Mallory Kondensatoren Klangveränderung

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Günter47
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Hallo zusammen,

Ich habe gerade bei meinem Fender Concert die Orange Drops durch Mallory 150 gewechselt. Jetzt klingt der Amp merklich anders...und zwar nicht positiv. Er ist heller und harscher geworden...nicht schön.
Ich habe jeden Kondensator nach dem Auslöten geprüft...die lagen alle im Wert.
Jetzt ist der Amp aus Baujahr 83 und ich dachte mir, dass man die vorsorglich mal tauschen könnte.
Die Werte der Mallorys habe ich vor dem Einlöten auch gemessen...damit ich keinen falschen Wert nehme und das ich sicher sein kann, dass die Neuen auch in Ordnung sind.

Tja...die werde ich wohl alle wieder rausnehmen müssen.

Ist das ein bekanntes Phänomen??
 
Dr Dulle
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In Gitarren soll es da klangliche Unterschiede zwischen den beiden geben. Waren die Orange Drops original ??
 
Günter47
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Jau..die sind original und seit 83 da drin.
Also...der Amp gefällt mir so gar nicht.
Ich werde ihn morgen noch mal aufmachen und prüfen ob ich nicht irgendwo einen Fehler gemacht habe...lassen kann ich das so nicht.

Hat jemand vielleicht eine andere Empfehlung für passende Kondensatoren??
 
Myxin
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Welche "Orange Drops" denn?
Da gibt es ganz verschiedene - auch aus verschiedenem Material.
Die 225P oder 6PS sind Polyester, die 715P oder 716P sind Polypropylen Kondensatoren.

Mallorys klangen für mich in Gitarrenamps eigentlich nie wirklich "hell", sondern bisserl dunkler - aber sie haben auch immer etwas mehr "Säge" in die Zerre mitreingebracht, vielleicht das, was du als "harsch" empfindest.
Die Orange Drop 715P "klingen" dagegen etwas "cleaner".

Hängt natürlich auch immer von der jeweiligen Schaltung ab!

Für einen Fender Amp hätte ich persönlich keine Mallorys genommen, sondern Orange Drop 715P - oder von mir aus irgendwas noch spezielleres wie die Sozo Blue Molded Teile - dazu kann ich aber wenig sagen, da ich die nicht kenne und auch eher der Marshall Typ bin. :)
 
Günter47
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Welche "Orange Drops" denn?
Da gibt es ganz verschiedene - auch aus verschiedenem Material.
Die 225P oder 6PS sind Polyester, die 715P oder 716P sind Polypropylen Kondensatoren.

Mallorys klangen für mich in Gitarrenamps eigentlich nie wirklich "hell", sondern bisserl dunkler - aber sie haben auch immer etwas mehr "Säge" in die Zerre mitreingebracht, vielleicht das, was du als "harsch" empfindest.
Die Orange Drop 715P "klingen" dagegen etwas "cleaner".

Hängt natürlich auch immer von der jeweiligen Schaltung ab!

Für einen Fender Amp hätte ich persönlich keine Mallorys genommen, sondern Orange Drop 715P - oder von mir aus irgendwas noch spezielleres wie die Sozo Blue Molded Teile - dazu kann ich aber wenig sagen, da ich die nicht kenne und auch eher der Marshall Typ bin. :)

Verbaut waren 225er und 6PS.
Ich löte die wieder ein und wenn der Amp dann wieder so klingt, wie vorher.....weiß ich ein wenig mehr.

Ja stimmt...die schöne Blues Zerre ist flöten gegangen...und da ich Marshalls gar nicht mag ich diese Veränderung gar nicht.
 
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Verbaut waren 225er und 6PS.
Ich löte die wieder ein und wenn der Amp dann wieder so klingt, wie vorher.....weiß ich ein wenig mehr.

Ich würde in dem Fall einfach neue 225P und 6PS bei Tube-Town kaufen und die dann reinlöten.
So viel kosten die nicht und dann hast du sozusagen "frische" drin - wobei die natürlich eh viel langlebiger sind als Elkos.
 
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elmwood_3100
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mac-alex_2003 schrieb:
Hallo,

im Prinzip beeinflusst jeder Kondensator durch seinen Aufbau den Klang. Dies kann sich von neutral bis ziemlich tonfärbend bewegen. Es gibt bestimmte Kondensatoren, die funktionieren an bestimmten Stellen wunderbar, an anderen gar nicht.

Einfach mal ein Beispiel: Der klassische Mallory 150 ist ein Kondensator, der mir als alleinig Ausstattung so gar nicht liegt. Ich finde er macht den Sound mulmig und viel zú weich. Nun gibt es aber Konstellationen, z.B. in Verbindung mit einem steifen Netzteil, da rastet der Sound hierdurch förmlich ein, wenn man nur einen einzigen Kondensator auf einen Mallory wechselt. Das ganze lässt sich auch wunderbar mit Röhren kombinieren. Dirks TT Röhre bietet einen wunderbar offenen hellen Sound. Das könnte aber auch den Sound z.B. zu steril werden lassen in Verbindung mit einem sehr offenen Kondensator. Der Mallory kann auch hier sehr gut passen. Nun setze ihn in einen weicher abgestimmten Amp, da kann er z.B. gar nicht mehr passen.

Man kann also nicht direkt sagen, der oder der Kondensator ist besser oder schlechter für den oder jenen Sound. Es kommt immer auf das "Gesamtkunstwerk" an. Die Kombination von Schaltung und Bauteilen (auch Röhren) und noch ein paar anderen Sachen ergibt dann das große Ganze.

Am besten besorgst Du Dir für den Anfang mal folgenden Typen in einer Größe:
Mallory 150
Orange Drop
Roederstein
TAD Mustard
TAD Oil Cap
Xicon
Wima MKP

https://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,8724.msg87556.html#msg87556

Headsurgeon schrieb:
Mallory 150er = metallisiertes Polyester = MKS oder MKT
Cornell Dubilier 150er = metallisiertes Polyester = MKS oder MKT
Cornell Dubilier 170 = metallisiertes Polypropylen = MKP


Die sog. dielektrische Absorption ist eine Art Memory-Effekt des Dielektrikums
der das Signal zeitlich verschmiert. Diese Absorption ist bei Polypropylen kleiner als bei
Polyester. Daher duerften (M)KP Typen direkter klingen und die MKS/MKT weicher.

Ebenfalls niedrige Absorptionswerte haben Styroflex - die kaum noch hergestellt werden und wenn,
dann nur als Film/Folie, weil das Dielektrikum nicht sehr temperaturbestaendig ist -
und Mica=Glimmer. Letztere fangen oft an zu lecken.....
 
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Danke für den Link...sehr interessant.
Anscheinend habe ich da eine Kombination zusammengestellt, die gar nicht harmoniert.
 
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Jetzt ist der Amp aus Baujahr 83 und ich dachte mir, dass man die vorsorglich mal tauschen könnte.
Die Werte der Mallorys habe ich vor dem Einlöten auch gemessen...

Da wäre aber auch mal die Vergleichsmessung der alten Oranges interessant: Entsprechen deren Werte noch ihrem Neuzustand? Falls nicht, könnte es sogar sein, dass du selbst nach dem Einbau neuer Oranges mit dem Amp-sound nicht zufrieden bist, wenn eben gerade die Bauteilalterung den gewohnten Sound ausmachen.

Das ist das selbe Phänomen wie mit Pickups: Soll ein ein Vintage nachgebauter PU nun klingen wie im Neuzustand aus dem Jahr 1959 oder wie ein 1959er im Jahr 2019 ...?
 
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Dann hätte ich ein weiteres Problem...denn ich habe mir natürlich nicht gemerkt, wo welcher Kondensator saß.... es sind 12 Stück.

Hätte ich mal bloß die Finger davon gelassen. Durch meine Bastelwut und Inkompetenz musste er schon zweimal zum Tech.
 
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...denn ich habe mir natürlich nicht gemerkt, wo welcher Kondensator saß...

Wie, Du hast "einfach so" getauscht? Das geht doch gar nicht, oder ich blix grad nicht?

Im Zweifelsfalle baue mal einfach anhand des Schematics die Orange Drops wieder ein...
 
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Vielleicht hat aber auch nur die 'graue Masse' durch die Erwartungshaltung einen Komplett-Reset hinter sich und du hörst mit 'frischen Ohren' :gruebel:
Nichts ist so fest wie die Gewohnheit - und das ist ohne jeden Sarkasmus gemeint.
Ich höre oft (eigene) Aufnahmen, die ich vor Jahren in einer bestimmten Art wahrgenommen habe, vollkommen anders. Auch von Gitrarren-Amps.

Afaik altern Folien-Kondensatoren weitaus weniger als Elkos und ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals als (pauschale) Austausch-Kandidaten beim 're-capping' genannt wurden.
Ich besitze allerdings auch einen billigen (frühe 80er) 'Übungsamp', der erstaunlich differenziert klingt und in dem sind alle Folienkondensatoren orange. Insofern würde ich den Dingern schon eine gewisse Qualität unterstellen.
 
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Dann hätte ich ein weiteres Problem...denn ich habe mir natürlich nicht gemerkt, wo welcher Kondensator saß.... es sind 12 Stück.
Das relativiert natürlich sämtliche Erkenntnisse!:eek:

Kleiner Tipp für die Zukunft: Vor solchen Aktionen fotografiere ich sicherheitshalber die Szenerie. Das geht schnell und im Notfall kann alles rekonstruiert werden...
 
Günter47
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Nein:D
Ich habe zum Beispiel 6 Stück mit dem Wert 10uf getauscht.
Beim nachmessen waren diese 6 natürlich nicht alle vollkommen identisch.
Jetzt habe ich die 6 durch neue Mallorys getauscht.
Wenn der Unterschied im Klang durch die Bauweise der Kondensatoren zu erklären ist, brauch ich einfach nur zurückbauen.
Sollte aber die These stimmen dass zusätzlich noch die...wahrscheinlich unterschiedliche Alterung der einzelnen Kondensatoren eine Rolle spielt...dann weiß ich jetzt nicht mehr welcher 10uf an welcher Stelle saß.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich baue jetzt um und werde später berichten
 
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So...der Concert spielt wieder so schön wie vorher.
Ob es die Menge...die unterschiedliche Bauart der Kondensatoren, oder sogar tatsächlich das Alter der Teile ist....keine Ahnung.

Tatsache für mich ist aber, dass der Klangunterschied in einer Größenordnung zumindest eines Röhrenwechsels war..ist.

Jedenfalls bin ich froh, dass er wieder so ist, wie er war.
IMG_20190426_125121.jpg
 
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Wie sagte da doch der Weise? "Never touch a running system!" :)
 
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Point-to-Point hat halt auch Vorteile :D :great:
 
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Dazu von mir noch eine kleine Anmerkung: Meine oben geschilderten Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf die neueren weißen Mallory 150 Kondensatoren - von den auf dem Foto abgebildten alten gelben Teilen habe ich nur vereinzelt welche verbaut - allerdings sollen die etwas anders "klingen" (manche sagen auch "schlechter").

@Günter47

Freut mich, dass der Amp jetzt wieder gut klingt!
 
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Tatsache für mich ist aber, dass der Klangunterschied in einer Größenordnung zumindest eines Röhrenwechsels war..ist.

Danke für das Statement denn viele wollen das nicht glauben, auch nicht ein Physikprofessor aus meiner Heimatstadt.
Ich hab auch schon die Erfahrung gemacht das in manchen Amps verschiedene Kondensatoren trotz augenscheinlich identischer Parameter (gemessen!) unterschiedlichen Klang erzeugen und deswegen ist zB für alten MArshall Sound der Roederstein MKT1831 mein Favorit, bei Tweeds die roten Jupiter, dann MKTs(!) und dann erst ODs...und ich stell mich jetzt mal auf mein Seifenkisterl und behaupte dass wenn Marshall statt der grauen oder weißen Block-Cs die grünen MKT 1822 verbauen würde wäre der Klang noch besser...
 
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