Texte schreiben: Verderben zuviele Köche den Brei?

OOllee

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Hi, bin neu hier und habe auch gleich mal eine Frage mitgebracht :)

Und zwar bei unserer Band schleift es seit einer ganzen weile da wir in Sache eigene Songtexte nicht weiter kommen. Melodien alles kein Problem, nur sobald wir einen Text ausarbeiten wollen sind wir uns dann doch sehr uneinig.
Daher wollte ich meine Frage mal an die etwas erfahreneren Musiker wenden wie Handhabt Ihr das so???

Meine Idee war z. B. das wir alle was Eigenes schreiben zur Probe o. per WA auswerten und bearbeiten (davon ist der Rest der Truppe allerdings nicht so Begeister)
Hatte zur letzten Probe auch mal ne eigen Text mitgebracht und mir Gedanken zum Instrumental etc. gemacht, hätte man quasi schon loslegen können, das ganze fand, aber leider nicht soviel anklang...

danke euch schonmal im voraus :)
 
Hagbard_Celine

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Moin und Willkommen,
ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Texter den Text verderben, oder mindestens seine Entstehung verzögern, können.

Bei uns hat sich herauskristallisiert wer am besten Texte schreiben kann. Der hatte dann die Aufgabe sich was zu überlegen. Manchmal hatten wir ein gemeinsames Thema, manchmal hat er ganz allein überlegt.
Zusammen haben wir dann noch die Details ausgearbeitet.
Nach dem meine eigenen Texte nicht so großen Anklang fanden, habe ich mich mehr auf die Musik zum Text konzentriert.
 
antipasti

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Singemod
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Hallo und willkommen,

ich habe dich mal in ein anderes Forum verschoben, denn im ursprünglichen Sub "eigene Texte/Lyrics" geht es ganz konkret um die Ausarbeitung von bereits verfassten Textideen. Nebenbei auch den Titel ergänzt.

topic:
Je nach Band habe ich bereits verschiedene Herangehensweisen erlebt. Zusammengefasst glaube ich im nachhinein, dass es meist eine Zusammenarbeit aus Songwriter und Sängern war.

Meine Idee war z. B. das wir alle was Eigenes schreiben zur Probe o. per WA auswerten und bearbeiten (davon ist der Rest der Truppe allerdings nicht so Begeister)

Das ist keine gute Idee. Ich bin der gleichen Ansicht wie Hagbard_Celine: Es kristallisiert sich heraus.

Allerdings:

Hatte zur letzten Probe auch mal ne eigen Text mitgebracht und mir Gedanken zum Instrumental etc. gemacht, hätte man quasi schon loslegen können, das ganze fand, aber leider nicht soviel anklang...

... sollten sich diejenigen, die sich nicht an den Lyrics beteiligen wollen, die Klappe halten, solange sie keine Gegenvorschläge einbringen.
 
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GeiGit

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ich habe dich mal in ein anderes Forum verschoben, denn im ursprünglichen Sub "eigene Texte/Lyrics" geht es ganz konkret um die Ausarbeitung von bereits verfassten Textideen.
Streng genommen ist allerdings "Musik machen" / "Musik Praxis" / "Coverbands" / auch nicht ganz richtig, da es ja um eigene und nicht gecoverte Texte geht :gruebel:
Es scheint aber auch keine passendere Rubrik zu geben :confused:

egal, Back to topic:
Ich schreibe schon gut 30 Jahre eigene Lieder und muss aus heutiger Sicht sagen, dass mir meine damaligen Texte heute auch nicht mehr so prickelnd vorkommen. Die Zeiten, Themen und Leidenschaften ändern sich und ein Text ist immer auch etwas eigenes. Ein Gefühl, eine Stimmung, eine Herzensangelegenheit, eine Ausformulierung von Gedanken usw.
Ich hatte jedenfalls die meisten Lieder incl. Text für meine Band geschrieben. Unser Keyboarder hatte ebenfalls einige Lieder geschrieben, aber auch er hat sie komplett geschrieben. Wenn überhaupt, dann gab es nach der Vorstellung in der Band und Entscheidung der Band das Lied auch zu machen höchstens kleine Korrekturen, meistens blieb das Lied aber textlich genau so wie am Anfang.

Es gab eine einzige Ausnahme, das war ein Lied zum Thema Toleranz im Jahr der Toleranz 1995, welches wir im Auftrag des Stadtjugendrings Stuttgart damals geschrieben und im Studio aufgenommen hatten.
Da hatte sich sowohl er, als auch ich parallel schon Gedanken gemacht und eine Song-idee vorgestellt.
Mein Song wurde dann von der Musik her genommen, wir haben aber gemeinsam seine Textteile und meinen Text kombiniert und ausgefeilt. Das hat auch wirklich gut funktioniert und hat dem Song durchaus mehr Tiefe und Facetten gegeben, als er dass mit nur einem Texter gehabt hätte.
In gekürzter Version hatte ich die Studio-Aufnahme hier im Board schonmal als Hörprobe bei meinem In-Ear-Sender-Vergleichs-Review verwendet. Man kann sie hier über diesen Link auch bei Interesse anhören-> Querbeet - Toleranz

Heutzutage bin ich nicht mehr im weltlichen, sondern im christlichen Kontext als Bandleiter, Musiker, Komponist und Texter unterwegs und schreibe wieder Songs. Sie entstehen größtenteils aus Eingebungen und meinen Ideen und ich schreibe Musik und Text dann parallel. Allerdings stelle ich sie dann z.B. meiner Frau vor, höre auf ihre Meinung und Ideen und versuche die Dinge zu korrigeren und klarer zu machen, wenn dabei gute Ideen entstehen.
Kleinigkeiten werden auch später beim Einüben mit der Band korrigiert, falls z.B. eine Silbe fehlt oder zu viel ist und den Flow stört.
Das Selbe gilt bei Songs die es nur im eglischen Original gibt und von uns auf Deutsch gecovert werden. ich schreibe meist die Texte (Übersetzungen) und wir korrigieren wenn etwas besser ausgedrückt, oder rhythmisch besser gemacht werden kann. Da ist der Anspruch natürlich, dass der Text möglichst genau die Selben Dinge aussagt wie beim englischen Original.

Unsere Sängerin schreibt ebenfalls Lieder und auch da ist es das Selbe Vorgehen: Der Song kommt von ihr incl. Text und von der Band gibt es maximal kleine Korrekturen.
 
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Bassyst

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Für die Mods: Ich würde sagen, der Thread gehört zu Band & Proben! Es geht doch hier um einen Bandprozess und es wird explizit nach der Banderfahrung gefragt.

Und nun zu meiner Erfahrung. In allen meinen Bands hat bisher das Gesangspersonal die Hoheit über den Text behalten. Vor allem bei englischen selbstgeschriebenen Texten ist es für den Singenden oft wichtig, das Englisch halbwegs akzentfrei herauszubekommen und den Text auch inhaltlich wirklich zu verstehen. Die Musikerfraktion hat daher nur ab und an mal Textvorschläge gemacht, aber im Endeffekt keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt.

Ich glaube, man muss auch einfach Vertrauen in die Fähigkeiten der/die/das Sängers haben. Ich sehe Wörter son bisl wie den Rhythmus ... der muss halt auch zum Sänger passen und "spielbar" bleiben. So wie man Vertrauen zu den Fähigkeiten seines Drummers oder Gitarristen haben muss, muss man auch einfach die Fähigkeiten des Sängers akzeptieren. Und wenn es gar nicht zusammenpasst, dann trennt man sich halt voneinander :).

Ne befreundete Band hatte einen Englischlehrer als Gitarristen. Der Sänger (mit englischen Texten) ist seines Lebens nicht mehr froh geworden ... mittlerweile spielen die auch nicht mehr zusammen.
 
OOllee

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Alles klar, da habe ich ja schonmal gute Ansätze bekommen dankeschön.:)
 
WolfChild

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Würde übrigens keine urheberrechtlich relevanten Sachen per WA austauschen. Nachm Posten hat WA aka Facebook die Rechte daran.

Merke: wenn man für etwas im Internet kein Geld bezahlt, bist du nicht der Kunde, sondern die Ware. ;)
 
DerZauberer

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Ich komme auch mal aus dem Berufsleben, oder Studium, oder Schule. Jeder hat seinen Stil beim Schreiben und Sprechen, egal in welchem Umfeld. Versucht mal, einen sachlichen Bericht mit drei oder vier Leute zu schreiben - das Ergebnis ist meist totales Kuddelmuddel, weil jeder sich irgendwie einbringt und formuliert aber jeder ein bisschen anders herangeht. Das führt in 99% der Fälle nicht zu einem guten Ergebnis. Wenn hingegen einer sich mal hinsetzt und einen Textvorschlag macht, dann ist der Input der anderen Experten durchaus hilfreich und trägt oft zur Vervollständigung und Verständlichkeit bei... wenn (!) am Ende dann doch wieder EINER nochmal drüber-formuliert.

So ist es beim Texten von Songs doch auch. Na gut, in seltenen Fällen gibt's so 2er-Teams wo man sich den Ball zuwirft und gemeinsam was Tolles entsteht, aber das ist die Ausnahme und nicht die Regel. Wenn die Band sich in etwa einig ist, was für Musik man so machen will und wo es auch textlich so hingeht bzw. hingehen darf (geht's nur um Herz und Schmerz und Liebe, oder darf's auch sozialkritisch sein, oder gar politisch?), sollte es von den anderen Bandmitgliedern nur gut gemeinten Rat/Ideen geben ("da kann man jetzt auch 'Umarmung' sagen anstatt 'Schwitzkasten', gibt ne andere Bedeutung, kannst ja mal probieren") oder Korrekturen klarer Fehler ("nee, das heißt nicht 'Sweet Marie who's wait for me', das heißt 'who waits for me'").

Texter muss nicht unbedingt der Sänger sein (viele tolle Sänger haben nur wenig bis gar nix von ihrem Material geschrieben, fragt mal Elton John), Songs können je nach Band durchaus von allen kommen... dann gibt's auch wieder diejenigen, die alles allein machen (Lieblingsbeispiel Bruce Springsteen, da is nix demokratisch-gemeinsam, da schreibt der Boss selbst alle Songs und alle Melodien und spielt im Zweifel auch noch die Instrumente selbst wenn's sein muss).

So ein Song ist meiner Meinung nach immer etwas Persönliches, und Songs sind am besten wenn sie "aus einem Guss" eine Geschichte erzählen. Da braucht's kein WhatsApp, keine Abstimmung, da braucht's einen der sagt "ich habe hier einen Song geschrieben der mir was bedeutet, den will ich jetzt mal mit euch singen und ausprobieren". Und danach ist es immer am Schreiber zu sagen, ob/wie es gefallen hat und um Feedback zu bitten. Und es ist an allen anderen, dies mit der notwendigen Menschlichkeit zu machen und dran zu denken, dass der Mensch da gerade einen gewissen Seelenstrip gemacht hat und man vielleicht mit einem 'boah Alter das geht mal gar nicht' mehr kaputt macht als einem lieb ist).
 
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klangschale

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So ein paar Gedanken

- wenn's um "meine" Texte geht, möcht ich mir nicht so gern "reinpfuschen" lassen
- bei nicht muttersprachlichen Texten lieber einen Muttersprachler hinzuziehen
- in der Liedermacherszene hab ich auch schon Textworkshops erlebt, wo jeder Textbaustellen mitbringen konnte und man hat gemeinsam dran gearbeitet
- ich hab schon großartige Texte mit "Gruppen-IQ" entstehen erlebt, im Ping-Pong-Spiel mit allen Beteiligten
- aber auch schon, wie ein Gruppenmitglied alle netten Details aus dem Werk streichen wollte um der Geradlinigkeit willen. Man sieht schon, die Geschmäcker sind halt verschieden...
- "also ich hab den Text jetzt so verstanden, dass es hier um eine unglückliche Liebe geht" - "Nee, das ist ein politisches Lied, hier geht es um wirtschaftliche und politische Missstände und Auswanderung" - Aha. Will ich eindeutig verstanden werden oder ist der Interpretationsspielraum erwünscht/willkommen/gestattet?


Will sagen: es ist vieles möglich und einen Königsweg für alle gibts nicht, höchstens für einen persönlich. Letztenendes wär's halt schon gut, wenn alle, die das Lied spielen sollen/weden/wollen/müssen halt auch irgendwie damit leben können, ich tu mir z.B. schwer, ein Lied zu spielen, hinter dem ich nicht steh, einen Text zu singen, mit dem ich nicht kann, geht gar nicht. Trotzdem kommt man ja auch manchmal in ein Lied rein, das einem zu Beginn vielleicht sperrig vorkam. Passiert einem ja beim Musik hören auch. Beim ersten Mal ist ne Platte nix Besonderes, nach dem 15. Mal hören ist es die Scheibe des Jahres - für einen persönlich
 
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no regrets

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Bei uns schreibt der Drummer die meisten Songs und so hat man quasi einen roten Faden.

Als ich dann spontan einen Text hatte habe ich ihm einfach 'ne Mail geschickt und von ihm kam dann eine Mail mit "hat Potenzial. . Gib mir mal kurz 'ne Stunde" und dann kam abends noch 'ne Mail mit dem geänderten Text, der wieder mehr in das Gesamtkonzept passte.. Einiges wurde umformuliert oder umgesetzt, aber inhaltlich den Kern getroffen..
(und da hat er extra gefragt, ob er mich da richtig verstanden hat )

Dann hat er sich noch paar Parts ausgedacht und wir haben dann den Song zusammen mit dem Basser / Sänger zusammen gesetzt..

Und letzendlich guckt der Sänger dann, ob er das so singen kann oder wir Kleinigkeiten nacharbeiten müssen..

Heißt 1 schreibt letzendlich und wir entscheiden gemeinsam, ob bzw. in welcher abgeänderten Form wir den Text nutzen wollen..

Ist bei 'ner Coverband evtl. nicht so wichtig, aber wenn man nur eigene Songs spielen will ist 1 Kopf der letzendlich den Stil prägt und für "einen Wiedererkennungswert" sorgt wohl ganz nützlich
 
Katz23

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Texte schreiben ist im Grunde auch eine Art Instrument spielen. Der eine beherrscht es ganz gut, hat Talent/Übung/Ideen und manch einer weiß erstmal gar nicht, wie er anfangen soll.
Dann kommt es in Bands oft zu dem Punkt, wo es heißt "jetzt müssen aber mal eigene Texte her". Quasi hat man dann ein neues Instrument, das bisher keiner gespielt hat, und fragt sich wem man es gibt? Ein paar Töne kann bestimmt jeder dem Teil entlocken, aber ob's im Gesamtkontext funktioniert, muss sich einfach entwickeln.

Und zur Ausgangsfrage "viele Köche": es gibt Konstellationen von zwei oder mehr Textern, die unglaubliche Schöpfungen forcieren,
ABER das ganze in eine Form zu bekommen (die Idee nutzbar zu machen) ist für eine Einzelperson praktikabler - das wäre derjenige, der das Wortintrument nach allen Regeln und Ausnahmen bespielt (und vielleicht auch übt?). Wer dann singt, ist eine andere Frage.

Als Texter bin ich persönlich kein Demokrat:
Bei Input und Korrektur lass ich mir gern helfen, aber Chef in der Küche bleibe ich - aus Angst vor Einheitsbrei.

Was die Akzeptanz der eigenen Texte in der Band anbelangt: betrachte es als ersten Filter, wenn Versuche nicht gleich als fertiger Liedtext durchgewunken werden. Es muss ja nicht heißen, dass die Idee schlecht ist, aber vielleicht bekommst du sie mit den derzeitigen Mitteln noch nicht in eine Form, die andere überzeugt.
Mein Mitmusiker ist mein persönlicher Bullshit-Filter und ich bin im Nachhinein dankbar, dass er bei einigen meiner ersten Ergüsse nicht ganz so "amused" war. Dafür ist es ein gutes Zeichen, wenn ein neuer Text auf Anhieb bei den Kollegen ankommt und das Thema musikalisch weitergesponnen wird...

In deiner aktuellen Situation in der Band scheint noch alles offen zu sein - nutzt die daraus entstehenden Spannungen einfach für eure Texte und traut euch was!
 
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noslash

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derZauberer hat das eh schon sehr schön formuliert!

Meine Meinung: Viele Köche verderben den Brei, und egal in welchen Lebensbereichen, es sollte auch immer einen geben, der vorangeht. Und beim Fussball gibt es ja auch nur einen einzigen Kapitän und einen einzigen Trainer.
Was nicht heissen soll, dass die Meinungen der anderen nicht wichtig sind und diese sollen auch getätigt werden und sind dann jedenfalls ernst zu nehmen!

Trotzdem sollte jemand eine Linie, eine Richtung vorgeben. Auch bei den Songtexten. Wenn der eine über Drachen und Abenteuer Texte abliefert, der andere aber über die dunkle Seite seiner Seele eine Lebensbeichte abliefert, wird das meiner Meinung nach eher nicht gut gehen auf Dauer. Das heisst für mich, es wird sich eine Tendenz entwickeln, wer den meisten Input bei den Songtexten abliefert (imo idealerweise die Stimme selber) - und die anderen können sich hoffentlich dann halbwegs damit anfreunden.

Mit fällt jetzt auch nur das Video My Kind Of Monster von Metallica ein, wo alle gemeinsam an Texten geschrieben haben - aber damals war die Band ja auch in Therapie. Ansonsten wüsste ich jetzt nicht, in welcher bekannteren Band wirklich gemeinsam an einem einzigen Songtext geschrieben wird.


Und: Bei den Texten hat der Sänger/die Sängerin jedenfalls ein absolutes Vetorecht. Immerhin muss der/die ja dann die Geschichte auch authentisch rüberbringen, dass heisst es muss auch eine Identifikation mit dem Texten möglich sein.
 
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G

Gast 282540

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Wenn der eine über Drachen und Abenteuer Texte abliefert, der andere aber über die dunkle Seite seiner Seele eine Lebensbeichte abliefert, wird das meiner Meinung nach eher nicht gut gehen auf Dauer.

Wenn du deine dunkle Seele als Drachen darstellst der Abenteuer erlebt würde es gehen
 
Slidemaster Dee

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Bei den Texten hat der Sänger/die Sängerin jedenfalls ein absolutes Vetorecht. Immerhin muss der/die ja dann die Geschichte auch authentisch rüberbringen, dass heisst es muss auch eine Identifikation mit dem Texten möglich sein.
Genau das. Ich bin da total eigen. Ich sing nur, was ich selbst geschrieben hab, sonst fehlt mir der emotionale Bezug, und das hört man dann. Maximal orientier ich mich an der groben Idee eines anderen, wenn sie mich inspiriert. Und in meine Texte reingeredet wird nicht, freundliche Hinweise nehme ich jedoch knurrend entgegen, und denke vielleicht sogar drüber nach, wenn man mir ausreichend versichert, dass ich nicht drüber nachdenken muss.
:weird:
 
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Drummerle

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Bei uns läuft der Songwriting-Prozess so: Wir hören uns Alle Ideen an, die gerade bei allen Musikern so anstehen (mal ein toller Basslauf, ein Gitarren Riff, ein Beat, ein Jam,...) und jammen etwas. Irgendwann kristalisiert sich eine Stimmung und ein ungefährer Song aus diesen Jams.
An dieser Stelle legen wir dann meist das Tempo fest und benennen alle unsere Gefühle zu dem Jam (ich weiß - klingt etwas romantisch, verspielt). Danach geht jeder nach Hause und kommt meist mit neuen Ideen zu den Jams in die Probe: "Hey - ich sehe den Jam als Chorus und das hier könnte eine Strophe sein!"... So geht das dann einige Proben bis wir ein Grundgerüst haben das allen gefällt und zu der im Vorfeld genannten Stimmung passte. Unser Sänger ist aber dann derjenige, der im musikalischem Writing weniger zu sagen hat, aber immer wieder Textbausteine vorstellt und einbringt, ein Grundthema oder sogar einen weiteren gesangspart, bei dem noch keinerlei Begleitung steht. Den Text kritisieren wir dann genau wie alle anderen musikalischen Ideen.

Ein Producer nannte unsere Form des Songwritings als romantisch und gleichzeitig experimentell, da wir absolut Demokratisch vorgehen. Es wurden schon tolle Ideen in den Mülleimer geworfen, da diese nur einem von fünf nicht gefielen. Pro Song brauchen wir dann auch 2-3 Monate. Aber dafür macht es am Ende jedem zu 100% Spaß und jeder findet sich wieder. Als kleine Hobbyband ohne größere Ambitionen kann man das aber auch so machen ;)
 
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jemflower

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In unserer Mittelalterband schreiben eigentlich nur der Jorian und ich die Lieder. Wir entwickeln die jeder für uns und wenn die Stücke dann stehen, stellen wir sie vor. Wenn es gefällt geht es ins Bandprogramm , wenn nicht bleibt es im eigenen Programm. Gelegentlich wird dann nacharrangiert, eine Bridge oder ein Lauf von jemand anders vorgeschlagen, eine Strophe herausgenommen oder abgeändert.
Andererseits passiert es oft, dass ich irgendeinen Scherz mache oder eine Idee hab und zwei Wochen später hat der Kollege schon wieder ein Lied daraus gemacht. Einmal haben wir beide zur selben Idee ein Lied geschrieben und haben jetzt beide im Programm.

Als ich früher in einer Rockband gespielt habe ging das nicht so, da konnten die anderen oft nichts mit meinen Ideen anfangen und haben es nicht einmal versucht. Da hat ein Gitarrist immer seine fertigen Songs mitgebracht, ein kreativer Prozess fand da nicht so statt. Liegt stark an den Leuten mit denen man spielt.

In meiner ersten Schülerband, während der NDW Zeit haben wir alle zum Programm beigetragen, dementsprechend war das Programm auch sehr vielfältig.

Ob die Köche den Brei verderben liegt eben an den Köchen. Wenn alle Köche für die Sache und nicht für ihr Ego arbeiten geht das.
 
L

Leon Korner

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Hallo und Willkommen,
Ich denke, dass viele Texter den Text verderben, oder mindestens seine Entstehung verzögern, können. Aber Mitautorenschaft ist gut! zB „Zärtlichkeit“ -sehr beliebt geworden ist und inzwischen mehr als 33 Millionen Mal auf Youtube aufgerufen wurde und es war mitverfasst! übrigens, der Band „Machete“ hat neue Projekte mit Mikhail Peleg https://sinnexplosion.de/wir-planen...mikhail-peleg-der-produzent-der-band-machete/
 

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