihr wollt. dennoch gibt es einige regeln: Auch nach euch wird der backstage noch benötigt, deshlab sollte er auch nach eurer abreise noch benutzbar sein. Stühle Tische Khlschränke Spiegel etc sind zum benutzten nicht zum zerstören gedacht. Hier kann man mit gutem Betragen sicher einige Pluspunkte sammeln. Auch solltet ihr darauf achten wer sich wann in eurem Backstage aufhält. Dieser Punkt ist als Rückzug für euch gedacht. Diskussionen untereinander sind dort z.b. besser aufgehoben als vor Fans oder Technikern oder Veranstalter. Nutzt die Möglichkeit euch dorthin zurückzuziehen wenns um Themen geht die nicht jeder wissen sollte.

    die setliste
    überlegt sich euch schon im Vorfeld und zwar gründlich. Wählt Lieder die ihr sicher spielen könnt, versucht einen Spannungsbogen zu bauen und ein interessantes Konzert zu kreieren. Die Setlist solltet ihr alle kennen und im Zweifelsfall auch griffbereit haben. Es zeugt nicht von großem können wenn eine Band auf der Bühne nach jedem 2ten lied diskutiert was denn jetzt als nächstes kommt.

    improvisieren im fehlerfall
    auch bei bester Vorbereitung wird es euch passieren das Fehler vorkommen. Zum Beispiel die gerissene Saite. Beschäftigt euch schon voher mit dieser Situation. So etwas kann passieren und ist auch nicht schlimm. nur darf dann die Bühne nicht für 5 Minuten sterben. Auch in dieser Zeit wollen die Zuschauer unterhalten werden. z.B. mit einer netten Moderation. oder einem schönen jam der verbleibenden Musiker (die gerade nicht reparieren). oder einer Mitmachanimation. Habt einige dieser Lückenfüller auf Abruf parat, das kann euch in peinlichen Situationen den Hintern retten

    die showmoderation
    hier gibt es viele Verschiedene Ansätze. Manche Bands moderieren die Show, andere machen schon fast Theaterähnliche inszenierungen zwischen ihren Stücken, wieder andere sagen einfach den Song an, und andere legen einfach los. Was man macht ist eine Geschmacksfrage, was jedoch vorhanden sein sollte ist ein Konzept. Wird eine Show moderiert sollte ein klares Konzept dasein das wie ein roter Faden durch die gesamte Show führt. Überlegt euch schon im Vorfeld interessante texte, wortspiele einleitungen überleitungen zu den einzelnen Stücken. Diese müssen natürlich nicht auswendig gelernt werden, es sollte einfach nur ein klares Konzept vorliegen. Ein stottender, sich ständig wiederholender, langweiliger "Moderator" kann auch eine gute Show in die Knie zwingen. Es muss nicht immer zwingend der Lead Sänger durch die Show führen, und vergesst nicht euch vorzustellen ;)

    wer hat denn eigentlich das sagen
    Auf einem Konzert hat grundsätzlich der das Sagen der den dicken Geldbeutel hat, im Normalfall der Veranstalter. Dieser wird sicher die Bands Techniker etc in seine Planungen mit einbeziehen, das letzte Wort liegt jedoch bei ihm nicht bei euch. Er ist euch nichts schuldig im Gegenteil. Ihr seit für von ihm für eine Dienstleistung gebucht und spielt auf seinem Spielplatz nach seinen Spielregeln auch wenn euch die vllt nicht gefallen. Trotzdem sind sie Fakt, vergesst das nie

    wir spielen als support band - was ist zu beachten
    Der Headliner (die Hauptband) wird euch evtl gewisse regeln vorgeben. z.B. welchen Platz auf der Bühne ihr benutzen dürft, wo ihr euch nicht aufhalten dürft, wann ihr auf die bühne könnt, ob ihr einen Soundcheck bekommt etc. Diese Regeln werden normalerweise nicht aus boshaftigkeit gemacht sondern haben bestimmte technische oder organisatorische Gründe, auch wenn euch diese evtl nicht genannt werden. Hier ist es wie bei Aussagen des Veranstalters, man kann mal nett hinterfragen oder höflich um etwas bitten, Forderungen zu stellen ist jedoch nicht angebracht und geht meist nach hinten los

    was können wir fordern
    das ist imer abhängig von eurem Status aber da es hier ja um die ersten Auftritte geht im prinzip nichts. Seit froh das ihr die Chance bekommt euch zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und den ersten Einstieg zu schaffen. Überzogene Forderungen an Technik, Infrakstruktur Catering usw sind fehl am Platz.

    brauchen wir einen rider
    rider sind eigentlich bestandteil eines Vertrages, werden von beutreuenden Technikern für eine Band erstellt, von deren Booking Agentur weitergegeben und in die Verhandlungen mit einbezogen. Da das alles bei euch vorhanden ist, ist es auch nicht zwingen notwendig einen richtigen rider zu haben. Was ihr jedoch haben solltet ist eine Art kurzen Infoschrieb zu euch, das erleichtert dem Veranstalter und Techniker die Arbeit und sorgt für flüssige Abläufe. Da gehört z.B. rein: das von euch mitgeführte Material (Backline/Technik), eure Besetzung, ein kleiner Bühnenplan mit eurer Aufstellung. Ebenso das von euch benötigte Materil (oder auch techniker) z.b. eine Pa, Mischpult, Tontechniker,Mikrofone usw. Ganz wichtig ist ein Kontakt (telefon!!) zu einem von euch

    wir reissen ins (europäische) Ausland, was ist zu beachten
    auch kleinere Bands haben ja ab und zu das Vergnügen, im Ausland auftreten zu dürfen. z.B. als Support Band.Informiert euch hier rechtzeitig bei den Zuständigen Behörden was ihr bei einem Grenzübertritt zu tun habt. Hervorgehoben sollte hier die Schweiz werden, da ist es nicht so einfach mit einem Sprinter voller Material über die Grenze zu fahren. Was grundsätzlich immer dabei sein sollte sind neben den Ausweisen etc eine vollständige und übersichtliche Liste des mitgeführtem Materials. Auchtung, sollte Merchandise mitgeführt werden (auch wenns nur ein paar demo cds sind) gelten für diesen gesonderte Zollbestimmungen (auch hier wieder Vorsicht an der Schweizer Grenze) Macht man hier einen Fehler kann das schnell einige Stunden wichtige Zeit kosten

    Was ist vom Veranstalter gefordert
    Als Schlagworte sollten hier mal: gute Show,gutes Benehmen,feundliche Atomsphäre, Realismus,keine Star Allüren genannt werden, macht euch das bewusst

    Essen und Trinken
    Vergesst nicht das rechtzeitig mit dem Veranstalter zu klären. Evtl bekommt ihr ja nichts gestellt und müsst für euch selbst Sorgen. Es empfiehlt sich nicht direkt vor dem Auftitt zu essen. Ein weitere Tipp sind Kohlensäurefreie Getränke auf der Bühne..

    vor Showbeginn
    solltet ihr nicht wild über das Gelände verteilt sein, das schafft nur unnötig Stress. Trefft euch rechtzeitig, geht nochmal alles durch, seit ihr wirklich startklar, was ist noch zu tun, und gebt euch dann die Chance zur Ruhe zu kommen und entspannt auf die Bühne zu gehen. Ein hektischer KOnzertbeginn ist kein guter Start in den Abend.

    Analysemöglichkeiten
    Wenn ihr die Chance habt versucht euch diese zu schaffen. z.B. durch einen Mittschnitt durch den betreuenden Techniker oder den Kumpel der mit der Kamera im Saal steht. Benutzt diese auch um eure Show zu analysieren, aus Fehlern zu lernen und euch zu verbessern. Seit dabei ehrlich zu euch selbst, nur dann wird es Früchte tragen. Macht das aber besser nciht direkt nach dem Konzert, mit ein paar Tagen abstand sieht alles wieder anderst aus

    Feedback sammeln
    Sammlet Feedback z.B. von Veranstaltern, technikern, Fans,anderen Zuschauern,anderen Bands usw. Seit offen für Kritik, nur so könnt ihr euch verbessern. Lernt aus euren Fehlern zu lernen anstatt Ausreden zu suchen (bühnensound war schlecht, drummer betrunken usw..)

    der "fankontakt"
    Ist überaus wichtig und hier kann man eine Menge falsch machen. Trefft klare Regeln wie z.B. ob den Handynummern der Musiker herausgegeben werden oder nicht, ob Fans in den Backstage dürfen usw. Seit immer freundlich, ihr spielt für diese Leute, enttäuscht ihre Erwartungen nicht. Fans mögen oftmals keine Musiker mit abgehobenem Auftreten, auch wird der Musiker der mit jedem Mädel abzieht unter Umständen schnell langweilig.. Hier gilt es einen Weg zu finden wie ihr die Leute weiter für euch interessieren könnt ohne dabei abzuheben. Betrachtet eure "Öffentlichkeitsarbeit" unter die auch der Fankontakt fällt als einen Teil eurer Arbeit und vergesst nie das auch hier jeder einzelne die gesamte Band repräsentiert.

    für wen ist das konzert eigentlich?
    Das Konzert ist nicht für euch, es ist für die Fans! das sollte immer klar sein.
     
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  6. WolleBolle

    WolleBolle Studio & Bühnen MOD Moderator HFU

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    Erstellt: 08.03.06   #6
    @Boerx & Tobse

    Tolle Sammlung!:great: :great: :great:
    Euch beiden mal ein riesiges LOB!!!
    Im Moment fällt mir da nichts mehr ein was man noch dazu beitragen kann, wenn ja kommt das bestimmt per PM!

    Weiter so! Wolle
     
  7. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #7
    Ich denke, auch wenn es noch nicht fertig ist, werd ich es schonmal verschieben - noch nicht in die FAQ, aber zumindest schonmal als gepinnten Thread in "Musik-Praxis"...

    Jens
     
  8. LeGato

    LeGato Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #8
    Schawoll, da finde ich doch meine in vielen Jahren mühsam erworbenen Erfahrungen in einem Thread übersichtlich gebündelt - Respekt! :great:

    Würden sich das alle Bands (und Veranstalter!) in nächster Zeit mal durchlesen, das Leben wäre so viel einfacher. Ich mag es mir gar nicht vorstellen... :D

    Also Befehl an alle live auftretenden Mucker: Durchlesen!

    LeGato
     
  9. Lite-MB

    Lite-MB Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.06   #9
    Sehr guter Thread!!!
    als Ergänzung zu den "Spare Parts", das passende Werkzeug für die kleine Reparatur vor Ort, die Drummer haben da schon was zusammengetragen, müßte mit der SF unter "Toolbox" zu finden sein...
    immer wieder brauchbar sind eine Handvoll Holzkeile, Bierdeckel, Filzstücke - nix schlimmeres wie Bühnenteile, die wackeln...

    Ich habe gern noch ein Zweit/Dritt-T-Shirt und Hemd dabei, eigene Getränke bis der Betrieb öffnet...
     
  10. scabdooBA

    scabdooBA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.06   #10
    Yo grosses lob ;)

    hab mir begeistert alles durchgelesen und ich schätze leute, die ihre langjährige erfahrung weitergeben :)

    gruss
    sebastian
     
  11. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #11
    Zu dem Thema gibts auch schon einen Thread: https://www.musiker-board.de/vb/showthread.php?t=78075
    Ist leider nicht ganz so übersichtlich, und diese Problematik ist auch recht instrumentenspezifisch.
     
  12. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #12
    Danke für das nette Feedback, auch ich fands ne super Idee, deshlab bin ich auch gleich mit eingestiegen.. Postet munter weiter, die Ergänzung mit dem Werkzeug zum Beispiel fand ich schonmal super,das hatte ichkomplett verschwitzt..
    Eine saubere Trennung und Gliederung wird da sicher auch noch kommen, da muss Boerx dann wieder bluten ;) jetzt ist mal sammeln angesagt, also immer her damit...
     
  13. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #13
    Und weiter geht’s Kollegen, die nächsten Vorschläge

    Werkzeug(danke Lite-mb)
    Natürlich sollte immer eine Ladung Werkzeug mit an Board sein. Auch hier bietet sich wieder der berühmte Baumarkt-Silberkoffer an wenn’s preiswert sein soll. Rein gehören unbedingt ein anständiges Multitool. Ist keins Vorhanden mindestes eine gute Kombizange, ein Messer und ein kleiner Satz Schraubenzieher. Desweitern empfehlt sich eine Maglite oder ähnliche kleine stabile Taschenlampe + Batterien und Ersatzbirnen. Ein Sortiment Kabelbinder, Zumbeltape (Isolier und Markierband),Gaffa schwarz zum Kabel tapen etc, helles Gaffe zum markieren von Absturzkanten (es gibt sogar das passend gestreifte ;)) eine Ladung Spanngurte, Holzkeile zum Unterlegen, ein 13er Schlüssel zum nachziehen evtl. loser Podestfüße, Arbeitshandschuhe, ein Phasenprüfer (besser Duspol), ein Multimeter und ein Putzlappen (wenn doch wieder jemand Bier auf das Stack gestellt hat). Diese Liste lässt sich beliebig erweitern, dies soll stellt lediglichh eine Hilfe und eine groben Überblick dar

    Materialwartung
    Es ist zu empfehlen nach dem Konzert das Material zu überprüfen und ggf zu warten. Natürlich kann das nicht direkt nach dem Konzert geschehen, es bietet sich die Heimkunft in den Proberaum, das Lager, den Keller an. Alle Geräte sollten eine kurze optische, mechanische und Funktionsprüfung bekommen. Kabel sauber gewickelt (sollten sie eigentlich schon sein) und ggf, auch überprüft werden. Ist Material stark verschmutzt so wäre jetzt auch der passende Zeitpunk dies zu ändern. Das ganze Hilft euch einen Überblick über den Zustand eures Material zu behalten, mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen und verlängert die Lebensdauer eures Equipments

    Erster Kontakt mit dem Techniker/Veranstalter
    Es steht also der erste Kontakt mit einem Veranstalter oder Techniker an. Was ist zu beachten. Bereitet euch auf das Gespräch vor.Überlegt im Vorfeld was ihr für Fragen habt, welche Infos über euch weitergegen werden sollten und habt eine kurze schriftliche Info über euch parat (siehe brauchen wir einen Rider). Macht euch Notizen, fragt nach wenn etwas unklar ist, dieses Gespräch kann über das gelingen eures Konzert entscheiden. Nehmt esalso ernst.

    Kabelwege auf der Bühne
    Hier neigen viele dazu schlampig zu arbeiten. Saubere Kabelwege sind sehr wichtig auf einer Bühne. Das gilt nicht nur für die Mikrofonkabel des Technikers, auch für eure Stromkabel, Floorboardverkabelung etc. Nur bei einer sauber verkabelten Bühne ist im Fehlerfall eine Suche und Reparatur schnell möglich. Schaut euch deshalb bevor ihr loslegt die Bühne kurz an, überlegt wie und wo ihr verkabelt und macht das sorgfältig. Spätestens wenn mal kurzfristig ein Kabel getauscht werden muss wird es sich auszahlen. Zusätzlich wird so das doch sehr störende Verheddern während des Konzerts minimiert.

    Schöner wohnen auf der Bühne
    Nur eine aufgeräumte Bühne ist eine schöne Bühne, und auf einer schönen Bühne könnt ihr euch besser präsentieren. Achtet deshalb etwas darauf. Auf der Bühne haben zur Show nur ihr und euer Material etwas verloren. Gepäck, Kleidung, leer Cases etc haben auf der Bühne nichts verloren.


    Kommunikation während der Show
    Überlegt euch wie ihr während der Show miteinander und mit den Technikern kommuniziert. Kurze Handzeichen haben sich hier als praktisch erwiesen, die sollten jedoch klar definiert und ggf. mit allen abgesprochen sein. Richtige Gespräche zwischen den Musiker, die das Publikum zwar sieht aber nicht zu hören bekommt wirken sehr störend.

    endlich spielen wir shows-brauch ich jetzt in ears??
    Nein. In Ear Monitoring ist grundsätzlich nicht besser und nicht schlechter wie ein klassisches Wedge/Fill Monitoring. Es ist einfach anders. Es hat in bestimmten Situationen vor und Nachteile, doch nur weil jetzt die erste Bühnenerfahrung auf euch wartet ist es noch lange nicht an der Zeit sich zwingen mit solchen Themen zu beschäftigen. Es muss ja auch alles gekauft und betreut werden. Sprecht euch zum Thema monitoring mit dem betreuenden Techniker ab, zusammen werdet ihr sicher ein passendes Monitorkonzept erstellen können

    sollte man Gehörschutz auf der Bühne tragen?
    Kann man, muss man aber nicht. Das ist abhängig von der Lautstärke auf eurer Bühne. Bei sehr lauten Bühnen bietet es sich an, jedoch sollte als erstes Versucht werden, die Bühnenlautstärke auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Durch das tragen eines Gehörschutzes neigt man oft dazu, alles wieder einen Tick lauter zu machen und schon geht der Schuss nach hinten los. Also erst an der Lsutstärke arbeiten, dann den Gehörschutz. Im Zweifelsfalle ist es aber nie verkehrt sich zu schützen. Siehe auch Bühnenlautstärke

    das Bühnenoutfit
    einige Bands einigen sich auf einen Dress Code auf der Bühne oder besitzen sogar spezielle Bühenoutfits. Sprecht euch in diesem Punkt ab. Die Kleidung sollte zu euch und eurer Musik passen und das repräsentieren was ihr darstellt. Ein Metallshirt ist nicht unbedingt passend für den Gitarissten einer Blues Band usw. Generell ist das tragen von Fremd- Merch fraglich, denkt immer daran, ihr wollt euch präsentieren und nicht zeigen wen ihr toll findet.

    nach der Ankunft
    gibt es eine Punkte die erledigt werden sollen, bevor es ans wilde Ausladen und Aufbauen geht. Stellt euch beim Veranstalter und den Technikern vor, lasst euch die Location zeigen, sprecht kurz den Zeitplan ab. Erkundigt euch nach Parkmöglichkeiten, den Platz zum Ausladen, Platz für Equipment usw. Erst wenn alles klar ist sollte die Arbeit beginnen.

    vor der Abreise
    gibt es einige Punkte die abgearbeitet werden sollen. Als erstes steht der Kontrollgang an (siehe auch Idiotenrunde), danach der load und als letztes sollte man sich auch von den Kollegen, speziell dem Veranstalter und den Technikern verabschieden. Wer einfach verschwindet ohne tschüß zu sagen, macht sich dadurch nicht beliebter.

    wie müssen wir Aufbauen
    organisiert ,sinnvoll, gründlich ,schnell. Sprecht zuerst mit dem Techniker oder den anderen Bands ab was es zu beachten gibt usw. Kopfloses Vollstellen der Bühne hilft keinem weiter. Lasst euch gegenseitig Platz zum Arbeiten. Leere Cases und sonstige Verpackungen sollten schnell wieder von der Bühne verschwinden. Achtet auf die Ansagen der Techniker, auch sie müssen evtl noch Material auf die Bühne bekommen. Wer keinen Platz für seinen Monitor lässt wird sich halt nicht hören (siehe auch Kabelwege und schöner wohnen auf der Bühne)

    wie müssen wir Abbauen
    ein Abbau ist nichts anderes als ein umgekehrter Aufbau. Auch hier sollte koordiniert gearbeitet werden, die Bühne nicht zugestellt werden und verpacktes Material schnell wieder verschwinden. Baut euch nicht die Auf und Abgänge der Bühne zu.

    einer unserer Musiker spielt heute schlecht
    Die show läuft doch einer aus eurer Truppe zeigt nicht die gwünschte Leistung. Also was tun?! Steht hinter ihm. Haltet ihm den Rücken frei, versucht ihn zu stärken und seine Fehler zu kompensieren soweit möglich. Kritik untereinander etc. hat auf der Bühne nichts zu tun. Lasst ihn nicht hängen und gebt ihm die Chance sich wieder zu fangen. Der passende Zeitpunkt für die Kritik ist dann in einer Besprechung nach der Show. Hier kann man dann offen über die Probleme diskutieren. Ziel sollte jedoch die Erkennung und Bekämpfung der Ursachen dieser Fehler sein und nicht nur Schuldzuweisungen. Achtet deshalb auch in so einer extremen Situation auf fairer Umgang miteinander

    offene Gertänke auf der Bühne
    offene Getränke haben erstmal nichts auf einer Bühne verloren. Viele wollen das nicht einsehen spätestens wenn aber das Bier aus dem Topteil läuft ändert sich diese Meinung. Getränke sollten immer wiederverschließbar sein, wenn möglich (z.b. bei Wasser) sind Plastik den Glasflaschen vorzuziehen. Es gibt ja auch Bier mit Bügel und Wein mit Schraubverschluss. Das Wohl eures Equipments sollte hier über der Lieblingssorte Bier stehen (die es halt nur mit Kronkorken gibt). Auch wenn bisher noch nichts passiert ist, irgendwann wird es knallen.

    der Schadensfall
    es ist also doch passiert, ein Teil eures Equipment ist beschädigt oder gar zerstört. Auch wenn euch das schwer Treffen wird heist es als erstes Ruhe bewahren und sachlich vorgehen. Stellt als erstes fest wodurch die Beschädigung entstanden ist, War es eigen oder Fremdverschulden. Achtet auf evtl vorhanden Zeugen falls es zu einem Streitfall werden sollte. Klärt noch vor Ort die Schadensregulierung und besorgt euch alle Entsprechenden Infos über die Beteiligten Leute. Auch wenn euch jemand etwas zerstört hat, er hat es sicher nicht Absicht gemacht. Beschimpfungen etc sind hier fehl am Platz, auch wenn man in solchen Situationen gerne emotinsgeladen ist.

    Künstlernamen
    Viele Bands arbeiten mit Künstlernamen. Ob ihr das wollt müsst ihr selbst entscheiden. Wichtig ist hier nur das es konsequent gemacht wird, wenn man sich dafür entscheidet. Vor Publikum, auch vor und nach dem Konzert sollten eure echten Namen dann tabu sein. Ein Mischmasch aus echten und Künsternamen stiftet nur Verwirrung und ist kontraproduktiv.


    Die Bühnendeko
    Gerne und oft wird von Bands eigene Bühendeko eingesetzt. Diese bietet einige Vorteile, z.b. eine hübsche Bühne, einen gößeren Widererkennungseffekt usw. Klassiker sind hier wohl Wimpel, Fahnen, Banner, Backdrops, das bedruchte Basedrumm Fell oder verzierte Mikrofonstative. Hier sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Achtet aber darauf das die Deko zu euch und eurem Programm passt und gezielt eingesetzt wird. Ein Deko Overload kann auch stören sein. Wichtig ist auch alle gängen Vorschriften einzuhalten (z.b. B1 Brandschutz). Sollte eure Deko gegen diese Vorschriften verstossen und einen Schadensfall verursachen, werdet ihr dafür belangt werden. Auch werdet ihr unzulässige Deko gar nicht einsetzten dürfen, solltet ihr mal auf gößere Bühnen bzw Veranstaltungen stossen (Festivals, als Supportband eines großen Headliners etc.)

    Pyro und sonstige Special Fx
    Viele Bands spielen schon in jungen Tagen mit dem Gedanken an kleine Pyro und sonstige Special Fx. Hier kann ich nur raten, finger weg. Wartet damit bis ihr Genug Geld verdient und die entsprechenden Bühnen spielt um euch Profis für solche Dinge ins Boot zu holen. Auch bei kleinen Effekten ist ein gewisses know how und u.U. auch diverse Nachweise/Bescheinigungen nötig. Beschränkt euch auf das, warum ihr auf der Bühne steht. Das Musik machen.
     
  14. Lite-MB

    Lite-MB Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.06   #14
    Noch besser ist es 1-2 Nächte drüber zu schlafen, der unmittelbare Frust nach der Show ist ein schlechter Ratgeber!! Auf Tour dann halt am nächsten Tag.
    Aber!! Besprochen muß es werden, verdrängen oder übergehen ist noch schlimmer.
     
  15. schmunda

    schmunda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.06   #15
    Kleiner Tip, da die Schweiz als etwas problematisch eingestuft wurde.

    Selbst wenn man in der Schweiz spielen sollte erleichtert den Grenzübertritt in der Regel die kleine Notlüge, dass man lediglich die Schweiz als Transitland nutzt.
    Also einfach sagen: Wir fahren nach Italien/Frankreich etc. und das Ding ist zumeist geritzt...
     
  16. imka

    imka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.06   #16
    daruaf verlassen sollte man sich trotzdem nicht...
    Is ja kein aufwand ne liste mit allen mitgeführten sachen zu erstellen und den Personalausweis einzustecken ;)
     
  17. schmunda

    schmunda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.06   #17
    Ist aber schon ein ganz schöner Aufwand den Bus filzen zu lassen. Wenn man das Risiko Zeit zu verlieren minimieren kann warum nicht...
    Perso sollte so oder so klar sein.
     
  18. Tobse

    Tobse PA-Praxis Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.03.06   #18
    gerade hat mich eine pm erreicht, ich stell die jetzt einfach mal hier dazu:



    Meine 2 Cent zu eurem FAQ: On Stage, Tipps und Tricks
    Gutes Topic udn schön geschrieben erstmal...
    Hier ist noch, was mir an Kleinigkeiten noch eingefallen ist....
    Gruß,
    Mastercelebrator



    Thema Setlist:
    Hier empfiehlt es sich auch besondere Stellen in der Setlist zu markieren. Also zum Beispiel: Wo muss ich evtl. die Gitarre umstimmen, bei welchem Song kommt keine Ansage, sondern ein direkter Übergang, muss ich für einen bestimmten Song den Sound am Verstärker ändern etc. Es hier auch eine schöne Sache die Setlist in den letzten Proben vor dem Auftritt durchzuspielen, wie Ihr es später auf der Bühne machen würdet. Das hilft ungemein dabei die Spielpausen sinnvoll gestalten zu können (Gitarrenwechsel, Sounds umstellen, trinken, Ansagen und so weiter).

    Thema Load:
    Auch beim Packen des Equipments im Proberaum, Lager etc. sollte man genau wissen, was man mitnehmen muss, um nicht unnötig Platz zu verschwenden. Überlegt euch genau, was Ihr in welcher Reihenfolge ins Auto ladet, damit Ihr die Ladefläche sinnvoll nutzt und das Equipment gut verstaut ist.
    An Verlängerungskabel und Mehrfachstecker denken. In den meisten Fällen sind auf der Bühne genügend Steckdosen vorhanden, wo man sie braucht, es kommt jedoch häufig genug vor, dass man ein Verlängerungskabel benötigt, um z.B. Das Effektboard vorne an der Bühnenkante mit Strom zu versorgen.

    Thema Merchandise:
    Wenn Ihr Merchandise verkaufen wollt sprecht mit dem Veranstalter ab, ob es einen speziellen Platz gibt, an dem Ihr euch aufbauen könnt. Fragt nach, ob evtl. ein Tisch und eine Lampe ( ! ) für euch bereitgestellt werden können. Denkt an Wechselgeld und bringt eine eigene "Kasse" mit. Eine kleine abschließbare Geldkassette ist hier sehr nützlich. Redet mit den Leuten, die euren Kram kaufen (siehe Fankontakt). Fragt sie ruhig ein bisschen aus, was besonders gut gefallen hat an eurer Show, oder was vielleicht nicht.

    Thema Backstage:
    Hier ist auch der passende Ort, um euch mit den anderen Bands die mit euch spielen, bekannt zu machen. Oft genug sind Bands am Abend da, mit denen man sich für spätere Konzerte verabredet. Also solltet Ihr euch auch hier ein wenig „verkaufen“ können. Wenn Ihr euch mit dem ein oder anderen ganz nett unterhaltet oder auch nachher richtig Party macht, springt in vielen Fällen ein Gig dabei raus, da es viele Bands gibt, die Ihre Konzerte selbst organisieren, oder Connections zu Jugendzentren oder Clubs haben und euch dann für weitere Konzerte vielleicht mit ins Boot holen können.
    Auch im Backstage solltet Ihr mit dem Equipment, das hier lagert und den anderen Bands gehört, vorsichtig umgehen. Also auch hier keine Bierpullen auf Cases, Verstärker oder sonstigen Kram der euch nicht gehört pflanzen.

    Thema Fehlerprävention:
    Eine Ersatzgitarre hat schon manchen Gitarristen aus der Scheiße gezogen…

    Danke Mastercelebrator
     
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  19. guitarthixl

    guitarthixl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.06   #19

    :great::great::great: top!!

    p.s. der rest freilich auch :D
     
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  20. pyro.mntc

    pyro.mntc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.06   #20
    Als kurze Ergänzung zum Thema Auf-/Abbau:

    Es funktioniert viel besser wenn man seine Sachen genau dann wenn sie wirklich benötigt werden aus dem Auto holt und direkt danach wieder sorgfältig verstaut (sofort nach dem Gig, nicht "erstmal eine rauchen" oder "erstmal ein Bierchen") Ihr erleichtert damit alle anderen Beteiligten um eventuell vorhandene Platzprobleme und euer Equipment ist viel besser geschützt. Es kann bei nem kleinen Festival wo 4-8 Bands spielen schnell zu Verwechslungen kommen was das Equipment angeht und wenn dann wer was falsches einpackt wäre es natürlich ganz schön schlecht. (Muss ja nicht mal Absicht sein).
    Es ist erwiesenermaßen so das bei mehreren Bands mindestens ein paar Musiker ein Bierchen zuviel gekippt haben und da ist es extrem gefährlich das Equip in deren Nähe zu lagern. Achtet ausserdem auch darauf das ihr euer Equipment immer im Auge habt. Ganz wichtig ist das ihr immer eure Kabel im Blick habt. Die verschwinden erfahrungsgemäss als erstes. Am besten die Kabel im Gitarrenkoffer (o.ä.) lagern und erst onstage auspacken. Am allerbesten sind natürlich markierte Kabel (z.B. mit einer beschriftungsmaschine - klappt super).
    Alles in allem kein grosser Mehraufwand aber es lohnt sich definitiv!
     
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