Meine alte Bastelstrat

von Katuta, 17.04.16.

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  1. Katuta

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    Erstellt: 17.04.16   #1
    Ich würde euch an dieser Stelle gerne mal meine erste Selbstbau-Gitarre vorstellen. Sie ist schon ziemlich alt :opa:, ich habe damit irgendwann Ende der 80er angefangen als ich durch Zufall an ein geeignetes und ganz interessantes Stück Holz kam. Es handelt sich dabei um ein Mittelstück aus Ahorn, ungefähr so breit wie der Hals, an das Seiten aus anderem Holz angesetzt sind. Leider weiß ich nicht mehr genau, welches. Ich glaube Esche oder Erle.

    Damals war ich so Mitte Zwanzig und dachte "Hey, ich könnte ja mal eine Gitarre bauen". Also habe ich angefangen, aus dem Stück Holz einen Korpus zu schnitzen, generell Strat-Form aber ein bisschen "runder". Da Geld Mangelware war, habe ich viel aus einer älteren No-Name Strat recyclet, unter anderem den Hals und das Tremolo (die sind heute noch dran). Aber auch etliche andere Teile, die meisten wurden dann im Laufe der Zeit getauscht, wie z.B. die PUs. Dafür, dass ich von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte, ist sie eigentlich ganz gut geworden. Einiges ist zwar krumm und schief (heute wäre ich vielleicht sorgfältiger), aber sie ist gut bespielbar und klingt auch ganz gut.
    Im Laufe der Jahre habe ich viel daran herumgebastelt, unter anderem hat sie deshalb jetzt ein Pickguard _und_ ein rückseitiges Elektronikfach (muss man auch erst mal finden). Lange Zeit war sie auch rot lackiert, vor ein paar Jahren gefiel mir das aber nicht mehr und ich habe den Lack abgeschliffen und die Gitarre klar neu lackiert. Das Naturholz sieht eigentlich auch viel besser aus. Vom (Um-)Bau habe ich leider keine Bilder aber so sieht sie jetzt aus:

    IMG_3742.JPG IMG_3778.JPG IMG_3781.JPG

    Die Mechaniken habe ich irgendwann mal durch Schaller ersetzt, die Pickups sind auch noch aus den 80ern oder 90ern, das sind zwei Bill Lawrence SC sized Humbucker (ich glaube L-450?) und ein DiMarzio Super Distortion. Der ist eigentlich zu schmal, F-sized gab's damals noch nicht - oder ich wusste nichts davon. Fällt aber im Sound m.E. nicht weiter auf und klingt gut, der bleibt drin. :great: Den DiMarzio kann man per Push/Pull Poti auch von seriell auf parallel schalten, dann geht er mehr in Richtung Singlecoil.

    Erwartungsgemäß klingt die Gitarre ziemlich knallig und höhenreich, das liegt sicher an dem durchgehenden Ahornblock, der ist ja ziemlich hart. Die Pickups gleichen das ein wenig aus, und haben auch ordentlich Dampf, vor allem der DiMarzio. Trotz allem kann sie die Strat aber nicht leugnen.

    Leider ist der Hals bzw. die Bünde inzwischen ziemlich abgenudelt, langsam lässt das Spielgefühl nach. Zum Abrichten sind sie zu weit runter und eine Neubundierung lohnt sich wohl nicht, der Hals ist eigentlich nix dolles. Vielleicht besorge ich mir einen Rockinger Hals und tausche ihn einfach aus. Von denen hatte ich mir für mein neues Projekt einen besorgt, der macht einen guten Eindruck. Allerdings ist der jetzige Hals etwas schmaler und flacher am Fuß, da muss ich wohl die Halstasche verbreitern und was unterlegen oder -leimen. Vielleicht was für's nächste Jahr.

    Viele Grüße,
    Thomas
     
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  2. Uwe.s.

    Uwe.s. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.16   #2
    Hallo Thomas,

    ehe Du den alten Hals wegschmeißt, versuch ihn doch erst einmal neu zu bundieren. Hier ist ein Bericht, was auf Dich zu kommt:
    https://www.musiker-board.de/threads/projekt-relaunch-jazzmaster.469463/
    und auf den Webseiten von Gearbuilder und Gitarrebassbau findest Du auch einiges dazu.
    Das ist alles kein Hexenwerk.

    Ich brauche dazu an Spezialwerkzeug:
    Einen Hammer mit Kunststoffköpfen, eine vorne platt geschliffene Kneifzange, eine mit Schleifpapier beklebte Wasserwaage zum Abrichten, eine Bundfeile, Bunddraht und Geduld/Kaffee für die Pausen.
    Wenn´s klappt bist Du stolz, wenn´s nicht klappt, kannst Du immer noch einen neuen Hals kaufen.

    Nur Mut und viel Erfolg
    Uwe.s.
     
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  3. Katuta

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    Erstellt: 17.04.16   #3
    Hallo Uwe.s.

    Danke für den Link, habe gerade mal reingeschaut, da scheint es mir wirklich gut beschrieben zu sein.

    Eigentlich hast du recht: viel kaputt machen kann ich da nicht mehr und einen Versuch ist es wert. Bundieren ist so eine Sache wo ich immer gesagt habe, das ist mir eine Nummer zu schwierig. Aber vielleicht versuch' ich es mal wenn ich mit meinem derzeitigen Bastelprojekt fertig bin.

    Grüße,
    Thomas
     
  4. Katuta

    Katuta Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.16   #4
    So, nachdem ich mein letztes Projekt (Gitarre mit Olivenholzdecke) abgeschlossen habe, dachte ich mir, ich könnte mich ja mal dem Hals meiner Bastelstrat widmen - bzw. dessen Bünden. Leider komme ich da jetzt nicht weiter und könnte etwas Hilfe gebrauchen. Aber am Besten beschreibe ich erst mal, was ich gemacht habe:

    Wie schon oben geschrieben, ist der Hals ziemlich alt und sieht dememtsprechend aus (man könnte auch euphemistsch von Vintage sprechen ;)). Also kann ich nicht viel kaputt machen und nehme mir den Rat von @Uwe.s. zu Herzen: selbst bundieren. Wenn der Hals dabei drauf geht, muss ich halt doch noch einen neuen kaufen. Wenn's klappt umso besser - jedenfalls eine gute Gelegenheit mal Erfahrung mit dem Bundieren zu sammeln. So sah der Hals aus:

    IMG_4082.JPG IMG_4093.JPG

    Ich habe mir den oben zitierten Thread angesehen und da der Hals nix wert ist, wollte ich nicht noch viel Geld in Werkzeug investieren. Also habe ich mir auch zwei Stemmeisen geschnappt und die Bünde damit raus gehebelt. Das hat auch ziemlich gut geklappt. Bei den ersten Bünden habe ich zwar noch ein paar Dellen ins Holz gedrückt, aber egal, die gehen in der Menge unter und nachher, als ich etwas Gefühl dafür hatte, ging es besser. Letztlich gingen die Bünde ziemlich leicht raus und gesplittert ist auch nichts. Ich staune aber, was sich in dem minimalen Zwischenraum unter den Bünden für ein Siff ansammelt in 30, 40 Jahren... Krieg ich auch nicht weg aber verschwindet ja hoffentlich unter den neuen Bünden.

    IMG_4094.JPG IMG_4099.JPG

    So weit so gut, ich hatte mir Buddraht besorgt, schon geschnitten, Dunlop 6105, und dachte mir den klopfe ich jetzt mit einem Gummihammer ein, dann passt er sich schön an die Griffbrettrundung ein und sitzt fest wie vorher...

    Aaaaber, das hat nicht funktioniert. Die Schlitze der alten Bünde scheinen zu breit zu sein, so dass die neuen nur locker darin sitzen und das Formen an das Griffbett mit dem Gummihammer funktioniert auch nicht, weil sie immer wieder raus springen. Ich würde sie ja einleimen, aber dazu müssten sie zumindest die Rundung des Griffbretts haben und das krieg' ich nicht hin, weil sie ja nicht halten.

    IMG_4101.JPG

    Hat irgendjemand einen Tipp, wie ich die Bünde vernünftig fest bekomme? Möglichst ohne Spezialwerkzeug? :confused:

    Danke euch,
    Thomas
     

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  5. murle1

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    Erstellt: 04.07.16   #5
    Hallo,
    in dem man entweder vorgebogene Bünde verwendet, oder die vorhandenen mit zwei Seitenschneidern an den Enden fasst - und biegt. Ruhig etwas mehr als das Griffbrettradius hat.
    Die Methode mit zwei Stechbeiteln (Stemmeisen) zur Entfernung der alten Bünde verwende ich auch. Gott sei Dank hast Du nicht die vielgepriesene, abgeschliffene Flachzange verwendet.
    Und bitte nicht zu früh abrichten. Erst die Bünde einzeln prüfen, und die Stellen die noch zu hoch sind, mit einem Hartholzstab und Hammer nacharbeiten.
     
  6. Frittentheke

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    Erstellt: 04.07.16   #6
    Hallo,

    ja, Du musst zuerst den Radius der Bünde auf den Griffbrettradius anpassen, sonst funktioniert das leider nicht.

    Würde in dem Rahmen auch überlegen ob Du nicht das Griffbrett mal etwas abschleifst, Schadstellen ausgleichst und ggf. neu lackierst oder ölst – ich persönlich mag keine lackierten Hälse. Dann sieht so ein Hals auch gleich viel besser aus.

    Viel Erfolg & Grüße
     
  7. Katuta

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    Erstellt: 04.07.16   #7
    OK, danke, werd' ich mal versuchen. Ich fürchte aber ohne Leim werden sie nicht halten.
    Sollte man zum Einleimen normalen Holzleim verwenden?
     
  8. Frittentheke

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    Erstellt: 04.07.16   #8
    Hallo,

    einleimen mit Holzleim bringt nichts. Holzleim verklebt kein Metall.

    Zunächst solltest Du mal genau prüfen welches Profil die Bünde haben und ob das zu den Ausfräsungen im Holz passt.

    Probier es erst mal mit der genannten Methode den Radius des Bundstabs an den Radius des Holzes anzupassen. Das sollte normalerweise funktionieren.

    Grüße
     
  9. Katuta

    Katuta Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.16   #9
    Danke nochmal für den Tipp mit dem Vorbiegen, das hat tatsächlich funktioniert. :-)

    Ein paar Bundstäbchen musste ich dann doch noch ankleben, aber nur ein klein wenig um ihnen mehr Halt zu geben. Jetzt sitzen alle und es sieht auch verhältnismäßig gerade aus.

    Ich habe aber doch gemerkt, dass ich das zum ersten Mal mache. Ich glaube, um das richtig gleichmäßig und sauber hinzukriegen, braucht man schon einiges an Übung und Erfahrung. Jetzt muss ich noch die Enden verrunden und dann abrichten...

    Übrigens: das Griffbrett lass' ich so, man soll ihm sein Alter ruhig ansehen - hat ja schon einiges mitgemacht... :-)

    IMG_4103.JPG
     
  10. Katuta

    Katuta Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.16   #10
    Leider hat mich die Arbeit mal wieder ein wenig vom Hobby abgehalten, darum hat es länger gedauert :( aber jetzt sind die Bünde fertig (hoffe ich). Jedenfalls sind sie drin, sitzen fest und sind abgerichtet.

    Allerdings hat sich dann gezeigt, dass der alte Sattel zu niedrig ist. Die alten Bünde waren doch erheblich niedriger als die neuen und die Saiten lagen jetzt auf dem ersten Bund auf. Also werde ich noch einen neuen Sattel brauchen... Rohling hab' ich schon, dann fang ich mal an zu schnitzen. :)

    IMG_4121.JPG IMG_4122.JPG
     

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