Musik lernen als Erwachsener - die harte Wahrheit oder so einfach?!

glombi
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Ich weiß nicht, ob das hier die richtige Ecke im Board ist. Aber ich bin gerade über dieses recht inspirierende/motivierende Video gestolpert. Alleine die Hintergrundbegleitung ist es wert…



Als Späteinsteiger am Piano komme ich leider nicht so schnell voran. Aber auch als Jugendlicher war ich auf anderen Instrumenten keine Rakete.

Die meisten der Anregungen sind mir bewusst, auch von meinen Erfahrungen mit anderen Instrumenten.

1. Einfach Spielen.

Leicht gesagt. Aber gerade in meinem Alter will man sich doch nichts falsches aneignen, also informiert man sich doch, und übt einzelne Techniken. Und selbst die wollen nicht in die Finger…

2. Einen Rahmen schaffen

Als Kind hatte ich Vorspiele im Unterricht oder der Musikschule. Mit meiner letzten Band Auftritte. Natürlich könnte ich mich jetzt bei einem Geburtstag ans Klavier setzen und Happy Birthday spielen. Oder lieber doch nicht, ich könnte mich ja auch ziemlich blamieren? Also wie sich zum Vorspiel zwingen, ohne Druck aufzubauen?

3. Mentor finden

Den Punkt hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Ich habe einen tollen Klavierlehrer. Aber wie finde ich einen Mentor???

4. Gleichgesinnte finden

Ich weiß von der E-Gitarre und meiner letzten Band, wie wichtig und hilfreich das ist. Da habe ich auch am Klavier schon mehrere Anläufe genommen, und auch wieder Rückzieher gemacht. Auch hier immer die Frage die Zweifel, bin ich gut genug, mache ich mich lächerlich? Und wenn ich der etwas bessere wäre, würde es reichen, den anderen voranzubringen?

5. Das musikalische Kind werden

Der letzte Punkt ist ja eigentlich der Schlüssel zu allen anderen Punkten. Neugier ist bei mir genug vorhanden, aber wie werde ich meinen erwachsenen Perfektionismus los, wie erlaube ich mir wieder Fehler zu machen?

Wie sind eure Erfahrungen? Was sind eure Tipps? Wie fordert ihr euch, ohne den Spaß zu verlieren? Denn ich merke immer öfter, dass ich mich zum Üben zwingen muss. Zum einen weil ich Abends üben muss, wenn die Kinder schlafen und ich schon müde bin. Zum anderen weil ich Dinge üben und wieder und wieder pauken muss, die andere nach dem zweiten Mal im Kopf und den Fingern haben…

Danke und Gruß,
glombi
 
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Blues-Opa
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Zum anderen weil ich Dinge üben und wieder und wieder pauken muss, die andere nach dem zweiten Mal im Kopf und den Fingern haben…
Wem sagst du das ... das kenn ich auch gut ...
Ist einfach so, mit zunehmendem Alter - macht keinen Sinn, sich darüber 'nen Kopf zu machen.
Wichtiger ist: Es geht zwar alles langsamer, aber es macht - mir zumindest - genau so viel Spaß, eigentlich jeden Tag mehr :)
Und so lange es noch geht, wird weiter gelernt ... sich auch über kleine Fortschritte gefreut ... "der Weg ist das Ziel" 😉
 
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das ist echt ein schlechtes hobby.
kostet viel geld, erfordert fingerfertigkeit und wenn man komponieren möchte auch noch theroetische kenntnisse.

manchmal frage ich mich echt, weshalb hobby musiker sich das antun. es gibt CDs und konzerte, wo man leute hören kann, die das alles viel besser können, als man selbst es je könnte.
:nix:
 
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glombi
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das ist echt ein schlechtes hobby.
kostet viel geld,
Eigentlich nicht. Aber wäre es möglich Musikalität und Fingerfertigkeit zu erwerben, wäre mir das sicher mehr Geld wert, als irgendein Equipment.

Aber ja, Ich bin tatsächlich gerne bereit, für guten Unterricht zu bezahlen, weiß aber auch, dass ich den vermittelten Inhalt selber verstehen, erarbeiten und verinnerlichen muss.
weshalb hobby musiker sich das antun. es gibt CDs und konzerte, wo man leute hören kann, die das alles viel besser können
Darum geht es (mir) dabei aber nicht. Und kein noch so guter Musiker kann wissen, was ich fühle oder ausdrücken möchte?

Oder sollte der Beitrag doch ausnahmsweise mal ironisch gemeint sein?

Gruß,
glombi
 
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das problem, ist man alt, hat das gehirn mühe, die neuen verbindungen, welche man zum musik machen benötigt, schnell zu bilden.
das braucht alles viel zeit und viel wiederholung.

ich hatte musikalisch mit dem klavier / synthesizer begonnen. ich habe fleißig stücke geübt, aber mir ist aufgefallen, daß immer wenn ich ein neues stück übe, ältere stücke verloren gehen. wie auf einem speicherchip, auf dem nicht genügend platz ist, um das neue stück zu speichern tut das gehirn einfach speicherplätze anderer stücke überschreiben.
das konnte ich nur vermeiden, wenn ich ständig alle stücke übe. und wenn man dann so 30 stücke übt, daß ist aufwand und eines tages hatte ich die nase voll, von der ganzen arbeit, diese stücke immer und immer wieder zu spielen und am ende werden sie doch verloren gehen.

dann kaufte ich die erste gitarre und stellte fest, cool, alles viel einfacher und übersichtlicher.
ich habe die synthesizer und klaviere behalten und spiele auch gelegentlich drauf, aber die gitarre hat den wettlauf eindeutig gewonnen.

aber auch hier, gibt es grenzen, was meine finger leisten können.
wenn ich in den musikläden bin, laufen da immer echte cracks an den instrumenten herum. deren finger flitzen über die saiten und erzeugen dabei coole musik. das kann ich nicht, ich muß musikalisch kleine brötchen backen. meine talente liegen auf ganz anderen gebieten.

aber trotzdem, auch mit dem wenigen talent, macht musik spaß.....nur die kosten sind schon erheblich.

und jetzt sage keiner, konzertflügel wären günstig.
 
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Murenius
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Tatsächlich gibt es mehrere Studien, die untersucht haben, ob etwas dran ist, dass man im Alter schlechter lernt. Ergebnis war, dass es davon abhängt, ob man selbst davon überzeugt ist, dass das so ist oder nicht. Sprich: wer denkt, dass er im Alter nicht mehr so gut lernt, der lernt auch schlechter. Meine Oma hat mit 74 angefangen Englisch zu lernen, weil sie auf Reisen endlich mit den Leuten reden können wollte. Sie hat das mit Disziplin und Motivation durchgezogen und bis zu ihrem Tod mit Anfang 90 noch genutzt. Soviel zu "ein alter Hund lernt keine neuen Tricks". :)
 
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Vorab, ich halte nichts von dem Mythos das man zu alt sein kann zu musizieren. Ich kannte selbst einen Bläser, der hatte mit 80 Jahren angefangen Posaune zu spielen. Mit 84 hat er bei dem Posaunenchor Mendelssohn und co mitgespielt. Er sagte selbst: Aus mir wird kein Meister mehr, aber ich würde es mir nie verzeihen auf dem Sterbebett zu liegen ohne es zumindest versucht zu haben.

Das Gehirn verknüpft sich auch im höchsten Alter noch wunderbar neu. Als Erwachsener hat man gegenüber Kinder auch den Vorteil bereits gelernt zu haben, wie man lernt und wie man sein Ziel erreicht. Oder zumindest ist ein Grund da, warum man es macht, während Kinder oft am Klavier sitzen, weil die Eltern es so wollen.

Neugier ist bei mir genug vorhanden, aber wie werde ich meinen erwachsenen Perfektionismus los, wie erlaube ich mir wieder Fehler zu machen?
Musiziere mit anderen, schau dir Liveauftritte an. Lerne dabei, dass es diese perfekte Album und Studio Welt in der Realität nicht gibt. In der Musik scheint alles perfekt zu sein, große Pianisten machen keine Fehler und spielen perfekt. Zumindest auf den veröffentlichten Medien. In der Realität verhauen die Weltbesten ganze Abschnitte oder Stücke bei ihren Auftritten, haben Blackouts oder spielen ständig irgendwas nicht richtig. In den Aufnahmen die du dann kaufen kannst, ist das natürlich nicht mehr drinnen. Nur die Profis, die können damit umgehen. Solange sie im Metrum bleiben und es zumindest plausibel ist, so lange merken bestimmt 99% der Anwesenden nicht, dass in den letzten vier Takten kein einziger Ton gestimmt hat.

Wenn du selbst etwas mehr Erfahrung hast, die Stücke kennst und ein musikalisches Gehör entwickelt hast, dann wirst du bei jedem Live Auftritt gut hören wie viele Fehler passieren. Aber das ist egal, zum einen merkt es wie gesagt kaum einer und diejenigen wie wir, die es merken, die würden nie etwas negatives sagen. Wir wissen nämlich dass es eben so ist.

Wie fordert ihr euch, ohne den Spaß zu verlieren? Denn ich merke immer öfter, dass ich mich zum Üben zwingen muss.
Beim normalen Üben nehme ich Stücke die einfach sind. Man kann eigentlich ganz grob sagen: Ein Stück welches du im halben Tempo nach zwei oder drei Durchläufen nicht einigermaßen gut und richtig spielen kannst, ist noch zu schwer für dich. Also senke die Schwierigkeit und das Tempo. Kehre dann später wieder zu schwereren Stücke zurück. Gleichzeitig suche dir ein für dich schweres Stück, an dem du über lange Zeit dich Takt für Takt vorarbeitest, bis du es kannst. Aber nicht zu lange, vielleicht 30 Minuten am Tag. Den Rest nutzt du zum effektiven üben.

Es ist allgemein so: Am Anfang ist leichtes unendlich schwer. Mit dem Fortschritt wird es beim nächsten Versuch plötzlich leichter. Gleichzeitig hast du das Gefühl nie vorwärts zu kommen. Nicht weil es so ist, sondern weil deine Stücke auch immer anspruchvoller werden.

Probiere auch einfach hin und wieder aus. Nimm dir ein paar Töne und schau wie sie zusammen wirken. Dabei lernst du sehr viel durch ausprobieren.

Und ganz wichtig, verabschiede dich von dem Hirngespinst in zwei Jahren ordentlich spielen zu können. Nach etwa 5 Jahren täglicher Praxis wirst du in der Lage sein sehr leichte Stücke in wenigen Wiederholungen gut spielen zu können. Bis du komplexere Literatur perfekt vom Blatt spielen kannst wirst du täglich einige Stunden über Jahrzehnte üben müssen. Dieses lerne Instrument X in 3 Wochen ist im Grunde Blödsinn. Einigermaßen spielen kannst du nach 5-10 Jahren. Richtig komplexe Stücke dauern sehr viel länger und viele schaffen es nie. Aber sie haben es dann zumindest versucht.
 
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glombi
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ich habe fleißig stücke geübt, aber mir ist aufgefallen, daß immer wenn ich ein neues stück übe, ältere stücke verloren gehen. wie auf einem speicherchip, auf dem nicht genügend platz ist,
Ja, das geht mir auch so. So wie bei Kelly Bundy. Andere haben ein wachsendes Repertoire. Bei mir sind maximal die letzten drei Stücke abrufbar, wenn ich nicht etwas anderes regelmäßig weiter übe. Das geht dann aber auf die Zeit und die Motivation. War aber auf der E-Gitarre kein bisschen anders.
nur die kosten sind schon erheblich.
Sehr brauchbare D-Pianos kriegt man heute zum Glück für kleines Geld.
Soviel zu "ein alter Hund lernt keine neuen Tricks".
Tatsächlich glaube ich, auch durch gelesene Studien, dass das Lerntempo nicht wesentlich abnimmt. Aber die Erwartungen und Ansprüche sind hoch, man akzeptiert keine Fehler mehr…
Wenn du selbst etwas mehr Erfahrung hast, die Stücke kennst und ein musikalisches Gehör entwickelt hast, dann wirst du bei jedem Live Auftritt gut hören wie viele Fehler passieren.
Das höre ich tatsächlich, und ich bewundere, wie cool die „Profis“ damit umgehen können. Allerdings gelingt es mir fast nie, auch nach längerer Zeit nicht, ein Stück fehlerfrei durchzuspielen. Das könnte bei mir aber auch eine self fulfilling prophecy. sein…
Probiere auch einfach hin und wieder aus. Nimm dir ein paar Töne und schau wie sie zusammen wirken. Dabei lernst du sehr viel durch ausprobieren.
Das ist eine gute Idee. Ab und an versuche ich das, bin dann aber sehr schnell ernüchtert.
Ein Stück welches du im halben Tempo nach zwei oder drei Durchläufen nicht einigermaßen gut und richtig spielen kannst, ist noch zu schwer für dich.
Am Anfang habe ich immer Probleme, mich. zu orientieren. Beim 1. und 2. Üben macht es dann grundsätzlich „Klick“, aber danach wird es einfach nicht sicher.
Und ganz wichtig, verabschiede dich von dem Hirngespinst in zwei Jahren ordentlich spielen zu können. Nach etwa 5 Jahren täglicher Praxis wirst du in der Lage sein sehr leichte Stücke in wenigen Wiederholungen gut spielen zu können.
Einerseits ernüchternd. Andererseits hätte ich dann noch knapp ein Jahr. Leider sind da die eigenen Ansprüche. Einfachste Stücke gehen zwar, schaffen aber keine Befriedigung.

So ein Mentor wäre vielleicht wirklich das Richtige. Aber wer könnte das sein, wo findet man den?

Tatsächlich würde ich gerne auch mehr erfahren, wie ihr das Video findet, und wie ihr es schafft, das lernbereite musikalische Kind zu bleiben?

Danke und Gruß,
glombi
 
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“Alter” scheint ein beliebtes Thema zu sein,
und ich glaube, der grosse Unterschied ist, dass Kinder unendlich mehr Zeit und Geduld mitbringen:
Als Kind macht man stundenlang und tagelang nichts anderes, als sich mit so einer Sache zu beschäftigen (überlegt mal, wie ihr Fahrradfahren gelernt habt oder endlos lange Yoyo gespielt habt).

Erwachsene analysieren, versuchen zu verstehen und geben auf, wenn's nach kurzer Zeit nicht perfekt klappt ("AAAaaahhh...!! - Das MUSS doch gehen!!").
 
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ich glaube, der grosse Unterschied ist, dass Kinder unendlich mehr Zeit und Geduld mitbringen:
Als Kind macht man stundenlang und tagelang nichts anderes, als sich mit so einer Sache zu beschäftigen (überlegt mal, wie ihr Fahrradfahren gelernt habt oder endlos lange Yoyo gespielt habt).

Erwachsene analysieren, versuchen zu verstehen und geben auf, wenn's nach kurzer Zeit nicht perfekt klappt ("AAAaaahhh...!! - Das MUSS doch gehen!!").
Kinder sind es vor allem gewohnt, Fehler zu machen, und daraus selber zu lernen. Als Kind schaut man sich ab, wie Erwachsene laufen, probiert es mal so, fällt auf die Nase, probiert es anders, fällt auf den Arsch, etc. Irgendwann klappt es, die Freude der Eltern ist groß. Mn fühlt sich bei jedem kleinen Erfolg gewürdigt und motiviert. Je älter man wird, um so mehr wird einem das aberzogen, und die Erwartungen wachsen.

Es sind auch nicht nur das eigene Alter und der eigene Anspruch. Spiel mal als Erwachsener einem anderen Erwachsenen fehlerfrei Alle Meine Entchen vor. Die Begeisterung und das Lob wird sich in Grenzen halten, ganz anders als beim dem Beispiel Laufen Lernen oben. Kein Wunder, es gibt ja genug Kinder und Erwachsene, die viel mehr können.

Vielleicht komm hier der Mentor ins Spiel, jemand der die Leistung in Relation richtig beurteilen aber auch würdigen kann, um hilfreiches Feedback zu geben und zu motivieren. Wie gesagt, ich würde gerne die Thesen aus dem Video diskutieren.

Gruß,
glombi
 
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Also das einzige Instrument auf dem ich mich jemals zu Hause gefühlt habe und einfach losspielen kann ist Schlagzeug. Das hat aber halt Grenzen.
Mein Ziel ist es, mit dem Klavier zumindest mal in die Richtung zu kommen. Ich habe jetzt endlich einen Lehrer, bei dem ich die Zuversicht habe, dass ich dort hinkommen kann. Dazu gehören jetzt die Basics wie Tonarten, Kadenzen, Begleitpattern... und das macht mir sogar Spaß. Gerade weil ich als Erwachsene Musiktheorie viel schneller begreifen und verknüpfen kann, als ich es als Kind gekonnt hätte. Das, zusammen mit Übedisziplin, ist doch oft unsere Stärke. Dafür haben wir eben häufig die Perfektionismushürde. Und genau da hilft mir mein Lehrer. Er bremst mich ein, bringt mich zum Nachdenken, lässt mich Stimmen einzeln spielen etc.
Was mir aktuell fehlt, ist das Spielen mit anderen. Ich glaube, das würde auch sehr bei der Vorspiel-Nervosität helfen. Andere Erwachsene zu finden, die auch Anfänger sind oder willig mit einem Anfänger zusammen zu spielen finde ich nach wie vor schwierig. Zum Glück hab ich auch so noch genug Motivation.

@glombi Ich hab das Video jetzt nicht gesehen aber Rahmen schaffen klingt für mich nach Ziel. Das kann ja auch ein bestimmtes Stück sein, was Du gern lernen willst, oder? Was war denn bisher Deine Motivation?
Und zum Thema Mentor kommt mir "Gleichgesinnte" in den Kopf. Das Problem habe ich nämlich auch, dass mein Bekanntenkreis recht unmusikalisch ist. Da fehlt mir der Austausch. Foren sind ja eine gute Alternative aber halt doch begrenzt.

Allerdings gelingt es mir fast nie, auch nach längerer Zeit nicht, ein Stück fehlerfrei durchzuspielen
Kenne ich auch und fürchte zumindest bei mir war das so, dass die Stücke noch zu schwer waren. Einfachere Stücke schön zu spielen war mir immer zu langweilig. Da hilft jetzt mein neuer Lehrer sehr, dass ich auch in Detailarbeit etwas spannendes entdecken kann.

So wie bei Kelly Bundy
Die Folge war so genial 🤣
Auch hier hätte ich die Theorie, dass Du (wie ich auch) bisher Stücke als abgeschlossene Einheit gespielt hast, statt die wiederkehrenden Elemente zu entdecken und auf Bekanntes zurückzugreifen.
Ich hab grade gestern meinem Kurs wieder eingebläut, dass sie Fremdwörter auseinander nehmen sollen und die Bausteine und nicht die ganzen Wörter lernen sollen. Wenn ich weiß, was Hypo, hyper, brady, tachy etc. heißt kann ich das wild mit anderen Begriffen wie kardie, tonie, etc. kombinieren und kann auch mit einer vorher unbekannten Kombination was anfangen, ohne die vorher gelernt zu haben.
Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu wirr und Du verstehst was ich meine.
Zusammenfassend ist meine Erfahrung bisher: mein Lernerfolg hängt natürlich einerseits von mir aber sehr stark auch von sehr gutem Unterricht ab.
 
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glombi
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Dafür haben wir eben häufig die Perfektionismushürde. Und genau da hilft mir mein Lehrer. Er bremst mich ein, bringt mich zum Nachdenken, lässt mich Stimmen einzeln spielen etc.
Ja, so ist das auch bei mir, mit meinem Anspruch, und einem guten Lehrer, der versucht, mich da auf den Boden zu holen.
Was mir aktuell fehlt, ist das Spielen mit anderen.
Mir auch. Aber ich habe halt auch Schiss, noch nicht gut genug zu sein. Der Einstieg mit Gitare in meine letzte Band war ein echter Glücksfall. Hätte ich da Zeit zum Nachdenken gehabt, hätte ich wohl auch gekniffen. So hatte ich nach mehreren Jahren Pause 4 Wochen Zeit, mir 10 eigene Songs oder Versionen davon drauf zu schaffen, zu denen es keine Aufzeichnungen oder noch nicht mal einen Gitarren-Part gab. Dementsprechend schlecht war ich auch beim ersten Gig, aber von da an ging es aufwärts...
Ich hab das Video jetzt nicht gesehen aber Rahmen schaffen klingt für mich nach Ziel. Das kann ja auch ein bestimmtes Stück sein, was Du gern lernen willst, oder? Was war denn bisher Deine Motivation?
Ich habe Ziele. Es gib Songs die ich mir drauf schaffen will, und ich möchte Improvisieren lernen. Also frei für mich (und andere) einfach spielen können, so wie in dem Video, gerne auch 3-4 Stufen einfacher. Aber mir fehlen halt Zwischenziele in Form von Vorspielen, die einen wirklich dazu zwingen, ein Stück zu perfektionieren, und ander auch interessante Sachen mal liegen zu lassen...
Auch hier hätte ich die Theorie, dass Du (wie ich auch) bisher Stücke als abgeschlossene Einheit gespielt hast, statt die wiederkehrenden Elemente zu entdecken und auf Bekanntes zurückzugreifen.
Ja, da ist was dran. Ich versuche auch immer Variationen in einem Stück möglichst original zu spielen, anstatt einfach mal zu vereinfachen. Und damit hat ein Stück dann tatsächlich für mich zu viele Elemente.
 
Murenius
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Ich bin jetzt Mitte 40 und habe immer noch keine Angst davor Fehler zu machen, vielleicht sogar weniger: ich habe in meinem Leben jetzt oft genug erlebt, dass man vor allem durch seine Fehler lernt, nicht durch das, was einem gleich gelingt. Ich stresse mich da nicht und habe viel Spaß am Lernen. Meine Erfahrungen mit Musik helfen mir da auch eher, als ich 18 war und mit der ersten Band im Proberaum stand war ich viel zu ängstlich, dann hat irgendwer einfach einen Auftritt ausgemacht. Ich hatte totale Panik, weil wir so schlecht waren. Das hat aber die meisten Bandmitglieder nicht interessiert, und siehe da, das Publikum auch nicht wirklich. Ich hab mich beim ersten Song nicht selbst gehört (Tasten) damit mehr auf Verdacht versucht einen Offbeat zu halten. Es hat uns nicht mal wer darauf angesprochen und es gab trotzdem Applaus (und den vereinbarten Kasten Ebbelwoi als Gage). Was ich damit sagen will ist, dass mir diese Erfahrung ermöglicht seitdem da lockerer zu sein, weil man erlebt, dass Fehler einen nicht umbringen und das Leben weiter geht. Also: macht mehr Fehler! :D
 
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Ich bin jetzt Mitte 40 und habe immer noch keine Angst davor Fehler zu machen, vielleicht sogar weniger
Das ist bei mir mit Ü70 nicht anders ... nichts interessiert mich weniger als auch mal Fehler zu machen ....
Fehler gehören zum Leben. Ich muss doch weder mir noch sonst jemandem etwas beweisen, lerne und spiele doch zu meinem eigenen Vergnügen :)
Fehler sehe ich sogar eher positiv, weil ich dadurch erkenne wo es noch Handlungsbedarf gibt.
 
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glombi
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Alles gut mit den Fehlern, wenn das Verhältnis von verkackt zu geklappt >1:5 ist, umgekehrt frustriert es halt…

Aber mag sich wirklich niemand das Video anschauen?
 
Blues-Opa
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Alles gut mit den Fehlern, wenn das Verhältnis von verkackt zu geklappt >1:5 ist, umgekehrt frustriert es halt…
So einen Fall hatte ich ganz konkret vor einiger Zeit.

Ein ziemlich langes Stück, dass ich zu Lernzwecken (und weil es mir so gefällt) mal genau so spielen wollte. Am Anfang verkackt zu geklappt deutlich >1:5. Dann an den entsprechenden Stellen intensiver gearbeitet, es wurde auch besser ... aber auch nach längerer Zeit insgesamt immer noch ein recht ungünstiges Fehlerverhältnis.

Frust hatte ich deswegen keinen, aber eine Erkenntnis daraus - das Stück war einfach noch zu schwer für mich. Ich habe es dann längere Zeit ruhen lassen und andere Sachen gelernt. Die Tage habe ich mir das Stück nochmal vorgenommen, enfach so, ganz spontan ... und schau an, es lief insgesamt besser, musikalischer, und zumindest ein Teil der "Probleme" waren keine mehr 😉

"Perfekt" geht es immer noch nicht, das ist auch nicht das Ziel ... aber deutlich besser ... das wird schon noch, wenn ich dranbleibe. Aber ganz locker und stressfrei. Wie ich weiter oben schon sagte - ich muss doch niemandem etwas beweisen, ich mache es weil es mir Freude macht ... nicht nur das "Können" vielleicht am Ende, sondern vor allem auch der Weg dorthin ...:)
 
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Aber mag sich wirklich niemand das Video anschauen?
Nein. Wenn Deine Executive Summary was taugt, ist das nicht notwendig. Falls nicht, interessiert es mich nicht, weil mir dafür die Zeit fehlt. Das ist die Antwort meines 52 Jahre alten "ich". Ich muss mit meiner Zeit haushalten.



Mein 12 Jahre altes ich würde das Video eher schauen.
 
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Tygge
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Aber mag sich wirklich niemand das Video anschauen?
Doch, mag ich und habe ich. Ich frage mich nur, welche Schlüsse ich aus den Ratschlägen ziehen soll. Wenn ich mir die Bilder angucke, scheint hier überwiegend von gelungenen Beispielen die Rede zu sein; Kinder, denen man einfach die Freiheit gelassen hat, Musik zu entdecken und zu erleben, sich selbst als Akteure darin zu erfahren. Kinder, die in einer fördernden Umgebung groß geworden sind, in der sie Mentoren gefunden haben, Menschen, die sie begleitet und in ihnen etwas Besonderes gesehen haben. Das ist großartig und solche Erfahrungen wünsche ich allen Menschen, und zwar unabhängig vom Thema Musik. Doch wie vielen Menschen ist das vergönnt? Wieviele Menschen finden so ein musikalisches Kind, wenn sie in ihrer Biographie zurückgehen und was machen all die anderen?
Einen Mentor finden? Kann man den finden wie Bernstein am Strand? Einen solchen Mentor zu haben, halte ich für ein riesiges Geschenk. Was einem mit Sicherheit hilft sind Menschen, die einen unterstützen und an einen glauben, unabhängig von Fehlern und der Anzahl auswendig gelernter Stücke.
Gleichgesinnte - großartig, her damit. Ich lese hier im Board immer wieder von Leuten, die sich glücklich schätzen, einen Duo-Partner, eine Band gefunden zu haben und andere, die sich fragen, wie sie das wohl bitte hinkriegen sollen. Manche können nicht, manche trauen sich nicht, manche warten darauf, dass sowas von Himmel fällt....
Am meisten überzeugt hat mich: Play more, think less und hör auf, dich immer mit all denen zu vergleichen, die viiiiiel besser sind als du selbst. Und warum hat es mich überzeugt? Weil es meiner Lebenserfahrung als Hobbymusikerin entspricht.;)
LG Tygge
 
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Christian_Hofmann
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Das höre ich tatsächlich, und ich bewundere, wie cool die „Profis“ damit umgehen können. Allerdings gelingt es mir fast nie, auch nach längerer Zeit nicht, ein Stück fehlerfrei durchzuspielen. Das könnte bei mir aber auch eine self fulfilling prophecy. sein…
Das kann durchaus eine Kopfsache sein. Ich denke mir mal die meisten hier werden das kennen. Man spielt ein schweres Stück und am Ende denkt man sich "Ha ich bin gut, das war perfekt und was soll den letzten Takt noch schief gehen". Und schon ist der Fokus weg und man verhaut den letzten Takt. Die meisten werden auch noch ein anderes Problem kennen: Wenn man Zuhause alleine sitzt und übt, dann läuft es perfekt, aber wehe man macht eine Aufnahme, oder noch schlimmer eine andere Person (im schlimmsten Fall der Lehrer) ist dabei, dann macht man jeden möglichen Fehler. Das ist wirklich eine Sache des Kopfes dann, wenn man es eigentlich kann.

Am Anfang habe ich immer Probleme, mich. zu orientieren. Beim 1. und 2. Üben macht es dann grundsätzlich „Klick“, aber danach wird es einfach nicht sicher.
Dann lege das Stück zur Seite und spiele etwas anderes. Kehre dann am nächsten Tag wieder zu dem Stück zurück. Ich habe die Praxis dass ich zum aufwärmen immer einige meiner letzten Stück liegen habe, da spiele ich vor dem eigentlichen Üben diese immer in Reihe mal durch. Dadurch festigt es sich und man sieht doch wie es mit den Wochen leichter wird. Wobei du aufpassen musst, sobald du anfängst ein Stück auswendig zu spielen, solltest du es lassen. Zumindest wenn du das Blattspiel lernen willst.

Ich würde dir ja folgenden Ratschlag geben: Kaufe von Bärenreiter für rund 25 Euro das "neues Choralbuch zum Evangelischen Gesangsbuch" und schlage es auf der ersten Seite auf, dann fängst du an die Dreistimmigen Sätze sturr durchzuspielen. Metrum, Takt und Notenlänge sind egal. Nur die richtigen Töne treffen. Wenn du dann die 300 Lieder durch hast, dann fängst du wieder von vorne an. Du wirst sehen wie es mit jedem Stück besser und schneller geht. Nach einigen Tage wirrst du dann auch so was wie Musik erkennen und selbst sehr viel sicherer. Gleichzeitig achtest du von alleine dann auch auf die Notenlängen. Das Prinzip nennt sich Notenfressen :)

Das höre ich tatsächlich, und ich bewundere, wie cool die „Profis“ damit umgehen können.
Das kann man üben. Wenn ich im Konzert spiele und 200 Leute in der Kirche sitzen um meinem Orgelspiel zuzuhören, dann kann ich nichts mehr Rückgängig machen. Wenn ein Fehler passiert, dann ist das in diesem Moment nicht mehr zu verändern. Ich kann nun also schreiend und weinend aus der Kirche rennen, bzw. mich von der 20 Meter hohen Orgelempore stürzen, oder einfach weiterspielen. Dieses Weiterspielen solltest du beim Üben gleich trainieren. Also wenn etwas schief geht, dann nicht aufhören, sondern versuchen im Metrum zu bleiben, selbst wenn du nur noch eine Stimme spielst bis zum nächsten Takt wo du dich wieder fangen kannst. Viele Musiker wiederholen bei so was auch den Takt gerne noch einmal (bei einem Choral natürlich nicht möglich).

Ich habe mal in einem Dom gespielt zu einer Veranstaltung, dort waren rund 600 Leute. Alles lief gut und beim Amen am Schluss denke ich nicht daran in F-Dur zu sein und Spiele nicht die Akkordfolge B-Dur -> F-Dur sondern H Verminder -> F-Dur... Das sind diese Momente wo der dümmste hört dass da gerade etwas falsch läuft. Und für den Musiker ist das dieser Moment wo man die Tasten drückt und sich in diesem Moment denkt "Scheiße, ich will hier weg".
 

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