Low-Level-Recording: Ein Aufnahmemikro im Proberaum

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Hoi,

wie der Titel schon sagt...für Demotapes nehmen wir unsere Musik im Proberaum mit einem Mikro auf. Wir haben das heute zum ersten Mal probiert und waren von dem Sound ehrlich gesagt positiv überrascht.

Und zwar gehen wir folgendermaßen vor:

Proberaum ca. 3m * 3m groß.

1x Drums
1x Git-Top + 2x12er Box
1x Bass-Top + 4x10er Box
1x Vocals, läuft über Mischpult -> AMP -> 2x Boxen

Das Aufnahmemikro (eigentlich ein teureres Beyerdynamic Gesangsmikro) wird per Mikroständer, der mitten im Raum zwischen allen Instrumenten steht, senkrecht nach oben Richtung Decke gerichtet. Das Mikro geht ganz normal in den Micro-Input des Mischpults rein. Vom Mischpult gehts dann per Cinch-Stecker zum Laptop.

Das Aufnahmemikro haben wir fest umhüllt mit einem Schal (der war heute im Proberaum auffindbar :D). Der Drummer hat wohl mal irgendwo aufgeschnappt, dass das bei dieser Art von Aufnahme helfen soll...wir haben es ohne Schal noch nicht ausprobiert. Er meinte auf jeden Fall, dass wir dadurch eine Rauschunterdrückung erreichen könnten und das Signal dadurch besser gedämpft wird / weniger kratzen / besserer Beckensound usw. ... kann das jemand bestätigen?

Insgesamt waren wir wie gesagt sehr positiv überrascht von den Aufnahmen, kaum Rauschen oder Kratzen und alle Instrumente absolut klar heraushörbar.

Gibt es sonst noch Tipps, Anregungen, Ideen, wie man solche "low-level-recordings" qualitativ verbessern kann? (zB. sowas wie das mit dem Schal...)

Ich kann mich nämlich auch noch dran erinnern, als wir lediglich per Laptop aufgenommen haben...also Mikro direkt an Laptop dran...die Aufnahmen waren grauenhaft. Macht u.a. das Mischpult mit dem Cinchweg Richtung Laptop hier den Unterschied?

Danke schon mal!

Grüße
RS
 
Eigenschaft
 
Hallo,

einen Schal ums Mikro wickeln, um den Sound zu verbessern - echt toll, you saved my day ;) - nein, ernsthaft: Da hat euer Drummer vielleicht etwas verwechselt. Man setzt Mikrofonen im Außeneinsatz schon mal einen Windschutz oder gar einen Windjammer auf, damit die Windgeräusche nicht so donnern. Aber mit dem "eingeschalten" Mikrofon erreicht ihr lediglich eine ganz gewaltige Höhendämpfung. Also nix mit besserem Beckensound... überdies dürfte der Gesang wesentlich schwerer zu verstehen sein.
Die Ausrichtung gegen die Decke ist ziemlich unorthodox, da dann normalerweise alles mögliche heftig in das Mic reflektiert wird (gut, da wird der Schal dann geholfen haben...).
Wenn ihr dennoch damit hinkommt, umso besser. Ob richtige Demotape-Qualität herauskommt, lasse ich jetzt einfach mal offen - eine Demoaufnahme würde ich vom Gefühl her, wenn schon live, dann doch in Mehrspurtechnik machen.

Daß das Mic direkt am Laptop euch nicht so begeistert hat, ist eigentlich klar - der Mic-Eingang eines Laptops ist ziemlich grauenhaft. Da geht ihr mit dem Weg über das Pult schon den richtigen Weg.
Ansonsten könnt ihr auch mal mit zwei statt einem Mic experimentieren, das verbessert den Klang schon mal erheblich. Einfach mit der Aufstellung herumprobieren, bis die beste gefunden ist!
Für wirklich unkomplizierte Probenraummitschnitte ohne Bastellösungen könntet ihr euch mal z. B. das Zoom H2 ansehen. Das könnt ihr einfach auf ein Mic-Stativ schrauben, mitten in den Probenraum stellen und los geht's. Der Klang ist recht beachtlich und reicht für solche Zwecke unbedingt aus.

Viele Grüße
Klaus

P.S.: Aber ein kurzes Soundbeispiel mit der "eingewickeltes-Mikrofon"-Technik würde sicherlich nicht nur mich interessieren.
 
hi, vielen dank schon mal. :)

Hallo,

einen Schal ums Mikro wickeln, um den Sound zu verbessern - echt toll, you saved my day ;) - nein, ernsthaft: Da hat euer Drummer vielleicht etwas verwechselt. Man setzt Mikrofonen im Außeneinsatz schon mal einen Windschutz oder gar einen Windjammer auf, damit die Windgeräusche nicht so donnern. Aber mit dem "eingeschalten" Mikrofon erreicht ihr lediglich eine ganz gewaltige Höhendämpfung. Also nix mit besserem Beckensound... überdies dürfte der Gesang wesentlich schwerer zu verstehen sein.

ok, werden wir ausprobieren. mit gesang haben wir das bisher ja noch nicht aufgenommen, nur rein instrumental. was mir an dem sound dann auch gleich aufgefallen ist...er ist ordentlich basslastig. gut, das kann einerseits daran liegen, dass unser bassist gut aufgedreht hat und andererseits, dass hier die von dir angesprochene dämmung des mikros ins spiel kommt. :D

Die Ausrichtung gegen die Decke ist ziemlich unorthodox, da dann normalerweise alles mögliche heftig in das Mic reflektiert wird (gut, da wird der Schal dann geholfen haben...).
Wenn ihr dennoch damit hinkommt, umso besser.

ok, welche positionierung ist denn ratsam? möglicherweise in richtung einer wand/einer ecke?

Ob richtige Demotape-Qualität herauskommt, lasse ich jetzt einfach mal offen - eine Demoaufnahme würde ich vom Gefühl her, wenn schon live, dann doch in Mehrspurtechnik machen.

das problem ist, dass wir nicht wirklich wissen, wie wir da am besten vorgehen. wir müssen 1x drums, 1x git, 1x bass und 2x vocals einspielen.
ich dachte zb an ein einspielen von drums und bass gleichzeitig. drums werden mit mikro ins mischpult abgenommen.
-> drummer muss bassist hören => bassist muss lautsprecher eingeschaltet lassen => problem: bass ist in der drumspur mit drin

wie sieht denn da eine empfehlung aus? wir haben das oben erwähnte equipment (jeweils 1x top und 1x box für gitarrist und bassist), 3 mikros, 1 mischpult, 1 verstärker, 2 (gesangs-)boxen, 1 monitor-box
wir könnten wir hier eine aufnahme erreichen, die nicht auf das "live" hinausläuft, d.h. spuren nacheinander einspielen? ich dachte da wie erwähnt praktischerweise an "drums + bass zusammen einspielen". dann ists ja einfach. gitarrist kriegt nen kopfhörer und spielt seine spur drüber. etwaige sänger ebenso.

Für wirklich unkomplizierte Probenraummitschnitte ohne Bastellösungen könntet ihr euch mal z. B. das Zoom H2 ansehen. Das könnt ihr einfach auf ein Mic-Stativ schrauben, mitten in den Probenraum stellen und los geht's. Der Klang ist recht beachtlich und reicht für solche Zwecke unbedingt aus.

hört sich interessant an! danke!

P.S.: Aber ein kurzes Soundbeispiel mit der "eingewickeltes-Mikrofon"-Technik würde sicherlich nicht nur mich interessieren.

ja, können wir sicherlich nachreichen! :)

grüße
RS
 
Hallo,

für viele Spuren gleichzeitig fehlt euch, so wie ich Deinem Posting entnehme, das entsprechende Interface. Selbstverständlich könnt ihr mikrofonieren, runtermischen und dann aus dem Pult in den Rechner - mit dem Hintergedanken, daß das halt maximal zwei Spuren gleichzeitig sind. Also Stereo-Schlagzeug und Baß gleichzeitig geht nicht. Wobei - da fällt mir gerade ein, eure Soundkarte wird wohl keinen Stereo-line-in haben, dann geht sogar nur eine Spur gleichzeitig.
Wenn eure Rhythmussektion gut zusammen grooven kann, sollte das gemeinsame Einspielen aber nicht das allergrößte Problem sein. Das Übersprechen reduziert sich schon mal, wenn der Baßamp vom Schlagzeug weggedreht ist. Dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit, den Basser mit einer DI direkt ins Pult spielen zu lassen und beiden den Baßsound über Kopfhörer zu geben. Resultat: Kein Übersprechen, aber häufig erstmal heftige Überredungskunst beim Bassisten notwendig... alles schon selbst erlebt. Später kann er aber noch eine mikrofonierte Spur drüberspielen, dann könnt ihr den Sound beider Spuren gut mischen. Und so geht es Stück für Stück mit den anderen Sachen weiter - ich setze jetzt mal voraus, daß ihr eine Sequencersoftware besitzt.

Mit etwas weniger Verrenkungen geht es natürlich mit einem mehrkanaligen Interface, z. B. Lexicon Omega. Da könnt ihr bis zu vier Eingänge gleichzeitig benutzen, Cubase LE ist auch enthalten. Im Firewire-Bereich gibt es Vergleichbares - es wird allerdings deutlich teurer, wenn ihr mehr als zwei Mikrofoneingänge am Interface möchtet.

Zum einfachen "wir-hängen-mal-ein-Mic-in-den-Raum": Haben wir damals zu meinen Band-Anfangszeiten auch gemacht - Anfang der Neunziger dachte noch niemand an Pocketrecorder. Wir haben unsere "Krachmacher", also die Amps, an der einen Stirnwand des Raumes zusammen mit dem Schlagzeug ungefähr U-förmig angeordnet, so daß zu den beiden Mikrofonen ca. 5 m Abstand war. Unser Sänger (wir haben immer einen Floormonitor für den Gesang benutzt) stand mit dem Rücken zu den Aufnahmemics, so daß sein Monitor auch in Richtung "Aufnahme" strahlte. Das hat relativ gut funktioniert, zumindestens für Ideenfesthalten reichte es immer. Später sind wir dann auf 8-Spur-Mitschnitt mit einer Tascam 238S umgestiegen.

Viele Grüße
Klaus
 
vielen dank noch mal! :)

Dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit, den Basser mit einer DI direkt ins Pult spielen zu lassen und beiden den Baßsound über Kopfhörer zu geben. Resultat: Kein Übersprechen, aber häufig erstmal heftige Überredungskunst beim Bassisten notwendig... alles schon selbst erlebt. Später kann er aber noch eine mikrofonierte Spur drüberspielen, dann könnt ihr den Sound beider Spuren gut mischen. Und so geht es Stück für Stück mit den anderen Sachen weiter - ich setze jetzt mal voraus, daß ihr eine Sequencersoftware besitzt.

diese möglichkeit hatten wir auch schon in beracht gezogen.
also nochmal detailliert:

- drummer bekommt ein paar mikros zum abnehmen hingestellt/befestigt. diese bilden also die drumspur.

- der bassist hat einen "output"-klinke an seinem topteil. das verbindet er direkt mit dem mischpult. bassspur also auch vorhanden.
die frage ist nur ob man das "darf", direkt von topteil zu mischpult. zumindest bei meinem git-topteli habe ich dringenst davon abgeraten bekommen, da kein ausreichender widerstand im mischpult. aber das bass-topteil scheint extra so einen output dafür zu haben?!

- drummer und bassist kriegen jeweils nen kopfhörer auf und hören damit sowohl das eigene als auch das vom drummer. um das zu erreichen müsste man die kopfhörer am mischpult anschließen oder? damit sowohl das drum, als auch das bass-signal gleichzeitig durch die kopfhörer kommen?
 
der bassist hat einen "output"-klinke an seinem topteil. das verbindet er direkt mit dem mischpult. bassspur also auch vorhanden.
die frage ist nur ob man das "darf", direkt von topteil zu mischpult. zumindest bei meinem git-topteli habe ich dringenst davon abgeraten bekommen, da kein ausreichender widerstand im mischpult. aber das bass-topteil scheint extra so einen output dafür zu haben?!
Zwei Dinge:
1. Es muss ein passender Output sein, also "DI Out", "Record Out", "PreAmp Out",... halt irgendwas mit "schwachem Pegel". Allerdings darf man NICHT den Lautprecher-Ausgang nehmen, da kommt ein viel zu starkes Signal raus, mit dem du das Mischpult schrotten könntest.
2. Wenn der Verstärker eine Röhrenendstufe hat, dann darf man diese nicht ohne Last betreiben. Also selbst wenn ein Röhrenamp einen passenden Recordingausgang hat, so muss man dennoch eine Box dranhängen. Und das würde euch dann nix bringen, weil der Amp ja wieder laut ist.

drummer und bassist kriegen jeweils nen kopfhörer auf und hören damit sowohl das eigene als auch das vom drummer. um das zu erreichen müsste man die kopfhörer am mischpult anschließen oder? damit sowohl das drum, als auch das bass-signal gleichzeitig durch die kopfhörer kommen?
Richtig.
 
Zwei Dinge:
1. Es muss ein passender Output sein, also "DI Out", "Record Out", "PreAmp Out",... halt irgendwas mit "schwachem Pegel". Allerdings darf man NICHT den Lautprecher-Ausgang nehmen, da kommt ein viel zu starkes Signal raus, mit dem du das Mischpult schrotten könntest.
2. Wenn der Verstärker eine Röhrenendstufe hat, dann darf man diese nicht ohne Last betreiben. Also selbst wenn ein Röhrenamp einen passenden Recordingausgang hat, so muss man dennoch eine Box dranhängen. Und das würde euch dann nix bringen, weil der Amp ja wieder laut ist.


Richtig.

vielen dank! :)
 
hm kann mir schon vorstellen dass der schal gar keine soo dumme idee ist. hab schon ettliche live aufnahmen mit normalen kameras gesehn wo die höhen alles zugeklatscht haben von daher vllt gar keine soo schlechte idee ^^

ich würd einfach beides mal ausprobieren udn wenn die becken zu sehr kreischen einfach schön schal drum ^^
 

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