Mein erstes selbst gehämmertes Ride

von nils1, 08.01.19.

  1. nils1

    nils1 HCA Drum-Tuning HCA

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    Erstellt: 08.01.19   #1
    Hallo zusammen,

    am Sonntag war der ganz wunderbare und inspirierende Beckenworkshop bei Chris Kamin in Rostock. Ich habe ein echt krass trockenes Ride mit rauem Abdrehmuster (wollte ich genau so) mitgebracht. Es gab jede Menge zu lernen, u.a. dass Messing auch ein brauchbares Beckenmaterial ist, wenn man es vernünftig bearbeitet. Jetzt hab ich ein Vorurteil weniger.

    Wir waren von 14:00 - ca. 18:30 plus Zugabe bei Chris in seiner sehr aufgeräumten Werkstatt und haben nach einem Einstieg mit etwas Theorie, wie man z.B. das nötige Werkzeug herstellt (gibts nicht so zu kaufen), die meiste Zeit mit Hämmern auf Metall geschlagen. Die Ergebnisse sind sehr beachtlich. Ich hätte nie gedacht, dass ein Messingbecken so trocken klingen und so gut aussehen kann.

    Seht selbst:

    [​IMG]
    Erläuterungen

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    Ein Bronze-Rohling

    [​IMG]
    Jetzt darf man selber ran an die Messing-Rohlinge

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    [​IMG]
    Am Schluss noch abdrehen
    [video][video][/video]

    [​IMG]
    Zufriedene Menschen

    Und hier nun das Ergebnis:

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    Wenn Chris wieder mal so einen Workshop anbietet: HINGEHEN!

    Nils
     
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  2. Haensi

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    Erstellt: 08.01.19   #2
    Ich denke auch, das die Bearbeitung auch einen erheblichen Teil ausmacht.
    Wenn ich an bestimmte Becken-Custombauer (Nolan, Bettis, Campeau usw.) denke: die verwenden mitunter auch nicht ganz gängige Materialen und die Becken haben ihren eigenen Charakter.

    Ist wohl wie beim Brot: die Zutaten sind überschaubar. Es kommt halt auf das Können des Bäckers an, ob es schmeckt oder nicht.


    Ein Hörbeispiel wäre noch sehr interessant. :great:
     
  3. Gast268730

    Gast268730 Guest

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    Erstellt: 08.01.19   #3
    Ich bin beeindruckt, ein sehr interessanter Beitrag.
    Auch ich wäre auf Hörproben gespannt.
     
  4. nils1

    nils1 Threadersteller HCA Drum-Tuning HCA

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    Erstellt: 10.01.19   #4
    Erster Klangtest im Proberaum:
     
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  5. Pengton Den

    Pengton Den Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.19   #5
    Als Nicht-Drummer:
    Diese kleinen "Dellen" die über das Becken verteilt sind, ist das ein bestimmter Stil von Ride, oder kommt das vom Hämmern? Wenn letzteres:
    Wie kriegen die großen Manufakturen das hin, dass ihre Cymbals keine solche Dellen haben?

    Schaut echt stark aus und finde ich cool, dass man sich so intensiv mit seinem Instrument beschäftigt, dass man es bzw. Teile davon selbst bauen möchte!
    "Mein erstes selbstgehämmertes Drumset", wann? ;-)
     
  6. Haensi

    Haensi Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.01.19   #6
    Exakt! :great:

    Ich habe sie zwar nicht gezählt, aber bei meinem Zultan Raw Ride sind ca. 1000 "Dellen" - auch "hammer-marks" genannt - verteilt.





    Die "großen" Marken hämmern ihre Becken meist weniger intensiv und vor allem meist maschinell bzw. computergestützt.
    Dellen haben quasi alle Becken, durch das Abdrehmuster sieht man es meist nicht so gut.

    Ein Hammer scheint da eher nicht so geeignet zu sein. :D Selbstgebaute Drumsets und vor allem Snares gibt es hier einige. Einfach mal in die Bastelecke schauen. ;)
    Ein gewisser Gerd Stegner (https://www.stdrums.de/) bietet ab und an sogar Kurse zum Bau solcher "Schätzchen". :)
     
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  7. Pengton Den

    Pengton Den Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.19   #7
    :eek:
    sieht ja stark aus, so ne "Raw Ride"! Wusste nie, dass es sowas gibt, haben die auch klangliche Vor-/Nachteile?
     
  8. Haensi

    Haensi Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.01.19   #8
    Name ist da eben Programm: die klingen eher rauer, trockener, obertonärmer als "normale" Becken. Sind zur Zeit schwer angesagt. ;)
     
  9. Trommler53842

    Trommler53842 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.01.19   #9
    Ups, dann bin ich ja mit meinen Sabians HH aus den 90ern ja komplett gegen den Trend: Da gibt es massiv "silberne" Obertöne.
    Bis dato hat mich deshalb aber noch kein VA von der Bühne geschmissen...nur weil ich gegen den Trend andere Frequenzen einsetze....:moose_head:

    Ist aber trotzdem schön zu sehen, daß auch andere Varianten wieder ihre Daseins-Berechtigung haben.:m_drummer:
     
  10. i-drummer

    i-drummer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.01.19   #10
    Also ich bin da bei Trommler-Marco - bin da lieber „altmodisch“. Ich kann mit diesen erdigen (= pupstrockenen :tongue:) Becken nix anfangen, außer für Effekte. Aber die sind in der klassischen Rockmusik eher selten anzutreffen - ist wohl eher was für Prog und Jazz und ... und ... alles andere, als was ich so spiele mit meinen Jungs. :D
     
  11. Haensi

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    Erstellt: 21.01.19   #11
    Trends kann man mitmachen - muss man aber nicht. :D

    Ist eben immer Geschmackssache und kommt auch immer auf Genre und Location an.

    Im Proberaum nehme ich z. B. gerne meine Diril Raw Hihats - die sind eher "gedeckt".
    Live dürfen es dann - vor allem "draußen" - auch mal die Meinl Mb8 Heavy Hihats sein. Die "beißen" sich schön durch. :D Da wären mir die Dirils "zu brav".

    Bei Hihats und Ride finde ich - eben je nach Genre und Anwendungsbereich - diese "Natur-Teile" ganz ok. Bei Crashes mag ich es gar nicht, da fehlt mir der "Schimmer oben rum".

    Genau! Wie es euch gefällt! :great::juhuu::rock:
     
  12. Le_Franzose

    Le_Franzose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.08.19   #12
    Mich hat dieses Feld immer fasziniert. Selbst als Sänger und Gitarrist finde ich es unglaublich, wie das können eines machers, sich auf den Klang des Endprodukts ausmacht.

    Mein Drummerkollege in der Band benutzt Paiste Masters in seinem Set, und gleichzeitig haben wir noch SCS Luzern Becken, diese wurden vom Sohn von Herr Paiste gemacht... Und du kannst regelrecht fühlen wie jeder seinen eigenen Konzepten folgt. Die Paiste ist mit einem Apparat gehämmert das von einem Menschen die Kadenz und Linie gegeben wird ; während die SCS ein Handgehämmertes Becken ist. Beide sehr höchstwahrscheinlich vom selben Typ Metall.

    Die unterschiede sind gut zu hören. Jedoch ist keine besser als die andere. Jeder Typ ist anders.
     
  13. MS-SPO

    MS-SPO Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.08.19   #13
    G**le Vielfalt :great:

    Mich würde interessieren: Klangen alle Becken der Teilnehmer in etwa gleich? Kannst Du ein wenig etwas zu den Kosten sagen? Wirst Du es unbehandelt lassen? Und aus dem Kurs: Reicht ein Nachmittag dengeln für einen bestimmten Klang?
     
  14. nils1

    nils1 Threadersteller HCA Drum-Tuning HCA

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    Erstellt: 13.08.19   #14
    Aaalsooo:

    zu 1. Nein. Generell wurden sie alle im Laufe des Hämmerns trockener, aber die Anzahl, Verteilung und Stärke der Hammerschläge war bei allen unterschiedlich und hat auch eine unterschiedliche Klangentwicklung bewirkt.
    zu 2. Alle Teilnehmer haben je 99 Euro incl. Material bezahlt.
    zu 3. Meinst du eine Lackierung? Nein, es wird höchstens noch weiter gehämmert und ggf. nochmals abgedreht.
    zu 4. In den 4 Stunden habe ich netto vielleicht +/-45 min gehämmert. Dabei sind ungefähr 500 Schläge auf den Rohling niedergegangen. Chris sagte, dass man das Becken danach normalerweise eine Woche liegen lassen würde, um dann nochmal 1000 Schläge nachzulegen. Dabei würde man das Becken abklopfen und die Hämmerung der Stelle(n), die so klingen wie gewünscht, an den anderen Flächen auch so machen.

    Viele Grüße, Nils
     
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  15. MS-SPO

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    Erstellt: 13.08.19   #15
    Danke, Nils, interessante Infos. :great:
     
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