meine Links und Tricks zur Ideensammlung und zum Schreiben

von züborch, 14.05.08.

  1. züborch

    züborch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.05.08   #1
    Vorweg:
    Ich hab keinen Unterforum gefunden, in denen ich das passender finde als hier, falls das hier dem Workshop von x-Riff vorbehalten ist, bitte verschieben...


    Hallo allerseits,

    wollte euch nur ein paar Links und konkrete Tipps posten, mit denen ich viel arbeite. Hab mittlerweile 4 Texte geschrieben, mit denen ich ganz zufrieden bin und die ich mit den folgenden Hilfsmitteln erstellt habe. Die Tipps sind absichtlich so konkret auf Computer gemünzt, da die meisten hier wahrscheinlich ebenfalls häufig am Rechner sitzen..
    (Ich arbeite in nem Büro und sitze meistens am Rechner. Hab aber neulich im Urlaub ebenso prima zu Hause damit gearbeitet...)



    1. Input herstellen.
    Damit fängts überhaupt an. Man liest was, man überlegt zufällig, ob auch das Gegenteil der Fall ist, man hört irgendnen Song im Radio und verhört sich bei einer Textzeile...
    Irgendwoher muss bei mir die Inspiration kommen.. Also les ich relativ regelmässig irgendwelche Sachen, egal was.
    Obs dämliche Serviervorschläge auf Cornflake-Packungen sind oder Berichte über die Massai-Marathonläufer in London oder irgendwelche Kommentare auf irgendwelche Internet-Neuigkeiten. Am besten gleich in der Sprache, in der man vor hat zu Schreiben.
    Hat den Vorteil, dass man seinen Wortschatz erweitert. Das erleichtert später den Schreibfluss ungemein, wenn man über metrische Unwegbarkeiten stolpert.

    Sehr sehr gut eignen sich allerdings INHALTLICH eher poetischere Sachen. Zum Beispiel
    kurze Zitate oder Aphorismen. Oder irgendwelche ernstzunehmende persönliche Blogs. Keine flachen MySpace Ansichten.
    Hauptsache, man sucht n paar Sachen, die man so noch nicht kannte/gesehen hat.
    Und wichtig ist, dass man REGELMÄSSIG was liest.
    Ein, zwei Blicke lohnen vielleicht hier:
    http://zitate.net/
    http://www.phrasen.com/
    http://wordsmith.org/words/today.html
    http://www.pangloss.com/seidel/Poem/
    http://www.pangloss.com/seidel/MPoem/mass_poem.cgi

    Ich hab mir beispielsweise diese Spielerei hier als Startseite eingerichtet:
    http://www.angiemckaig.com/play/poetrygen/index.php?numlines=10



    2.Textfetzen sammeln
    Irgendwann hab ich angefangen, die Textfetzen die mir schon jahrelang einfallen und dann leider wieder entfallen sind, festzuhalten. Das ist der Grundstein für kontinuierliches Arbeiten an Texten gewesen. Das ist tatsächlich bei mir das allerwichtigste. Einfach per Notepad eine Sammlung grob unsortiert hintereinander hacken. Copy Paste.
    Noch ist nichts geklaut, vieles arbeitet man noch um.
    Ausserdem liest man diese Sachen ständig nochmal. Manches interessiert einen nur einen Tag lang, dann monatelang nicht mehr. Und eines schönen Tages entpuppt es sich als Juwel.

    Manchmal klappt bei mir auch folgendes, nachdem ich viel inspirierendes Zeug gelesen habe oder den Drang spüre, irgendwas zu schreiben:
    Neues Textfile aufmachen und einfach ALLE Sätze, Wörter, Wortspiele eintippe, ohne zu denken.
    Häufig kleckern dann die Sätze einer nach dem anderen heraus. Bis man blockiert.
    Ganz wichtig hierbei ist, dass man keinerlei Wertung der Sachen vornimmt, während man schreibt. Dann blockiert man nämlich sofort.Da kommt sehr abgefahrenes Zeug raus, das meiste kann man erstmal nicht verwerten, aber irgendwas gutes ist immer dabei..



    3.Die Sammlung ausschlachten
    Nachdem oder während man sammelt, gibts irgendwann einen Moment, an dem man bei Betrachten der eigenen Sammlung zwei oder mehrere Zeilen den gleichen Kern der Sache treffen oder einander erklären oder irgendwie in Beziehung setzbar sind.
    Das ist bei mir der Moment, in dem ein neuer Text anfängt. Man kopiert die Sachen in einen neuen Text und probiert rum. Am Anfang klärt sich ziemlich schnell, ob's n gereimter Text wird oder nicht.. Die ersten Favoriten geben auch meist das Metrum vor.
    Manchmal hat man auch nur halbe Sätze, sehr hilfreich, wenn man unbedingt reimen will. Dann bediene ich mich bei http://thesaurus.com/ und http://rhymer.com/ .

    Sobald ich schon an einem Text arbeite und nicht mehr allgemein sammele, ist es ein fließender Prozess und man sammelt nur noch für den Text oder sucht DEN satz der einem bei einer bestimmten Stelle fehlt.
    Meist schreibt sich der Großteil von selbst, sobald man den richtigen Anfang gefunden hat. Sobald man nicht weiter kommt, wieder dem Input hingeben und einfach weiter sammeln, wenn was kommt.
    Vieles inspiriert beim Schreiben soweit, dass man schon dabei umformuliert und ausserdem einem neue Formulierungen und Textteile einfallen, sodaß man keine Angst haben braucht, man hätte irgendwo geklaut oder es wäre nicht authentisch. Meine Texte sind bisher alle so entstanden und trotzdem definitiv Dinge aus meinem Leben erzählt, auch wenn die Texte nicht alle von oben bis unten 100% autobiographisch sind.

    Wichtig ist, das man den richtigen Unterton trifft, um seinem Text genügend Leben einzuhauchen, damit er die ersten ein zwei Wochen überlebt. Dann hat er es meist geschafft. Kritisch sein ist unbedingt angebracht und mit dem Bauchgefühl über die Kinken und Haken fühlen.
    Wenn irgendwo was nicht passt, nicht den Rotstift scheuen und die Zeile aus dem Text gleich wieder zurück in die Sammlung kopieren, auch wenn sie einem an der Stelle noch so gut gefallen hätte. Kill your darlings.
    Manchmal muss man aber hier den Blick aufs ganze wagen und sich die richtigen Fragen stellen. Ist das mein Text? Oder will ich nur von den gleichen Sachen erzählen wie xyz?
    Ist der text weinerlich? Wäre ich jemand anders, fänd ich den Kern der Sache interessant / gut? Ist der Text bewusst in die Richtung geschrieben worden? Kann der auch vom anderen Geschlecht gesungen werden? Kann er auch von einer anderen Band interpretiert werden? (Johnny Cash hat zum Beispiel mal unglaublich geil einen Danzig-Song gecovert. Der war wie für ihn gemacht.)
    Viele Sachen sind dann nicht unbedingt falsch, aber man kommt einigen Übersehenem und einigen Stärken und Schwächen auf die Spur, vor allem wenn man noch nicht genau weiß, WAS einen stört und woran man weiter arbeiten sollte.



    Zu guter letzt das wichtigste:
    4. Text und Melodie verheiraten
    Kein Song ist gut, wenn die beiden nicht oder nur schwerlich aufeinander passen.
    Ich bin Gitarrist und schreibe meine ganze Musik eigentlich nur auf Gitarre.
    Aber die Gesangsmelodie ist häufig die wichtigste Melodie im Lied.
    Daher heißt sie auch Lead-Stimme, die das singt, denn sie führt den Song an.
    Darüber bin ich am allerhäufigsten gestolpert und muss mittlerweile feststellen: ich finde nichts schwieriger, als einen Text zu haben, der irgendwie passen könnte, wenn man nur die richtige Melodie zum Gitarrenriff hätte. Meist hat man einen ganzen Song auf Gitarre fertig und der Text will einfach nicht drauf oder wird nur draufgeschustert. Oft macht man dann auch noch böse Kompromisse am Text zugunsten einer mittelmässigen Gesangsmelodie, weil einem einfach nichts besseres einfällt.

    Darum: hört schon beim Schreiben hin! Ich habe bei jedem Text sofort irgendeine Melodie gehabt, die nur dem Text gehört hat. Drum herum ist dann erst der restliche Song entstanden. Dann ist es auch eine wirkliche Gesangsmelodie. Denn was pfeift ein Mensch auf der Straße, wenn ihm sein Lieblingslied nicht aus dem Kopf geht? Die Bass-Melodie? kaum. Die Gitarre? Selten. Klavier schon eher. Meist ist es aber die Gesangsmelodie. Achtet mal drauf und unterzieht eurem Textmelodie mal dem Pfeiftest.

    Und seid nicht überrascht, wenn bei eurem neuen Song nicht der Musikstil herauskommt, von dem ihr dachtet, dass er der eure ist. Manchmal gibts einige tiefgreifende musikalische Wurzeln, die wesentlich fester verankert sind, als der Musikstil, den man die letzten zwei-drei Jahre ausschließlich gehört hat.



    Wie gesagt, daß sind meine persönlichen Erfahrungen, dass kann für jeden ganz anders liegen. Ich hoffe wenigstens auf den einen oder anderen, der mit der einen oder anderen Sache was anfangen kann. Freu mich auf jeden Fall über Feedback. :great:
     
  2. züborch

    züborch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.05.08   #2
    Oh, einen Link vergaß ich zu erwähnen:
    www.google.de
    :D
    Super Hilfe, wenns darum geht, herauszufinden, ob der Satz so funktioniert, wenn man in einer Fremdsprache schreibt... Einfach vorne und hinten ", und die zu speziellen Sachen mit * schreiben.
    Anhand der Anzahl der gefundenen Ergebnisse kann man prima gucken, ob man was so gewöhnlich sagt/schreibt oder ob's völlig verkehrt ist. Auch gut, wenn man sich bei Präpositionen usw. nicht sicher ist.
     
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