DIY Studio-Pedalboard

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Han Prolo

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Liebe Gemeinschaft,

ich mag Euch gerne ein langjähriges Projekt von mir vorstellen, in welches ich sehr viel Zeit und Herzblut investiert habe. Es wäre großartig, Feedback zu erhalten, um so neue Impulse zur Optimierung aufnehmen zu können - manchmal sieht man ja vor lauter Bäumen den Wald nicht und ich möchte gerne meinen blinden Fleck durch Euch sichtbar machen.

Zum Projektursprung:
Ich mache zu Hause alleine Musik und wollte immer schon meine Ideen in einer guten Qualität aufnehmen - heute zum Glück alles kein Problem mehr. Dabei ist mir wichtig, einen guten Workflow zu haben und so bin ich auf die Idee gekommen, mir ein Homerecording-Pedalboard zu bauen, welches all meinen Ansprüchen gerecht werden soll. Der Gedanke an sich ist nicht innovativ und dennoch…

Anfangs habe ich mit einem UA Apollo Twin X begonnen. Irgendwie widerstrebte es mir jedoch, für zig hunderte oder tausende Euro Plugins zu kaufen, wo ich am Ende nichts richtiges in der Hand halte. Ich wollte für mein Geld einen realen Gegenwert und an echten Knöpfen drehen können. Ja, die Qualität der UA-Plugins ist großartig, aber ich hatte Angst, mich darin zu verlieren und am Ende immer mehr Plugins zu kaufen, weil ich glaubte, dass ich sie brauche. UA macht gutes Marketing und ich habe viele Leute in den Foren gesehen, die in einen Kaninchenbau eingebrochen sind. Das wollte ich tunlichst vermeiden.

Ich habe dann einfach angefangen, meine Gitarren-Pedale vor dem Twin X einzuschleifen. Nach und nach habe ich mir weitere Pedale dazugekauft. Als ich mir dann einen Bass zulegte, kaufte ich auch hierfür einige Pedale. Schnell bemerkte ich, dass ich viel Zeit dafür aufbrachte, die Pedale auf- und wieder abzubauen. Zudem musste am Ende eines Tages der Schreibtisch aufgrund von Home-Office wieder frei sein… Es hat nicht lange gedauert, bis mir das Konzept der Umbauarbeiten auf den Keks ging und ich bemerkte, dass mir dadurch viel Zeit und Ideen flöten gingen. Es war irgendwie lähmend. Außerdem ist es für die Pedale sicher auch nicht cool, ständig neu verkabelt und bewegt zu werden und dann fällt eins auf den Boden…

Daraufhin habe ich mir überlegt, wie ich mir ein Pedalboard für alle Anwendungen zusammenbauen kann: Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard, Reamping und Mixing. Alles im Sinne von Plug and Play. Strom an und sofort mit allem loslegen können - egal welches Instrument.

Zuerst habe ich mir ein Brett unter meinen Schreibtisch geschraubt - im Sinne eines überdimensionalen Tastaturhalters, aber der Platz war limitiert und zudem bekam der Schreibtisch ein wenig Überhang. Meine Beinfreiheit war danach auch nicht mehr dieselbe... Dann habe ich ein großes Brett auf einen Keyboardständer montiert und alles daran angebracht. Das war an sich schon cool, sah jedoch einfach nur Kacke aus: Alle Kabel sichtbar und darüber hinaus ein großer Staubfänger in Summe.

Also habe ich mich rangesetzt und mir mal richtig Gedanken gemacht. Ich fertigte mir dann auf dem Papier eine Signalkette an, die ich dann immer weiter optimiert habe. Als dieser Prozess fertig war, habe ich mir Gedanken zum Board für die Pedale gemacht. Kein Board von der Stange hielt meinen Ansprüchen stand, also blieb nur noch DIY. Da man hin und wieder sein Board verändern möchte, fiel Holz als Material raus. Das Klettband hätte die Beschichtung des Holzes abgerissen. Also habe ich mir als Board-Chassi Aluminium ausgeguckt. Als alle Gedanken berücksichtigt waren, habe ich das Alu-Chassi dann fertigen lassen. Klingt extrem teuer, lag jedoch nur bei ca. 150 Euro für ein 120 x 40 cm Chassi.
Dieses Chassi ist wie folgt aufgebaut: Oben die Pedale, innen drin die Kabel mitsamt Netzteilen, Lüftungsschlitzen und Kühlkörpern zur Vermeidung von Überhitzung, Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz und Netzfilter, und unten drunter das Interface, die Reamping- und DI-Box. Alles auf Rädern, damit sich unten auf dem Boden kein Staub ansammelt und alles in schön.

Nun heißt es: Nichts mehr umstecken, nur noch Plug in Play. Kurz nach Corona habe ich mit dem Projekt gedanklich begonnen und mir dann nach und nach alles zusammengekauft. Zur Vollendung fehlt mir aktuell ein maßgefertigter Staubschutz und zwei neu erscheinende Pedale, von denen ich glaube, dass ich diese ebenfalls brauche. Ja, auch bei Pedalboards baut man ab und an mal um. Immerhin kann kann Pedale man im Vergleich zu Plugins gut verkaufen. Der Wertverlust hält sich dabei in Grenzen.

Anbei findet Ihr das Schaubild der Signalkette. Man sollte mit Input 2 starten und danach zu Output 5 springen. Von dort aus baut sich alles auf und sollte hoffentlich nachvollziehbar sein. Zudem ein paar Bilder des Boards in seiner Rohfassung, damit man einen Eindruck bekommt, wie es aussieht.

Bei Fragen gerne melden, ansonsten freue ich mich über konstruktives Feedback.

Cheerio
 

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Hallo,
das Board sieht sehr interessant aus und individuell.
Ich fände es ja auch interessant zu erfahren, was auf dem Board liegt 😁
 
  • Ersteller
  • #3
Moin,

danke für Dein Interesse.

Anbei die gewünschte Datei. Ich denke, dass ich den Warm Audio Compressor noch ersetzen werden. Bei mir ist bereits das zweite Mal das Display kaputt gegangen, sprich die Nadel hat sich nicht mehr bewegt. Denke, dass ich alternativ einen Cali 76 aussuchen werde.

Wenn Du Ideen zur Verbesserung hast, gerne her damit. Vielleicht bekomme ich so nochmal neue Impulse zur Optimierung.

Cheerio
 

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Hallo @Han Prolo und zunächst mal herzlich willkommen im Musiker-Board.

Stell doch mal was von Deinen bisher erzielten Resultaten ein, damit wir uns ein Urteil darüber bilden können wo Du bisher so stehst.

Du hast ja offensichtlich schon recht viel hardware gekauft. Zeig uns doch mal was Du damit bisher erreicht hast. Dann können wir sicher viel bessere tips zur Optimierung bieten...

*
 
  • Ersteller
  • #5
Moin @Bassturmator,

vielen Dank für Deine Antwort und den Vorschlag, den Du mir hier unterbreitest: Leider sehe ich mich nicht, Aufnahmen von mir hier hochzuladen und auf welchen Ebenen auch immer inhaltlich zu diskutieren. Mir geht es letztlich um die Signalkette an sich und darum, ggf. neue Impulse/Ideen zu erhalten, wie ich mein Projekt noch ein wenig optimieren kann. Wenn niemand etwas für mich hat, ist das so und dann mache ich im Text normal weiter.

Cheerio
 
Bei Deinem Screenshot fehlt mir etwas die Übersicht.
Ich nehme an es geht im Wesentlichen um den Anschluß von den Geräten an ein RME UC, UCX oder UCX II, das Gerät das unter dem Desk angebracht ist.
Aber so genau ist die Signalkette für mich nicht erkennbar und manche Bezeichnungen verraten mit nicht, wofür das steht.

Ein Freund von mir hatte ein programmierbares Pedalboard. Du schließt die Pedale einzeln an das Gerät an und kannst dann mit einem Programm steuern, welche und in welcher Reihenfolge die geschaltet werden sollen. So etwas könnte Dich vor dem Umverkabeln der Pedalboards bewahren.

Ich arbeite auch mit einem RME Recording Interface und verwende das sehr flexibel
- Anstöpseln einer oder einer zweiten Gitarre (falls man mit 2 Gitarristen spielt)
- Anschluß mehrerer externer Multieffekte (Lexicon PCM 81, 91)
- Aufnahme des Gitarrensignals, auch Reamping dadurch einfach möglich über Amps oder VSTi's
- Parallele Effect Loop für ein Stereo Setup mit 2 Marshall* Amps


Inkl. Sound Demo.

Viel Spaß bei Deinem Projekt und ich glaube es hätte Bassturmator einfach nur interessiert, was für Sounds Du damit realisierst.
Fänd ich auch einfach mal interessant, es zu hören. Aber wenn Du nicht möchtest, kein Problem.
 
  • Ersteller
  • #7
Moin @tubevoltage,

danke für Deinen Beitrag.

Korrekt, es geht darum, das Pedalboard dauerhaft an ein RME UCX II anzuschließen und so zu belassen. Mit den 8 INPUTS komme ich exakt hin, so dass ich mir kein 19 Zoll RME anschaffen musste. Die Dinger sind ja auch nicht ganz billig...

Ich habe meine Signalkette am Sonntag nochmal aktualisiert. Anbei findest Du die voraussichtlich finale Version mitsamt vollständiger Namen der Pedale. Jetzt sollte alles für Dich nachvollziehbar sein. Habe das Schaubild am Sonntag auch nochmal gestrafft.

Sollte was unklar sein, gerne melden.

Könntest Du mir bitte sagen, wie das programmierte Pedalboard Deines Freundes hieß? War das ein Produkt von der Stange oder ein DIY-Projekt?

Ein schönes Setup hast Du da! Ich hatte vorher auch Verstärker, aber das hatte für mich zwei wesentliche Nachteile: Der Aufnahmeraum hätte einigermaßen behandelt sein sollen/müssen und das Reamping hätte nicht leise stattfinden können es sei denn ich hätte ein DI-Signal in der DAW durch ein Plugin geschickt. Dann wäre das Mikro-Setup allerdings obsolet... Da war das Pedalboard für mich die beste Option: Recording zu jeder Tageszeit, ohne wen zu stören, plus echte Knöpfe drehen.

Cheerio
 

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Ich habe ihn mal gefragt und sage Dir Bescheid.

Zu dem Thema Lautstärke.

Bei mir geht es sogar ziemlich leise, wenn es abends silent sein musste, weil ich keinen Schalldruck für einen cremigen Lead-Sound brauche.
Egal wie brüllend Laut Dein Amp ist, nachher im Mix musst Du sowieso alles im Bereich Bass rausEQen, was sich mit Drums und Bass
überschneiden könnte. Die Arbeit spare ich mir, denn der Sound ist schon von Hause aus nicht so basslastig.
Man könnte auch so sagen, einen Arbeitsschritt gespart.

Und ansonsten kann man auch gut über die Plexi Emulation von SGear3 (VSTi) spielen. Das PCM 81 bringt dem Sound zusätzlich Charakter.
Die Emulation gefällt mir sehr gut, das hört sich an, wie über ein größeres Cabinett gespielt:
Ab 0:43: https://www.tonstudio-forum.de/file-download/1966/
Über die zwei Amps mit je 2 Mics aufgenommen: https://www.tonstudio-forum.de/file-download/1463/

Das Marshall* Guv’nor GV-2 hängt vor dem Amp-Input und shaped bzw. boostet das Gitarrensignal, sodass ich auch bei kleiner Lautstärke einen klasse Sound bekomme.

Die Lautstärke der Endstufen ist so eingestellt, dass der Poweramp gerade erst erwacht. Das ist Zehntelmillimeter-Arbeit.

Das Ganze lässt sich, wie im Posting erwähnt, auch über die Lautstärke des analogen Ausgangs des M-1620 Pro in TotalMix FX nachregeln. Das ist dann die Feineinstellung für das Signal, das zu den Poweramps der beiden Combos geht.

Ich hatte dafür einen speziellen TotalMix-FX-Workspace. Ein Workspace erlaubt acht Snapshots („Routings“).

Die ersten vier routen das Preamp-Signal durch das PCM81, die nächsten drei durch das PCM91. Nummer 8 ist „Not-Aus“.

Damit hatte ich vier bzw. drei unterschiedliche FX-Intensitäten (Lautstärken) für PCM81 und PCM91 in Richtung Poweramps, die zusätzlich zum Dry-Signal dazugemischt wurden.

Das Ganze einfach bedienbar über die ARC USB: Neben dem Gitarrespielen einfach ein Knöpfchen drücken und fertig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Boss ES5: https://www.boss.info/de/products/es-5/ UVP: €678.
Jetzt beim MusicStore für € 498, vermutlich Abverkauf, weil es schon ein älteres Modell ist.
https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Boss-ES-5-Effect-Switching-System/art-GIT0037898-000
Gibts auf dem Gebrauchtmarkt für rund €300.

Boss ES8: https://www.boss.info/de/products/es-8/ €749

Besser, moderner: Gigrig

Die kleinere Ausführung:
Gigrig G3 Atom: https://www.thegigrig.com/g3-atom
https://www.loopersparadise.de/de/index.php?p=3183 - €1299

Gigrig G3: https://www.thegigrig.com/g3
https://www.loopersparadise.de/de/index.php?p=2815 - €1599
 
  • #10
Älterer Doku-Stand meines Setups auf Basis UFX III
Direkter Link zur Excel-Datei: https://www.tonstudio-forum.de/file-download/1913/
 
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